Late Night Berlin (kurz LNB) war eine Late-Night-Show, die von März 2018 bis März 2025 auf ProSieben gesendet wurde. Moderator der Sendung war Klaas Heufer-Umlauf.
Aufbau der Sendung Das Konzept der Show enthielt die klassischen Elemente einer Late-Night-Show wie Stand-up, Interviews mit prominenten Gästen sowie einen musikalischen Auftritt. Dazu kamen Einspielerfilme sowie wiederkehrende Rubriken und Spiele. Neben dem Moderator gab es eine von Mark Tavassol geleitete Studioband und den Florida-TV-Autor und -Producer Jakob Lundt als Sidekick.„Late Night Berlin“: neue wöchentliche Show mit Klaas Heufer-Umlauf startet im März bei ProSieben. Meedia, 5. Februar 2018; abgerufen am 12. März 2018
Hintergrund Bereits im Juli 2017 kündigte ProSieben eine neue wöchentliche Comedyshow mit Klaas Heufer-Umlauf für Frühjahr 2018 an.Glenn Riedmeier: „Ein Mann, eine Wahl“: ProSieben gibt Details zu Polittalk von Klaas Heufer-Umlauf bekannt. Wunschliste.de, 14. Juli 2017; abgerufen am 12. März 2018 Anfang Februar 2018 wurde schließlich bekannt, dass ab dem 12. März 2018 Late Night Berlin mit Heufer-Umlauf montags um 23:10 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt werde.Glenn Riedmeier: „Late Night Berlin“: Klaas’ neue ProSieben-Show startet Mitte März. Wunschliste.de, 5. Februar 2018; abgerufen am 12. März 2018
Einige Wochen vor der Ausstrahlung der Premierensendung wurden auf ProSieben und im Internet kurze Teaser veröffentlicht, in denen Heufer-Umlauf zusammen mit Axel Prahl in der Rolle eines Taxifahrers die Show ankündigte.Stefanie Thyssen: Tatort-Star erklärt, warum er Klaas durch Berlin kutschiert. merkur.de, 12. März 2018; abgerufen am 12. März 2018
Anders als der Titel suggeriert, wurde die erste Staffel der Sendung nicht in Berlin, sondern im Potsdamer Stadtteil Babelsberg aufgenommen. In Berlin habe es keine freien Studios gegeben.Victoria Barnack: So wird Klaas Heufer-Umlaufs neue Show. Märkische Allgemeine, 8. März 2018; abgerufen am 12. März 2018 Ab der zweiten Staffel wurde die Sendung in Berlin im Studio Berlin Adlershof aufgezeichnet, jeweils am Tag der Ausstrahlung um 16 Uhr vor knapp 200 Zuschauern.Johanna Ewald: Klaas Heufer-Umlauf kann sich im Witze-Paradies austoben. Berliner Morgenpost, 12. März 2018; abgerufen am 12. März 2018
Ab dem 17. September 2018 wurde trotz der eher schwachen Einschaltquoten der ersten zwölf Folgen der ersten Staffel weitere Folgen nach der Sommerpause ausgestrahlt. Ab dem 18. Oktober 2018 wurden zudem vier Mal zusätzlich donnerstags um 22:40 Uhr im Anschluss an die Castingshow The Voice of Germany weitere Folgen gesendet. Jede Staffel war in zwei Hälften unterteilt: Die erste Hälfte wurde im Frühjahr ausgestrahlt, gefolgt von der zweiten Hälfte im Spätjahr. Die beiden Abschnitte waren durch eine Sommerpause voneinander getrennt. Die zweite Staffel (Staffel 2019) startete am 18. Februar 2019. Die zweite Hälfte dieser Staffel begann am 23. September 2019, ab diesem Zeitpunkt wurden die Sendungen ohne Schnitt (uncut) aufgezeichnet und ausgestrahlt. Die dritte Staffel (Staffel 2020) wurde ab dem 24. Februar 2020 ausgestrahlt. Die vierte Staffel (Staffel 2021) begann am 16. Februar 2021 und markierte den Wechsel auf den Sendeplatz dienstags um 23:30 Uhr. Die fünfte Staffel (Staffel 2022) startete am 8. März 2022, gefolgt von der sechsten Staffel (Staffel 2023), die am 14. Februar 2023 begann. Für 2024 wurde eine weitere Staffel ab dem 13. Februar angekündigt.
Im März 2025 wurde in einer 13-minütigen Folge das Ende von Late Night Berlin bekanntgegeben und damit abgesetzt.
Episodenliste
Rezeption Kritik Der Tenor der Kritiken über die erste Folge von Late Night Berlin war eher durchwachsen. Allerdings wurde allgemein betont, dass die Sendung und das Team Zeit benötigten, um sich besser einzuspielen. So kommentierte Anja Rützel für Spiegel Online: „Es knirscht noch ein wenig. Funktionieren kann Klaas Heufer-Umlaufs ‚Late Night Berlin‘ trotzdem – wenn die Gags in der Sendung besser werden. […] Alles zusammengenommen […] könnte man also sagen: Das klappt noch nicht, aber es kann klappen.“Anja Rützel: Noch hühnerbrüstig. Spiegel Online, 13. März 2018; abgerufen am 13. März 2018 Auch Matthias Dell für Zeit Online sieht dies ähnlich: „[So] lässt sich über Late Night Berlin nach der ersten Sendung fairerweise wenig sagen. Ob die Sendung irgendwann eine eigene Attraktion ausübt, wird sich erst nach einiger Zeit herausstellen; wenn sie zu ihrer Form gefunden hat.“Matthias Dell: Der lange Weg zu Johnny Carson. Zeit Online, 13. März 2018; abgerufen am 13. März 2018 Das Online-Magazin Quotenmeter.de titelt „Klaas debütiert holprig, aber mit Potenzial“ und schreibt „Ansonsten aber ist «Late Night Berlin» eine Sendung mit hohem Potenzial, der man anmerkt, dass sowohl ihr Moderator als auch das Team hinter den Kulissen um gute Unterhaltung redlich bemüht sind.“Manuel Nunez Sanchez: «Late Night Berlin»: Klaas debütiert holprig, aber mit Potenzial. Quotenmeter.de, 13. März 2018; abgerufen am 13. März 2018
Zum Ende der ersten Staffel fiel die Kritik ebenfalls wenig positiv aus. Auf Süddeutsche.de heißt es: „Man will das ja wirklich gut finden. […] Nur: Richtig in die Gänge kommt Late Night Berlin auch nach zehn Folgen nicht.“ Insbesondere wurde kritisiert, dass Aktionen in der Sendung entweder unspektakulär oder inhaltsleer seien, abseits des Fernsehens werde darüber – anders als bei vielen Inhalten aus der Konkurrenzsendung Neo Magazin Royale – nicht in den „Mittagspausen“ diskutiert. Late Night Berlin habe sich zudem „mehr und mehr in eine Werbesendung aus dem erweiterten Pro-Sieben-Umfeld verwandelt“.Julian Dörr: Late Night muss nicht politisch sein – aber witzig. Süddeutsche.de, 4. Juni 2018; abgerufen am 6. Juni 2018 Der Tagesspiegel weist vor allem auf die vergleichsweise schlechten Quoten hin, verbunden aber mit der Hoffnung, dass der Sender am Format festhält, denn „Klaas Heufer-Umlauf macht seine Sache wirklich gut.“Markus Ehrenberg: „Late Night Berlin“ weiter im Quotentief. Der Tagesspiegel, 5. Juni 2018; abgerufen am 6. Juni 2018 Anja Rützel von Spiegel Online kommt nach zwölf Episoden zu dem Schluss, dass insbesondere der Stand-up-Teil zu Beginn der Show mit Witzen über aktuelle Themen noch immer „gewaltig rumpele“, die Pointen seien zu offensichtlich. Immerhin sei an der Dramaturgie gearbeitet worden, Einspielfilme und Studioaktionen würden nicht mehr „bis zum Ende gemolken“ wie in den ersten Folgen.Anja Rützel: Klaas als Late-Night-Talker: Ein kleiner Unterforderungsschmerz. Spiegel Online, 12. Juni 2018; abgerufen am 13. Juni 2018
Zur 50. Ausgabe konstatierte Carsten Heidböhmer von Stern.de, die Sendung habe sich „fest im TV etabliert“. Heufer-Umlauf habe sich „erkennbar eingegroovt“, das „Timing seiner Gags sitzt“. Große Stärke seien die Einspieler, zudem gelinge ihm das Umschalten von politischen Themen auf „quatschige Inhalte“ besser als Jan Böhmermann in dessen Sendung Neo Magazin Royale.Carsten Heidböhmer: „Late Night Berlin“: Darum ist die Show von Klaas Heufer-Umlauf so erfolgreich. Stern.de, 5. November 2019; abgerufen am 5. November 2019 Alexander Krei schrieb zur gleichen Zeit auf DWDL.de, dass Late Night Berlin inzwischen immer häufiger rund wirke – auch, weil dem Moderator mehr Freiräume gegeben würden.Alexander Krei: „Late Night Berlin“: Ohne Sicherheitsnetz kam der Erfolg. DWDL.de, 11. November 2019; abgerufen am 11. November 2019
Das Reportageformat STRG_F wies im März 2020 die undeklarierte Inszenierung mehrerer Einspielfilme der Sendung und diesbezügliche Falschaussagen Heufer-Umlaufs nach. So sind anders als dargestellt die Protagonisten über den Ablauf der Sendung informiert und die Sendung damit Scripted Reality. Im Nachgang der Recherchen des Funk-Formats „STRG_F“ revidierte das medien magazin ihre undotierte Auszeichnung und Wahl auf Platz 3, 2019, in der Kategorie Unterhaltung. In der Begründung hieß es; Die Auszeichnung „Journalistinnen und Journalisten des Jahres“ (#jdjmm) ist ein journalistischer Preis, Late Night Berlin hat sich aber nun als Inszenierungen herausgestellt.
Einschaltquoten