mini|Sungnyemun, der ehemalige Nationalschatz Nr. 1

Die koreanische Kultur umfasst eine breite Palette von Bereichen, darunter Koreas traditionelle Kunst, Essen, Kleidung, Unterkunft und Lebensstil.Sin, Hyong-sik (2005). A Brief History of Korea. The Spirit of Korean Cultural Roots. 1 (2nd ed.). Seoul: Ewha Womans University Press. ISBN 978-89-7300-619-9.Christopher J. Norton, "The Current State of Korean Paleoanthropology", (2000), Journal of Human Evolution, 38: 803-825.A Concise History of Korea: From the Neolithic Period through the Nineteenth Century by Michael J. Seth

Die künstlerischen Aktivitäten auf der koreanischen Halbinsel begannen in der Jungsteinzeit, ihre volle Blüte erlebten sie jedoch erst gegen Ende des 4. Jahrhunderts, als der Buddhismus eingeführt wurde.

Traditionell gibt es in der koreanischen Malerei, Literatur und Hofmusik viele Werke, die den Austausch mit China widerspiegeln. Insbesondere in der Joseon-Zeit, unter dem Einfluss des Konfuzianismus, waren zurückhaltende Tuschmalereien beliebt. Mit dem Beginn der Moderne hielten verschiedene westliche Kunststile Einzug, was zu zahlreichen dynamischen Veränderungen führte. Durch den Fortschritt der Informationstechnologie und die zunehmende Globalisierung setzte sich dieser Wandel kontinuierlich fort und prägt die Gegenwart bis heute.

Aspekte wie Film, moderne Musik und Kleidung haben sich in Nord- und Südkorea seit der Teilung des Landes im Jahr 1948 sehr verschieden entwickelt. Der Gesellschaft liegen aber die gleichen traditionellen Denkweisen zugrunde. In den letzten Jahren erlebte die koreanische Kultur, insbesondere Filme, Fernsehserien und Popmusik, einen Boom in den ostasiatischen Nachbarländern, unter dem Begriff „Koreanische Welle“ (한류 - Hallyu) bekannt. Dadurch ist die koreanische Sprache, die koreanische Kultur sowie viele südkoreanische Stars im gesamten asiatischen Raum, aber auch im Westen bekannt.

Wurzeln Vergleiche der koreanischen Sprachen deuten auf einen Ursprung von nördlich der koreanischen Halbinsel hin. Es gibt grundlegende grammatikalische und typologische Ähnlichkeiten mit den Sprachen der Altaischen Sprachgruppe Sibiriens und Zentralasiens, bis hin zu den finno-ugrischen Sprachen. Das älteste überlieferte Staatentum der koreanischen Geschichtsschreibung ist das Königreich Go-Joseon in der heutigen Mandschurei. Ihr Territorium dehnte sich bis in das heutige Nordkorea aus. Im Süden der Koreanischen Halbinsel herrschte eine Konföderation aus drei Stämmen, die als Samhan bekannt war.

Koreaner sind die Nachfahren der Urkoreaner, die das heutige Sibirien bewohnten und während der Bronzezeit die Koreanische Halbinsel von Sibirien und der Mandschurei aus vollständig besiedelten.Nelson, Sarah M. The Archaeology of Korea.Ahn, Sung-Mo (June 2010). "The emergence of rice agriculture in Korea: archaeobotanical perspectives". Archaeological and Anthropological Sciences. 2 (2): 89–98. doi:10.1007/s12520-010-0029-9. .Vovin, Alexander. 2008. "高句麗에서 耽羅까지ᅳ韓国祖語를 말한 騎馬人들과 함께 南쪽을 향하여 천천히 내려오면서ᅳ" ("From Koguryo to Tamna: Slowly Riding South with the Speakers of Proto-Korean"). Lecture at the Seoul National University on May 15, 2008. Travel fully funded by the Seoul National University. Die Einwanderung der Vorfahren der Koreaner vom Festland her, aus Nordosten über den Tumen-Fluss, entlang der Ostküste und über niedrige Gebirgspässe in den Westen der Halbinsel dominieren das Bild von der Herkunft des koreanischen Volkes. Im Süden an der Festlandküste, den vorgelagerten Inseln und der Vulkaninsel Jeju-do finden sich die sogenannten Dolhareubang „Steingroßväter“, die Statuen in Indonesien, auf Hawaii, und den Osterinseln ähnlich sehen.

Lange nach der Entstehung des koreanischen Volkes kamen verstärkte Einflüsse aus dem Nordwesten, insbesondere aus China, hinzu.

Mythologie und Folklore

Dangun Mit drei Himmlischen Siegeln ausgestattet, wurde Hwanung, der Sohn des Himmelsherrn, mit 3000 Begleitern auf die Erde gesandt, um die Welt zu regieren. Auf einem Berg mit drei hohen Gipfeln (manche Überlieferungen nennen den Myohyang-san in Nordkorea, andere den Paektu-san an der Grenze zu China) fand er einen Heiligen Baum und gründete dort die Heilige Stadt. Er selbst wurde als Himmlischer König bezeichnet. Eines Tages kamen eine Bärin und eine Tigerin zu ihm und baten, in Menschen verwandelt zu werden. Hwanung gab ihnen Beifuß und Knoblauch zu essen und forderte sie auf, 100 Tage in einer Höhle zu bleiben, ohne hinauszugehen. Die Bärin wurde nach 21 Tagen zu einem Menschen, doch die Tigerin hielt es nicht so lange aus.

Die Bärin, die sich in eine Frau verwandelt hatte, fühlte sich einsam und betete am Heiligen Baum. Der Himmlische König nahm daraufhin eine andere Gestalt an, heiratete sie und bald war sie schwanger. Sie brachte einen Sohn namens Dangun zur Welt, den „Herrn des Sandelholzbaumes“ und Stammvater aller Koreaner. Seine Nachkommen sollen für mehr als 1000 Jahre die Königsdynastie fortgeführt haben. Die Geschichte über Dangun wird von Iryon auf das Jahr 2333 v. Chr. datiert.

Interpretation Die beiden Tierfiguren, Bärin und Tigerin, könnten nach ethnologischen Interpretationen als Totems identifiziert werden und somit als tierische Ahnenfiguren eines Stammes gelten. Bei der Bildung größerer gesellschaftlicher Einheiten könnte es zu Konflikten gekommen sein, bei denen der Stamm mit dem Tiger als Totem unterlegen war, während der Stamm mit dem Bären als Ahnenfigur die Vorherrschaft erlangte.

Bei Völkern von den japanischen Ureinwohnern, den Ainu, über ganz Sibirien bis hin zu den Samen (Lappen) in Skandinavien wird der Bär oft als Berggottheit verehrt und genießt eine besondere Wertschätzung.

Zahlreiche traditionelle Überlieferungen prägen bis heute das koreanische Bewusstsein, obwohl sie wegen der modernen westlichen, meist amerikanischen Einflüsse oft verschwunden scheinen. So ist das Denken in vielen Bereichen im uralten koreanischen Schamanismus verwurzelt, während der Konfuzianismus von den Koreanern tief verinnerlicht wurde und sich auf alle Lebensbereiche auswirkte.

Traditionelle Musik Die koreanische Musik basiert auf der Gesangsstimme. Im traditionellen koreanischen Gesang kann das Temperament und die Geschichte Koreas wiedererkannt werden. Es gibt zwei verschiedene Arten traditioneller Musik: Jeongak und Minsogak. Volksmusik wie Balladen werden als Minyo (민요, 民謠) bezeichnet.

Jeongak

Jeongak (정악, 正樂) – die Bedeutung ist „festgesetzte Zeit“, ist ein Sammelbegriff für die traditionelle Musik, die sich wiederum in mehrere Zweige untergliedert.

Aak (아악, 雅樂) – die konfuzianische Ritualmusik, gespielt zu den Riten im Ahnenschrein sowie zweimal jährlich anlässlich der Gedenkfeier für die Ahnen der königlichen Familie. Das Orchester sitzt je zur Hälfte auf der Terrasse des Schreins und vor dessen Toren. Die langsame getragene Musik ist antiphonal.

Tangak / Dangak (당악, 唐樂) – Hofmusik chinesischen Ursprungs wurde seit dem 8. Jahrhundert bei Zeremonien und Riten am Königshof aufgeführt. Es handelt sich um eine Sieben-Ton-Musik, wobei das ursprünglich koreanisch instrumentierte Orchester durch Bronzeglocken, Schlagsteine und Panflöten ergänzt wurde.

Hyangak (향악, 鄕樂) – Ursprünglich pentatonische Volksmusik, die sich seit dem 5. Jahrhundert entwickelt hat. Tonangebend ist dabei die Oboe, die durch Querflöten, zwei zweisaitige Streichinstrumente und die chang ko-Trommel ergänzt werden. Hyangak wurde als Tanz- und Bankettmusik aufgeführt.

Daechwita – Militärmusik, gespielt von gelb gekleideten Musikern. Oboen, Flöten, Trompeten, Schneckenhörner, Gongs, Trommeln und Becken ergeben eine laute, etwas schrille Musik.

Jeongak – verfeinerte Kammermusik, die zur Unterhaltung des Adels gespielt wurde. Ursprünglich auf buddhistischen Gesängen basierend, entwickelte sie sich schnell zur reinen Instrumentalmusik, gespielt auf Zither, Fidel, Oboe und chang ko-Trommel.

Samhyeon (삼현, 三絃) – höfische Tanzmusik, bestehend aus drei Tänzen: dem ernsten und langsamen yeombul, dem fröhlichen und rhythmischen taryeong sowie dem leichten unterhaltsamen kutkeori, alle von Flöten und Trommeln gespielt.

Aak und Tangak werden äußerst langsam gespielt, wobei einige Schläge über drei Sekunden andauern können. Die Schlagrate folgt entsprechend asiatischer Vorstellung dem Atem, nicht dem Herzschlag. Diese Musik hat einen besinnlichen und meditativen Charakter, mit einem weichen Klang. Dieser rührt daher, dass die traditionellen Instrumente – bis auf Trompete, Gong und Becken – aus nichtmetallischen Materialien gebaut sind. Saiteninstrumente haben Saiten aus Seide, und fast alle Blasinstrumente sind aus Bambus.

Minsogak

Minsogak (민속악, 民俗樂) ist Koreas Folkloremusik und ist voller Ausdruck und Emotionen. Diese Art von Musik hat eine Verbindung zum einfachen Volk. Im Gegensatz zu Jeongak wird die Musik im Minsogak schnell gespielt. Wie im Jeongak ist auch im Minsogak Improvisation häufig. Zu den Musikstilen der Minsogak gehören u. a. Shinawi (시나위), eine Ensemble-Improvisation schamanistischer Herkunft, Sanjo, mehrsätzige, ursprünglich improvisierte, dann mündlich weitergegebene Stücke für ein Melodieinstrument und die Sanduhrtrommel Janggu und der lange epische Gesang Pansori, bei dem ein Sänger von einem Fasstrommelspieler begleitet wird.

Musikinstrumente Koreanische Blasinstrumente sind das zylindrische Doppelrohrblattinstrument aus Bambus piri, die Kegeloboe taepyeongso aus Metall, die Querflöte daegeum, die Flöte danso, die Mundorgel saenghwang und die Gefäßflöte hun.

Koreanische Saiteninstrumente sind die zwölfsaitige Zither gayageum, die sechssaitige Zither geomungo, die siebensaitige Streichzither ajaeng und die Fidel haegeum.

Es gibt auch eine große Anzahl von Perkussionsinstrumenten: kleiner Flachgong kkwaenggwari, hängender Gong jing, das seltene Gongspiel ulla (dem chinesischen yunluo entsprechend), Fasstrommel buk, Sanduhrtrommel janggu, Klapper bak, Glockenspiel pyeonjong, Klangsteinspiel yeongyeong, der Schraptiger eo und die Holzschachtel chuk.

Merkmale traditioneller Musik Die traditionelle koreanische Musik ist nicht nur von den Musikinstrumenten charakterisiert, die verwendet werden. Improvisation ist ein wesentliches Merkmal, wie auch die Tatsache, dass es zwischen den Musikstücken keine Pausen gibt. Der Pansori ist das bekannteste Beispiel von pausenloser Vorführung. Ein Pansori kann ohne weiteres acht Stunden dauern und wird ununterbrochen von einer einzelnen Person gesungen.

Die koreanische Musik unterscheidet sich von westlicher Musik auch darin, dass es keinen Kontrast zwischen verschiedenen Tempi gibt. Stattdessen beginnt die koreanische Musik mit dem langsamsten Teil und beschleunigt während der Vorführung.

Eine koreanische Besonderheit ist ein Trommelorchester, das nur aus Frauen besteht. Gespielt werden Trommeln aller Größen, bis hin zur großen Drachentrommel. Weitere bekannte Formen von koreanischer Trommelmusik sind das Pungmul und das Samulnori, das aus ersterem entstanden ist.

Traditioneller Tanz mini|Traditioneller koreanischer Tanz der Joseon-Dynastie

Der kulturelle Austausch zwischen China und den drei Reichen brachte eine große Vielfalt von traditionellen Tänzen hervor. Die Tänze werden unterteilt in einheimische Tänze (Hyangak Jeongjae) und importierte Tänze (Dangak Jeongjae) was für Tänze steht, die mehr oder weniger unverändert von China übernommen wurden.

Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen der traditionellen koreanischen Kampfkunst „Taekgyeon“ und Tal Jum. Da viele der tänzerischen Bewegungen identisch sind, ist davon auszugehen, dass sich diese beiden Kulturgüter gegenseitig beeinflusst haben.

Hoftänze