mini|Landratsamt Ebersberg mit Festbeflaggung zum Nationalfeiertag mini|Kreisstadt Ebersberg

Der Landkreis Ebersberg liegt östlich von München im Regierungsbezirk Oberbayern. Mit einer Fläche von 549,30 QuadratkilometernLandkreis Ebersberg: Landkreis in Zahlen, abgerufen am 26. März 2022. zählt er zu den kleineren Landkreisen in Deutschland, weist jedoch mit 144.091 Einwohnern und 262 Einwohnern pro Quadratkilometer eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungsdichte auf. Sitz der Kreisverwaltung ist die Stadt Ebersberg. Der Landkreis ist Teil der Region München und liegt im Osten der Metropolregion München.

Geographie Lage Das Kreisgebiet umfasst im Westen die Münchener Schotterebene mit dem Ebersberger Forst, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Süddeutschlands, im Norden und Nordosten das Isen-Sempt-Hügelland und im Süden und Osten das Inn-Chiemsee-Hügelland.

Die Kreisstadt Ebersberg, die zu den kleineren ihrer Art in Deutschland gehört, liegt im Südosten des Kreisgebiets. Sie ist von der Einwohnerzahl her nur die fünftgrößte Kommune des Landkreises.

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Erding, Mühldorf am Inn, Rosenheim und München. Der nördlichste Punkt des Landkreises Ebersberg liegt am Nordufer des Ismaninger Speichersee. Zugang über Land ist, abgesehen vom Weg über den Damm, nur über das Gebiet des Landkreises Erding möglich. Die 2,8 Hektar große Exklave der Gemeinde Pliening entstand durch die Flutung des Speichersees 1928. Sie ist Teil eines Testgeländes von BMW und öffentlich nicht zugänglich.Valentin Tischer: Extrempunkt Nord: Die BMW-Enklave hinter Stacheldraht. In: Süddeutsche Zeitung, 22. April 2019, abgerufen am 24. April 2019. Im Westen reicht der Landkreis Ebersberg über die A99.Valentin Tischer: Als Napoleon im Wilden Westen von Ebersberg kämpfte. In: Süddeutsche Zeitung, 23. April 2019, abgerufen am 25. April 2019.

Der höchste Punkt des Landkreises liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Egmating, an der Grenze zum Landkreis München bei .Daniela Gorgs: Der höchste Punkt im Landkreis Ebersberg. In: Süddeutsche Zeitung, 25. April 2019, abgerufen am 26. April 2019. Der niedrigste Punkt liegt bei auf einer Sandbank der Attel im zur Gemeinde Emmering gehörenden Heumoos, an der Grenze zum Landkreis Rosenheim.Johanna Feckl: Der tiefste Punkt im Landkreis liegt auf einer Sandbank. In: Süddeutsche Zeitung, 29. April 2019, abgerufen am 30. April 2019.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte Ebersberg () Grafing bei München ()

Märkte Glonn () Kirchseeon () Markt Schwaben ()

Weitere Gemeinden Anzing () Aßling () Baiern () Bruck () Egmating () Emmering () Forstinning () Frauenneuharting () Hohenlinden () Moosach () Oberpframmern () Pliening () Poing () Steinhöring () Vaterstetten () Zorneding ()

Gemeindefreie Gebiete Anzinger Forst (31,03 km²) Ebersberger Forst (17,82 km²) Eglhartinger Forst (26,76 km²)Verwaltungsgemeinschaften Aßling (Gemeinden Aßling, Emmering und Frauenneuharting) Glonn (Markt Glonn und Gemeinden Baiern, Bruck, Egmating, Moosach und Oberpframmern) mini|Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform

Vor den Gebietsreformen 1971 bis 1978 hatte der Landkreis Ebersberg 29 Gemeinden (siehe Liste unten). Im Jahr 1900 waren es noch zwei mehr. Ottenhofen wurde 1928 in das Bezirksamt Erding umgegliedert und die Gemeinde Öxing wurde 1933 nach Grafing bei München eingemeindet.

Im Norden grenzte der Landkreis an den Landkreis Erding, im Osten an den Landkreis Wasserburg am Inn, im Süden an den Landkreis Bad Aibling und im Westen an den Landkreis München.

Die Gemeinden des Landkreises Ebersberg vor der Gemeindereform 1971/78 (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.) frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Anzing Anzing Landkreis Ebersberg Aßling Aßling Landkreis Ebersberg Baiern Baiern Landkreis Ebersberg Bruck Bruck Landkreis Ebersberg Ebersberg (seit 1954 Stadt) Ebersberg Landkreis Ebersberg Egmating Egmating Landkreis Ebersberg Elkofen Grafing b.München Landkreis Ebersberg Forstinning Forstinning Landkreis Ebersberg Frauenneuharting Frauenneuharting Landkreis Ebersberg Gelting Pliening Landkreis Ebersberg Glonn (seit 1901 Markt) Glonn Landkreis Ebersberg Grafing b.München (seit 1953 Stadt;hieß bis 1953 Markt Grafing) Grafing b.München Landkreis Ebersberg Hohenlinden Hohenlinden Landkreis Ebersberg Kirchseeon (seit 1959 Markt;die Gemeinde hieß bis 1939 Eglharting) Kirchseeon Landkreis Ebersberg Lampferding Tuntenhausen Landkreis Rosenheim Loitersdorf Aßling Landkreis Ebersberg Markt Schwaben (Markt;hieß bis 1922 Schwaben) Markt Schwaben Landkreis Ebersberg Moosach Moosach Landkreis Ebersberg Nettelkofen Grafing b.München Landkreis Ebersberg Oberndorf Ebersberg Landkreis Ebersberg Oberpframmern Oberpframmern Landkreis Ebersberg Parsdorf(die Gemeinde heißt seit 1978 Vaterstetten) Vaterstetten Landkreis Ebersberg Pliening Pliening Landkreis Ebersberg Poing Poing Landkreis Ebersberg Pöring Zorneding Landkreis Ebersberg Schalldorf(die Gemeinde heißt seit 1978 Emmering) Emmering Landkreis Ebersberg Steinhöring Steinhöring Landkreis Ebersberg Straußdorf Grafing b.München Landkreis Ebersberg Zorneding Zorneding Landkreis Ebersberg

Fauna und Flora mini|Das Kupferbachtal

Im Atteltal finden sich Reste von Auwäldern und weitgehend naturbelassene Seitenbäche, in denen die Bachmuschel lebt. Auch der Gelbe Frauenschuh ist hier zu finden. Im Kupferbachtal bei Glonn wächst das seltene Bayerische Löffelkraut, im Südosten des Landkreises die Sibirische Schwertlilie.

Im Ebersberger Forst leben etwa 800 Wildschweine, das namensgebende Wappentier des Landkreises. Daneben gibt es als größeres Wild auch Rehe.

Auch im nördlichen, dichter besiedelten Landkreis gibt es geschützte Feucht- und Moorwiesen. In Markt Schwaben und Forstinning brüten Weißstörche.

Schutzgebiete Im südlichen Landkreis gibt es größere Gebiete, die als Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH) ausgewiesen sind. Es gibt zwei Naturschutzgebiete, elf Landschaftsschutzgebiete, vier FFH-Gebiete und mindestens 13 ausgewiesene Geotope (Stand April 2016). Das mit 75,6 Hektar größere Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Eggelburger See wurde 1973 eingerichtet.Grüne Liste, Naturschutzgebiete, abgerufen am 1. Januar 2015. 1983 kam das Naturschutzgebiet Kupferbachtal bei Unterlaus mit 45,5 Hektar dazu.

Bevölkerung rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Ebersberg (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Ebersberg, Alter und Geschlecht.)

Einwohnerstatistik

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Ebersberg knapp 29.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 29 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 98.394 auf 142.142 um 43.748 Einwohner bzw. um 44,5 % – dem dritthöchsten Wert aller bayerischen Landkreise nach Erding und Freising im genannten Zeitraum.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung geht laut ihrer Prognose von 145.000 Einwohnern im Jahr 2025 aus.sueddeutsche.de Süddeutsche.de, 2. September 2011. Abgerufen am 30. Oktober 2015.

Das Landratsamt Ebersberg geht laut einer Studie aus dem Jahr 2015, von 158.000 Einwohnern im Jahr 2034 aus. Mit einem vorausgesagten Bevölkerungswachstum von 17,5 %, wird der Landkreis Ebersberg der am schnellsten wachsende Landkreis in ganz Bayern sein. Die ursprüngliche Prognose sah 143.000 Einwohner im Jahr 2032 voraus, bevor sie im Juli 2014 auf 150.000 Einwohner für den gleichen Zeitraum erhöht wurde.sueddeutsche.de Süddeutsche.de, 10. Dezember 2015. Abgerufen am 16. Dezember 2015.

Die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2037 des Landesamtes für Statistik aus dem Jahr 2018 prognostiziert 159.100 Einwohner für das Jahr 2037, was einem Zuwachs von 13,0 % im Vergleich zum Jahr 2017 entspricht. Damit wird für den Landkreis Ebersberg das zweithöchste prozentuale Wachstums aller Landkreise in Bayern erwartet. Landesamt für Statistik, 28. Dezember 2018. Abgerufen am 30. Dezember 2018.

Konfessionsstatistik Im Jahr 2021 lag der Katholikenanteil an der Gesamtbevölkerung nur noch bei 44,8 %. 2011 waren es noch 54,8 %.Katholiken in der Minderheit: Austrittszahlen im Landkreis Ebersberg so hoch wie nie - Quelle sind die offiziellen Zahlen der Erzdiözese München-Freising Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand 2022) 42,7 % der Einwohner katholisch, 10,8 % evangelisch und 46,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion)

Ausländische Bevölkerung Jahr Gesamtbevölkerung Ausländer Ausländeranteil 1970 73.882 2.414 3,3 % 1987 96.283 4.451 4,6 % 2011Die Werte von 2011 basieren noch auf dem, vor dem im Rahmen des Zensus 2011, veröffentlichten Wert. 130.818 12.362 9,5 %

Geschichte Landgericht Das Gebiet des heutigen Landkreises Ebersberg gehört zu den altbayerischen Gebieten. Als die Wittelsbacher in den Besitz des Gebietes kamen, übertrugen sie die entsprechenden Herrschafts- und Verwaltungsfunktionen von Falkenberg bei Moosach nach Schwaben. Ein wichtiger Schritt dafür war die Einsetzung eines Richters zu Schwaben (zwischen 1270 und 1290). Im Jahre 1283 ließ Herzog Ludwig II. der Strenge zudem in Schwaben eine Burg erbauen, die mit einem Burggraben umgeben wurde und ab diesem Zeitpunkt Sitz der herzoglichen VerwaltungKorbinian Eisenberger: Nieder- gegen Oberbayern, 18. Januar 2021, abgerufen am 19. Januar 2021. und eines Landgerichts war, das auch als Pfleggericht bezeichnet wurde, das die folgenden Jahrhunderte bestand.Hiereth: Einführung (Historischer Atlas Bayern), S. 13–14

1803 wurde im Zuge der Verwaltungsreorganisation in Bayern ein sogenanntes Landgericht älterer Ordnung in Schwaben (heute Markt Schwaben) eingerichtet. 1812 wurde der Sitz des Landgerichts nach Ebersberg verlegt und entsprechend umbenannt.

Bezirksamt Das Bezirksamt Ebersberg folgte ab dem 1. Juli 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Ebersberg. Das Landgericht bestand als Gerichtsbehörde bis 1879 weiter und wurde dann durch das Gerichtsverfassungsgesetz in ein Amtsgericht umgewandelt.

Zum 1. Januar 1880 traten die Gemeinden Finsing, Niederneuching und Oberneuching vom Bezirksamt Ebersberg zum Bezirksamt Erding über.Wilhelm Volkert: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980, S. 454.

Am 1. Juli 1928 wurde die Gemeinde Ottenhofen vom Bezirksamt Ebersberg abgetrennt und dem Bezirksamt Erding zugeschlagen.

Landkreis Am 1. Januar 1939 erfolgte in Bayern die Einführung der Bezeichnung Landkreis, so auch für das Bezirksamt Ebersberg.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Ebersberg am 1. Juli 1972 kaum verändert, da er aufgrund seiner Wohn- und Naherholungsfunktion für die Region München bereits eine leistungsfähige Struktur besaß. Neu zum Landkreis kam die Gemeinde Sankt Christoph aus dem aufgelösten Landkreis Wasserburg am Inn, die nach Steinhöring eingemeindet wurde.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Immer wieder war vor allem der Süden des Landkreises von Überschwemmungen betroffen. 1899 machte der Kupferbach laut den Chronisten seine Umgebung zur „Wasserwüste“. Weitere Überschwemmungen folgten 1937, 1946 und 1954. Im August 2002 traf es vor allem die Gemeinden Glonn und Moosach schwer. Seitdem wurden die Schutzmaßnahmen verstärkt, so dass das Hochwasser von Juni 2013 vergleichsweise glimpflich verlief.Süddeutsche Zeitung: Mauern und Mulden, Lokalteil Ebersberg, S. R7, 4. Juni 2013

Politik Kreistag Der am 8. März 2026 gewählte Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern. Die Kreistagswahlen 2026 führten zu folgendem Ergebnis: