mini|Elektrisches Dampfbügeleisen

Ein Bügeleisen, Plätteisen oder GlätteisenGlätteisen auf duden.de, abgerufen am 15. April 2014. ist ein Haushaltsgerät zum Glätten (Bügeln, ndd.: Plätten) und In-Form-Bringen von Textilien, vor allem von Kleidungs­stücken, Tisch- und Bettwäsche. Für diesen Vorgang werden Wärme, Druck und, sofern es Dampfbügeleisen sind, Feuchtigkeit genutzt.

Beschaffenheit Bügeleisen bestehen aus einem Griff (Bügel) und einer heizbaren Platte (Bügelsohle) aus Aluminium oder Edelstahl. Der Anwender führt das Bügeleisen über den zu bügelnden Stoff, zum Beispiel ein Kleidungsstück.

Die Bügelsohle wird von einem elektrischen Heizelement erwärmt. Der Anwender steuert die gewünschte Temperatur an einem Temperaturregler. In der Sohle befindet sich eine Temperatursicherung. Falls der Temperaturregler versagt, schaltet diese Sicherung.

Die gewünschte Temperatur lässt sich an einem Drehknopf oder an Schaltern einstellen, zum Beispiel an drei Schaltern, die den Textilpflegesymbolen für die Bügeltemperatur entsprechen. Die Temperatur der Bügelsohle beträgt bei der Einstellung auf „“ (Synthetik, das sind unter anderem Acetat, Polyacryl, Polyamid) bis 105 °C, auf „“ (Seide, Wolle, Viskose) bis 165 °C und auf „“ (Baumwolle, Leinen) bis 220 °C.Fa. Creative Dive/Martin Jost: Angaben zur Bügeltemperatur

Eine weitere Variante waren früher Angaben der Stoffart, zum Beispiel Leinen, Baumwolle, Seide, Wolle, Synthetics.

Dampfbügeleisen haben einen Wassertank. Der an der Sohle des Bügeleisens ausströmende Dampf erleichtert das Bügeln. Bei Dampfbügelstationen wird Dampf aus einem separaten Dampferzeuger (auf dem Tisch oder unter dem Bügelbrett) durch einen Schlauch zum Bügeleisen geleitet.Artikel Dampfbügelstation, besucht am 23. Oktober 2012

Großflächige Textilien wie Bettwäsche und Tischdecken können auch mit Bügelmaschinen geglättet werden. Gewerbliche Großbügelmaschinen (Heißmangeln) mit einem Durchlauf in der Breite von Bettbezügen wurden früher häufig in eigenen Betrieben zur Selbstbedienung zur Verfügung gestellt.

Verwendung mini|Bügelnder Schiffswäscher

Ein Bügeleisen braucht einige zehn Sekunden bis wenige Minuten, um Betriebstemperatur zu erreichen. Dann werden die platt ausgelegten Textilien mehrfach mit dem heißen Bügeleisen überstrichen, um sie zu glätten.Der Artikel Bügeln von Flachwäsche Glätten eines Geschirrtuchs. Abgerufen am 13. März 2013 Das Gerät kann auf verschiedene Temperaturen für unterschiedliche Materialien eingestellt werden. Siehe auch Textilpflegesymbole.

Das Bügeln wird erleichtert, wenn die Wäsche (noch) etwas feucht istAllgemeine Erläuterungen zum Bügeln oder besprüht wird. Die Feuchte verdampft und transportiert Wärmeenergie ins Innere. Weiterhin werden die Faserbindungen vorübergehend aufgehoben und die Fasern erweichen, wodurch die Textilien formbarer werden.bügeleisen-ratgeber.de Warum Dampfbügeln?, abgerufen am 19. Okt. 2018

Wäschestärke versteift die Wäsche nach dem Trocknen und hinterlässt eine glattere Oberfläche.

Dampfbügeleisen Eine Alternative zum Anfeuchten der Wäsche ist ein Dampfbügeleisen. Der Wärmeübergang in dicke Textilien wird durch Dampf verbessert. Ein Dampfbügeleisen gibt hierzu Wasserdampf durch Öffnungen in der Bügelsohle ins Wäschestück ab. Das Wasserfach hat hier meist ein Sichtfenster für den Füllstand.

Dampfbügelstationen Bei Dampfbügelstationen sind Wassertank und Dampferzeuger vom Bügeleisen getrennt, der Dampf wird durch einen Schlauch zum Bügeleisen geleitet. Es gibt Dampfbügelstationen, deren Wassertank auf einem Bügeltisch abgestellt wird. Größere Modelle, die mehr Dampf und mehr Druck erzeugen können, sind in den Bügeltisch integriert. Oft sind solche Bügeltische zusätzlich mit einem Gebläse ausgestattet, das es erleichtert, die Wäschestücke vor dem Bügeln glatt auszubreiten. Gewerbliche Bügelstationen sind für den Dauerbetrieb ausgelegt, haben oft eine höhenverstellbare Arbeitsfläche und Einrichtungen, um Kondenswasser abzuleiten, damit es nicht die gebügelte Wäsche befeuchtet.Artikel Gewerblicher Bügelplatz, Link geprüft am 19. Januar 2013 Kabellose Bügeleisen Kabellose Bügeleisen haben eine Abstellvorrichtung mit Stromkontakten und werden darin nachgeheizt. Die Wärme speichert ein Aluminiumblock. Die Geräte zeigen z. B. während des Bügelns an, wenn sie thermisch nachgeladen werden müssen, und melden, wenn sie – auf der Station abgestellt – fertig nachgeheizt haben.Bedienungsanleitung des kabellosen Gerätes „Tefal freemove“

Geschichte mini|Verschiedene alte Bügeleisen (Typen in Bildbeschreibung)

Das im 17. Jahrhundert erstmals bezeugte Wort „Bügeleisen“ heißt wohl so nach seinem bügelförmigen Griff; ebenfalls im 17. Jahrhundert ist zum ersten Mal das Wort „bügeln“ für das Glätten der Wäsche oder Kleidung belegt.Duden Band 7, Etymologie - Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Bibliographisches Institut Mannheim u. a., Dudenverlag, 1963, Suchwort „Bügel“. Bereits zur Zeit der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) glättete man im alten China mit so genannten Pfanneneisen seidene Gewänder. Dabei wurden glühende Kohlen mit Sand vermischt und in eine Metallpfanne gefüllt. mini|hochkant|Bügeleisenofen zum Erhitzen von Bügeleisen Bei den historischen Bügeleisen unterscheidet man Eisen, die im Feuer oder auf einem Herd erhitzt wurden, Eisen, in die ein erhitzter Bolzen eingeführt wurde, und Eisen, die aus ihrem Inneren heraus geheizt werden. Zur ersten Gruppe gehören Flacheisen und Blockeisen, zur zweiten Kasteneisen, Ochsenzungeneisen und Satzeisen. Kohlebügeleisen, Glühstoffbügeleisen, gas- und spiritusgeheizte Bügeleisen sowie alle Elektrobügeleisen besitzen eine eigene Heizung.

Flacheisen Flacheisen sind prinzipiell seit dem 15. Jahrhundert bekannt. In Süddeutschland auch „Rutscherl“ genannt, kann man mit ihnen die vorher gut eingesprengte Wäsche glätten. Sie bestanden aus einer massiven Metallplatte mit Griff, die auf einem gasbeheizten Spezialofen, einem sogenannten „Rechauds“ erhitzt wurden. Stand ein solcher (noch) nicht zur Verfügung, wurden sie auf Kohleöfen wie einer heißen Ofenplatte oder an einem speziellen Bügeleisenofen oder gar dem Kaminfeuer erhitzt. Dies hatte zur Folge, dass sie verschmutzten und vor jedem Gebrauch sorgfältig gesäubert werden mussten. Andernfalls konnte es passieren, dass man die frisch gewaschene Wäsche so beschmutzte, dass sie noch einmal gewaschen werden musste. Ein anderes Problem waren die Metallgriffe, die die Hitze nicht isolierten. Die Büglerinnen mussten einen dicken Handschuh anziehen oder den Griff mit einem (nassen) Lappen umwickeln, um sich nicht die Hand zu verbrennen. Viele Gießereien lieferten hierfür hölzerne Klappgriffe, die auf ihre Modelle angepasst waren, den heißen Griff umschlossen und so einen Schutz vor Verbrennungen boten. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Wärmekapazität des Eisens. So müssen viele Bügeleisen gleichzeitig am Ofen sein, um ein kontinuierliches Bügeln zu ermöglichen.

Flacheisen aus Deutschland und den skandinavischen Ländern sind mit Ausnahme der Initialen des Herstellers meist unverziert. Bei englischen Eisen findet man oft Sterne oder Kronen. Am aufwändigsten verziert sind die Oberflächen französischer Eisen mit Herzen, Blumen, Früchten und Wappen sowie mit kunstvoll verschlungenen Initialen und Firmennamen verziert.

Blockeisen Bei einem Blockeisen handelt es sich um ein aus Eisen oder Stahl geschmiedetes oder gegossenes Volleisen. Sie sind oft über 5 kg schwer und sind damit ein reines „Männerbügeleisen“, das typischerweise in einer Schneiderwerkstatt verwendet wurde. Benötigt wurden solche schwere Bügeleisen vor allem für schwere Stoffe wie die von Lodenmänteln und Uniformen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Flacheisen war die deutlich höhere Wärmekapazität und damit verbunden eine deutlich längere maximale Bügeldauer.

Insbesondere vor dem 19. Jahrhundert waren Bügeleisen verbreitet, bei denen der Bügel fest mit Eisen verbunden war. Sie wurden zum Erhitzen auf eine Herdplatte oder in das Feuer gestellt. Ein Nachteil bestand darin, dass auch die Metallteile des Bügels erhitzt waren und so eine Verbrennungsgefahr für den Bediener bestand.

Eine Weiterentwicklung waren Wechselgriffbügeleisen, d. h. Blockeisen mit ausklinkbarem Griff. Durch zwei auf dem Eisen angeschmiedete Ösen wurde ein langer rechtwinkliger Eisenhaken geschoben, der mittels eines Stifts oder eines weiteren Eisenhakens festgehalten wurde. Um 1900 wurde dieser Mechanismus laufend verbessert, was sich in einer Vielzahl von Patenten, die in dieser Zeit erteilt wurden, widerspiegelt.

Satzeisen Satzeisen sind eine Weiterentwicklung des Wechselgriffbügeleisens. 1871 ließ sich die Amerikanerin Mrs. Pott folgende Idee patentieren: Sie isolierte die Bügeleisendecke mit Asbest und erfand einen Holzgriff mit Klemmmechanismus. Dadurch und auf Grund des relativ geringen Gewichts von etwa 3 kg konnte das Eisen auch von Frauen benutzt werden. Des Weiteren blieb die Hand der Büglerin kühl und sie konnte problemlos das Eisen auf den Ofen stellen, den Holzgriff vom Eisen lösen und auf einem anderen heißen Eisen fixieren. Dies war viel einfacher als das Austauschen glühender Bolzen oder das Nachfüllen der glühenden Holzkohle. Trotz des durchschlagenden Markterfolgs brauchten deutsche Hersteller 20 Jahre, bis sie vergleichbare Produkte herstellten. Dann aber von verschiedenen Herstellern mit den unterschiedlichsten Klemmmechanismen. Die Hersteller ließen sich ihre Klemmmechanismen patentieren. Die Patente sind in der Datenbank https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=basis des Deutschen Patent- und Markenamt recherchierbar. Konkret handelt es sich um dioe Patente DE74762, DE82149, DE104679, DE99703, DE129124, DE131111, DE187957, DE195894, DE205460, DE212853, DE289377, DE272850, DE 279130

Bolzen-, Kasteneisen und Ochsenzungeneisen Bolzeneisen, Kasteneisen oder Stagl bestehen aus einem Kasten, der nach vorne spitz zuläuft und an der Rückseite gerade ist. Sie sind aus Eisen, Stahl oder Messing. Der Griff ist – eher selten – aus Bandeisen. Häufiger tragen 2 Griffstützen einen Holzgriff oder der ganze Griff ist aus Holz gefertigt. Die Griffstützen waren oft kunstvoll gefertigt. Vor der Benutzung wurde von der Rückseite her eine im Feuer erhitzte eiserne Platte in den Hohlraum eingeführt, um die Sohle zu erhitzen. Der Bolzen lag auf einem Grat oder mehreren Graten und nicht direkt auf dem Boden des Kastens, da sonst die Bodenplatte zu heiß geworden wäre. War der Bolzen eingeführt, wurde die Rückseite mit einer Klappe oder einem Schieber verschlossen, damit der Bolzen nicht herausfallen konnte. Der Nachteil aller dieser Eisen besteht darin, dass es nicht einfach ist, einen glühend heißen Bolzen aus dem Feuer zu holen und in das Eisen einzusetzen, ohne sich dabei die Finger zu verbrennen. Außerdem unterliegen die Bolzen einem erheblichen Verschleiß.

Aus dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert sind hohle Kasteneisen erhalten, die meist aus Messing bestanden. Mindestens seit dem 19. Jahrhundert wurden die Kasteneisen meistens aus Eisen hergestellt.

Eine Weiterentwicklung im späteren 19. Jahrhundert war die Ochsenzunge. Das meist mit einem Eisenbandgriff versehene Eisen ist unten flach und oben halbrund. Es läuft über seine ganze Länge nach vorne spitz zu. Der zugehörige Bolzen – nach seiner Form oft als „Ochsenzunge“ bezeichnet – wird wie bei allen Kasteneisen von hinten in das Bügeleisen eingeschoben und dieses mit einer Klappe verschlossen.

Asbestbügeleisen

Die Grundanforderung des Asbestbügeleisens (original „asbestos sad iron“) ist es, die Hand der Büglerin vor der Hitze des darunterliegenden Eisens zu schützen.