Niedersachsen (; , ,Auf der Internetseite der Gemeinde Saterland so verwendet, laut dem Saterfriesischen Wörterbuch (Fort 2015) jedoch Schreibweise Läigzaksen. Landescode NI, Abkürzung Nds.; amtlich Land Niedersachsen) ist ein Land im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinigung des Landes Hannover mit den Ländern (vormaligen Freistaaten) Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.
Das heutige Land Niedersachsen steht mit rund 47.700 Quadratkilometern unter den 16 deutschen Ländern auf dem zweiten Platz hinter Bayern und nimmt bei einer Einwohnerzahl von rund acht Millionen in dieser Hinsicht Platz vier ein. Neben der Landeshauptstadt Hannover gibt es sechs weitere Großstädte: Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen und Salzgitter. Die Ballungsräume von Bremen und Hamburg reichen weit nach Niedersachsen hinein.
Geographie Geographische Lage Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf und unteren Mittellauf der Elbe. Ausgenommen von dieser Einordnung sind das Amt Neuhaus, welches nordöstlich des Flusses liegt, und die südelbischen Teile Hamburgs. Die aus den Städten Bremen und Bremerhaven bestehende Freie Hansestadt Bremen bildet eine Enklave im Landesgebiet; zusammen mit der Umgebung bildet sie die Metropolregion Nordwest. Im Südosten verläuft die Landesgrenze durch das Mittelgebirge des Harzes. Der Nordosten und der Westen – insgesamt rund drei Viertel der Landesfläche – gehören zur Norddeutschen Tiefebene, der Süden zum Niedersächsischen Bergland mit dem Weserbergland, Leinebergland, Schaumburger Land, Braunschweiger Land, Untereichsfeld, Elm und Lappwald. Im Nordosten Niedersachsens liegen die Lüneburger Heide und das von der Stader Geest dominierte Elbe-Weser-Dreieck. Während dort ärmere Sandböden der Geest vorherrschen, finden sich im mittleren Osten und Südosten in der Lössbördenzone ertragreiche Böden mit hoher natürlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltige Böden) gilt das Land landwirtschaftlich als gut erschlossen. Im Westen liegen die Grafschaft Bentheim, das Osnabrücker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Ammerland, das Oldenburger Münsterland und – an der Küste – Ostfriesland.
Der tiefste Geländepunkt ist mit rund zweieinhalb Metern unter dem Meeresspiegel eine Senke bei Freepsum in Ostfriesland. Der höchste Berg Niedersachsens ist der Wurmberg im Harz mit . Die meisten Berge und Hügel sind im Südosten des Landes zu finden.
Bevölkerungsschwerpunkt wie wirtschaftliches und infrastrukturelles Zentrum des Bundeslandes befinden sich im Bereich der Städte Hannover mit Region Hannover, Celle, Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim und Salzgitter. Er bildet mit dem weiter südlich liegenden Raum um Göttingen die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.
In der Gemeinde Hoyerhagen im Landkreis Nienburg/Weser liegt der geographische Mittelpunkt Niedersachsens.Geographischer Mittelpunkt Niedersachsens. Abgerufen am 22. Februar 2024.
Im Westen befindet sich die Grenze zum Königreich der Niederlande.
Landesteile Großbereiche Niedersachsen weist eine deutliche regionale Gliederung auf, die sich sowohl an landschaftlichen Gegebenheiten als auch an historischen, traditionell-konfessionellen und kulturellen Entwicklungslinien manifestiert. In den früher eigenständigen deutschen Ländern Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und dem ehemaligen bis 1803 reichsunmittelbaren Hochstift Osnabrück, insbesondere in deren Kerngebieten, findet man bis heute häufig einen ausgeprägten Lokalpatriotismus vor, ebenso in Ostfriesland, der Grafschaft Bentheim und in den traditionell römisch-katholisch geprägten Regionen Emsland, Eichsfeld und Oldenburger Münsterland. Im Umland der Hansestädte Bremen und Hamburg dominiert dagegen häufiger eine Orientierung in Richtung dieser Zentren. Die heutigen Metropolregionen, die sich auf niedersächsischem Gebiet befinden, tragen der im Alltag relevanten regional vorherrschenden Orientierung Rechnung, die sich beispielsweise in Form von wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Pendlerströmen äußert.
Regionale Vielfalt Die verschiedenen Regionen und vielfältigen Landschaftsformen – vom Harz bis zur Küste – sind charakteristisch für das Land. Niedersachsen kann nicht auf eine jahrhundertelange zusammenhängende Landesgeschichte zurückblicken. Dennoch bemüht man sich von vielen Seiten, Trennendes nicht in den Vordergrund treten zu lassen, sondern stattdessen im Laufe der Zeit daraus eine Stärke des Landes zu entwickeln und Niedersachsen dadurch eine Identität zu verleihen.
Frühere Verwaltungs- und Regierungsbezirke Noch heute orientieren sich die Einzugsbereiche vieler kirchlicher und gesellschaftlicher Institutionen, Grenzen von Handels- und Handwerkskammern und kultureller Einrichtungen an den historischen Gebieten, die bis 1978 in Form von Verwaltungs- und Regierungsbezirken bestanden und aktuell in den Landschaften und Landschaftsverbänden fortbestehen. Auf den nach 1978 durch Zusammenlegungen entstandenen vergrößerten Regierungsbezirken basiert der Einzugsbereich der heutigen Regionalbeauftragten der Landesregierung. Auch die NUTS-2-Regionen in Niedersachsen entsprechen den ehemaligen Regierungsbezirken Niedersachsens.
Nachbarländer Niedersachsen ist mit seinen neun Nachbarn Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen das Land mit den meisten Anrainern.
mini|Deutsch-Niederländische Grenzfrage
Niedersachsen hat außerdem eine Grenze zu den niederländischen Provinzen Overijssel, Drenthe und Groningen. Im Bereich der Emsmündung ist der genaue Grenzverlauf zwischen Deutschland und den Niederlanden völkerrechtlich nicht genau festgelegt. Zwar einigten sich die beiden Staaten im Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande über die Regelung der Zusammenarbeit in der Emsmündung vom 8. April 1960 auf eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit, jedoch kommt es in Detailfragen immer wieder zu Differenzen, zuletzt zum Beispiel um die Genehmigung von geplanten Offshore-Windparks.
Auch der Grenzverlauf in der Elbmündung ist mit Schleswig-Holstein umstritten.Bundes- und Landesgrenzen. In: niedersachsen.de. Abgerufen am 29. September 2021.
Gewässer mini|Europäische Wasserscheiden
Flüsse
Alle Flüsse fließen direkt oder indirekt in die Nordsee. Man unterscheidet die drei Einzugsgebiete von Ems, Weser und Elbe. Lediglich die Flüsse Vechte, Harle, Jade und Maade sowie einige weitere Marschengewässer, die direkt in die Nordsee entwässern, gehören keinem der vorgenannten Einzugsgebiete an.
Kanäle Niedersachsen hat im Norden den Ems-Jade-Kanal und den Elbe-Weser-Kanal, im Osten den Elbe-Seitenkanal, im Süden den Mittellandkanal, den Stichkanal Salzgitter, den Stichkanal Hildesheim und den Stichkanal Hannover-Linden sowie im Westen den Dortmund-Ems-Kanal, den Küstenkanal und den Stichkanal Osnabrück.
Zudem befindet sich im Westen das Linksemsische Kanalnetz.
Seen Niedersachsen ist reich an natürlichen Seen, die in der Regel nur eine geringe durchschnittliche Tiefe haben. Der größte See ist das Steinhuder Meer mit einer Fläche von 29,1 km², gefolgt vom Dümmer mit 13,5 km² und dem Zwischenahner Meer mit 5,5 km². Viertgrößter See ist das Große Meer in Ostfriesland mit 2,89 km².
Über den niedersächsischen Badegewässer-Atlas kann man verschiedene Informationen zu den rund 280 Badegewässern finden. Neben der Badegewässerqualität findet man auch Informationen über die Lage und die Infrastruktur wie Parkplätze, sanitäre Anlagen oder Badeaufsicht. Die Badegewässerqualität wird auf Grundlage der Überwachungsergebnisse der letzten vier Badesaisons bestimmt. Jedes Badegewässer erhält dementsprechend eine Qualitätskategorie von „ausgezeichnet“ bis „mangelhaft“.Badegewässer-Atlas Niedersachsen, abgerufen am 4. November 2012.
Talsperren mini|Okertalsperre
Es gibt 86 Talsperren, die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) überwacht werden.Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Talsperrenaufsicht: Ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz, abgerufen am 3. November 2012. In dieser Gesamtzahl sind gemäß der Talsperrendefinition auch etwa 30 Oberharzer Stauteiche der Oberharzer Teiche enthalten, die einen wesentlichen Teil des Oberharzer Wasserregals darstellen. Das Oberharzer Wasserregal gilt als das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem des Bergbaus und wurde 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.Oberharzer Wasserwirtschaft ist Weltkulturerbe Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission e. V. vom 1. August 2010, abgerufen am 17. Juli 2011.
Die meisten niedersächsischen Talsperren befinden sich im Harz, der zu den niederschlagsreichsten Gegenden in Deutschland zählt. 78 Talsperren befinden sich in den Gewässereinzugsgebieten von Oker, Innerste, Rhume, Leine und Aller. In den Gewässereinzugsgebieten von Ems, Hase und Hunte gibt es fünf Sperren, im Bereich der Ilmenau liegen zwei Sperren, nur eine Talsperre existiert im niedersächsischen Gewässereinzugsgebiet der Weser. Die Talsperren werden sowohl für die Trinkwassergewinnung als auch für den Hochwasserschutz genutzt.
Die größte Talsperre in Niedersachsen ist die Okertalsperre mit einem Speichervolumen von 47,4 Millionen Kubikmetern. Die älteste Talsperre ist die Thülsfelder Talsperre im Landkreis Cloppenburg, die von 1924 bis 1927 errichtet wurde.
Flächennutzung Rund 83 Prozent der Fläche des Landes Niedersachsen bestehen aus Wald- und Landwirtschaftsflächen. Die Gebäude-, Frei- und Verkehrsflächen nehmen einen Anteil von rund zwölf Prozent ein. Die gesamte weitere Flächennutzung kann der folgenden Tabelle entnommen werden:Flächennutzung in Niedersachsen gemäß der Flächenerhebung 2010 mit Stichtag 31. Dezember 2010, abgerufen am 1. November 2012.
Flächennutzung im Jahre 2016 Fläche in km² Prozent Landwirtschaftsflächen 28.599 60,9 Waldflächen 10.339 21,6 Gebäude- und Freiflächen 3.475 7,3 Verkehrsflächen 2.429 5,1 Wasserflächen 1.119 2,3 Erholungsflächen 436 0,9 Betriebsflächen 323 0,8 Flächen anderer Nutzung 909 1,9 Gesamtfläche 47.613 100,0
Landschaftsschutzgebiete
Ende 2011 gab es in Niedersachsen 1.272 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 9.857 Quadratkilometern. Das sind 18,58 Prozent der Gesamtfläche von Niedersachsen., abgerufen am 1. November 2012. Die größten Landschaftsschutzgebiete sind das Landschaftsschutzgebiet Südheide mit 43.775 Hektar, das Landschaftsschutzgebiet Harz im Landkreis Goslar mit 39.018 Hektar sowie das Landschaftsschutzgebiet Elbhöhen-Drawehn mit 37.105 Hektar., abgerufen am 1. November 2012.
Naturschutzgebiete Weiterhin bestanden Ende 2011 772 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 1.988 Quadratkilometern, was einem Anteil von 3,75 Prozent an der Gesamtfläche Niedersachsens entsprach., abgerufen am 1. November 2012. Das größte Naturschutzgebiet ist das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit 23.437 Hektar, gefolgt von dem Naturschutzgebiet Borkum Riff mit 10.000 Hektar und dem Naturschutzgebiet Esterweger Dose mit 4.747 Hektar., abgerufen am 1. November 2012. Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist auch das älteste Naturschutzgebiet in Niedersachsen. Es wurde bereits am 12. Januar 1922 unter Schutz gestellt., abgerufen am 1. November 2012.
Naturparks