mini|Bälle beim Racketlon
Racketlon (oft fälschlicherweise Rackethlon geschrieben) ist eine Turniersportart, die aus den vier Disziplinen Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis besteht. Bei den meisten Turnieren gibt es, je nach Spiel- und Altersklasse, verschiedene Wettbewerbe: Men-Elite, Men-Amateur, Women-Elite, Women-Amateur, Veterans +45, Juniors U16 & Juniors U21. Diese Wettbewerbe gibt es auch bei der Racketlon-Weltmeisterschaft, welche 2024 und 2025 jeweils in Rotterdam stattfand.
Regeln Es treten jeweils dieselben Spieler (Einzel oder Doppel) in allen vier Disziplinen gegeneinander an. Für die Einzeldisziplinen Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis gelten grundsätzlich die Regeln der jeweiligen Sportart. Es wird vom kleinsten zum größten Schläger (englisch racket) gespielt, es sei denn, die Infrastruktur der Sportanlage (unterschiedliche Anzahl an verfügbaren Plätzen für die verschiedenen Sportarten) lässt diese Reihenfolge nicht zu. Beim Racketlon gelten bei den Regeln im Vergleich zu den Einzelsportarten folgende Ausnahmen und Erweiterungen:
Zählweise 4 Sätze bis 21 Punkte – Je ein Satz im Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis. Bei 20:20 wird der Satz so lange verlängert, bis zwei Punkte Unterschied bestehen. Running Score – Jeder Punkt zählt, egal welcher Spieler aufschlägt. Der Aufschläger zählt – Der Spieler am Service ist verpflichtet, vor seinem Aufschlag den aktuellen Punktestand auszusprechen (in einer Lautstärke, die der Gegner verstehen kann). Gesamtpunkte zählen – Sieger ist der Spieler, der nach den vier gespielten Sätzen insgesamt am meisten Punkte gesammelt hat. D.h. es kann auch ein Spieler als Sieger vom Platz gehen, wenn er drei Sätze verloren hat. Das Match wird abgebrochen, sobald der Sieger uneinholbar in Führung liegt und die restlichen Punkte keine Bedeutung mehr haben (Ausnahme Gruppenspiele). Gummiarm Entscheidungspunkt – Wenn die Gesamtpunkteanzahl der Spieler nach den vier Sätzen unentschieden ist, wird ein einziger Entscheidungspunkt im Tennis (bzw. der letzten Sportart, falls die Reihenfolge geändert wurde) gespielt. Das Los entscheidet über den Service, im Tennis gibt es keinen zweiten Aufschlag.
Service und Seitenwechsel Einmal vor dem gesamten Match wird gelost. Der Sieger entscheidet, ob er im Tischtennis und Squash oder im Badminton und Tennis servieren möchte Seitenwechsel bei 11 – Wenn der erste Spieler elf Punkte erreicht hat, werden die Seiten gewechselt (Ausnahme Squash) und eine Pause von 30 Sekunden gemacht. Die Ausnahme ist Squash – ein Spieler darf, wenn der erste Spieler elf Punkte hat, eine Pause verlangen. Zwei Aufschläge – Der Servierer hat immer zwei Aufschläge in Folge. Er beginnt immer von rechts nach links und serviert in der Folge von links nach rechts (Ausnahme Tischtennis). Die Aufschlagregel ist gleich zu der jeweiligen Sportart. Bei 20:20 je ein Aufschlag – Ab 20:20 wechselt der Aufschlag nach jedem Punkt, wobei der Spieler A normal von rechts nach links beginnt, dann der Spieler B von rechts nach links serviert und in der Folge der Spieler A diesmal von links nach rechts serviert usw.
Geschichte Idee In Anlehnung an Biathlon, Triathlon und Zehnkampf geht es um die interdisziplinäre Verknüpfung der in Europa am meisten verbreiteten Rückschlagsportarten. Potentielle Spieler kommen somit aus allen vier Sportarten. Die Idee des Marathons, dass Spitzensportler neben Hobbysportlern an einem Turnier gemeinsam teilnehmen, wird verfolgt. In Österreich früher bekannt unter Schlägervierkampf, wird Racketlon seit 2003 in Turnierform ausgetragen. Die Bezeichnung leitet sich aus der Wortkombination , Schläger, und athlos, „Wettkampf“ ab. Den ersten Schritt unternahm – unwissentlich – Fred Perry, der bei der WM 1929 in Budapest Weltmeister im Tischtennis wurde und die Wimbledon Championships im Tennis von 1934 bis 1936 dreimal hintereinander gewann.
Beginn Der Ursprung des Racketlon liegt in Skandinavien. Anfang der 1990er Jahre wurde in Finnland und Schweden parallel begonnen, Racketlon-Wettkämpfe auszutragen. Die heute übliche Reihenfolge Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis wurde gewählt, weil es mit dem kleinsten Schläger beginnt und dem größten aufhört. Auch bei der Zählweise gab es unterschiedliche Ansätze, das jetzt übliche System bis 21 Punkte in jeder Sportart und „jeder Punkt zählt“ hat sich letztendlich durchgesetzt.
International Auf internationaler Ebene ist Racketlon durch die Fédération Internationale de Racketlon (FIR) vertreten. FIR-Präsident ist seit 2019 Duncan Stahl.
World Tour World Tour 2013 Nr. Art Titel Wo Wann 1. IWT Vienna Classics Wien 01.–03.02.2013 2. IWT Swedish Open Göteborg 22.–24.02.2013 3. SWT Canadian Open Toronto 08.–10.03.2013 4. IWT Czech Open Prag 12.–14.04.2013 5. IWT Hungarian Open Budapest 04.–05.05.2013 6. CH Israel Open Ramat Gan 18.–19.05.2013 7. CH Konex Open Ljubljana 25.05.2013 8. SWT King of Rackets Oudenaarde 31.05.–02.06.2013 9. SWT Bulgarian International Championships Sofia 28.–30.06.2013 10. CH World Sports Festival Wien 06.07.2013 11. WC World Championships Doubles/Teams Alphen aan den Rijn 11.–14.07.2013 12. IWT German Open Nussloch 26.–28.07.2013 13. CH British Open Manchester 24.–25.08.2013 14. CH South African Racketlon Championship Kapstadt 25.08.2013 15. SWT Novomatic Austrian Open Wiener Neudorf 06.–08.09.2013 16. IWT Alternate Open & Champions League Linden 20.–22.09.2013 17. IWT Finnish Open Kauniainen 04.–06.10.2013 18. IWT English Open London 25.–27.10.2013 19. WC 13th FIR Singles World Championships Zürich 22.–24.11.2013
World Tour 2012 Nr. Art Titel Wo Wann 1. IWT Vienna Classics Wien 10.–12.02.2012 2. IWT Czech Open Prag 13.–15.04.2012 3. IWT Hungarian Open Pécs 04.–06.05.2012 4. IWT Italian Open Mailand 18.–20.05.2012 5. SWT King of Rackets Oudenaarde 01.–03.06.2012 6. IWT Racketlon Allergan Granby 15.–17.06.2012 7. SWT Swiss Open Zürich 22.–24.06.2012 8. WC Doubles/Teams World Champs Sofia 12.–15.07.2012 9. IWT German Open Heidelberg 27.–29.07.2012 10. IWT Dutch Open Rotterdam 17.–19.08.2012 11. SWT NOVOMATIC Austrian Open Wiener Neudorf 07.–09.09.2012 12. IWT ALTERNATE Open Linden 21.–23.09.2012 13. IWT Finnish Open Kauniainen 05.–07.10.2012 14. IWT English Open/CL London 26.–28.10.2012 15. WC Singles World Champs Stockholm 29.11.–02.12.2012
World Tour 2011 Nr. Art Titel Wo Wann 1. SWT Swedish Open Malmö 24.–26.02.2011 2. IWT Czech Open Prag 14.–16.04.2011 3. WC World Championships Doubles/Teams Mailand 28.–30.04.2011 4. SWT King of Rackets Oudenaarde 02.–04.06.2011 5. IWT Canada Allergan Open Granby 16.–18.06.2011 6. CH World Sports Festival Wien 23.–24.06.2011 7. SWT Swiss Open Zürich 23.–25.06.2011 8. IWT Dunlop Dutch Open Rotterdam 15.–16.07.2011 9. IWT Bulgarian International Championships Sofia 21.–23.07.2011 10. IWT German Open Nussloch 28.–30.07.2011 11. IWT Planancy English Open London 18.–20.08.2011 12. CH Nieuwe Sloot Challenger Alphen aan den Rijn 02.–04.09.2011 13. IWT Alternate Open Linden 29.09.–01.10.2011 14. IWT Hungarian Open & Champions League Győr 20.–22.10.2011 15. CH Gothenburg 10 Year Celebrations Göteborg 03.–05.11.2011 16. CH British Open Croydon 05.11.2011 17. WC Novomatic Singles World Championships Wiener Neudorf 23.–26.11.2011
World Tour 2010 Nr. Art Titel Wo Wann 1. SWT Swedish Open Malmö 25.–27.02.2010 2. IWT Czech Open Prag 25.–27.03.2010 3. IWT Italian Open Basiglio 22.–24.04.2010 4. IWT Vienna Classics & 24 Autohöfe Champions League Wien 20.–22.05.2010 5. SWT Win for Life King of Rackets Oudenaarde 03.–05.06.2010 06. IWT Championnat International de Racketlon Allergan Granby 17.–19.06.2010 7. WC Swiss Open & World Championships Doubles Zürich 24.–26.06.2010 8. SWT Dutch Open Rotterdam 09.–10.07.2010 9. IWT Welsh Open Cardiff 23.07.2010 10. IWT German Open Nussloch 29.–31.07.2010 11. IWT Palanancy English Open London 19.–21.08.2010 12. WC Austrian Open & World Championships Teams Wiener Neudorf 02.–04.09.2010 13. IWT Scottish Open Edinburgh 23.–25.09.2010 14. IWT Finnish Open Kauniainen 07.–09.10.2010 15. CH International Raiffeisen Challenger Wilfersdorf 15.–16.10.2010 16. IWT International Bavarian Racketlon Open Fürth 12.–13.11.2010 17. WC Dunlop Singles World Championships Zoetermeer 24.–26.11.2010
World Tour 2009 Swedish Open, Malmö 16.–18. Januar 2009 Hungarian Open, Pécs 20.–22. Februar 2009 Canadian Open, Toronto 13.–15. März 2009 Czech Open, Prag, 2.–5. April 2009 (Doppel-WM) Belgian Open, Oudenaarde, 5.–7. Juni 2009 Swiss Open, Zürich, 27.–29. Juni 2009 Dutch Open, Eindhoven, 24.–26. Juli 2009 English Open, London, 21.–23. August 2009 Austrian Open, Wien, 4.–6. September 2009 Scottish Open, Edinburgh, 25.–27. September 2009 Finnish Open, Kauniainen, 9.–11. Oktober 2009 Weltmeisterschaften, Löhne, 19.–22. November 2009
World Tour 2008 2008 gab es zwölf offizielle „World Tour Events“ in zwölf Ländern. Im Vergleich zum Vorjahr kam die Swiss Open hinzu.
Hungarian Open (Budapest) Canadian Open (Toronto) Czech Open (Prag) King of Rackets (Oudenaarde) Finnish Open (Espoo) Dutch Open (Rotterdam) English Open + Doubles WC (London) Austrian Open(Wien) Swiss Open (Zürich) Scottish Open (Edinburgh) Gothenburg Open (Schweden) World Champs (Fürth)
World Tour 2007 2007 gab es elf offizielle „World Tour Events“ in elf Ländern, von denen vier als „Super World Tour“ Events und sieben als „World Tour“ Events ausgetragen wurden. Zusätzlich gab es erstmals sieben „Challenger Events“. Der Höhepunkt fand kurz nach Weihnachten in Rotterdam statt, wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wurde.
Super World Tour Events Swedish Open, Stockholm Canadian Open, Toronto King of Rackets, Oudenaarde World Championships, Rotterdam
World Tour Events Hungarian Open, Budapest Czech Open, Prag Finnish Open, Espoo German Open, Rüsselsheim English Open, London Scottish Open, Edinburgh Austrian Open, Wien
Challenger Events Easter Nationalteam Challenger, Salzburg Multisport Open Racketlon Championships, Montreal VITIS Swiss Open, Zürich Portugal Open, Tomar The Pacific Rim Open, Victoria, Kanada Gothenburg Open, Göteborg Wilson Bavarian Open, Fürth
National Schweiz Der Schweizer Racketlon Verband (Swiss Racketlon Federation) wurde im Oktober 2007 in Zug gegründet. Das Jahr 2008 war somit das Premierenjahr für die neue Federation. Die SRF (Swiss Racketlon Federation) hat im 2008 insgesamt 6 „Wilson Racketlon Night Tour“ Turniere organisiert. Im September 2008 wurde das internationale „Swiss Open“ in Schlieren mit Spieler aus aller Welt durchgeführt. Im Jahr 2009 fand eine Turnierserie von über 10 Turnieren statt. 2010 wurde die Wilson Racketlon Night Tour auf 12 Turniere ausgeweitet und zudem das erste Mal eine Nationalliga eingeführt. Zurzeit zählt die Swiss Racketlon Federation über 600 Mitglieder. Im Vorstand des SRF sind Karim Hanna (Präsident), Amir Hanna (Finanzen + Spielleiter), Marc Duckeck (Marketing), Nicole Eisler (Webmaster), Nico Hobi (Swiss Open) und Bernie Schöller (Swiss Open) tätig.
Österreich Der Österreichische Verband nennt sich RFA (Racketlon Federation Austria). In Österreich gibt es derzeit 30 Vereine aus allen 9 Bundesländern (7 in Niederösterreich, 5 in Wien, 5 in Oberösterreich, 4 in der Steiermark, 3 in Tirol, 2 im Burgenland sowie jeweils einen in Salzburg, Vorarlberg und Kärnten). Auch der überhaupt erste Racketlonverein der ganzen Welt kommt aus Österreich. Es ist die Union Racketlon Klosterneuburg. Jedes Jahr wird auch eine Bundesliga ausgetragen, in der der derzeit beste österreichische Verein ermittelt wird. Neben Christoph Krenn war auch Lukas Windischberger lange Zeit an der Spitze der Herreneinzelweltrangliste. Christine Seehofer ist dies bis dato (05/2020) immer noch.