Dobin am See ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland. Sie wird vom Amt Crivitz mit Sitz in Crivitz verwaltet.

Geografie Dobin am See liegt am Nordostufer des Schweriner Sees (Außensee), nordöstlich des Paulsdammes inmitten einer hügeligen Endmoränenlandschaft. Die Höhen steigen von , dem mittleren Spiegel des Schweriner Sees, bis über an. Umliegende Städte sind unter anderen Schwerin und Brüel. Zu den Seen im Gemeindegebiet gehören der Lange See, der Neuschlagsdorfer See, die Schlese sowie zwei Schwarze Seen.

Gemeindegliederung

Dobin am See besteht aus den Ortsteilen§ 1 der BKS-MV.de.: Amt Ostufer Schweriner See: Satzungen/Hauptsatzung. (PDF) der Gemeinde.: Alt Schlagsdorf Buchholz Flessenow Liessow Neu Schlagsdorf Retgendorf Rubow

Geschichte Dobin am See gibt es als Gemeinde seit dem 13. Juni 2004. Sie entstand durch eine Fusion der bisherigen Gemeinden Retgendorf und Rubow.StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004.

Der Name Dobin geht zurück auf eine Burg, die der Abodritenfürst Niklot um 1147 zwischen dem Schweriner See und der Döpe bei Neu Flessenow errichten ließ. Im Rahmen einer Strafexpedition Heinrich des Löwen 1160 zerstörte der zurückweichende Niklot die Burg, um eine Einkesselung zu verhindern. Die meisten Dörfer im Gemeindeverbund wurden im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt.

Das Gebiet gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zum Herzogtum bzw. Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin dann zum Freistaat Mecklenburg-Schwerin (1919–1933), nach 1945 zum Land Mecklenburg und von 1952 bis 1990 zum Bezirk Schwerin der DDR.

Der Familie von Sperling gehörten vom 15. bis ins 18. Jahrhundert die Orte Alt Schlagsdorf, Buchholz, Flessenow, Neu Schlagsdorf, Retgendorf und Rubow. Später folgten als Gutsbesitzer die Familie von Bülow sowie danach auch die Familien von Neumann, von Benckendorff und von Böhl.

Buchholz: Die spätgotische Dorfkirche erhielt 1869 den neogotischen Westturm.

Flessenow wurde als Vlassenow 1241 erstmals genannt. Der Name des Ortes stammt vermutlich von dem altslawischen Wort vlaga ab und bedeutet Feuchter OrtPaul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 46, Schwerin 1881, , S. 3–168, hier S. 45.. Das hiesige Gut, zunächst Teil von Retgendorf, dann allod, gehörte über drei Generationen der Familie von Schack, dann der Familie von dem Bussche, zuletzt einem bürgerlichen Kaufmann aus Hamburg, bis zur Enteignung.

Liessow, Rittergut der Familie Neumann, danach bis 1945 der Familie von Oertzen. Im Februar 2015 wurde das im klassizistischen Stil errichtete Herrenhaus abgerissen.Gutshaus Liessow auf www.Gutshäuser.de.

Retgendorf wurde 1241 erstmals erwähnt. Die spätgotische Dorfkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Gutsherren, zeitweise mit sieben weiteren Nebengütern in der Region ausgestattet. Besitzer waren u. a. die Familien von Sperling (ab 13. Jh.), von Plessen (ab um 1622), Bernhard Joachim von Bülow (ab 1792) und danach das Adelsgeschlecht von Schack, denen dann später nur noch Flessenow gehörte. Das Herrenhaus von Retgendorf im Dorfkern besteht seit langem nicht mehr.

Rubow: Das Spätklassizistische, unsanierte Gutshaus Rubow stammt aus dem 19. Jahrhundert. Vom 15. bis 17. Jahrhundert waren die von Sperling hier ansässig, es folgten die Familien von Bülow, von Neumann und von Benckendorff und seit Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 die von Böhl.

In Holdorf und Buchholz wohnte zwischen 1844 und 1849 der politisch verfolgte Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2005 2008 2010 1964 2015 1924 2020 1974 Jahr Einwohner 2021 1998 2022 1983 2023 2015 2024 2026

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden., ab 2022 auf Basis des Zensus 2022.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Dobin am See besteht aus 12 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 75,3 % zu folgendem Ergebnis:Amt Crivitz: Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024.

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Amt Crivitz: Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019. Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 32,1 % 4 27,6 % 3 AfD – – 20,4 % 2 Wir leben Demokratie (WLD) – – 13,3 % 2 Einzelbewerberin Christine Löchter – – 13,3 % 1 SPD – – 4,8 % 1 Freie Wählergemeinschaft Dobin am See (FWG DaS) 17,2 % 2 9,5 % 1 Einzelbewerber Franciscus Elshout 10,2 % 1 5,8 % 1 Einzelbewerber Aloysius Tacke 5,4 % 1 3,9 % – Einzelbewerber Chris Schumacher – – 1,4 % – Bürger für Dobin 12,1 % 1 – – Die Linke 9,0 % 1 – – Einzelbewerber Andreas Schwarz 5,7 % 1 – – Einzelbewerber Dieter Westphal 5,6 % 1 – – Einzelbewerber Peter Abrahamczyk 2,8 % – – – Insgesamt 100 % 12 100 % 11

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die Einzelbewerberin Christine Löchter entsprechend ihrem Stimmenanteil zwei Sitze. Daher bleibt in der Gemeindevertretung ein Sitz unbesetzt.

Bürgermeister 2019–2024: Andreas Schwarz seit 2024: Christine Löchter

Schwarz wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 57,0 % der gültigen Stimmen gewählt.Amt Crivitz: Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019.

Löchter wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 23. Juni 2024 mit 82,7 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.NDR: Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 23. Juni 2024. Ihre Amtsdauer beträgt fünf Jahre.Landesrecht MV: Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern § 37 (3).

Dienstsiegel Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE DOBIN AM SEE“.Amt Crivitz: Hauptsatzung § 2.

Sehenswürdigkeiten

Burg Dobin Dorfkirche Retgendorf: Spätgotische, zweijochige Saalkirche als Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert; Chor mit Fünfachtelschluss sowie kräftiger Westturm mit Fachwerkaufsatz und Walmdach. Dorfkirche Buchholz: Spätgotischer Backsteinbau mit Strebepfeiler; Chor mit Fünfachtelschluss, neogotischer Westturm von 1869 mit spitzen, Oktogon - Helm Gutshaus Flessenow: Zweigeschossiger Putzbau Gutshaus Rubow: Zweigeschossiger, 13-achsiger Putzbau

Verkehr Die Gemeinde liegt nördlich der Bundesstraße 104 und wird durch Trasse der Bundesautobahn 14 geteilt.

Persönlichkeiten Zwischen 1844 und 1849 weilte der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben beim Gutsbesitzer und Advokaten Samuel Schnelle im Ortsteil Buchholz. Viele seiner Lieder entstanden hier.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2004 Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert