Bad Häring ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Kufstein in Tirol. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geografie Die Gemeinde zwischen Wörgl und Kufstein, auf einem Hochplateau oberhalb des Inntales am Fuße des Pölven. Der Ortskern des ehemaligen Knappendorfs ist von mehreren Weilern umgeben.
Gemeindegliederung
Nachbargemeinden
Geschichte In einer Tauschurkunde von 1298 wird der Ort als Gut ze Herringe erstmals schriftlich erwähnt. Der Name geht auf den althochdeutschen Personennamen Heri (‚Krieger‘) mit -ing-Suffix zurück. Die Siedlung zählte ursprünglich zum Gericht Schwoich und kam 1593 zum Gericht Kufstein.
Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1954 wurde Braunkohle abgebaut. Seit 1854 wird Mergel und Kalkstein für die Zementherstellung an Steinbrüchen des Pölven gewonnen.
Das Gestein um Bad Häring ist zudem bekannt für seine fossilen Pflanzen, die sich in der Mergelschicht erhalten haben. Der renommierte k. u. k. Paläobiologe Constantin von Ettingshausen führte hier von 1850 bis 1852/53 Studien durch und machte Bad Häring mit seinem Schriftwerk Die tertiäre Flora von Häring in Tirol (1853) über die Reichsgrenzen hinaus bekannt.
1951 wurde eine starke Schwefelquelle gefunden, die den Gesundheitstourismus förderte. Vor allem Erkrankungen und Beschwerden des Bewegungsapparates und rheumatische Erkrankungen der Gelenke und Gefäße sowie Wirbelsäulenschäden werden behandelt. Seit 1965 trägt Häring den Beinamen „Bad“.
Bad Häring ist seit 1996 der erste Tiroler „Bäderkurort“ (kein Luftkurort). Mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung wurde die Gemeinde Bad Häring von der Tiroler Landesregierung als Kurort anerkannt. Als Name des Kurortes wurde „Bäderkurort (Schwefelheilbad)“ bestimmt. Neben den Bädern wird auch eine Kältetherapiekammer betrieben.Bad Häring auf oesterreich-info.at abgerufen am 31. Mai 2010
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde 1397 erstmals urkundlich erwähnt, ist im Kern spätgotisch und wurde 1732 barockisiert. Die Antoniuskapelle stammt aus dem Jahre 1708. Die Hildegardkapelle wurde 2001 geweiht.
Wirtschaft und Infrastruktur Der Tourismus im zweisaisonalen Fremdenverkehrsort ist von wirtschaftlich erstrangiger Bedeutung. Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 175.000 im Jahr 2010 auf 208.000 im Jahr 2019.
Das Rehabilitationszentrum Häring der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt wurde 1973 eröffnet und zwischen 2005 und 2011 saniert und umgebaut. Seit dem Umbau stehen 80 Zimmer für 136 Patienten zur Verfügung.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol und Teil des Tourismusverbandes Kufsteinerland.
Gemeinderat In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt. Partei202220162010%Mandate%Mandate%MandateBürgermeisterliste Hermann Ritzer50,20856,49957,44Gründenkende Bad Häring 1)26,14416,6128,47Wir für Bad Häring23,663Volkspartei Bad Häring – ÖVP26,90424,39Namensliste Zehetner-Lackstätter9,70 1) die Partei trat 2016 unter dem Namen „Grüne Liste Bad Häring“ an.
Bürgermeister seit 1899 1899–1919 Josef Horngacher, Mahrerbauer 1919–1922 Remigius Margreiter, Bergbeamter (SPÖ) 1922–1926 Karl Lapper, Bergbeamter (SPÖ) 1926–1932 Remigius Margreiter, Bergbeamter (SPÖ) 1932–1934 Hans Zingerle, Lehrer (SPÖ) 1935–1938 Josef Horngacher, Mahrerbauer 1938–1940 Hans Mauracher, Handelsangestellter 1940–1945 Jakob Gasteiger, Kötschingbauer 1945–1946 Anton Aufinger, Liefertbauer 1946–1956 Adolf Netsch, Bergbeamter (SPÖ) 1956–1962 Otto Schnalzger, Bahnbediensteter (SPÖ) 1962–1983 Ludwig Gründhammer, Geschäftsführer (SPÖ) 1983–2003 Ernst Gruber, Fachlehrer (SPÖ) seit 2003 Hermann Ritzer, Bundesbahn-Bediensteter (SPÖ)
Wappen Blasonierung: Von Gold und Blau gevierteter Schild mit Kanne auf den Plätzen 1 und 4 und gekreuzten Hämmern auf den Plätzen 2 und 3 in verwechselten Farben.Landesgesetzblatt für Tirol. Nr. 47/1974 (Digitalisat).
Das 1974 verliehene Gemeindewappen verweist mit den gekreuzten Hämmern auf den traditionsreichen Bergbau und mit dem Krug auf die Heilquelle.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Franz Lenhart (1898–1992), Werbegrafiker und Maler Josef Lenzi (1924–1993), Politiker (SPÖ) Vinzenz Baldemair (1940–2012), Propst des Stiftes Mattsee 1996–2012 Gebhard Bucher (1954–2013), Gastronom
Bilder
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Haring
Kategorie:Ersterwähnung 1298