Uhingen ist eine Stadt im Land Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 35 Kilometer östlich von Stuttgart und sechs Kilometer westlich von Göppingen im Filstal.

Geographie Geographische Lage Der Hauptort erstreckt sich über zwei Berghänge (Haldenberg / Wurmberg und Wasserberg) sowie das dazwischen liegende Filstal und liegt auf 256 bis 483 Metern Höhe. Im Nordwesten reicht das Stadtgebiet noch bis in den Schurwald hinein. Die Stadt liegt im Landkreis Göppingen und gehört damit zur Region Stuttgart und zum Regierungsbezirk Stuttgart.

Stadtgliederung Die Stadt gliedert sich in den Kernort Uhingen und die Stadtteile Diegelsberg, Nassachmühle, Nassach, Baiereck, Holzhausen und Sparwiesen. Zu Uhingen gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Baiereck, Holzhausen und Sparwiesen. Zur ehemaligen Gemeinde Baiereck gehören das Dorf Baiereck und die Weiler Nassach und Unterhütt sowie die abgegangene Ortschaft Fliegenhof. Zur ehemaligen Gemeinde Holzhausen gehören das Dorf Holzhausen sowie die abgegangene Ortschaft Erlenschwang. Zur ehemaligen Gemeinde Sparwiesen gehört das Dorf Sparwiesen. Zur Gemeinde Uhingen in den Grenzen vom 31. August 1971 gehören die Stadt Uhingen, die Weiler Diegelsberg, Nassachmühle, Schloss und Gehöft Filseck, das Gehöft Weilenberger Hof und die Häuser Charlottenhof und Kies.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 341–344.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Uhingen.

Gewässer Von Ost nach West durchfließt der Neckar-Zufluss Fils das Stadtgebiet. Von ihr zweigt darin auf der Nordseite für ca. 870 m ein Kanal ab und folgende Bäche münden ihr darin zu, flussabwärts von Ost nach West: der Pfuhlbach von links, der Blaubach von rechts, der Tobelbach von links, der Butzbach von links, der Unterlochbach von rechts, der Riedenbach von rechts, der Rennenbach von links und schließlich die Nassach von rechts.

Am westlichen Ende der Stadt befindet sich der Epplesee, südlich zwischen der Kernstadt und Sparwiesen der einem Naturschutzgebiet zugehörige Charlottensee. Am Epplesee ist der Eisvogel zu Hause, im Charlottensee wachsen Gelbe Teichrosen.

1934 begann die Firma Karl Epple aus Bad Cannstatt, im Gewann Unterer Wasen Kies abzubauen, um den wachsenden Bedarf an dem Rohstoff zu decken, der durch die wachsende Verbreitung von Beton als Baustoff entstand. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde Uhingen datiert vom 29. März 1935. Der Pachtpreis betrug 75 Reichspfennig pro Quadratmeter. Damit Epple beginnen konnte, zahlte er sofort 5.000 Reichsmark an die Gemeinde. Deren Bedingung war, dass Epple außer seiner Stammbelegschaft nur Arbeiter aus Uhingen beschäftigen solle. Noch 1954 stammten von 18 Beschäftigten 16 aus dem Ort. Die Ausbeutung des Geländes geschah abschnittsweise. Damit hatte die Gemeinde den Gegenwert für rund 60 Ar vierteljährlich zu erwarten. Weil die Gemeinde dem Wunsch Epples, bis zur Bleicherei herauf graben zu dürfen, nicht entsprechen wollte, setzte er seine Tätigkeit südlich der Fils auf den Gewannen Unterziel und Pfingstwasen fort. Dabei kam ihm die Hildsche Brücke zustatten, über welche er Gleise legen ließ, um das Baggergut mittels Loren zum Kieswerk schaffen zu können. Die ausgebeuteten Gruben füllten sich bald mit Grundwasser, wurden aber wieder aufgefüllt. Lediglich unmittelbar vor der Sortier-, Wasch- und Verladeanlage blieb ein Teich erhalten. Man brauchte ihn, damit der Betrieb arbeiten konnte, denn es mussten täglich ca. 1,5 Millionen Liter Wasser zur Reinigung des geförderten Kieses gepumpt werden. Im August 1955 wurde im Gasthaus „Güterbahnhof“ der Fischereiverein Uhingen gegründet. Er pachtete die Fischrechte am „Epplesee“, sorgte für eine Uferbefestigung mit Büschen und Bäumen und verwendete sich mit anderen Vereinen dafür, die Auffüllung des Sees zu verhindern. Noch 1961 und 1962 stellte Epple Anträge auf weiteres Gelände zur Kiesausbeutung. Vermutlich zwischen 1963 und 1965 wurde der Baggerbetrieb eingestellt. 1965 wurde Epple gegen Bezahlung einer Ablösesumme aus dem Vertrag entlassen.Otmar Traub, unveröffentlichter Aufsatz im Stadtarchiv Uhingen; Gemeinderatsprotokolle.

Geschichte mini|Uhingen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch Frühe Geschichte Der Ortsname von Uhingen reicht in die Merowingerzeit zurück. Er überliefert den Namen eines gewissen Uigo, dem in der Frühgeschichte des Ortes als Sippenältestem, als Grundherrn oder gar als Siedlungsgründer eine wichtige Rolle zukam.

Die Besiedelung wird durch Bodenfunde eines Gräberfeldes aus dem 6./7. Jahrhundert belegt. Im Unterschied zum spätmittelalterlichen Ort lag dieses jedoch nördlich der Fils im Gewann Säuwasen. Es wurde 1976 im Zuge eines Bauvorhabens des ortsansässigen Unternehmens Allgaier archäologisch erschlossen. Gefunden wurden rund zehn Körpergräber, zum Teil mit Beigaben.

Die erste schriftliche Erwähnung erfolgt im Zehntregister des Bistums Konstanz vom Jahre 1275. Damals war der größte Teil des Ortes im Besitz der Grafen von Aichelberg, die ihn 1332 an ihren Gläubiger, die Grafschaft Württemberg, verkauften.

Zur Uhinger Gemarkung gehörten zunächst weitere Gebiete. Sie reichte vom Marbach im heutigen Faurndau über Wangen-Niederwälden und Holzhausen nach Diegelsberg und weiter über den Schafhof bei Albershausen nach Sparwiesen. Der Umstand, dass Reustadt bei Hattenhofen und Bezgenriet im Mittelalter kirchlich zur Pfarrei Uhingen zählten, könnte ein Hinweis darauf sein, dass selbst diese Ortschaften mit Uhingen eng verbunden sind. Während des Dreißigjährigen Kriegs drangen nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 die siegreichen kaiserlichen Truppen nach Württemberg vor und verwüsteten in weiten Teilen Städte, Dörfer und Nutzflächen. In dem Zusammenhang brannte auch Uhingen ab. Zu Zeiten Altwürttembergs bildete Uhingen zusammen mit Sparwiesen und Diegelsberg ein Stabsamt im Amt Göppingen, dem der Stabsschultheiß, ein Beamter des Herzogs von Württemberg, vorstand.

19. und 20. Jahrhundert Bei der Neugliederung des jungen Königreichs Württemberg am Anfang des 19. Jahrhunderts verblieb Uhingen beim Oberamt Göppingen. Im 19. Jahrhundert wuchs (wie vielerorts in Deutschland) die Bevölkerung, einige Familien und Einzelpersonen wanderten aus.https://www.uhingen.de/13676333.html

In den Jahren 1845 bis 1850 wurde die Filstalbahn gebaut. Die Bahnstrecke wurde von Stuttgart aus gebaut und abschnittweise in Betrieb genommen. Am 11. Oktober 1847 ging der Streckenabschnitt von Plochingen bis Süßen in Betrieb; damit war auch Uhingen an das Netz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen angeschlossen. Mitte 1850 wurden die Strecken von Stuttgart nach Ulm und von Ulm nach Friedrichshafen komplett in Betrieb genommen. In dieser Zeit siedelten sich Textilunternehmen (Weberei und Textilausrüstung) in der Gegend an.

Im Ersten Weltkrieg fielen zahlreiche Männer aus Uhingen.diese Liste (www.denkmalprojekt.org) nennt 90 durch den Krieg Gestorbene.In der Zwischenkriegszeit wuchs im Zuge der Motorisierung die Metallindustrie in der Region. Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Uhingen 1938 zum Landkreis Göppingen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seitdem nahmen die Wirtschaftskraft des Raumes und die weite Streuung der Gewerbe stark zu. Am 1. Juni 1997 erhielt Uhingen das Stadtrecht.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997.

Eingemeindungen 50px|Baieeck 1. September 1971: Baiereck (und ein Teil von Adelberg)50px|Holzhausen 1. Januar 1972: Holzhausen50px|Sparwiesen 15. März 1972: Sparwiesen

Religionen Eine Kirche wurde in Uhingen 1275 erstmals erwähnt. Der Kirchensatz gehörte dem Kloster Adelberg. Diegelsberg, Holzhausen und Sparwiesen waren von alters her Filialorte von Uhingen. Baiereck, das im Jahre 2016 kirchlich in der evangelischen Kirchengemeinde Uhingen aufgegangen ist und damit auch zum Kirchenbezirk Göppingen gehört, war zunächst Filiale von Ebersbach an der Fils, ab 1848 mit eigener Pfarrei und bis 2015 Zugehörigkeit zum Kirchenbezirk Schorndorf.

Es gehören 53,4 % der Einwohner der evangelischen, 31,1 % der Einwohner der römisch-katholischen und 5,8 % der Einwohner einer islamischen Religionsgemeinschaft an.

Einwohnerentwicklung Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1961 Datum Einwohner 1837 2.093 1907 3.429 17. Mai 1939 4.851 13. September 1950 7.493 6. Juni 1961 10.200 27. Mai 1970 11.986 31. Dezember 1983 11.834 Datum Einwohner 25. Mai 1987 12.090 31. Dezember 1991 12.710 31. Dezember 1995 13.385 31. Dezember 2005 13.895 31. Dezember 2010 13.555 31. Dezember 2015 14.036 31. Dezember 2020 14.479

Politik Stadtrat In Uhingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Uhingen besteht aus den 34 (vorher 28) gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2024 führte zu folgendem Ergebnis.

Partei Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 Veränderung% VeränderungSitze FWV Freie Wähler Uhingen 28,01 9 −4,29 ±0 UBU Unabhängige Bürger Uhingen e. V. 13,37 5 −11,48 −2 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,42 5 −7,83 −1 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 17,53 6 +3,23 +2 FDP/UB Freie Demokratische Partei/Unabhängige Bürger 6,20 2 −2,10 ±0 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 8,32 3 +8,32 +3 AfD Alternative für Deutschland 13,17 4 +13,17 +4 Gesamt 100 34 Wahlbeteiligung 60,03 % −0,37 % Darüber hinaus besteht für alle drei Stadtteile Holzhausen, Nassachtal/Diegelsberg und Sparwiesen jeweils ein eigener Ortschaftsrat mit zehn Ratsmitgliedern, der ebenfalls im Jahr 2024 gewählt wurde.mini|Uhinger Rathaus

Bürgermeister Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Bisherige Amtsträger: bis 1964: Adolf Koch 1964–1981: Karl Gerhard Jahn 1981–2005: Klaus Walter (FWV) seit 2005: Matthias Wittlinger (CDU)

Wappen Blasonierung: „In Rot ein silberner Wellenbalken und ein rechtes silbernes Obereck.“

Als Fleckenzeichen, das auch auf Marksteinen eingehauen war, wurde im 18. Jahrhundert ein „Gänsfuß“ erwähnt. Das jetzige Wappen geht auf einen Vorschlag der Archivdirektion Stuttgart vom Jahre 1912 zurück. Es verbindet den roten Schild mit dem silbernen Obereck – das Wappen der Grafen von Aichelberg, die bis 1332 den größten Teil des Ortes besaßen – mit dem Wellenbalken als Symbol für die Fils, die durch den Ort fließt.Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg Band 1 Seite 132; Herausgeber: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg 1987, ISBN 3-8062-0801-8.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Straße Zu erreichen ist Uhingen über die Bundesstraße 10, die direkt am Ort vorbeiführt, und die Bundesstraße 297 (Lorch–Tübingen).

Bahnhof