Nidda, seit 25. März 2026 mit dem Beinamen Johannes-Pistorius-Stadt versehen,Nidda heißt nun Johannes-Pistorius-Stadt im Online-Angebot von Hessenschau.de; abgerufen am 26. März 2026 ist eine Stadt im hessischen Wetteraukreis im Naturraum Unterer Vogelsberg. Ihren Namen verdankt sie dem Fluss Nidda.
Geographie Nachbargemeinden Nidda grenzt im Norden an die Stadt Laubach (Landkreis Gießen), im Osten an die Stadt Schotten (Vogelsbergkreis) und die Gemeinde Hirzenhain, im Süden an die Stadt Ortenberg und die Gemeinde Ranstadt, im Südwesten an die Gemeinde Echzell sowie im Westen an die Gemeinde Wölfersheim (alle im Wetteraukreis) und die Stadt Hungen (Landkreis Gießen).
Stadtgliederung Nidda besteht aus den Stadtteilen Bad Salzhausen, Borsdorf, Eichelsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Nidda, Ober-Lais (mit Unter-Lais), Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Schwickartshausen, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Unter-Widdersheim und Wallernhausen.
Die Stadtteile geordnet nach Einwohnerzahl im Jahr 2023 (Haupt- und Nebenwohnungen):
Stadtteil Einwohner (2023) Nidda 5.591 Ulfa 1.274 Eichelsdorf 1.252 Ober-Widdersheim 1.094 Geiß-Nidda 1.057 Wallernhausen 980 Ober-Schmitten 932 Unter-Schmitten 929 Kohden 889 Bad Salzhausen 787 Harb 750 Borsdorf 685 Ober-Lais 656 Fauerbach 591 Unter-Widdersheim 310 Michelnau 253 Schwickartshausen 252 Stornfels 222
Geschichte mini|Nidda von Südosten (Valentin Wagner, 1633) mini|Nidda – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Zwischen 802 und 817 wird Nidda als Nitaha im Codex Eberhardi erstmals urkundlich erwähnt.Heinrich Meyer zu Ermgassen, Codex Eberhardi. Band 2, Marburg 1995–2007, S. 212, Auszug 176. Spätere Formen des Ortsnamens waren Nithehe (1187), Nitehe (1206) und Nitehehe (1234).
Der Edelfreie Volkold II., vielleicht aber auch schon sein Vater Volkold I. von Malsburg, dem er als Vogt der Reichsabtei Fulda über deren Besitz in der nördlichen Wetterau folgte, erbaute um 1100 eine kreisrunde Wasserburg in Nidda, die den staufischen Kaisern zur Sicherung der vorbeiführenden Handelsstraßen diente. (Sie wurde bald nach 1604, als Nidda an Hessen-Darmstadt fiel, abgerissen und durch ein Renaissanceschloss ersetzt.) Volkold II. verlegte seinen Wohnsitz von der fuldischen Burg Bingenheim nach Nidda und begründete die Familie der Grafen von Nidda.
Im Jahre 1187 übertrug Graf Berthold II. von Nidda die Pfarrei Nidda zusammen mit beträchtlichem Grundbesitz an den Johanniterorden, der danach in Nidda eine Komturei einrichtete. Die dann errichteten Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Ordens bestimmten in den folgenden Jahrhunderten das Bild der Stadt. Im Jahre 1205 erbte Graf Ludwig I. von Ziegenhain die kleine Grafschaft Nidda, da seine Mutter Mechthild, Schwester des ohne männliche Erben verstorbenen letzten Grafen von Nidda, Berthold II., Alleinerbin ihres Bruders gewesen war. Im Jahre 1234 wurde Nidda in einer Urkunde der Grafen Gottfried IV. und Berthold I. von Ziegenhain erstmals als Stadt bezeichnet; 1218 und 1223 wurde der Ort noch als „villa“ bezeichnet.
Von 1258 bis 1311/1333 waren die Grafschaften Ziegenhain und Nidda nach einer Erbteilung wieder voneinander geteilt. Erst 1333 kam es zur erneuten Vereinigung. Graf Johann I. von Ziegenhain heiratete 1311 die Erbtochter Lukardis (Luitgart) des Niddaer Grafen Engelbert I. Dieser starb 1330, und seine Tochter blieb bis 1333 nominelle Regentin. 1333 vereinte dann Johann von Ziegenhain beide Grafschaften in seiner Hand.
Nach dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain und Nidda mit dem Tode Johanns II. im Jahre 1450 kam die Grafschaft Nidda in den Besitz der Landgrafen von Hessen. Seitdem ist im Haus Hessen der Titel „Graf von Nidda“ Bestandteil des Familiennamens. Zur Grafschaft Nidda gehörten zu diesem Zeitpunkt das Amt Nidda mit den Gerichten Widdersheim, Rodheim, Ulfa und Wallernhausen, die Herrschaft Lißberg, die Fuldische Mark mit den halben Vogteien Echzell, Berstadt, Dauernheim und Bingenheim (mit Ausnahme des dortigen Schlosses), und die Gerichte Burkhards und Crainfeld. An die romanische Pfarrkirche wurde 1491 ein spätgotischer Kirchturm angebaut, der 2012 umfangreich einschließlich des Dachturms erneuert wurde.Marode Dachkonstruktion in FAZ vom 29. Februar 2012, S. 46.
Im Jahre 1821 wurden die Ämter aufgelöst und Nidda wurde Sitz des Landratsbezirks Nidda bzw. ab 1830 des Kreises Nidda und von 1848 bis 1852 des Regierungsbezirks Nidda.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Nidda:
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Nidda angehört(e):
vor 1206: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda ab 1206: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Nidda 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Nidda ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt und (seit 1803) Gericht Nidda ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis
Hessische Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Bad Salzhausen, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda freiwillig zur neuen Stadt Nidda. Am 31. Dezember 1971 wurde Schwickartshausen auf freiwilliger Basis eingemeindet. Eichelsdorf und Unter-Widdersheim sowie ein Teilgebiet der Nachbarstadt Hungen mit damals etwa 50 Einwohnern folgten am 1. August 1972 kraft Landesgesetz. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Flugplatz Im Ortsteil Harb existierte von 1938 bis 1945 der Militärflugplatz Harb der damaligen Luftwaffe.Topografie des Nationalsozialismus in Hessen, abgerufen am 28. Oktober 2022.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Nidda 16.864 Einwohner. Darunter waren 1020 (6,0 %) Ausländer, von denen 302 aus dem EU-Ausland, 554 aus anderen europäischen Ländern und 164 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 12,9 % einen Migrationshintergrund. Nach dem Lebensalter waren 1698 Einwohner unter 18 Jahren, 3894 waren zwischen 18 und 49, 2001 zwischen 50 und 64 und 1719 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 7164 Haushalten. Davon waren 2147 Singlehaushalte, 2195 Paare ohne Kinder und 2008 Paare mit Kindern, sowie 632 Alleinerziehende und 182 Wohngemeinschaften. In 1533 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 4653 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung • 1791: 1177 Einwohner • 1800: 1401 Einwohner • 1806: 1431 Einwohner, 282 Häuser • 1829: 1700 Einwohner, 303 Häuser • 1867: 1703 Einwohner, 292 bewohnte Gebäude • 1875: 1759 Einwohner, 294 bewohnte Gebäude
Religion Die Bevölkerung der Stadt Nidda ist überwiegend evangelischen Glaubens.
• 1829: 1657 evangelische (= 97,47 %), 3 katholische (= 0,78 %), 40 jüdische (= 2,35 %) Einwohner • 1961: 2943 evangelische (= 72,83 %), 798 römisch-katholische (= 24,06 %) Einwohner • 1987: 12.533 evangelische (= 65,69 %), 2404 katholische (= 14,79 %), 1321 sonstige (= 8,12 %) Einwohner • 2011: 10.680 evangelische (= 63,7 %), 2360 katholische (= 14,1 %), 210 orthodoxe (= 1,2 %), 2360 andersgläubig (= 3,3 %), 2780 sonstigeKeiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig. (= 16,6 %) Einwohner
Anfang des 20. Jahrhunderts lebten ca. 100 Juden in Nidda. Etwa die Hälfte konnte vor dem Krieg auswandern, die anderen wurden Opfer der NS-Herrschaft. Im Februar 2014 wurden die ersten Stolpersteine in Nidda verlegt.
Im Juni 2011 eröffnete die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat die Bait-ul-Aman-Moschee, die mit Minarett und Kuppel ausgestattet ist.
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Nidda erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Nidda 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 36,5 13 31,5 12 27,8 10 30,0 11 46,0 17 45,7 17 BL BürgerListe Nidda 25,9 10 27,5 10 30,8 12 16,6 6 — — — — 24,5 9 24,9 9 31,3 12 36,8 14 40,3 15 41,5 15 10,1 4 11,2 4 6,5 2 10,0 4 5,4 2 2,3 1 — — 4,9 2 3,6 1 2,9 1 — — — — FWG/FDP Freie Wählergemeinschaft/Freie Demokratische Partei — — — — — — 3,6 1 — — — — —— — — — — — — 1,1 1 7,4 3 FUB/FDP Freie Unabhängige Bürger/Freie Demokratische Partei — — — — — — — — 6,3 2 — — —— — — — — — — 0,9 0 0,9 0 3,01 — — — — — — — — 2,1 1 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 55,8 50,5 47,8 48,9 52,1 56,8
Ortsvorsteher des Ortsbezirks Nidda ist Thomas Eckhardt.
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Nidda neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster StadtratDie Stelle des Ersten Stadtrates wurde nach der Gebietsreform über 47 Jahre lang, von Juli 1971 bis Ende 2018, hauptamtlich verwaltet. Stadt Nidda: Bürgermeister und Bürgermeisterin sowie Erste Stadträte und Erste Stadträtin der Stadt Nidda und fünf weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat Bürgermeister ist seit dem 19. April 2022 Thorsten Eberhard (CDU). Er wurde als Nachfolger von Hans-Peter Seum, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 30. Januar 2022 in einer Stichwahl bei 40,27 Prozent Wahlbeteiligung mit 64,30 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Nidda 2022
Amtszeiten der Bürgermeister und SchultheißeNidda: die Geschichte einer Stadt und ihres Umlandes, J. Friedrich Battenberg, ISBN 3-9803915-8-2