mini|NASA-Satellitenfoto der südlichen mit den „“ und mini|, der Namensgeber der Stadt mini|Frachtschiff mit einer Ladung Schafswollballen im Hafen von im Jahr 1973 mini|Das „“-Gebäude im Art-déco-Stil aus dem Jahr 1932 mini|Die Kuppel des „A & B Building“ mini|Das Gebäude der

[], offizielle Bezeichnung: , oft auch City of Napier genannt, auf , ist eine Hafenstadt und eine eigenständige (Gebietskörperschaft) auf der Nordinsel von Neuseeland. In ihr befindet sich der und die Verwaltung für die Region . Der Rat der Stadt wird bezeichnet. Zusammen mit der rund zehn Kilometer südlich gelegenen Stadt bilden beide Städte den fünftgrößten Ballungsraum Neuseelands, der im Englischen oft als „“ bezeichnet wird.

Namensherkunft Im Februar 1854 machte , der seinerzeit Magistrat der Provinz war, den Vorschlag, die neu gegründete Stadt nach dem britischen General zu benennen und entsprechend andere Ort der Region ebenfalls nach prominenten Persönlichkeiten, die sich um die Britische Ostindien-Kompanie verdient gemacht haben.

Geographie Geographische Lage liegt am südlichen Ende der an der Ostküste der Nordinsel, 145 km nordöstlich von . Südlich der Stadt mündet der in den Pazifischen Ozean und 5 km weiter westlich schließt die beginnende Berglandschaft die Ebene der schmalen Küste ab. Die Stadt verfügt über eine reine Landfläche von 105 km² und zählte zum Census im Jahr 2013 57.240 Einwohner. Damit ist mit 542,9 Einwohnern pro km² die Stadt mit der vierthöchsten Bevölkerungsdichte des Landes. wird im Norden, Westen und Süden vom Hastings District umschlossen, während die östliche Grenze der Stadt durch die Küstenlinie der gebildet wird.

Klima Es herrscht ein ozeanisch-warmgemäßigter Klimatypus. Dank der Lage an der Ostküste der Nordinsel liegt Napier bei den vorherrschenden Westwinden häufig im Windschatten und genießt ein für neuseeländische Verhältnisse relativ sonniges (ca. 2100 h pro Jahr), weniger feuchtes (ca. 800 mm/Jahr) und mildes Klima. Im Winter kommt es nachts nur selten zu leichten Frösten, die Tagestemperaturen liegen um 15 Grad. Im Sommer werden Werte um 25 Grad erreicht. Durch Föhneffekte kann es vorübergehend deutlich wärmer werden, bis 20 Grad im Winter und über 30 Grad im Sommer.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Von den 57.240 Einwohnern der Stadt waren 2013 10.428 Einwohner -stämmig (18,2 %). Damit lebten 1,7 % der -Bevölkerung des Landes in der Stadt.

Herkunft und Sprachen Die Frage nach der Zugehörigkeit einer ethnischen Gruppe beantworteten in der Volkszählung 2013 82,2 % damit, Europäer zu sein, 19,2 % gaben an, -Wurzeln zu haben, 3,1 % kamen von den Inseln des pazifischen Raums und 3,5 % stammten aus Asien (Mehrfachnennungen waren möglich). 15,4 % der Bevölkerung gaben an, in Übersee geboren zu sein und 4,8 % der Bevölkerung sprachen , unter den 21,4 %. Das durchschnittliche Einkommen in der Bevölkerung lag 2013 bei 26.000 NZ$, gegenüber 28.500 NZ$ im Landesdurchschnitt.

Geschichte Bevor Europäer nach Neuseeland kamen und auch in der Region um von dem Land der Besitz ergriffen, lebten unterschiedliche -Stämme in der Gegend, die heute zum Großraum von gehört. Zuletzt waren es die , die das Land besiedelten, und sie waren es, zu denen die ersten Europäer, wie in den Jahren 1769 und 1770, Kontakt hatten.

Händler, Walfänger und Missionare waren die ersten Europäer, die sich nach Bekanntwerden des neuen Landes auch in der Lagune und der Bucht des späteren niederließen. In den 1850er Jahren folgten dann Farmer und Hoteliers. 1851 kaufte die Regierung den sogenannten -Block, benannt nach dem - und zwei Jahre später kaufte der Regierungskommissar für Landangelegenheiten das Land, auf dem später entstehen sollte. Zu dieser Zeit gehörte die noch zur Provinz .

Im Jahre 1854 wurde der Regierungskommissar und spätere Premierminister als Magistrat für den Landblock eingesetzt. Seine Aufgabe war es, aus der Ansiedlung eine Stadt zu formen und Bebauungs- bzw. Entwicklungspläne zu erarbeiten. Er benannte die Siedlung nach dem britischen General , der sich im kolonialen Indien für die britische Krone verdient gemacht hatte. 1858, nachdem eine eigenständige Provinz wurde, sollte Hauptstadt der neuen Provinz werden. 1874 wurde dann zur erhoben, bekam also den Status einer selbstverwalteten Stadt. Am 18. Januar 1875 wurde die erste Wahl zum Rat der Stadt abgehalten. Bis 1876 war damit das administrative Zentrum der Region , doch mit dem (Gesetz zur Abschaffung der Provinzen) wurde die Verwaltung der Region wieder zugeschlagen.

Die Entwicklung der Stadt war seinerzeit größtenteils auf die Gegenden um den Hafen und der Bebauung der Insel beschränkt, die heute den bildet. Das Siedlungsgebiet um verteilte sich jedoch auf einige Inseln, zwischen denen sich ausgedehnte Sumpfgebiete befanden. Dies änderte sich schlagartig, als und die restliche am 3. Februar 1931 von einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 MS auf der Richter-Skala erschüttert wurde. wurde durch das Beben und das anschließende Großfeuer völlig zerstört, die Nachbarstadt schwer getroffen.

Durch das Erdbeben wurde der Erdboden um teilweise um bis zu 2,7 Meter angehoben, sodass aus der -Lagune sowie aus den großen Wattgebieten 40 km² Neuland entstanden. Auf diesem Land entstand neues Lifestyle-Zentrum . Durch das Erdbeben verlor die Stadt auch ihre funktionierende Administration und die politische Führung, so dass bis 1933 eine von der Regierung eingesetzte, aus zwei Personen bestehende Kommission die Geschicke der Stadt bestimmte. Nach der Kommunalwahl im Jahr 1933 bekam die Stadt ihren Status einer wieder zurück und erhielt 1950 schließlich die vollen Stadtrechte.

Trotz der noch andauernden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre wurde die Stadt im Art-déco-Stil wieder aufgebaut. „Lasst uns eine neue Epoche beginnen“, sollte die Botschaft an die Menschen der Stadt sein. So wurden Architekturstudenten und Arbeitslose aus dem ganzen Land nach gesandt und mit dem Wiederaufbau betraut. Die Pastellfarben entstanden dabei aus der Not heraus, wobei die Farben mit Wasser gestreckt wurden. Darüber hinaus war Art déco eine der günstigsten Varianten, um die Stadt wieder aufzubauen, da Betonplatten als preiswertes Baumaterial verwendet werden konnten und auch die Dekoration an den Häusern in diesem Stil relativ einfach war.

Napier war unter anderem einer der Austragungsorte beim Women’s Cricket World Cup 1982, der Rugby-Union-Weltmeisterschaften der Jahre 1987 und 2011, sowie den Cricket World Cups 1992 und 2015.

Politik Verwaltung hat zwölf (Ratsmitglieder), von denen sechs für das gesamte Stadtgebiet gewählt werden und die anderen sechs sich auf vier sogenannte , die lokale Wahlbezirke darstellen, verteilen. Von ihnen werden je zwei vom und in den Rat entsandt und je ein vom und . Zusammen mit dem (Bürgermeister) bilden sie den (Stadtrat). Der Bürgermeister und die zwölf Ratsmitglieder werden alle drei Jahre neu gewählt.

Städtepartnerschaften Victoria, British Columbia (Kanada) Lianyungang, Provinz Jiangsu (China) Tomakomai, Präfektur Hokkaidō (Japan)

Wirtschaft Tourismus wird aufgrund seiner einzigartigen Architektur und seinem angenehmen Klima von immer mehr Touristen besucht. Direkt am Meer verläuft die „“, eine reizvolle Uferpromenade. Hier befinden sich mehrere Attraktionen für Besucher, wie die gepflegten Gartenanlagen von „“, ein Kleingolfplatz sowie eine Rollschuhbahn.

Ein beliebtes Fotomotiv ist die Pania-Statue (englisch ), der in der polynesischen Mythologie eine große Rolle zugemessen wird. Für die Stadt Napier hat die Statue in etwa die gleiche Bedeutung wie die Kleine Meerjungfrau für Kopenhagen.

Landwirtschaft Wegen des günstigen Klimas und der Ebene der sind und das benachbarte ein Zentrum für den Anbau von Früchten, wie zum Beispiel Äpfeln, Pfirsichen, der Kiwifrucht oder Weintrauben, sowie die Erzeugung von Weinen.

Industrie Die in ansässigen Unternehmen sind vielfältig und über verschiedene Industriezweige verteilt. Neben Unternehmen aus dem Elektronikbereich befinden sich hier große Kunstdüngerproduzenten und Weinkeltereien. Napier hat das größte Schafwolle verarbeitende Unternehmen der Südhalbkugel. Weiterhin existiert in Napier eine bedeutende Tabakindustrie. Mit dem Hinweis auf „sinkenden Tabakkonsum“ kündigte British American Tobacco allerdings an, die ansässige -Manufaktur nach Australien zu verlagern.

Infrastruktur Verkehr Straßenverkehr Verkehrstechnisch angeschlossen ist die Stadt durch die und 50, wobei letzterer in der Stadt beginnt und mit dem parallel verlaufend nach Südwesten ins Landesinnere führt. Der verbindet nach Norden hin die Stadt mit .

Schienenverkehr Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Palmerston North–Gisborne, auf der seit 2001 planmäßig aber nur noch Güterverkehr stattfindet. Eine Stichstrecke bindet den Hafen an.

Flugverkehr Knapp 5 km nordwestlich der Stadt befindet sich der Hawke’s Bay Airport, der auf einer verlandeten ehemaligen Lagune gebaut und 1963 seiner Bestimmung übergeben wurde.

Kultur Das vom Art déco Trust veranstaltete Art Déco Weekend zieht im Februar Besucher und Touristen aus aller Welt an. In verschiedenen Veranstaltungen lässt das Leben und die Kultur der 1930er Jahre wieder auferstehen.

Seit 1993 wird jährlich das Konzert auf dem Gelände der nahe veranstaltet. ist meist ein international bekannter Interpret. In der Vergangenheit traten schon Größen wie , und auf.

Sehenswürdigkeiten Von Architektur-Interessierten wird als die am besten erhaltene Art-déco-Stadt angesehen, nur in () befinden sich ähnlich viele Gebäude im Stil des Art déco. Obwohl einige der einzigartigen Gebäude in den 1960er bis 1980er Jahren durch Neubauten ersetzt wurden, ist der Großteil des Stadtzentrums, der seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz steht, fast vollständig erhalten. Viele Art-déco-Häuser wurden in den letzten Jahren restauriert. Besonders sehenswert sind das , das , das , die , das , dessen Kuppel zum Wahrzeichen geworden ist, und das Theater mit seinen ägyptisch anmutenden Säulen und Bögen.

Das National Aquarium of New Zealand befindet sich am südlichen Ende der Marine Parade.

Persönlichkeiten Mary Young Hunter (1872–1947), Malerin und Aquarellistin Bessie Spencer (1872–1955), mit bürgerlichem Namen Anna Elizabeth Jerome Spencer genannt, neuseeländische Schulleiterin, Obstbäuerin und Gründerin des New Zealand Women’s Institute. Sidney Charles Bartholemew Gascoigne (1915–2010), Astronom Denis McLean (1930–2011), Diplomat, Hochschullehrer und Autor Megan Gay (* 1967), Schauspielerin Stuart Nash (* 1967), Jurist und Politiker Kris Gemmell (* 1977), Triathlet Laura Nagel (* 1992), Mittelstreckenläuferin Rosemary Mair (* 1998), Cricketspielerin

Panoramafoto

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Napier

Weblinks

Einzelnachweise

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