Buffy – Im Bann der Dämonen (kurz Buffy) ist eine US-amerikanische Fernsehserie nach der Idee von Joss Whedon. Sie wurde als Buffy the Vampire Slayer (deutsch: Buffy die Vampirjägerin) im März 1997 erstmals auf The WB ausgestrahlt. Es geht um die mit mystischen Kräften ausgestattete Vampirjägerin Buffy, die gemeinsam mit ihren Freunden gegen dunkle Mächte – darunter besonders Vampire und Dämonen – und die Probleme des Erwachsenwerdens kämpft. Die Serie brachte sieben Staffeln, einen Spin-off (Angel) und mehrere Comicserien hervor. Die Serie erfuhr eine überwiegend positive Rezeption; ihr wird vielfach ein Kultstatus zugeschrieben und sie wurde 2018 in die Science Fiction and Fantasy Hall of Fame aufgenommen.Winners by Year: 2018 Science Fiction Award Database, abgerufen am 13. Mai 2021. (engl.)
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Entstehungsgeschichte Joss Whedon schrieb ein Filmdrehbuch, in dem es darum ging, dass das Mädchen in einem Horrorfilm nicht schreiend davon rennt, sondern sich zur Wehr setzt. Da Whedon einiges an Dialogwitz in seinen Scripten unterbringt, wurde vieles von der Regisseurin Fran Rubel Kuzui als reine Komödie verstanden. Dadurch wirkte der Film (Buffy – Der Vampir-Killer) mit Kristy Swanson als Buffy unfreiwillig komisch und ging Ende 1992 im Kino unter.
Als Gail Berman für das damals noch recht junge Network The WB neue Serien suchte, kam sie auf Buffy. Whedon durfte ein 30-minütiges Demo produzieren. Da auch damals keiner außer Whedon selbst an den Erfolg glaubte, gelang es ihr, sich als Produzent mit den kreativen Entscheidungen als wichtigster Entscheider zu positionieren. Es wurden ein zweistündiger Pilotfilm und zehn Folgen produziert, trotzdem ging die Serie im Herbst 1996 nicht auf Sendung, sondern erst im Frühjahr 1997 und wurde im Sommer verlängert. Für Buffy gründete Joss Whedon seine eigene Produktionsfirma Mutant Enemy.
mini|Gruppenbild der Darsteller Das Budget war gerade in den ersten Staffeln sehr niedrig. Whedon legte von Anfang an großen Wert auf die Erzähltechnik, da man sich von der Tricktechnik und den Schauspielern her nicht mit anderen Serien messen konnte. Bei Drehbeginn war Anthony Stewart Head (Giles) der Einzige, der eine größere schauspielerische Vergangenheit hatte. Trotzdem erwiesen sich die meisten Darsteller als Glücksgriff. Nur die Darstellerin der Willow entsprach nicht den Vorstellungen: sie wurde nach dem ursprünglichen Pilotfilm, der nie ausgestrahlt wurde, gegen Alyson Hannigan ausgetauscht.
Zu dem Produktionsteam der ersten Staffel zählten neben Whedon der ehemalige Akte X-Produzent Howard Gordon (24, Da Vinci Code) und David Greenwalt (Akte X) als Autor. Im Verlauf der späteren Staffeln von Buffy und dem späteren Spin-off Angel kamen weitere Autoren wie Tim Minear (Akte X, Titan A.E.), Jane Espenson (Star Trek, später Gilmore Girls, O.C., California), David Fury (Akte X, später Lost, 24), Steve DeKnight (später Smallville) und Drew Greenberg (Alias, Lost) ins Autorenteam. Der Reiz für die Drehbuchautoren lag oftmals darin, dass sie bei Buffy ihren Episoden einen eigenen Stempel aufdrücken durften. So sind zum Beispiel besonders lustige Folgen meist von Jane Espenson.
Hintergrund mini|Die Torrance High School, ein beliebter Drehort für Außenszenen
Neben Auseinandersetzungen mit Dämonen und Vampiren, welche oft als Metaphern für reale Teenagerängste stehen, geht es auch um ganz normale Jugendprobleme und das Erwachsenwerden. Wegen der vielen unterschiedlichen Thematiken lässt Buffy sich nicht einem Genre zuordnen. Einige Episoden sind sehr humorvoll; bei anderen stehen Horror, Action, Drama oder Soap im Vordergrund. Die Genres werden in vielen Folgen vermischt.
Neben den Metaphern für Jugendängste werden auch oft Themen aus Superhelden-Comics aufgegriffen. Dies geschieht durch Gespräche zwischen den Charakteren, die oft ihre Situationen mit denen aus Comics oder Filmen vergleichen oder aufzeigen, wie die Helden ähnliche Probleme lösen würden. Auch ganze Storylines wurden aus Comics übernommen. Dark Willow aus der sechsten Staffel ist zum Beispiel die Buffyversion der Phoenix-Saga aus den X-Men-Comics. Dieser enge Bezug kommt aus Joss Whedons Jugend, in der er mit den X-Men-Comics aufwuchs. So ist Buffy auch von Kitty Pryde inspiriert. Weitere Anspielungen und Querverweise gibt es in zahlreiche Richtungen der Popkultur.
Die Charaktere wachsen und entwickeln sich mit den Jahren von Teenagern zu Erwachsenen. Keiner der Charaktere ist ausnahmslos gut oder böse, alle treffen im Verlauf der Serie auch moralisch falsche Entscheidungen. Fehlentscheidungen vergangener Staffeln werden oft hervorgeholt und thematisiert. Viele Zuschauer wurden mit den Figuren erwachsen und entwickelten parasoziale Beziehungen.
Rahmengeschichte In der Rahmengeschichte geht es um den – im weitesten Sinne – ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, welcher von einer einzelnen, auserwählten Vampirjägerin ausgefochten wird. Die Serie erzählt von der anfangs 16-jährigen Jägerin Buffy Summers, die nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Sunnydale in Kalifornien zieht. Dort trifft sie auf neue Freunde, einen neuen Wächter (Ausbilder) und erfährt, dass die Stadt auf einem Höllenschlund (Tor zur Hölle) gebaut wurde.
Die Jägerin In jeder Generation wird ein Mädchen von höheren Mächten dazu auserwählt, die Welt vor Dämonen und Vampiren zu beschützen. Wenn eine Jägerin stirbt, wird die nächste aus dem Kreis der potentiellen Jägerinnen berufen. Meistens befinden sich die Mädchen dann bereits seit Jahren im Training. Buffy wurde allerdings erst entdeckt, nachdem sie von den Mächten schon ihre Kräfte bekommen hatte.
Der Ursprung der Jägerin liegt im Anbeginn der Zeit, als die Erde noch von Dämonen beherrscht wurde. In Afrika wurde von den Schattenmännern ein Mädchen, die erste Jägerin, mit der Kraft eines Dämonen ausgestattet. Hierbei verlor sie jedoch auch ihre Menschlichkeit und entwickelte animalische Instinkte. Im Laufe der Zeit wurden die Jägerinnen etwas schwächer und die animalischen Triebe nahmen ab. Der Mythos erzählt, dass unter vielen unbekannten Mädchen auch Jeanne d’Arc (Johanna von Orleans) eine Auserwählte war.
Die Jägerin verfügt über übernatürliche Kräfte, besonders scharfe Sinne, Selbstheilungskräfte und prophetische Träume.
Um die Jägerinnen auszubilden, wurde der Rat der Wächter gegründet. Jede Jägerin bekommt einen Wächter zur Seite gestellt, der sie trainiert und im Kampf gegen das Böse unterstützt.
Über die Dreharbeiten Nachdem im Juli 2020 der Schauspieler Ray Fisher an die Öffentlichkeit trat und über belästigendes Verhalten von Whedon am Filmset zu Justice League berichtete, wurden Berichte von den Dreharbeiten zu Buffy und Angel bekannt, in denen u. a. frauenverachtendes, herabwürdigendes und generell aggressives Verhalten Whedons geschildert werden. Ferner wurde mitgeteilt, er sei mit den Dreharbeiten zu Buffy und den damit verbundenen künstlerischen Freiheiten überfordert gewesen. Zugleich hätte er seine Position als Macher machtvoll ausgenutzt. Seine damalige Ehefrau berichtet über Affären, die er in dieser Zeit hatte und die zur Trennung der beiden führten.
Ausstrahlung In den USA lief die Serie in den ersten fünf Jahren bei The WB. Bei Warner war man unentschlossen, ob man Buffy enden lassen oder für weitere Staffeln unterschreiben sollte. Dies führte dazu, dass das Ende der fünften Staffel auch als Serienfinale funktionierte. Als UPN sich für eine Fortsetzung interessierte, stieg auch The WB in das Pokerspiel um Buffy ein. Für die sechste und siebte Staffel wurde die Serie an UPN verkauft. Dies verhinderte Crossovers zwischen Buffy und dem Spin-off Angel. Erst zum Serienende durfte Angel in Buffy auftauchen.
UPN bezeichnete den Kauf von Buffy später als Fehlinvestition, da die Serie schon zu weit fortgeschritten für ein neues Publikum war. Joss Whedon und Sarah Michelle Gellar waren der Meinung, nach sieben Jahren alles erzählt zu haben und suchten neue Herausforderungen. Auch wenn nach einem Sendeplatz für weitere Spin-offs gesucht wurde, gab es kein Interesse bei den Fernsehsendern, trotz stabiler Zuschauerzahlen und treuer Fans.
Buffy wurde in Deutschland bis zum Ende der letzten Staffel auf ProSieben gezeigt. Die ersten drei Staffeln wurden am Samstagnachmittag gezeigt. Mit Beginn der vierten Staffel kam nicht nur der thematische Umbruch von der Highschool zum College, sondern auch der Wechsel der Sendezeit in die Prime Time am Mittwoch. Abhängig von der Sendezeit waren einige Szenen mit Gewaltdarstellung zensiert.Buffy – Im Bann der Dämonen. Online auf Schnittberichte.com, abgerufen am 7. September 2013.
Die Serie ist seit April 2010 auf DVD erhältlich, seit Oktober gibt es eine Komplett-Box mit allen 7 Staffeln.
Auszeichnungen Trotz der hohen künstlerischen Anerkennung, welche insbesondere die Drehbücher betrafen, und mehrfachen Nominierungen bekam Buffy nie einen Emmy-Award in den Hauptkategorien. Die größte Chance hatte Buffy mit der Musical-Folge Noch einmal mit Gefühl. Hier unterlief allerdings eine Panne und die Folge erschien nicht auf den Wahlzetteln. Buffy-Autor David Fury bekam den Preis für eine Lost-Folge. Joss Whedon war für Toy Story für den Oscar nominiert. Allerdings tauchten regelmäßig Episoden auf diversen Toplisten der Kritiker auf. Dreimal von sieben Nominierungen wurde der Saturn Award gewonnen und einmal der Hugo Award, beides begehrte Preise für TV- und Mysteryserien in den USA. 2018 wurde die Serie in die Science Fiction and Fantasy Hall of Fame aufgenommen.Science Fiction Hall of Fame 2018, Eintrag in der Science Fiction Awards+ Database.
Figuren Buffy Summers mini|hochkant|Sarah Michelle Gellar (Tribeca Film Festival, 2007)
Buffy Summers ist ein einfaches, normales Mädchen mit Problemen wie jedes andere in ihrem Alter auch. Mit ihrem „Job“ als Jägerin fühlt sie sich oft überfordert, da sie sich wünscht, ein Leben wie ein normaler Teenager zu führen.
Buffy Anne Summers wurde 1981 als einziges Kind von Hank und Joyce Summers geboren und wuchs in Los Angeles auf. Auf ihrer dortigen Schule war sie sehr beliebt. In der neunten Klasse erfuhr sie von ihrem ersten Wächter Merrick, dass sie zur Jägerin berufen wurde. Ihre Berufung hielt Buffy vorerst geheim. Bei der Vernichtung eines uralten Vampirs starb Merrick und Buffy brannte die Turnhalle nieder, die zu dem Zeitpunkt voller Vampire war. Daraufhin wurde sie der Schule verwiesen und ihre Eltern ließen sich scheiden. Zu Beginn der Serie ist sie soeben mit ihrer Mutter nach Sunnydale gezogen und kommt neu auf die Sunnydale Highschool.
Bereits an ihrem ersten Schultag bekommt sie es mit Vampiren und ihrem neuen Wächter, Rupert Giles, dem Bibliothekar der Schule, zu tun. Buffy, die sich einen Neuanfang und ein normales Leben in Sunnydale erhofft hat, will ihrer Berufung anfangs nicht wieder nachkommen. Doch schließlich nimmt sie den Kampf gegen das Böse auf. Bei ihren Mitschülern ist sie bald als „Freak“ verschrien und wird so zur Außenseiterin der Schule. In Xander und Willow findet Buffy jedoch treue Freunde, die sie auch im Kampf gegen das Böse unterstützen.
Zu Beginn lernt Buffy ebenfalls den geheimnisvollen Angel kennen, der ihr oft hilft. Sie verlieben sich ineinander. Als sie erfährt, dass Angel ein Vampir ist, führt dies zu Konflikten. Schlimmer wird es, als Angel seine Seele verliert und die Welt vernichten will. Am Ende der dritten Staffel trennen sich die beiden endgültig.