Kurt Stanke (* 20. Dezember 1903 in Berlin; † 15. Oktober 1978 ebenda) war ein deutscher Kameramann von Dokumentarfilmen und ein Regisseur.
Leben und Wirken Der Fabrikantensohn ging in Berlin-Treptow zur Schule und musste seinen ursprünglichen Plan, Ingenieur zu werden, aufgrund des frühen Todes des Vatersaufgeben. Da er eine Fotografenlehre durchlaufen hatte, konnte Stanke bereits im Alter von 15 Jahren erste Kontakte zur Filmbranche knüpfen und erlernte ab 1919 seinen Beruf in der Kopieranstalt wie im Atelier von der Pike auf. 1922 fotografierte er seinen ersten größeren Kulturfilm im Gebirge, ehe er als Zwanzigjähriger von Reinhold Schünzel in seiner Funktion als Regisseur für den Spielfilm “Windstärke 9” verpflichtet wurde.
Stanke blieb jedoch fortan dem Natur-, Kultur- und Industriefilm treu und fotografierte die kommenden dreieinhalb Jahrzehnte eine Fülle von meist kurzen Dokumentarfilmen, die von bekannten Vertretern der Branche wie Martin Rikli, Wilhelm Prager und Andrew Thorndike inszeniert wurden. Nach dem Krieg ließ sich Stanke von der DEFA engagieren, für die er bis Ende der 1950er Jahre regelmäßig Filme fotografierte. In unregelmäßigen Abständen versuchte sich Kurt Stanke auch als Regisseur, darunter bei mehreren SED-Auftragsproduktionen der 1950er Jahre mit stark politischer, prokommunistischer Tendenz.
Filmografie als Kameramann von kurzen Dokumentarfilmen, wenn nicht anders angegeben 1924: Windstärke 9 (Spielfilm) 1925: Insulinde 1926: Hermanns Erzählungen (Spielfilm, auch Regie) 1927: Verkehrsregelung in der Nordsee (auch Regie) 1927: Männes Werdegang (Spielfilm) 1929: Gesprengte Fesseln. Ein Kulturbild aus Vergangenheit und Gegenwart des schaffenden Volkes 1929: Winter im Spreewald 1930: Examensnöte oder das Geheimnis der Eischale 1930: Salon der Meerungeheuer 1931: Gold des Nordens 1931: Das geheimnisvolle Schiff 1931: Von Ibissen und Reihern 1931: Goldgräber in Rumänien 1931: Der gläserne Motor 1932: Goethe lebt …! (Spielfilm) 1932: Unsichtbare Wolken 1932: Völkerwanderungen der Fische 1933: Vom Amselfeld zum Ochridasee 1933: Wasser hat Balken 1933: Aus der Heimat des Elchs 1934: Was die Isar rauscht 1934: Gorch Fock 1934: Strömungen und Wirbel 1934: Schären und Fjorde an der Adria 1935: Soldatenlieder (Kurzspielfilm) 1935: Wiesbaden 1935: Sturm über Hallig 1935: Im Lande Widukinds (auch Regie, Schnitt) 1935: Die alte Königsstadt Krakau 1936: Warschau 1936: Wilna 1936: Husaren der See 1936: Das Paradies der Pferde 1937: In der Rott 1937: Hinunter 1937: Spreehafen Berlin 1937: Weltstadt am Wasser 1937: Wir erobern Land 1938: Sonne, Erde und Mond 1938: Arbeitsmaiden helfen 1939: Bayreuth. Eine Stadt einst und jetzt 1939: Wald im Winter 1939: Wissenschaft weist neue Wege 1940: Radium 1940: Sinfonie der Wolken 1940: Jugend fliege 1940: Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage 1941: Windige Probleme 1943: Alltag zwischen Zechentürmen 1943: Küchenzauber 1943: Wolkenspiel 1944: Post nach den Halligen 1944: Wie spät? 1944: Sport in der Zeitlupe 1945: Anmut und Kraft. Frauensport unter der Zeitlupe 1949: Der durchbrochene Kreis 1950: Von Hamburg bis Stralsund 1950: Der Weg nach oben 1951: Wilhelm Pieck – Das Leben unseres Präsidenten 1951: Das demokratische Dorf (Regie) 1952: Erwachendes Land (Regie) 1953: Neuer Kurs auf freiem Land (auch Regie) 1954: Feindeswerkzeuge (Regie) 1954: Sie Sieben vom Rhein 1955: Du und mancher Kamerad 1955: Attentat auf unsere Kinder (auch Regie und Drehbuch) 1957: Von Port Said bis Suez (Regie) 1957: Leben zur Pyramidenzeit (Regie) 1959: Goldener Boden (auch Regie) 1959: Fest der Hunderttausend 1959: Reportage aus Rossendorf
Literatur Kurt Mühsam / Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926. S. 169 f.
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