Zarah – Wilde Jahre ist eine in Hamburg spielende deutsche Fernsehserie über eine engagierte und eigenwillige Journalistin, die in den frühen 1970er Jahren für die Emanzipation der Frau und gegen die patriarchalen Strukturen eines mächtigen Printmagazins – teilweise mit harten Bandagen – kämpft. Nachdem die ersten beiden Folgen zur Hauptsendezeit im ZDF gesendet worden waren, wurde die Ausstrahlung der Folgesendungen zur gleichen Sendezeit nach ZDFneo verschoben.Joachim Huber: Journalisten sind keine TV-Lieblinge. In: Tagesspiegel. 26. September 2017

Hintergrund mini|Drehort für die Redaktion der Relevant war ein ehemaliges Bankgebäude an der Hamburger Zollenbrücke. Schauplatz der Serie ist die Welt der Printmedien der 1970er Jahre: Zarah spielt im Jahr 1973, als Feminismus und der große Journalismus noch sehr entfernte Welten darstellten. „Wir haben abgetrieben!“ lautete der von Alice Schwarzer initiierte Titel des Stern am 6. Juni 1971, auf dem 374 zum Teil prominente Frauen erklärten, abgetrieben zu haben – wofür damals eine Freiheitsstrafe drohte. Am 8. Dezember 1977 erschien z. B. im Stern die Titelgeschichte von Ingrid Kolb „Deutsche Chefs – Ferkel im Betrieb“, in der Kolb acht Frauen über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu Wort kommen ließ. Der Text löste Empörung aus und führte zu zahlreichen wütenden Leserbriefen, Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn bezeichnete den Text als „lächerlich primitiv“.Katharina Riehl: Jedes dämliche Geschlechtsstereotyp bedient In: Süddeutsche Zeitung. 1. September 2017. Neben Schwarzer und Kolb nannte Produzent Jan Kromschröder auch Wibke Bruhns und Peggy Parnass als Vorbilder für das Profil der Protagonistin Zarah Wolf.Hanna Grabbe: Bild der Frau. In: Die Zeit, 5. Juli 2017

Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2017 in und um Hamburg statt, Drehort für die Redaktion der Relevant war ein 1870 erbautes ehemaliges Bankgebäude (Koordinaten: ) an der Zollenbrücke.

Handlung Die bekannte Publizistin Zarah Wolf will 1973 bei Relevant, dem auflagenstärksten Wochenmagazin, etwas bewegen, will politische Frauenthemen lancieren und mehr Feminismus wagen. Sie sieht sich einer breiten Front unverbesserlicher Machos und Ignoranten gegenüber, hat jedoch die zeitgemäßeren Argumente.

Ausstrahlung Nachdem der Pilotfilm zur Hauptsendezeit im ZDF gesendet worden war, folgte die zweite Episode wegen einer Sendung zur Bundestagswahl 2017 erst nach zwei Wochen. Die weiteren Folgen wurden dann zwar ebenfalls um 21 Uhr, allerdings auf ZDFneo ausgestrahlt, im Nachtprogramm des ZDF folgte am selben Abend eine Wiederholung.

Rezeption Zarah – Wilde Jahre wurde in den Rezensionen vielfach als „deutsche Antwort“ auf die über Amazon Video ausgestrahlte US-Serie Good Girls Revolt bezeichnet,Bringt mir einen Männerarsch!. Der Spiegel, 7. September 2017.Jennifer Wilton: Gab’s das nicht schon bei Amazon? In: Die Welt, 7. September 2017 allerdings mit weniger „Glamour und 1970er-Jahre-Charme, denn die Büros bei ‚Zarah‘ sehen ganz schön piefig aus“.Sarah Stendel: Die Macho-Welt der 70er – ausgerechnet im ZDF. In: Stern. 31. August 2017

Dass sich die von Kritikern gelobte Serie so zu „einem bitteren Flop“ entwickelte, war nach Ansicht von Hans Hoff „in Mainz […] zu großen Teilen selbst zu verantworten […] liefe sie bei Netflix, würde sie längst als der neue heiße Scheiß durch die sozialen Netzwerke wabern und hundertfach empfohlen werden, aber sie läuft nun mal beim ZDF“.Hans Hoff: „Zarah“ im ZDF: Ein vermeidbarer Fehlschlag. In: dwdl.de. 8. Oktober 2017 Auch rtv vertrat die Ansicht, der Sender mache „mit der neuen historischen Journalistenserie ‚Zarah‘ fast alles richtig – bis auf den Sendeplatz“.Csaba Lázár: In: rtv. Abgerufen am 13. Oktober 2017

Auszeichnungen Die Serie wurde zum Film Festival Cologne 2017 sowie zum INPUT-Festival 2018 nach Brooklyn eingeladen und war beim „Festival De La Creation Audiovisuelle Internationale“ 2018 in Biarritz im Wettbewerb um die beste Serie nominiert. Auch beim Jupiter Award 2018, dem Publikumspreis der Zeitschriften TV Spielfilm und Cinema, gehörte Zarah – Wilde Jahre in der Kategorie „Beste Serie national“ zu den Nominierten. Eine weitere Nominierung gab es bei den Seoul International Drama Awards 2018, dort ging die Serie im Wettbewerb um den „Comedy Golden Bird Prize“ an den Start. Für ihre Bücher zur Serie wurden Eva und Volker A. Zahn mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis 2018 ausgezeichnet.https://www.ms.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/hochkaraetig--film--und-hoerfunkbeitraege-mit-juliane-bartel-medienpreis-ausgezeichnet-171401.html Mit dem von der niedersächsischen Landesregierung ausgelobten Preis werden Arbeiten prämiert, die im Fernsehen oder Hörfunk einen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter leisten.

Besetzung Rolle Schauspieler Hauptrolle(Staffel) Anmerkungen (mit Handlungshinweisen) Zarah Wolf Claudia Eisinger 1.01–1.06 Die bekannte Publizistin will bei „Relevant“, dem auflagenstärksten Wochenmagazin, etwas bewegen Hans-Peter Kerckow Torben Liebrecht 1.01–1.06 Chefredakteur von Relevant, gegen dessen Willen Zarah Wolf als seine Stellvertreterin eingestellt wurde Jenny Olsen Svenja Jung 1.01–1.06 Praktikantin Jenny „Big Daddy“ Olsen und Verlegertochter, die sich in Zarah Wolf verliebt Frederik Olsen Uwe Preuss 1.01–1.06 Verleger von Relevant Georg Hartwig Ole Puppe 1.01–1.06 Kultur-Chef von Relevant Hedda Hartwig Julia Thurnau 1.03–1.04 Ehefrau von Georg Hartwig Wolfgang Schaffelgerber Jörn Hentschel 1.01–1.06 Politik-Chef von Relevant Karin Simonis Milena Dreißig 1.01–1.06 Redakteurin „Frauen, Mode, Lebensart“ bei Relevant Brigitte Jansen Theresa Underberg 1.01–1.06 Chef-Sekretärin von H.-P. Kerckow Rudolf Mensing Martin Horn 1.01–1.06 Chef vom Dienst bei Relevant Tom Balkow Leon Ullrich 1.01–1.06 Leiter der Grafik bei Relevant Elke Beermann Sarina Radomski 1.01–1.06 Mitarbeiterin der Grafik bei Relevant Ulrike Körber Magdalena Helmig 1.01–1.06 engagiert sich im Frauenforum, arbeitet in der Kantine bei Relevant Hilde Wolf Imogen Kogge 1.01–1.04 Zarahs Mutter

Episodenliste Nr. Titel Erstausstrahlung ZDFneo ZDF ZDFmediathek Marktanteil gesamt 14–49 Jahre Marktanteil gesamt 14–49 Jahre1.01 Titel & Titten 7. September 2017 – – 7,5 % (2,12 Mio.) 4,6 % (410.000)Jens Schröder: ZDF-Neulinge: Solider Start für „Das Pubertier“, miserabler für Journalisten-Serie „Zarah – Wilde Jahre“. In: Meedia. 8. September 2017 24. August 20171.02 Deutschlands grausamste Emanze 21. September 2017 – – 5,7 % (1,64 Mio.) 4,3 % (410.000)Robert Meyer: „Pubertier“ und „Zarah“ mit empfindlichen Verlusten. In: Meedia. 22. September 2017 7. September 20171.03 Ich hab auf sein Grab gepinkelt 28. September 2017 1,4 % (400.000) 0,3 % (30.000) 8,4 % (0,45 Mio.) Timo Niemeier: „Pubertier“ verliert weiter, „Zarah“ bei ZDFneo schwach. In: DWDL.de. 29. September 2017 14. September 20171.04 Ein Festival der Liebe 5. Oktober 2017 0,7 % (210.000) 0,3 %Timo Niemeier: „Dr. Bruckner“ ist bei RTLplus noch kein Straßenfeger. In: DWDL.de. 6. Oktober 2017 5,7 % (0,37 Mio.) 21. September 20171.05 Ballern und bumsen 12. Oktober 2017 1,1 % (320.000) 0,5 % 7,2 % (0,33 Mio.) Manuel Weis: Neue ZDF-Serien: „Pubertier“ endet schwach. In: quotenmeter.de. 13. Oktober 2017 28. September 20171.06 Papi ist der Beste 19. Oktober 2017 0,7 % (210.000) 0,9 % (0,24 Mio.)Uwe Mantel: „Usedom-Krimi“ im Ersten knackt die 6-Millionen-Marke. In: dwdl.de. 20. Oktober 2017 5. Oktober 2017 Episode 1 und 2 wurden jeweils um 21 Uhr im ZDF ausgestrahlt, die folgenden Episoden liefen zur gleichen Sendezeit auf ZDFneo und wurden jeweils am selben Abend um 0:45 Uhr (Episode 6 um 0:12 Uhr) im Nachtprogramm des ZDF wiederholt. Jeweils zwei Wochen vor dem Sendetermin standen die Folgen zum Abruf über die ZDFmediathek bereit.

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Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie der 2010er Jahre Kategorie:Dramedy Kategorie:Fernsehserie (ZDF)