Innerthal ist eine politische Gemeinde im Bezirk March des Kantons Schwyz in der Schweiz.
Wappen Auf dem Wappen von Innerthal wird der Rossalpelispitz sowie der Zindlenspitz dargestellt. Oberhalb der beiden Berge steht die gelbe Sonne auf rotem Grund. Am Fuss der Berge ist der Wägitalersee in blauer Farbe zu sehen; die beiden Berge sind silbern.
Geographie Innerthal ist eine Berggemeinde im Wägital. Es liegt in einem Talkessel umgeben von Gross Aubrig, Fluebrig, Mutteristock (zugleich höchster Punkt der Gemeinde mit ) und Brünnelistock, am nordöstlichen Ufer des Wägitalersee. Im Osten ist die Gemeindegrenze zugleich die Schwyzer Kantonsgrenze zum Nachbarkanton Glarus. Im Süden schiebt sich ein Zipfel der Gemeinde noch über die Pragel-Passstrasse. Je rund ein Drittel der Gemeindefläche ist Wald, Landwirtschaftsgebiet oder unproduktive Gebirgslandschaft. Im Gemeindebereich liegt die Zindelenhöhle.
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1850 302 1900 320 1950 210 1970 184 1990 157 2000 176 2010 199
Politik Die beiden wichtigsten Parteien SVP und CVP sind etwa gleich stark mit je gut 40 % Stimmanteilen.
Wirtschaft Neben der Berglandwirtschaft, den Restaurants und der Fischerei bietet nur die Kraftwerkbetreiberin AG Kraftwerk Wägital einige Arbeitsplätze. Die Hälfte der Arbeitnehmer arbeitet ausserhalb der Gemeinde, meist in der March.
Geschichte mini|290px|Historisches Luftbild vor der Flutung von Innerthal, Fluebrig von Walter Mittelholzer von 1923 mini|Innerthal 1956, etwa von der alten Brücke über den Flienglibach Erstmals wird 1397 die Katharina-Kapelle im Wägital urkundlich erwähnt.
1480 erfolgte die Loslösung von Tuggen und das Wägital wurde politisch selbstständig. Der Pestausbruch von 1629 forderte mehr als 350 Opfer, über die Hälfte der Talbewohner; es wurden Massengräber angelegt.
Innerthal und Vorderthal trennten sich 1776.
Der Bau der Strasse ins Wägital erfolgte 1860. Zusammen mit der Aufnahme des Betriebes im neuen Kurhotel am See im folgenden Jahr erlebte Innerthal einen Aufschwung. Ab 1894 fuhr die eidgenössische Pferdepost ins Wägital und elektrischer Strom wurde erstmals 1908 angeliefert.
1922 bis 1925 wurde der Wägitalersee mit einer 111 Meter hohen Mauer aufgestaut. Deren Bau bedeutete für Innerthal einen Wendepunkt in seiner Geschichte: 1920 lebten hier 369 Einwohner. Weit über 100 Personen mussten die Gemeinde verlassen, und 1930 lebten hier nur noch 223 Personen. Nur bei einigen konnten die Heimwesen auf höhere Lagen verlegt werden. Die alte Dorfkirche wurde vor der Überflutung gesprengt und ein Neubau im neuen Dorfkern errichtet.
Sehenswürdigkeiten
Kunst und Kultur In Innerthal findet am 2. Sonntag im September eine Sennenchilbi statt. Organisiert wird dieser sehr alte und urtümliche Anlass von der 1598 gegründeten Sennenbruderschaft.
In Innerthal spielt der historische Roman «Talwasser» des Schweizer Schriftstellers Beat Hüppin. Hüppin erzählt auf der Grundlage von geschichtlichen Quellen und Zeugnissen die fiktive Geschichte der Bauernfamilie Dobler, die wie viele andere auch wegen der Überflutung ihr Heimwesen aufgeben muss.Am Ort des Geschehens: Lesung „Talwasser“ Mitteilung auf schwyzkultur.ch vom 7. März 2016
Persönlichkeiten
August Spiess (1870–1945), Lehrer, Unternehmer, Politiker und Heimatforscher
Literatur Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band I: Die Bezirke Einsiedeln, Höfe und March. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 1). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1927. Hans Bernhard: Das Umsiedlungswerk Wäggital. Gutachten. Rascher, Zürich 1921. Lenz Mächler: Das Bad Wäggithal, Zur Geschichte des früheren Badekurortes Innerthal (1862–1924). In: Schwyzer Hefte Nr. 27. Kulturkommission des Kantons Schwyz, Schwyz 1983. Albert Jörger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band 2: Der Bezirk March. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1989 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 82). ISBN 3-909158-22-6. S. 158–179.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Innerthal
Michael van Orsouw: Das Dorf geflutet Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 7. August 2020
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Schwyz Kategorie:Schweizer Gemeinde