mini|Leslie Caron (1953) Leslie Claire Margaret Caron (* 1. Juli 1931 in Boulogne-Billancourt bei Paris)Extrait de naissance n° 625/1931 ist eine französische Schauspielerin und Tänzerin. Weltweite Bekanntheit erreichte sie in den 1950er-Jahren durch Hauptrollen in den Filmmusicals Ein Amerikaner in Paris und Gigi.

Leben und Karriere mini|Leslie Caron (2012) Geboren wurde Leslie Caron in Boulogne-Billancourt, doch wuchs sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder Aimery in dem von ihren Großeltern errichteten Art-déco-Stadtpalais Nummer 35 am Boulevard de la Saussaye in Neuilly-sur-Seine auf.

Als Tochter einer US-amerikanischen Tänzerin erhielt sie schon im Kindesalter Tanzunterricht, von 1944 bis 1946 absolvierte sie ein Tanzstudium am Pariser Konservatorium. Drei Jahre später wurde Caron Primaballerina am Ballet des Champs-Elysées. Dort wurde sie von Gene Kelly entdeckt, der ihr eine Rolle in seinem nächsten Musicalfilm Ein Amerikaner in Paris verschaffte. Die Kinoproduktion wurde mit sechs Oscars ausgezeichnet und hatte für Caron weitere Filmangebote zur Folge.

1953 erhielt sie für ihre Rolle in dem Liebesfilm Lili einen British Film Academy Award als beste ausländische Schauspielerin und eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Dies wiederholte sich 1962 mit dem Melodram Das indiskrete Zimmer. In den 1960er-Jahren trat sie in verschiedenen Musical- und Broadway-Produktionen vorwiegend in Europa auf, wandte sich in ihren Filmrollen aber von Musicals ab und spielte in Komödien, Abenteuerfilmen und Filmdramen mit. So war sie 1979 beispielsweise in dem Sportlerdrama Golden Girl neben Susan Anton und Curd Jürgens zu sehen.

1989 war sie Jurypräsidentin der Berlinale und des World Film Festivals. Sie ist seit Beginn des 21. Jahrhunderts die einzige Schauspielerin aus der Riege der Musicalstars der 50er-Jahre, die noch auf der Bühne und am Set stehen. So war sie 2000 in dem weltweiten Kino-Erfolg Chocolat als Madame Audel zu sehen. Für die Rolle eines Vergewaltigungsopfers in der Episode Recall der TV-Serie Law & Order: Special Victims Unit (Law and Order: New York) erhielt sie 2007 erstmals einen Emmy Award.

Caron ist dreimal geschieden. Zwischen 1951 und 1954 war sie mit dem Filmkomponisten Geordie Hormel verheiratet, zwischen 1956 und 1965 mit dem Regisseur Peter Hall; aus der zweiten Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ihre dritte Ehe mit dem Regisseur und Filmproduzenten Michael Laughlin hielt von 1969 bis 1980. Mitte der 1960er-Jahre war sie mit dem Schauspielerkollegen Warren Beatty liiert; in den Jahren 1994 und 1995 hatte sie eine Beziehung mit dem Schauspieler Robert Wolders.

Filmografie (Auswahl)

Theater 1955: Orvet 1955: Gigi 1961: La sauvage 1961: Ondine von Jean Giraudoux (im Aldwych Theatre, London, unter Leitung von Sir Peter Hall) 1965: Carola 1975–1981: 13, rue de l'amour 1978: Can-Can 1983: The rehearsal 1984: On your toes 1985: One for the Tango (Apprends-moi Céline) 1985: L'inaccessible 1991: Grand hotel 1991: Le martyre de Saint Sebastien 1995: Georges Sand et Chopin 1997: Nocturne for lovers 1997: The story of Babar 1998: Apprends-moi Céline 1999: Readings from Colette 1999: Nocturne for lovers 2009: Thank Heaven 2009: A Little Night Music 2014: Six Dance Lessons in Six Weeks

Auszeichnungen

Ehrungen

1997: Offizier des Ordre national du Mérite

2013: Kommandeur der Ehrenlegion (Ernennung zum Offizier 2004) 2019: Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres

Preise und Nominierungen 1954: Oscar-Nominierung für Lili (Kategorie: Beste Hauptdarstellerin) 1954: British Film Academy Award für Lili (Beste ausländische Darstellerin) 1959: Golden-Globe-Nominierung für Gigi (Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical) 1959: Laurel Award für Gigi (Beste weibliche Musical-Darstellung) 1962: Golden-Globe-Nominierung für Fanny (Beste Hauptdarstellerin – Drama) 1963: British Film Academy Award für Das indiskrete Zimmer (Beste britische Darstellerin) 1964: Golden Globe Award für Das indiskrete Zimmer (Beste Hauptdarstellerin – Drama) 1964: Oscar-Nominierung für Das indiskrete Zimmer (Beste Hauptdarstellerin) 1989: International Award der Women in Film Crystal Awards 1996: Preis für das Lebenswerk auf dem Palm Springs International Film Festival 2005: Preis für das Lebenswerk auf dem Sarasota Film Festival 2007: Emmy für Law & Order: Special Victims Unit (Beste Gastdarstellerin in einer Dramaserie) 2009: Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, 6153 Hollywood Blvd.

Filmdokumentation Larry Weinstein: Leslie Caron, eine Pariserin in Hollywood, 53 Min., Kanada/Frankreich, 2014 (verfügbar bis zum 14. Mai 2024) (verfügbar vom 17. Dezember 2023 bis zum 14. Mai 2024)

Weblinks

Leslie Caron bei filmreference.com (englisch) im Internet Archive

Einzelnachweise

Kategorie:Tänzer (Frankreich) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Offizier) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Komtur) Kategorie:Golden-Globe-Preisträger Kategorie:Emmy-Preisträger Kategorie:Musicaldarsteller Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Frau