mini|Karte von Simbabwe mini|Spuren der Steinzeit: Felszeichnungen der San mini|Luftaufnahme von Groß-Simbabwe mini|Shona-Gehöfte

Die Geschichte Simbabwes beschreibt die Geschichte auf dem Gebiet des heutigen Staates Simbabwe von den Anfängen bis heute.

Steinzeit Bis zum Beginn der europäischen Zeitrechnung war das heutige Hochland von Simbabwe von steinzeitlichen Jägern und Sammlern bewohnt, die zu den Khoisan-Völkern gehörten. Ihre späte Steinzeitkultur unterschied sich von der Jungsteinzeit anderer Regionen durch das Fehlen von Töpferei, Ackerbau und Viehzucht. Diese übernahmen die Khoikhoi erst von den eisenzeitlichen Einwanderern, den San.

Eisenzeit Probleme der Forschung Schriftliche Aufzeichnungen sind erst seit dem Eintreffen der Portugiesen um 1500 n. Chr. verfügbar. Ältere arabische Aufzeichnungen aus der Region existieren, allerdings hat der wichtigste Autor, Al Masudi, im 10. Jahrhundert wohl nur notiert, was ihm an der Küste über das Hinterland berichtet wurde. Daher wurde das Geschehen davor vor allem aus archäologischen Funden rekonstruiert, die verlässlicher sind als mündliche Überlieferungen.

Gesamtafrikanischer Kontext Nach den archäologischen Funden wurde die Eisenverhüttung in Afrika in der Sahelzone erfunden und dann von den Bantu im heutigen Kamerun übernommen und mit ihrer Expansion ins östliche und südliche Afrika getragen. Am Sambesi und am Okavango kam sie in den Jahrhunderten um die Zeitenwende an. Neben diesem anschließend ausführlicher dargestellten Bild gibt es auch die Ansicht, die Bantu hätten erst um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend den Sambesi erreicht. Nach beiden Theorien war das Hochland von Simbabwe von Bantu besiedelt, als zwischen 1200 und 1450 Groß-Simbabwe seine Blütezeit hatte.

Früheisenzeitliche Kultur Um die Zeitenwende begannen Bantuvölker aus Ostafrika, sich über den Sambesi nach Süden auszubreiten. Sie brachten eine früh-eisenzeitliche Kultur mit sich, zu der auch Töpferei, Landwirtschaft und Viehzucht gehörten, allerdings im Wesentlichen Schafe und Ziegen, kaum Rinder. Mabveni, die erste eisenzeitliche Siedlung aus dem späten 2. Jahrhundert, wurde im Hochland von Simbabwe gefunden. Um 1000 nach Chr. hatten sie sich auf das gesamte Hochland ausgedehnt. Während der Einwanderung der Bantu scheinen in der Gegend ansässige Khoikhoi die Viehzucht von ihnen übernommen zu haben.

Eisenzeitliche Kultur mini|Africae tabula nova 1570:Hafenstadt Cefala = Sofala,Manich = Manica,Simbaoe = Groß-Simbabwe,Zuama = Sambesi; fast alle großen Flüsse Afrikas entfließen in dieser Karte demselben zentralen See.

Eine zweite Bantueinwanderung mit fortgeschrittenerer Eisenzeitkultur hinterließ Mitte des ersten Jahrtausends Spuren am oberen Sambesi. Diese Menschen scheinen westlich am Hochland von Simbabwe vorbei an den Limpopo gezogen zu sein. Dort entstand im 9. und 10. Jahrhundert eine Kultur mit großen Siedlungen von mehreren Tausend Einwohnern (unter anderem Musina). Kurz vor der Jahrtausendwende erfuhr diese Kultur einen Niedergang, möglicherweise durch ökologische Erschöpfung der Region. Anscheinend verließ ein großer Teil der Bewohner das Limpopogebiet und breitete sich im 10. bis 15. Jahrhundert von Südwesten her über das Hochland von Simbabwe aus. Sie werden von mehreren, aber nicht allen Historikern als Vorfahren der heutigen Shona angesehen, die ungefähr 80 % der heutigen Bevölkerung ausmachen. Sie brachten eine Kultur der späteren Eisenzeit mit sich und betrieben außer Ackerbau in großem Maße Rinderzucht. An den Rändern des Hochlandes führte die Rinderzucht zu Transhumanz.

Groß-Simbabwe Zwischen 1290 und 1450 war die Blütezeit der Stadt Groß-Simbabwe, deren Ruinen heute den größten archäologischen Komplex von Steinbauten in Afrika südlich des Äquators bilden. Groß-Simbabwe war zu dieser Zeit ein bedeutender kultureller und wirtschaftlicher Standort innerhalb des Mutapa-Reiches. Aufgrund ihrer günstigen geografischen Lage entwickelte sich die Stadt zu einem Knotenpunkt des regionalen und internationalen Handels. Bei Ausgrabungen wurden Handelswaren und Produkte aus China, Indien und dem Nahen Osten gefunden. Zudem war die Region reich an natürlichen Rohstoffen und die klimatischen Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht waren ideal. Während die Bewohner während der sommerlichen Regenzeit Ackerbau betrieben, trieben sie in der Trockenzeit ihre Rinder nach Möglichkeit in das kaum besiedelte Tiefland, in dem reichlich trockenes Gras zur Verfügung stand. Schätzungsweise lebten zu ihren Hochzeiten zwischen 10.000 und 20.000 Menschen in der Stadt.links|mini|Hügelkomplex von Groß-Simbabwe Es entstanden teils nacheinander, teils parallel mehrere Staaten. Groß-Simbabwe wird als erstes Zentrum des Mutapa-Reiches angesehen, dessen Macht damals bis an die Küste reichte und auch nördlich und südlich über das heutige Simbabwe hinausging. Khami, ein ähnlich großer Komplex von Gemäuern sieben Kilometer westlich von Bulawayo entstand zunächst parallel und war später Zentrum des Torwa-Reiches.

Um 1450 wurde die Groß-Simbabwe verlassen, wahrscheinlich weil die Bevölkerungskonzentration das Land ausgelaugt hatte. Der Mutapa-Staat verlagerte sein Zentrum nach Norden und verlor seine Vormachtstellung an den Torwa-Staat. Neues Zentrum wurde für etwa 200 Jahre dessen Hauptstadt Khami. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Torwa-Staat von der Changamire-Dynastie übernommen. Kurz davor oder danach wurde Danangombe (Dhlodhlo) zur Hauptstadt.

Die Shona-Staaten hatten rege Handelsbeziehungen mit Swahili sprechenden Händlern entlang der Küste des Indischen Ozeans. Man tauschte Gold, Elfenbein und Kupfer gegen Tuch und Glas, der Fernhandel reichte bis China (Bodenfunde). Es existierte eine örtliche Textilproduktion und ihre Erzeugnisse hatten hohen Prestigewert. Diese konnte sich aber wegen der Verwendung von Webstühlen, die gegenüber anderen zeitgenössischen Modellen technisch veraltet waren, nicht dauerhaft gegen die Konkurrenz von importierten Tuchen behaupten.

Neuzeit mini|Das Matabele-Reich vor der britischen Kolonisierung, 1887

Im Laufe des 15. Jahrhunderts konkurrierten islamische und portugiesische Händler um Einfluss an den Königshöfen. Als Portugal die mosambikanische Küste zu seiner Kolonie machte und den swahilischen Küstenhandel unterband, verlor das Shona-Reich seine führende Bedeutung.

Königreich Matabele

Im 17. Jahrhundert wanderten die aus dem Kongo-Gebiet stammenden militärisch straff organisierten Nguni-Völker in das Gebiet südlich des Sambesi ein, am bekanntesten die Zulu in Südafrika. Der letzte Shona-Staat der Changamire-Dynastie war durch Bürgerkriege geschwächt und wurde von neuen Akteuren verdrängt. Im heutigen Simbabwe war es das Nguni-Volk der Ndebele (Matabele), die in den 1830ern unter ihrem König Mzilikazi das Land zwischen dem Sambesi und dem Limpopo besiedelten. Aus diesem Grund gilt Mzilikazi auch als der Gründer der Ndebele auf dem Gebiet des heutigen Simbabwe. Das Königreich Matabele war fast deckungsgleich mit dem der Republik Simbabwe. Hauptstadt war Bulawayo.

Kolonialzeit mini|250px|Landklassifikation bis 1979:weiß = Farmland in kolonialer Handlila = Farmland in afrikanischer Handorange = traditionelle afrikanische Landwirtschaft

Portugiesische Ansprüche Seit Gründung ihrer Niederlassungen an den Küsten Angolas und Mosambiks hatten die Portugiesen das Binnenland des südlichen Afrikas von der West- bis zur Ostküste beansprucht, ohne diesen Herrschaftsanspruch ernsthaft durchzusetzen. Im 19. Jahrhundert stellten Händler, Jäger und Missionare der Briten (vgl. David Livingstone) und Kapholländer (Buren) die portugiesische Herrschaft im Binnenland unter Verweis auf das Fortbestehen des arabischen Sklavenhandels infrage und begannen, auch in das Gebiet nördlich des Limpopo einzugreifen.

Britische Kolonialherrschaft 1888 erwarb der britische Kolonialpolitiker Cecil Rhodes vom Ndebele-König Lobengula Schürfrechte. 1889 erhielt Rhodes eine Lizenz für die British South Africa Company, mit der er sich 1893 – durch Abteilungen der Kappolizei und angeheuerte Abenteurer unterstützt – das Matabele-Königreich und Gebiete nördlich des Sambesi zu Eigen machte (siehe auch unten). Er trieb die Besiedlung sowie die Edelmetall- und Mineralverarbeitung voran. Sowohl die Ndebele als auch die Shona unternahmen 1896–1897 erbitterte, aber erfolglose Aufstände gegen die europäische Kolonisierung.

1911 wurde Rhodes’ Territorium geteilt: in Nordrhodesien (jetzt Sambia) und in Südrhodesien, das 1923 eine selbstverwaltete britische Siedlungskolonie wurde. 1930 wurde das Land in weiße und schwarze Siedlungsgebiete aufgeteilt und so die afrikanische Landwirtschaft in ertragsarme Gebiete verdrängt. 1950 gründete Joshua Nkomo die National Democratic Party, die für eine völlige Unabhängigkeit des Landes kämpfte. 1953 wurden die beiden Teile Rhodesiens wieder vereinigt und mit Njassaland, heute Malawi, zur Föderation von Rhodesien und Njassaland unter Führung von Roy Welensky verbunden. Nach der Auflösung der Föderation 1963 verlangten die in Südrhodesien ansässigen Weißen, unterstützt von der Apartheid-Regierung Südafrikas, ihre Unabhängigkeit (Rhodesien 1964). mini|Die einseitige Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens

Während im benachbarten Nordrhodesien und Njassaland schwarze Mehrheitsregierungen die Macht ergriffen, erklärte eine weiße Minderheitsregierung unter Ian Smith am 11. November 1965 einseitig die Unabhängigkeit. Großbritannien bezeichnete die Erklärung zwar als illegal, setzte aber keine gewaltsame Wiederherstellung der alten Zustände durch. Die Mehrzahl der afrikanischen politischen Führer ging daraufhin ins sambische Exil oder wurde von der weißen Regierung inhaftiert. Als Verhandlungen 1966 und 1968 scheiterten, verlangte Großbritannien von den Vereinten Nationen Wirtschaftssanktionen gegen Rhodesien. Die weiße Minderheitsregierung rief 1970 die Republik aus. Diese wurde von keinem Staat der Welt außer der Republik Südafrika anerkannt.