Ignaz Sendtner (* 27. Juni 1858 in München; † 18. Januar 1936 in Augsburg) war ein deutscher Arzt, Pathologe, Obermedizinalrat und Konservator für Kryptogame.Dr. Sendtner, Ignaz. In: Fünfundvierzigster Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Neuburg (a.V.), veröffentlicht im Jahre 1927, S. 15. Er machte sich mit der wissenschaftlichen Erforschung von Alkoholerkrankungen bei Beschäftigten in den Biergewerben verdient.
Leben Sendtner war der älteste Sohn aus der zweiten Ehe von Theodor von Sendtner mit Maximiliane, geborene Freiin von Pfetten. Sein Stiefbruder war der Chemiker Rudolf Sendtner. Er wuchs in München auf, wo er sich als Schüler der I. Fortgangsklasse an der St.-Bonifaz-Schule in der Luisenstraße 13 im Schuljahr 1868/69 einer „rühmlichen Bekanntmachung“ der Wertung „sehr gut“ würdig machte.Sendtner Ignaz, Sohn eines Administrators der Hypotheken- und Wechselbank dahier. In: Verzeichnis der sämmtlichen Schüler und Schülerinen, welche im Schuljahre 1868/69 in den deutschen Werktags-Schulen der königlichen Haupt- und Residenzstadt München sich öffentlicher Preise oder rühmlicher Bekanntmachung würdig gemacht haben, nebst einem Vorberichte über den Zustand dieser Schulen. Druck F. S. Hübschmann, München, 30. Juli 1869. Er studierte von 1878 bis 1884 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München MedizinPersonenverzeichnis LMU Jahrgänge 1878-84 und nahm dort seine ärztliche Tätigkeit auf.
Forschung am pathologischen Institut zu München Als Mitarbeiter und Leichenschauarzt des pathologischen Instituts von Otto von Bollinger verfasste er 1891 das 2. Heft von Bollingers herausgegebenen Münchener medicinischen Abhandlungen (insgesamt 77 Hefte in neun Reihen).Verlag von J. F. Lehmann in München. Pathologische Anatomie. Arbeiten aus dem patholog. Institut in München. Hrsg. von Prof. Dr. O. Bollinger. In: Karl Kopp: Atlas der Geschlechtskrankheiten. Reprint des Originals von 1923, Band VI, Ulan Press, 2012, S. 6, ISBN 978-1-148-76209-8 Anhand eines 30-jährigen Sterberegisters der Stadt München führte er darin den Nachweis, dass in München die Herzkrankheiten in der Reihe der Todesursachen an dritter Stelle nach Tuberkulose und den entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane standen und dass die Lebensdauer der den Biergewerben angehörigen Personen sehr beträchtlich hinter dem Durchschnittslebensalter zurückblieb.Adolf Haegler: Über die Factoren der Widerstandskraft und die Vorhersage der Lebensdauer beim gesunden Menschen. Verlag Benno Schwabe, Basel 1896, S. 76.
In der 27. Ausgabe der von Hermann Joseph Klein herausgegebenen naturwissenschaftlichen Zeitschrift Gaea, Natur und Leben von 1891 war hierzu zu lesen:
Theodor Weyl schrieb 1901 in seinem Handbuch der Hygiene:Theodor Weyl: Handbuch Der Hygiene, Band 6, Fischer, Jena 1901, S. 120.
Im Vergleich zu München zählte Sendtner in Berlin unter 809 Todesfällen nur 36 Fälle von Herzerkrankungen, was einem Anteil von 4,4 Prozent entspricht.Heinrich Merth: Die Trunksucht und ihre Bekämpfung durch die Schule. Pichler, Wien/Leipzig 1904, S. 54.
Militärdienst Zum Stabsarzt der bayerischen Landwehr (1. Aufgebot) wurde er 1893 befördertBefördert. In: Ärztliches Intelligenz-Blatt, Band 40, Finsterlin, 1893, S. 924. und 1898 mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen aus dem Militärdienst entlassen.Abschied bewilligt. Münchener Medizinische Wochenschrift, Band 45, 1898, S. 320. Seine Offizierspersonalakten befinden sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv.Sendtner, Ignatz, Dr.; geb. 27.06.1858 in der Findmitteldatenbank des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, abgerufen am 18. Juli 2025.
Bezirksmedizinaldienst 1902 wurde er zum Bezirksarzt I. Klasse bei der Kreisstelle in München ernannt.Deutsche Apotheker-Zeitung, Band 17, Standesgemeinschaft Deutscher Apotheker, 1902, S. 572. Er war dann tätig als Mitarbeiter des Kreismedizinalreferenten bei der Kammer des Innern der Kreisregierung Oberbayern.Dr. Ignaz Sendtner. In. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, 1908, S. 329. 1911 erfolgte der Umzug nach Augsburg, wo er wiederum als königlicher Bezirksarzt tätig war.Stadtarchiv München, Polizeimeldebogen vom 6. Januar 1885Stadtarchiv Augsburg, AuskunftSendtner Ignaz, Bezirksarzt in Augsburg. Findmitteldatenbank des Bayerischen Hauptstaatsarchivs.
In dieser Funktion untersuchte er Mitte der 1910er Jahre die Wachstumsverhältnisse von Schülern im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamts Augsburg. Gemessen und gewogen wurden hierzu im Zeitraum von 1913 bis 1916 sechs-, acht- und zwölfjährige Schulkinder bei schulärztlichen Untersuchungen. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass der Einfluss der Kriegsernährung im Wachstum und Gewicht bei den dort untersuchten Schülern nicht als bedeutend zu bewerten war und etwa 1 cm in der Länge und 0,5 kg im Gewicht ausmachte.Gesundheits-Ingenieur – Zeitschrift für die gesamte Hygiene für die gesamte Städtehygiene, 40. Jahrgang, Nr. 28, Verlag von. R. Oldenbourg, 19. Mai 1917, S. 199.
Privates Ignaz Sendtner war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Maria, geborene Huber, hatte er einen Sohn, Maximilian. Nach der Scheidung 1897 heiratete er 1906 Maria, geborene Giehrl. Mit ihr hatte er die Töchter Paula Kohlhaupt (1904–1998) und Hedwig (* 1920).
Publikationen Sendtner verfasste einige Werke medizinischen und später auch botanischen Inhalts, darunter: Ueber einen Fall von Elephantiasis lymphorrhagica. Inaugural-Dissertation, C. Wolf & Sohn, München 1884. Ueber Lebensdauer und Todesursachen bei den Biergewerben. Ein Beitrag zur Aetiologie der Herzerkrankungen. Heft 2 der Münchener medicinischen Abhandlungen, I. Reihe, herausgegeben von Otto von Bollinger, Verlag von J. F. Lehmann, München 1891. Die Kreuzotter in Schwaben. 48. Bericht des naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, Augsburg, S. 112–121. Augsburg, 1930.Ignaz Sendtner: Die Kreuzotter in Schwaben. 48. Bericht des naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, Augsburg, S. 112–121. Augsburg 1930. () Schulhygiene und Kinderschutz. Wachstumsverhältnisse der Schulkinder des Bezirksamts Augsburg von 1913–16. In: Zeitschrift für Medizinal-Beamte, Buchhandlung H. Kornfeld, Berlin, 5. Februar 1917, S. 79 ff.
Einzelnachweise
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