mini|Böckenberg, Berkenlatten und Klein-Fredenwalde, Gemeindeteile von Gerswalde, Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt 2848 Gerswalde von 1826 Böckenberg ist ein Gemeindeteil von Gerswalde im Landkreis Uckermark (Brandenburg). Der Ort wurde 1698 als Vorwerk des Rittergutes Gerswalde auf der Feldmark des bis Anfang des 15. Jahrhunderts wüst gefallenen Dorfes Bischofshagen angelegt. Böckenberg war ab Mitte des 19. Jahrhunderts Gutsbezirk, der 1928 mit der Gemeinde Groß Fredenwalde vereinigt wurde.

Lage Der Ort liegt ca. vier Kilometer südsüdöstlich des Kernortes Gerswalde an der Landesstraße L 242. Durch die Aufsiedlungen in den Jahren 1926 bis 1930 zieht sich der Ort etwa 1,5 km in Richtung Friedenfelde. Ein weiterer Siedlungsschwerpunkt entstand um die alte Ziegelei, ca. 600 m südwestlich des ursprünglichen Vorwerkes Böckenberg. Durch die Bebauungen Ende der 1920er Jahre verkleinerte sich auch die Distanz zwischen Berkenlatten und Böckenberg auf etwa 300 Meter. Etwa 2,5 km südwestlich des ursprünglichen Ortskerns beginnt das 1406,88 ha große Naturschutzgebiet Arnimswalde. Der ungefähr 1,3 Kilometer lange und ungefähr 400 Meter breite Sabinensee liegt südlich davon. Am Westufer des Sabinensees liegt der markante 92 m hohe Spitzberg, der den Seespiegel des Sabinensees um 30 m überragt. Der Ortskern von Böckenberg (ursprüngliches Vorwerk) liegt auf etwa .

Geschichte Der heutige Böckenberg wurde 1698 als Vorwerk des Rittergutes Gerswalde auf der Feldmark des bis Anfang des 15. Jahrhunderts wüst gefallenen Dorfes Bischofshagen angelegt. Bei Streitereien über Hütungsgerechtigkeiten zwischen verschiedenen Zweigen der von Arnim werden schon 1607 das Vorwerk Böckenberg und das Rund 700 Meter weiter nördlich angelegte Vorwerk Berkenlatten erwähnt. Beide Vorwerke sind wohl im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. Beide Vorwerke liegen allerdings nicht an der Stelle des wüst gefallenen Dorfes, sondern etwas weiter südlich. Die Stelle des wüst gefallenen Bischofshagen ist durch die Wüste Kirche Berkenlatten markiert. Der Name Böckenberg ist ein Flurname. Böke brb. für Buche, also Buchenberg.

Das Areal des neuen Vorwerkes war aber schon vor 1698 z. T. genutzt worden. Vom dortigen Feld konnten vier Wispel Roggen und 2½ Wispel Hafer geerntet werden. Das meiste Land war aber noch bewachsen. 1734 wohnten ein Schäfer, sechs Knechte und zwei Mägde auf Böckenberg. Otto XII. von Arnim (1682–1748) auf Gerswalde, der Sohn des Otto Christof (1622–1686) aus dem „Roten Haus“ vereinigte das in drei Anteile zerfallene Rittergut in Gerswalde („Rotes Haus“„Weißes Haus“ und „Kemperhof“) wieder in einer Hand.

1747 schloss Otto von Arnim auf Gerswalde einen Vertrag mit dem Zimmermann Weichbrodt, über den Bau eines Wohnhauses im „Vorwerk Langenhagen“. Der Name (bzw. das Vorwerk) taucht später nicht mehr auf. Nach dem Historischen Ortslexikon soll es sich um das Vorwerk Neudorf gehandelt haben. Schon 1714 waren die Grenzen der Feldmarken Bischofshagen und Langenhangen icht mehr bekannt, wie der erhaltene Entwurf für einen Lehenbrief für die von Arnim auf Gerswalde zeigt. Beispielsweise ist dort die ursprüngliche Formulierung Bischoffshagen oder Böckenberg genannt wieder durchgestrichen. Oder das Feld zu Langenhagen oder Böckenberg genannt; hier ist Böckenberg hinein kopiert. Eine andere Passage heißt: Bischoffshagen oder Bercken Latten. Nach diesen Umformulierungen und Verbesserungen in dem Entwurf des Lehenbriefes ist es wahrscheinlicher, dass mit Vorwerk Langenhagen wohl eher das Vorwerk Böckenberg gemeint ist, zumal ja angeblich schon 1742 alle Gebäude in Neudorf neu errichtet worden waren.

Er war zweimal verheiratet; in erster Ehe mit Sophie von Eickstedt, in zweiter Ehe 1727 mit Anne Louise von Arnim aus dem Hause Fredenwalde. Aus den zwei Ehen hatte er sieben Söhne, die jeweils Teile des riesigen Besitzes per Los erhielten. Er hatte dazu sieben Kaveln von ungefähr gleichen Wert gebildet. Lediglich der älteste Sohn Christof Otto hatte das Hauptgut Gerswalde ohne Losentscheid erhalten. Ludolf Valentin von Arnim (1707–1758), der zweite Sohn Ottos, der es in der preußischen Armee bis zum Major brachte, erhielt Blankensee, Gruse und Werder. Bogislav Berndt (1712–1783) erhielt die Vorwerke Petznick, Dolgen und das Dorf Jakobshagen, Valentin Dietlof (1716–1802) erhielt die Vorwerke Fergitz, Zollchow und das Dorf Zollchow, Otto (1729–1783) das Gut Lemmersdorf und die Prenzlauer Mühlenpächte, Magnus Wilhelm (1733–1810) erhielt die Vorwerke Böckenberg und Berkenlatten. Der jüngste Sohn Joachim Erdmann (1741–1804) erhielt die Vorwerke Neudorf, Kölpin und das Dorf Kaakstedt.

Magnus Wilhelm (1733–1810), der die Vorwerke Böckenberg und Berkenlatten erhalten hatte, baute in Böckenberg einen neuen Rittersitz auf. Er war seit 1758 mit Wilhelmine Auguste Sophia von Burgsdorff verheiratet, mit der er acht Kinder hatte von denen drei als Kleinkinder starben. Wilhelmine Auguste Sophia starb schon 1773. Von den vier Söhnen waren nur zwei verheiratet und hatten Nachkommen. Aus einer freien Verbindung mit Sabina Junkers hatte er weitere neun uneheliche Kinder. 1756/56 war weiteres Land urbar gemacht worden. Die Aussaat betrug nun je 3½ Wispel Roggen und Hafer. Bis 1775 hatte Magnus Wilhelm die Kaakstedter Mühle erwerben können, die nun zum Rittergut Böckenberg gehörte. Rund 600 Meter südwestlich des Vorwerkes Böckenberg hatte er eine Ziegelei anlegen lassen. 1775 hatte Böckenberg vier Feuerstellen (Wohngebäude) und 23 Einwohner. 1790 waren es nur noch drei Feuerstellen (Wohngebäude) in Böckenberg. Neben dem Gutsbesitzer wohnten ein Verwalter oder Unterpächter und acht Einlieger in Böckenberg, insgesamt 73 Personen.

Um/nach 1794 entdeckte Magnus Wilhelm ein größeres Torflager auf dem Areal seines Rittergutes und wollte ein Glashütte errichten, die mit diesem Torf befeuert werden sollte. Das Gesuch zur Errichtung der Glashütte wurde aber abgelehnt. 1801 baute er den Wilhelmshof auf und siedelte dahin über. Am 17. Februar 1810 starb Magnus Wilhelm in Wilhelmshof.

1801 hatte Böckenberg neben dem adligen Gut neun Einlieger in vier Feuerstellen (Wohnhäusern). Auf dem Areal standen 1150 Morgen Holz. Die Güter des Magnus Wilhelm wurden in den Napoleonischen Krieg schwer verwüstet. Bei seinem Tod 1810 konnte der Sohn Ferdinand August Valentin (1768–1847) Böckenberg nicht übernehmen, sondern die Güter wurden 1810 unter die Verwaltung der Ritterschaft gestellt. Er blieb im Gutshaus in Wilhelmshod. 1821 erbte Ferdinand August Valentin von Arnim das Rittergut Petznick mit dem 1770 erbauten Herrenhaus und siedelte dorthin um.

Bogislav Bernd (1712–1783), der in der Gerswalder Erbteilung 1752 Petznick mit dem Zubehör Dolgen und Jakobshagen geerbt hatte, ging 1778 in Konkurs. Der Sohn Otto Erdmann Christof Albrecht (1748–1821) konnte Petznick zwar 1784 wieder aus der Konkursmasse kaufen, starb jedoch 1821 kinderlos. 1821 starb auch der Besitzer des Gutes Blankensee Carl Christof Joachim von Arnim ohne Leibeserben. Beide Erbschaften und ein gemeinsamer Besitz der Arnim’schen Vettern aus dem Sternhagener Nachlass wurden nun 1825 unter die überlebenden Vettern verteilt. Insgesamt waren noch sechs Erbberechtigte am Leben, Carl Ludolf Bernhard von Arnim auf Gerswalde, Sohn des Christof Otto, der Gerswalde erhalten hatte, er erbte Kienwerder, das er aber gegen Zollchow vertauschte. Carl Heinrich Joachim (1763–1827), Friedrich Wilhelm Erdmann und Ferdinand August Valentin (1768–1847), die Söhne des Magnus Wilhelm (1733–1810) auf Böckenberg. Carl Heinrich Joachim erbte Zollchow, und vertauschte es gegen Kienwerder, Friedrich Wilhelm Erdmann erbte Kreuzkrug und Ferdinand August Valentin erbte Petznick. Carl Otto Ludwig (Pitt) und Carl Joachim Friedrich Ludwig (Achim), die Söhne des Joachim Erdmann (1741–1804), erhielten Blankensee und Krullenhaus.

Für 1828 gibt Eickstedt als gemeinsame Besitzer von Böckenberg die drei Brüder Oberstleutnant a. D. Carl Heinrich Joachim von Arnim, Major a. D. Friedrich Wilhelm Erdmann und Hauptmann a. D und Ferdinand August Valentin von Arnim an. Der Eintrag hinkt zeitlich etwas hinterher, denn Carl Heinrich Joachim war 1827 schon verstorben. Carl Heinrich Joachim hatte zwei Töchter, die das Mannlehen ihres Vaters nicht erben konnten, und einen Sohn Carl Otto Friedrich Wilhelm. Letzterer erschoss sich 1832 bei der wüsten Kirche Berkenlatten. Dessen Mannlehen Kienwerder fiel daher an Ferdinand August Valentin (Ferdinand). Der dritte Bruder Friedrich Wilhelm Erdmann († 1857) hatte keine Kinder, so dass sein Anteil Kreuzkrug an den Sohn des Ferdinand August Valentin. Ferdinand August Valentin war schon vor seinem Bruder 1847 verstorben war, 1828 hatte Böckenberg den Status eines landtagfähigen Rittergutes.

Ferdinand August Valentin von Arnim (1768–1847) war der zweitjüngste Sohn des Wilhelm Magnus von Arnim und seiner Frau Wilhelmine Auguste Sophie von Burgsdorff. Der jüngste Sohn war Otto Ludwig Alexander (1769–1814). Die zwei älteren Brüder des Ferdinand wurden schon genannt. Ferdinand von Arnim heiratete 1795 Ernestine Caroline Eleonore Wanney. Er war schon früh in das Militär eingetreten und war in Brandenburg an der Havel stationiert. Dort sind auch seine drei Kinder geboren. Die Schlacht bei Auerstedt machte er als Stabskapitän im Grenadier-Regiment von Puttkamer mit und wurde schwer verwundet. Er wurde nach Magdeburg gebrachte, wo er wieder genesen ist, aber wegen Dienstunfähigkeit entlassen werden musste. Bei der Rückkehr der preußischen Truppen wähnte seine Frau ihn für tot, er lag ja in Magdeburg im Lazarett und erlitt einen tödlichen Herzschlag. Die beiden älteren Kinder der Sohn Ferdinand Wilhelm Peter Joachim Carl und seine Schwester Caroline Emilie wuchsen bei Ferdinands Schwester Philippine Caroline Louise auf, die in Schlesien mit Franz von Nostiz verheiratet war. Mit dem jüngsten Sohn Friedrich Eduard Otto zog er zu seinem Vater nach Wilhelmshof. Die Erbschaften machten aus ihm wieder einen vermögenden Mann. Am 15. Oktober 1847 starb er in Petznick.

1840 bestanden neben dem Rittergut fünf Wohnhäuser, insgesamt 103 Bewohner.

Der drei Rittergüter Böckenberg mit Berkenlatten, Petznick und Kienwerder fielen nun an den jüngsten Sohn Friedrich Eduard Otto (Otto) von Arnim (1803–1884). Der ältere Sohn hatte sich in Schlesien verheiratet. 1832 hatte Otto von Arnim das Gut Kreuzkrug gepachtet, das seinem Onkel Friedrich Wilhelm Erdmann gehörte. Rauer nennt den Friedrich Eduard Otto 1857 als Besitzer von Petznick mit Kienwerder und Jakobshagen, Kreuzkrug mit Gruse und Werder, Böckenberg mit Berkenlatten und Wilhelmshof. Böckenberg, Berkenlatten und Wilhelmshof waren allerdings immer noch in der Zwangsbewirtschaftung der Ritterschaft. Erst um 1860 konnte Friedrich Eduard Otto die Schulden von 50.000 Gulden, die auf dem Rittergut Böckenberg lasteten, begleichen und die drei Güter aus der Zwangsbewirtschaftung auslösen.

1860 bestand in Böckenberg ein öffentliches Gebäude, drei Wohngebäude und 11 Wirtschaftsgebäude. Der Tierbestand für Böckenberg ist mit 51 Pferden, 44 Stück Rindvieh und 1505 Schafen angegeben. 1862 erhielt Otto von Arnim die Konzession zum Bau eines Ziegelbrennofens in Böckenberg.

Friedrich Eduard Otto heiratete 1860 Adolfine Gertrud Ida Sophie von Ramin aus dem Hause Schmagerow (Gemeinde Ramin, Landkreis Vorpommern-Greifswald). Sechs Kinder gingen aus der Ehe hervor, fünf Söhne, ein Sohn starb aber als Kleinkind und eine Tochter. Friedrich Eduard Otto bewirtschaftete das Rittergut Petznick selber und verpachtete Böckenberg und Berkenlatten an einen Amtmann Türcke. Dieser Amtmann Türcke wurde 1854 zum Feuerlösch-Commissarius für den I. Bezirk des Kreises Templin gewählt und 1868 und 1870 erneut bestätigt.

1871 standen in Böckenberg fünf Wohnhäuser, in denen 67 Menschen wohnten. Der Gutsbezirk Böckenberg (Böckenberg, Berkenlatten und Kaakstedter Mühle) hatte insgesamt 122 Bewohner; 1867 waren es noch 135 gewesen.