Die C-Klasse war eine Klasse von 28 Leichten Kreuzern der Royal Navy. Die Schiffe entstanden ab 1913 in sieben Gruppen, die als Caroline-, Calliope-, Cambrian-, Centaur-, Caledon-, Ceres- bzw. Carlisle-Klasse bezeichnet wurden. Die Schiffe waren für den Einsatz in der Nordsee konstruiert und eine Weiterentwicklung der Scout Cruiser der Arethusa-Klasse. Als erster Kreuzer der Klasse kam am 4. Dezember 1914 die Caroline in den Dienst der Navy, der 1915 acht weitere Kreuzer folgten. Im Ersten Weltkrieg wurden 23 Schiffe der Klasse fertiggestellt. An der Schlacht am Skagerrak 1916 nahmen acht Kreuzer der Klasse teil, von denen die als Führungskreuzer der 11th destroyer flotilla eingesetzte Castor 13 Tote und 23 Verwundete beklagte und das Flaggschiff der 4th light cruiser squadron, Calliope, zehn Tote und neun Verwundete. Schiffe der Klasse waren auch an anderen Gefechten beteiligt, aber keiner der Kreuzer ging verloren. Bei der Unterstützung der Baltischen Staaten im Kampf um ihre Unabhängigkeit, kam es am 5. Dezember 1918 in der Ostsee zum ersten Verlust eines Kreuzers der Klasse, als die Cassandra auf dem Weg von Libau nach Tallinn auf eine Mine stieß und sank. Bis auf 10 Mann konnten die Zerstörer Westminster und Vendetta die Besatzung retten.British warships sunk 90 years ago found off Estonian coast In den folgenden Jahren waren die Kreuzer vor allem bei der Atlantic Fleet und der Mediterranean Fleet im Einsatz, einige aber auch auf anderen Stationen wie der East Indies Station und der China Station. Als erstes Schiff der Klasse wurde die Cordelia 1923 ausgesondert und zum Abbruch verkauft. Ab 1930 folgten dann die Schiffe der vier ersten Untergruppen.
1936 begann der Umbau der Kreuzer zu Flugabwehrkreuzern. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren noch dreizehn Kreuzer im Dienst der Navy, von denen vier zu Flakkreuzern bereits umgebaut waren; zwei befanden sich im Umbau. Die nicht umgebauten sieben Kreuzer wurden wieder aktiviert und zu Handelsschutz- und Blockade-Aufgaben herangezogen. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden 1942/43 noch zwei weitere Schiffe zu Flakkreuzern umgebaut. Mit Curlew, Calypso, Calcutta, Cairo, Coventry und Curacoa sanken sechs Schiffe im Zweiten Weltkrieg, dazu wurde die Carlisle irreparabel beschädigt. Die verbliebenen Schiffe wurden bis 1948 ausgesondert und abgebrochen.
Heute ist nur noch die Caroline als Museumsschiff vorhanden. Der seit 1924 in Belfast als stationäres Drillschiff der Reservisten genutzte Kreuzer ist das einzige noch vorhandene Kriegsschiff, das an der Seeschlacht am Skagerrak 1916 teilgenommen hat.
Caroline-Klasse Die Kreuzer der Caroline-Unterklasse wurden im Juli/August 1913 bestellt. Sie waren die ersten sechs von acht im Haushalt 1913 genehmigten „light armoured cruisers“, die 1914/15 vom Stapel liefen und 1915 zur Flotte kamen. mini|links|Die Comus vor der Bauwerft Die Schiffe waren um drei Meter verlängerte und etwas verbreiterte Varianten der Arethusa-Klasse. Die 40.000 PS-Dampfturbinenanlage auf vier Wellen entsprach auch weitgehend der der Vorgänger. Bis auf die mit Brown-Curtis-Turbinen ausgestattete Carysfort waren die anderen Schiffe mit Parsons-Turbinen ausgerüstet. Zur Dampferzeugung erhielten die Schiffe acht Yarrow-Kessel. Als einzige Untergruppe der C-Klasse hatten die Caroline-Kreuzer drei Schornsteine wie ihre Vorläufer. Die sechs Kreuzer verdrängten 4219 t, waren 135,9 m lang und 12,6 m breit. Sie hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 28,5 Knoten (kn), eine Reichweite von bis zu 5900 sm bei 10 kn Marschgeschwindigkeit.
Bewaffnet wurden die Kreuzer mit zwei 152-mm-L/45-Mk.XII und acht 102-mm-L/45-Mk.V Kanonen, einem 76-mm-L/23-13pdr 6cwt-Mk.V Geschütz, vier 47-mm-L/40-3pdr-Mk.I Hotchkiss Kanonen sowie zwei Zwillings-533-mm-Torpedorohrsätzen. Die beiden 6-inch-(152 mm)-Geschütze standen am Heck übereinander, die acht 4-inch-(102 mm)-Geschütze waren am Bordrand auf dem Vorschiff, zwischen den Schornsteinen und nahe der Scheinwerferplattform aufgestellt. Diese Bewaffnung wurde während des Krieges bei den Schiffen der Unterklasse mehrfach und unterschiedlich verändert. Der Panzerschutz der Schiffe hatte eine Stärke von 25 bis 76 mm. Der Kommandoturm war auch mit 76 mm gepanzert, die Schutzschilde der Hauptartillerie waren 102 mm stark. Die Besatzung der Kreuzer umfasste 301 bis 325 Mann.
Am 24. März 1916 wollte die Harwich Force mit dem Seeflugzeugträger Vindex einen Angriff auf die deutsche Luftschiffbasis in Tondern durchführen, griff aber tatsächlich Hoyer an. Auf dem Rückmarsch entdeckte die als Flaggschiff des Verbandes eingesetzte Cleopatra das deutsche Torpedoboot G 194, das in den britischen Verband geraten war. Der Kommandant der Cleopatra entschied sich, das deutsche Boot zu rammen, ehe dies die Situation erkannte. G 194 wurde in zwei Teile getrennt und sank. Die Cleopatra geriet durch dieses Manöver direkt vor den Bug der Undaunted, die bei dem Zusammenstoß der Kreuzer sehr schwere Schäden erlitt und nur mühsam eingebracht werden konnte. Am 25. April 1916 wurde die Conquest bei der Verfolgung der deutschen Schlachtkreuzer nach der Beschießung von Lowestoft und Great Yarmouth von einer 30,5-cm-Granate getroffen. 25 Besatzungsmitglieder starben, weitere 15 wurden erheblich verletzt. Zur Seeschlacht am Skagerrak, an der die Schwesterschiffe Cordelia, Comus und Caroline teilnahmen, war das Schiff nicht einsatzbereit. Die einzigen Drei-Schornsteiner der C-Klasse wurden alle noch nach Ende des Weltkriegs genutzt und vor allem bei der Atlantic Fleet eingesetzt. Als letzter Kreuzer der Untergruppe schied im Juni 1930 die Comus bei der „2nd Cruiser Suadron“ aus dem aktiven Dienst.
Mit der Cordelia wurde im Juli 1923 nur 15 Monate nach der Indienststellung des letzten Schiffs der C-Klasse schon das erste Schiff zum Abbruch verkauft. Mit der Caroline ist aus ersten Untergruppe auch das einzige Schiff der Klasse erhalten.
Name Kennung BauwerftBauNr.KiellegungStapellaufin DienstVerbleib Cordelia 78, 50, 69 Pembroke Dockyard 251 21.07.1913 23.02.1914 1.1915 im Juli 1923 zum Abbruch verkauft Caroline 87, 30, 44 Cammell Laird803 28.01.1914 29.09.1914 4.12.1914 ab 1924 Drillschiff der Royal Naval Volunteer Reserve (RNVR), ab 2011 Erhaltung als Museumsschiff Carysfort 88, 31, 22 Pembroke Dockyard252 25.02.1914 14.11.1914 6.1915 im August 1931 zum Abbruch verkauft Comus 5C, A7, 45, 02 Swan Hunter951 3.11.1913 16.12.1914 15.5.1915 im Juli 1934 zum Abbruch verkauft Cleopatra 1A, 40, 88 Cammell Laird 806 26.02.1914 14.01.1915 6.1915 im Juni 1931 zum Abbruch verkauft Conquest C0, 48, 37 Chatham Dockyard 3.03.1914 20.01.1915 6.1915 im August 1930 zum Abbruch verkauft
Calliope-Klasse mini|Die Calliope
Calliope und Champion waren die letzten der acht „light armoured cruisers“ des Haushalts 1913. Als erste Kreuzer der Royal Navy erhielten sie Turbinen mit Getriebe. Um Vergleichswerte zu erhalten, wurden die beiden Schiffe mit unterschiedlichen Maschinenanlagen ausgerüstet. Während Calliope die bis dahin übliche Vier-Wellen-Anlage erhielt, verfügte Champion über eine Zwei-Wellen-Anlage. Beide Installationen ermöglichten höhere Geschwindigkeiten bei geringeren Drehzahlen. Dazu wurde die Kesselanlage verändert und auf sechs Kessel reduziert, für die nur zwei Schornsteine benötigt wurden. Die Calliope-Klasse wird manchmal auch der nachfolgenden Cambrian-Klasse zugerechnet.
Die Ursprungsbewaffnung entsprach der Caroline-Unterklasse. Nur die Torpedoanlage wurde auf zwei Unterwasser-Torpedorohre verändert. Verstärkt war auch die Panzerung seitlich der Maschinenräume auf 102 mm. Auch bei diesen Kreuzern wurde die Bewaffnung im Kriegsverlauf verändert. Beide Kreuzer nahmen an der Skagerrak-Schlacht teil: auf der Calliope, dem Führungskreuzer der 4th light cruiser squadron, starben 10 Mann nach Treffern des deutschen III. GeschwadersBennet: Skagerrakschlacht, S. 141 und auf der Champion, dem Führungsschiff der 13th destroyer flotilla, gab es keine Opfer. Die Flottille verlor allerdings zwei Boote und drei weitere erlitten erhebliche Schäden. Während Calliope als Leichter Kreuzer bis zum November 1929 auf der America/Westindies Station, bei der Atlantic Fleet und der Mediterranean Fleet eingesetzt wurde, diente das Schwesterschiff Champion bis zum Dezember 1933 bei der Torpedo-Schule als Trainingsschiff.
Name Kennung BauwerftBauNr.KiellegungStapellaufin DienstVerbleib Calliope 76, 23, 78 Chatham Dockyard 1.01.1914 17.12.1914 6.1915 im August 1931 zum Abbruch verkauft Champion C8, 37, 25 Hawthorn Leslie472 9.03.1914 29.05.1915 20.12.1915 im Juli 1934 zum Abbruch verkauft
Cambrian-Klasse mini|Die Castor
Die vier Kreuzer der Cambrian-Unterklasse wurden als erster Kriegsauftrag im September 1914 bestellt und kamen zwischen November 1915 und Mai 1916 zur Flotte. Sie hatten zwei Schornsteine wie alle Kreuzer der C-Klasse ab der Calliope-Unterklasse. Alle Schiffe verfügten über einen Antrieb mit Getriebe-Turbinen auf vier Wellen der Bauart Parsons bzw. bei der Canterbury der Bauart Brown-Curtis. Die vier Schiffe erhielten im Bau auch zwei 152-mm-Kanonen und acht 102-mm-Kanonen. Schon kurz nach der Indienststellung wurden die beiden vorderen 102-mm-Kanonen gegen ein 152-mm-Geschütz getauscht; nur die zuletzt fertiggestellte Cambrian kam mit dieser Änderung in Dienst. Im Kriegsverlauf wurden weitere 102-mm-Kanonen durch für die Luftabwehr geeignete Geschütze ersetzt. Bis auf Cambrian nahmen die Kreuzer dieser Unterklasse an der Skagerrak-Schlacht teil. Auf der als Führungsschiff der 11th destroyer flotilla eingesetzten Castor starben 12 Mann nach massiven Beschuss durch die II. Aufklärungsgruppe.Bennett: Skagerrakschlacht, S. 150 ff.
Bei Kriegsende waren die vier Kreuzer mit vier 152-mm-Kanonen, zwei 76-mm-L/45- 20cwt -Mk I-Flak, zwei 2 pdr-pom-pom-Flak sowie zwei 533-mm-Torpedorohr-Zwillingssätzen bewaffnet. Abweichend führte die Canterbury statt der beiden 76-mm-Geschütze ein 102-mm-Flugabwehrgeschütz und zwei Torpedorohr-Drillingssätze. Die vier Kreuzer dienten nach dem Krieg auf verschiedenen Stationen und kamen zwischen November 1929 und Mai 1932 zur Reserveflotte. Letztes aktives Schiff war die Castor bei der Mediterranean Fleet. Bis 1936 wurden die Kreuzer aus dem Dienst der Navy ausgesondert und zum Abbruch verkauft.
Name Kennung BauwerftBauNr.KiellegungStapellaufin DienstVerbleib CastorC4, 33, 20 Cammell Laird812 28.10.1914 28.07.1915 11.1915 im Juli 1936 zum Abbruch verkauft Constance C5, 49, 90 Cammell Laird813 25.01.1915 12.09.1915 1.1916 im Januar 1936 zum Abbruch verkauft Canterbury 0A, 27, 59 John Brown435 14.10.1914 21.12.1915 5.1916 im Juli 1934 zum Abbruch verkauft Cambrian A3, 25, 30 Pembroke Dockyard 255 8.12.1914 3.03.1916 5.1916 im Juli 1934 zum Abbruch verkauft
Centaur-Klasse mini|Die Centaur
Die Centaur-Unterklasse wurde im Dezember 1914 bestellt. Der Bau der beiden Kreuzer dieser Untergruppe erfolgte z. T. unter Verwendung von Material, das für den Bau von zwei kleineren Scout Cruisern für das Osmanische Reich vorgesehen war.Brook: Warships for Export, S. 200 f. Centaur und Concord wurden 1916 zu Wasser gelassen und in Dienst gestellt. Die beiden auf dem High Walker Yard der Firma Armstrong Whitworth in Newcastle entstehenden Kreuzer entsprachen weitgehend der Cambrian-Unterklasse. Allerdings war der Umfang der Panzerung umfassender und der Abstand zwischen dem Vormast und Schornsteinen größer.