Eine Chemiesammlung ist eine Sammlung von Chemikalien, Geräten und sonstigen Materialien (Modelle, Schautafeln, Software …), die in öffentlichen oder privaten Schulen die Durchführung des Chemieunterrichts unterstützt. Auch Hochschulen besitzen in den entsprechenden Fachbereichen Sammlungen von Materialien, die bei Vorlesungen eingesetzt werden.
Gefahrstoffe in der Sammlung Da es sich bei den in einer Chemiesammlung enthaltenen Chemikalien zum Teil um Gefahrstoffe handelt, sollte der Leiter einer solchen Sammlung fachkundig sein, die z. B. durch einen entsprechenden Lehramtsabschluss (1. und 2. Staatsexamen in einem naturwissenschaftlichen Unterrichtsfach) oder gleichwertigen Studienabschluss nachgewiesen werden kann. Bei beruflichen Schulen oder im Hochschulbereich werden oft auch chemisch-technische Assistenten, Chemotechniker oder Meister eingesetzt, die als technische Angestellte oder Fachlehrer beschäftigt werden.
Formal verantwortlich für die Chemiesammlung ist die Schulleitung. An Hochschulen sind die Sammlungen oft einer Fakultät oder einem Institut zugeordnet. Dort ist der Leiter der Fakultät (Dekan) oder des Instituts (in der Regel ein Professor) verantwortlich. Gelegentlich wird die Leitung auch einem Angehörigen des akademischen Mittelbaus übertragen, der dann die Verantwortung für die Sammlung und die Einhaltung der Vorschriften trägt.
Durch örtlich geltende Vorschriften (z. B. Schulgesetz, Anordnungen von vorgesetzten Behörden oder Stellen) kann geregelt sein, dass der der Schulleiter die Verantwortung für die Chemiesammlung auf einen Lehrer übertragen kann, sofern die Fachkunde besteht, die Sammlungsleitung zu übernehmen. Zu den Aufgaben der Sammlungsleitung gehört es unter anderem, die Vorschriften zu beachten (z. B. die Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU)), ein Gefahrstoffverzeichnis gemäß TRGS 400, Abschnitt 5.8, zu führen, Geräte und Materialien zu beschaffen und eventuell auch Geräte in Stand zu halten.
Zu Verwaltung der Chemikalien können kostenpflichtige (z. B. D-GISS) oder kostenfreie (z. B. risc-onlineR.I.S.C. – Datenbank für Schulchemikalien, DEGINTU) Chemikalienverwaltungsprogramme Anwendung finden. An Hochschulen werden oft auch speziell auf die Einrichtung angepasste Programme verwendet.
Praktische Hilfen zur Leitung einer Chemiesammlung gibt es bei den zuständigen Unfallversicherungsträgern (Mitglieder der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU)), sowie, vor allem für Schulsammlungen, bei den Lehrerfortbildungszentren Chemie der GDCh.
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiedidaktik