mini|Elke Sommer (2018) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant|Autogramm Elke Sommer Elke Sommer (* 5. November 1940 in Berlin als Elke Schletz) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Malerin, die ab 1959 in über 100 Film- und Fernsehrollen zu sehen war. In den 1960er Jahren gelang ihr als Sexsymbol der Sprung nach Hollywood – damals für eine deutsche Schauspielerin selten. Zu ihren bekanntesten Filmen zählt die Blake-Edwards-Komödie Ein Schuß im Dunkeln mit Peter Sellers von 1964, die zur Pink-Panther-Reihe gehört.

Leben Elke Sommer wurde 1940 in Berlin als einziges Kind des evangelischen Pfarrers Peter Schletz und seiner Frau Renate Topp geboren. Ihre Familie wurde 1942 ins fränkische Niederndorf evakuiert. Aufgewachsen in Erlangen am Rand der Fränkischen Schweiz,Claudius Seidl: Wunder gibt es - Elke Sommer zum achtzigsten Geburtstag. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. November 2020. verlor sie im Alter von 14 Jahren ihren Vater. Ab 1950 besuchte Sommer das Humanistische Gymnasium Erlangen, das sie ein Jahr nach der Mittleren Reife verließ.

Während eines Au-pair-Aufenthaltes in London erhielt Sommer eine Fremdsprachenausbildung, ihr Berufsziel war Dolmetscherin; heute spricht sie sechs Sprachen. 1964 siedelte sie nach Beverly Hills über und heiratete den Journalisten und Schriftsteller Joe Hyams. 1970 posierte sie für den Playboy, fotografiert von ihrem Ehemann. Die Ehe wurde 1981 geschieden. 1993 heiratete sie den Hotelier Wolf Walther, der aus erster Ehe einen Sohn und eine Tochter hatte. Sommer und Walther lebten bis 2025 abwechselnd in Los Angeles und Marloffstein im Landkreis Erlangen-Höchstadt, danach ganz in den USA. Wolf Walther starb 2026 im Alter von 77 Jahren.Nürnberger Zeitung: Elke Sommer trauert um ihren Ehemann In: Nürnberger Zeitung. 5. August 2026.Elke Sommer trauert um Ehemann: "Mein Herz ist gebrochen In: t-online.de

Karriere Während eines Urlaubs in Italien wurde Sommer 1958 noch unter ihrem Geburtsnamen Schletz in einem Café der Stadt Viareggio zur „Miss Viareggio“ gekürt. Aufgrund der daraufhin veröffentlichten Fotos holte sie der Filmregisseur Vittorio De Sica nach Rom, und im selben Jahr spielte sie erstmals in einem italienischen Film mit. Zu dieser Zeit nahm sie den Künstlernamen „Sommer“ an. 1959 erhielt sie von dem deutschen Filmproduzenten Artur Brauner einen Dreijahresvertrag und drehte ihren ersten deutschen Film, Das Totenschiff, in dem sie an der Seite von Horst Buchholz eine Bahnwärterstochter spielte. In ihrem nächsten Film, Am Tag, als der Regen kam, verkörperte sie die Gangsterbraut Ellen und übernahm erstmals den sexbetonenden Rollentyp, der jahrelang ihr Image prägte.

mini|Elke Sommer (1968) 1962, nach dem Film Das Mädchen und der Staatsanwalt gelang Sommer der Sprung nach Hollywood. Bei den Vorbereitungen zu den Dreharbeiten zu The Wicked Dreams of Paula Schultz, in dem sie als DDR-Stabhochspringerin die Berliner Mauer überspringen sollte, trainierte sie 1967 an der UCLA wochenlang mehrere Stunden täglich mit einem Sportlehrer. 1968 wirkte sie in dem Film Rollkommando mit, bei dem Joe Hyams, der Schüler von Bruce Lee war, für die Kampfkunstszenen des Films verantwortlich war.

Neben dem Image einer Sexbombe haftete Sommer in den Medien auch der Ruf einer Tochter aus bildungsbürgerlichem Hause an. Dementsprechend bezeichneten sie die Autoren Oswalt Kolle und Siegfried Sommer als „Erlanger Pfarrerstochter“. In: Sächsische Zeitung. 5. November 2005.Oswalt Kolle: Ich bin so frei: Mein Leben. Rowohlt, Berlin 2008, S. 128. 1975, im ersten von der UNO ausgerufenen „Jahr der Frau“, verteidigte Sommer in der deutschen Fernsehsendung Der heiße Draht (Moderation Joachim Fuchsberger) in einem Disput mit der Dirigentin Hortense von Gelmini die Nacktheit gegenüber der Scham.Karl Borromäus Glock: Achtzig Jahre – Begegnungen mit hundert namhaften Zeitgenossen. Nürnberg 1985, S. 31 „Als Fuchsberger einmal … im Fernsehen die liebste Selbstdarstellung namhafter Künstler einsammelte, plädierte Elke Sommer für Nacktheit, Hortense von Gelmini – von Fuchsberger auf eine vielleicht mögliche Alternative angesprochen, sagte nur zwei Worte: Die Scham“.

Neben ihrer Filmkarriere trat sie in zahlreichen amerikanischen Fernsehshows auf, darunter mehrmals in der Dean-Martin-Show sowie 1978 in der Muppet-Show und begann 1970 Theater zu spielen. Sie gastierte an verschiedenen amerikanischen Bühnen und spielte in Deutschland vorwiegend auf Tourneen und an Bühnen wie dem St. Pauli Theater in Hamburg. Sommers Versuch einer Gesangskarriere hatte mäßigen Erfolg. Auf der Folk-LP Du, Du liegst mir im Herzen sang sie in acht Sprachen. Einige weitere Schallplattenaufnahmen folgten.

Von 1966 an betätigte Sommer sich unter dem Pseudonym „E. Schwartz“ als Malerin und präsentierte ihre Werke in Ausstellungen in mehreren Ländern. Als Schauspielerin trat sie seit den 1980er Jahren hauptsächlich in deutschen Fernsehproduktionen in Erscheinung. Zuletzt spielte sie 2010 in dem Spielfilm Das Leben ist zu lang des Schweizer Regisseurs Dani Levy.

Filmografie

Synchronisationen 1963: Der Preis (The Prize) 1964: Ein Schuß im Dunkeln (A Shot in the Dark) 1986: Der Stein des Todes (Death Stone) 2000: Ein Königreich für ein Lama (The Emperor’s New Groove)

Diskografie Singles 1961: Be not notty / The Faithful Hussar 1962: Wir sind Freunde / Darling 1962: Adieu, Adieu / Nachts ging das Telefon 1964: Cowboy-Shake / Hey, hey, hey, ich suche einen Boy 1965: Ich sage No / Es könnte sein 1965: Hully-Gully Italiano / Miss Cumberland 1965: Das genügt mir doch nicht / Oh, I Love You 1965: Es war ein Sommer in der Normandie / Ich geh' den Strand entlang 1970: Ich kann prima leben ohne Dich / Solang die Welt sich weiter dreht 1972: So Knall auf Fall / Tränen im Sand 1976: Die Brunsruum / Etz gemmer fei hamm

EP 1973: Ich brauche dich so sehr

Alben 1965: Love in Any Language (MGM, USA) 1965: Ich liebe dich (Polydor, Deutschland) 1972: Du, du liegst mir am Herzen (PoP, Deutschland) 1977: Elke Sommer (Cantagallo, Deutschland) 1999: Das allein kann doch nicht alles sein (CD)

Hörspiele Ein Königreich für ein Lama – Das Original-Hörspiel zum Film. Walt Disney Records, 2001, ISBN 3-89780-162-0.

Auszeichnungen 1964: Golden Globe Award als beste Nachwuchsdarstellerin für Der Preis 1967, 1968: Bambi 1972, 1973: Beste Theaterschauspielerin des Jahres (Chicago) 2000: DIVA-Award 2017: Ehrendarstellerpreis des Eat My Shorts – Hagener Kurzfilmfestivals 2018: Touristik- und Medienpreis Goldene Sonne (Lebenswerk 60 Jahre Internationaler Film) 2019: Bayerischer Verdienstorden

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 880. Elke Sommer: „Unter uns Pfarrerstöchtern“ – oder? Eine autobiographische Zwischenbilanz. Paul Neff Verlag, Wien 1989, ISBN 3-7014-0274-4. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 388 ff. Arthur Wohlgemuth: Elke Sommer – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 17, 1990.

Weblinks

Offizielle Website (englisch, Archivlink)

Einzelnachweise

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