mini|hochkant=1.35|An der Altmühl in Eichstätt
Der Landkreis Eichstätt ist ein Landkreis in der Mitte von Bayern. Er ist der nördlichste Landkreis des Regierungsbezirks Oberbayern und gehört zur Planungsregion Ingolstadt.
Geographie Lage
Das Gebiet des Landkreises Eichstätt umfasst im Wesentlichen die Eichstätter Alb in der südlichen Fränkischen Alb mit dem Kernbereich des Altmühltals. Die Altmühl erreicht im Westen bei Solnhofen das Kreisgebiet, durchfließt es dann in östlicher, später nordöstlicher Richtung und verlässt es östlich von Beilngries wieder. Im äußersten Süden streift die Donau, im Nordosten der Main-Donau-Kanal kurz das Kreisgebiet. Damit ist der Landkreis Eichstätt der einzige Oberbayerns, der größtenteils bzw. fast ausschließlich nördlich der Donau liegt. Im Landkreis befindet sich nahe dem Markt Kipfenberg der geographische Mittelpunkt des Freistaats Bayern. Der Landkreis ist außerdem der einzige, welcher an vier Regierungsbezirke grenzt (Schwaben (Bayern), Mittelfranken, Oberpfalz und Niederbayern).
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Roth, Neumarkt in der Oberpfalz, Kelheim und Pfaffenhofen an der Ilm, an die kreisfreie Stadt Ingolstadt sowie an die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhausen.
Schutzgebiete
Im Landkreis gibt es acht Naturschutzgebiete, ein Landschaftsschutzgebiet, zehn FFH-Gebiete und mindestens 85 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope. (Stand August 2016)
Siehe auch:
Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Eichstätt Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Eichstätt Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Eichstätt Liste der Geotope im Landkreis Eichstätt Liste der Naturdenkmäler im Landkreis Eichstätt
Geschichte Landgerichte
Das Gebiet des Landkreises Eichstätt gehörte vor 1800 zum Hochstift Eichstätt, der südliche Teil schon früh zu Bayern. 1803 wurde das Landgericht Ingolstadt errichtet. Nach der Eingliederung des Hochstifts Eichstätt in das Königreich Bayern im Jahre 1806 wurden die Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg eingerichtet. Alle drei Landgerichte gehörten ab 1808 zum Altmühlkreis, dessen Hauptstadt Eichstätt war. 1809 wurden Eichstätt und Ingolstadt kreisunmittelbare Städte. Nach Auflösung des Altmühlkreises 1810 gehörten die drei Landgerichte zum Oberdonaukreis, dessen Hauptstadt zunächst Eichstätt, ab 1817 Augsburg war. Von 1817 bis 1833 gehörten die Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg als Herrschaftsgerichte zum Fürstentum Eichstätt innerhalb Bayerns. Nach der Neuorganisation im Jahre 1838 gehörten die beiden Landgerichte Eichstätt und Kipfenberg zum Kreis Mittelfranken, das Landgericht Ingolstadt zum Kreis Oberbayern.
Bezirksämter
Das Bezirksamt Eichstätt wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Eichstätt und Kipfenberg gebildet. Das Bezirksamt Ingolstadt folgte dem Landgericht Ingolstadt. Eine Vergrößerung erfuhr das Bezirksamt Ingolstadt am 1. Januar 1880, als es zehn Gemeinden aus dem Bezirksamt Neuburg an der Donau aufnahm.
Landkreise
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Eichstätt und Ingolstadt. Am 1. April 1940 wurde die Stadt Eichstätt in den Landkreis Eichstätt eingegliedert, das wurde zum 1. April 1949Verordnung über die Wiederverleihung der Kreisunmittelbarkeit. Vom 12. August 1949 (Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 20/1949, S. 204) wieder rückgängig gemacht. Am 1. April 1951 wurde der Landkreis Eichstätt um die Gemeinde Sornhüll des Landkreises Hilpoltstein vergrößert.
Landkreis Eichstätt
Bei der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Eichstätt am 1. Juli 1972 deutlich vergrößert. Neu zum Landkreis hinzu kamen
die bis dahin kreisfreie Stadt Eichstätt, die für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt erhielt die Gemeinden Amtmannsdorf, Aschbuch, Beilngries, Biberbach, Eglofsdorf, Grampersdorf, Hirschberg, Kevenhüll, Kottingwörth, Litterzhofen, Oberndorf, Paulushofen und Wiesenhofen des oberpfälzischen Landkreises Beilngries die Gemeinden Altdorf, Emsing, Erkertshofen, Großnottersdorf, Kaldorf, Kesselberg, Mantlach, Morsbach, Petersbuch, Stadelhofen und Titting des mittelfränkischen Landkreises Hilpoltstein die Gemeinden Appertshofen, Demling, Eitensheim, Ettling, Gaimersheim, Großmehring, Hepberg, Kasing, Kösching, Lenting, Oberdolling, Pförring, Stammham, Theißing, Unterdolling, Wackerstein und Wettstetten des oberbayerischen Landkreises Ingolstadt die Gemeinde Gaden bei Pförring des oberbayerischen Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm sowie die Gemeinden Altmannstein, Berghausen, Bettbrunn, Forchheim, Hagenhill, Hexenagger, Hiendorf, Hüttenhausen, Laimerstadt, Lobsing, Mendorf, Mindelstetten, Neuenhinzenhausen, Pondorf, Sandersdorf, Schafshill, Schamhaupten, Steinsdorf, Tettenwang, Winden und Wolfsbuch des oberpfälzischen Landkreises Riedenburg.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Der neue Landkreis Eichstätt wurde dem Regierungsbezirk Oberbayern zugeteilt, zu dem die aus den Landkreisen Ingolstadt und Pfaffenhofen an der Ilm hinzugekommenen Gemeinden bereits vorher gehörten. Das seit 1956 verwendete auslaufende Kfz-Kennzeichen des Altlandkreises Eichstätt lautete EIH.
Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Ensfeld aus dem Landkreis Donau-Ries in den Landkreis Eichstätt und wurde nach Mörnsheim eingemeindet.
mini|COVID-19-Teststation des Landkreises in Eichstätt Während der COVID-19-Pandemie wurde ab Ende März 2020 in Eichstätt eine provisorische zentrale Teststation für den Landkreis errichtet und später um ein Impfzentrum erweitert."Sicherer als beim Hausarzt", Eichstätter Kurier vom 30. März 2020; Zugriff am 7. April 2020. Eine zweite Teststation kam später in Beilngries hinzu, ein weiteres Impfzentrum in Lenting.Impfzentrum Eichstätt: Firma aus Neubiberg löst Malteser Hilfsdienst ab, Donaukurier vom 2. September 2022; Zugriff am 27. September 2022.
Einwohnerentwicklung
400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Eichstätt (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Eichstätt, Alter und Geschlecht.)
Der Landkreis gewann von 1988 bis 2008 über 25.500 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 26 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 99.290 auf 132.341 um 33.051 Einwohner bzw. um 33,3 %.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Einwohner 49.113 57.539 62.179 84.045 77.693 85.585 97.347 106.438 112.844 119.561 123.233 125.015 128.805 133.169 135.982
Politik Kreistag
Nach den vergangenen sechs Kreistagswahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen:Kommunalwahl am 15.03.2020 – 176 Eichstätt, Landkreis, kommunalwahl2020.bayern.de vom 17. März 2020; Zugriff am 19. März 2020., landkreis-eichstaett.de; Zugriff am 28. März 2020.
Parteien und Wählergemeinschaften2026 2020 2014 2008 2002 1996%Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern35,12139,82449,73050,13155,53452,232FWFreie Wähler Bayern16,21018,71120,71220,11215,1913,18AfDAfD Bayern13,98––––––––––SPDSPD Bayern10,9712,9818,11119,01122,01324,915GrüneGrüne Bayern8,459,565,634,733,525,83JUJunge Union5,736,54––––––––JFWJunge Freie Wähler4,934,93––––––––LinkeDie Linke2,721,91––––––––ÖDPÖkologisch–Demokratische Partei2,214,124,133,624,022,92FDPFDP Bayern––1,811,812,61––––gesamt100,060100,160100,060100,160100,16099,960Wahlbeteiligung70,666,6 %64,5 %68,9 %73,2 %78,6 %
Bezirksamtmänner/-oberamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939)
Amtszeit Name 1913–1928/29 Josef Maier 1929–1933 Eugen Hornstein 1936–1937 Max Förderreuther 1938–1945 Joseph Bäuml 1945 bis 1948 Otto Betz 1. Juni 1948 bis 30. April 1970 Hans Pappenberger 1. Mai 1970 bis 30. April 1996 Konrad Regler (CSU) 1. Mai 1996 bis 30. April 2008 Xaver Bittl (CSU) 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Anton Knapp (CSU) seit 1. Mai 2020 Alexander Anetsberger (CSU)
Bürgermeister der Gemeinden
Name der Partei Anzahl der Bürgermeister CSU 14 FW 7 SPD 5 parteilos 4
Wappen
links|100px|Wappen des Landkreises
Blasonierung: „Über Schildfuß mit den bayerischen Rauten in Gold ein mit einem wachsenden silbernen Bischofsstab belegter roter Pfahl; vorne eine rote Fackel auf schwarzem Rohr, hinten eine senkrecht stehende schwarze Hirschstange.“
Das Wappen wird seit 1974 geführt. Der silberne Bischofsstab auf rotem Pfahl repräsentiert das Hochstift Eichstätt, die Hirschstange die Grafen von Hirschberg und die heraldisch stilisierte Raffineriefackel die petrochemische Industrie. Die bayerischen Rauten im Schildfuß wiederum weißen auf die historische Zugehörigkeit des südlichen Kreisgebiets zum Herzogtum Bayern hin und machen auch auf den Einfluss der wittelsbachischen Herzöge im alten Landgericht Hirschberg seit dem 14. Jahrhundert aufmerksam; zudem symbolisieren sie die Einbindung des ganzen Landkreisgebietes nach Bayern seit dem 19. Jahrhundert. Damit steht das Wappen symbolisch für die historische Zusammensetzung des heutigen Landkreisgebiets und betont auch die große Bedeutung der Raffinerien im südöstlichen Landkreis.
Wirtschaft und Infrastruktur
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 26 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“.
Wirtschaftsstruktur
Im Oktober 2017 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Eichstätt bei 1,3 %. Damit hatte der Landkreis die geringste Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik Deutschland. Eichstätt hat zudem auch die geringste Arbeitslosenquote einer Gebietskörperschaft in der Europäischen Union. Seit Jahren herrscht im Landkreis eine hohe Dichte an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, was zur Folge hat, dass die Region seit Jahren Vollbeschäftigung vorweisen kann.
Diese Vollbeschäftigung führt auch dazu, dass der Landkreis mit 3,71 % die geringste Quote von Schuldnern aufweist. (abgerufen am 18. November 2013; PDF. 218 kB)
Die Kreisstadt Eichstätt hat seit 2008 eine Arbeitslosenquote teilweise von unter 1 % oder geringfügig darüber und gilt damit als „produktivste deutsche Kreisstadt“. Das Wirtschaftswachstum der Stadt Eichstätt wird auf ca. 7,0 % geschätzt und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Die Wirtschaftsstruktur ist mehrheitlich von der Industrie (Eichstätt/Ingolstadt), aber auch von Dienstleistung (in der Kreisstadt Eichstätt befinden sich große Behörden, z. B. die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt oder die Verwaltung des Bistums Eichstätt) sowie von der Schwerpunktlage innerhalb der fünf bayerischen Großzentren (Entfernungen jeweils von Eichstätt aus) München (101 km), Nürnberg (82 km), Ansbach (78 km), Augsburg (77 km), Regensburg (98 km) und Ingolstadt (25 km), geprägt. Auch der ländliche Raum hat durch die erneuerbaren Energien sowie durch immer bessere bäuerliche Strukturen genügend Arbeitsplätze.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Der Landkreis liegt inmitten des Naturparks Altmühltal mit der Kreisstadt Eichstätt als Zentrum.
Während Eichstätt mehr das Behördenzentrum ist, haben die Gemeinden um Ingolstadt, wie z. B. Gaimersheim, einen höheren industriellen Anteil. Des Weiteren ist auch Beilngries als Zentrum des Mittleren Altmühltals sowohl touristisches Zentrum, besitzt aber auch in der Stadt einige metallverarbeitende Betriebe und stellt damit ein weiteres wirtschaftliches Zentrum dar, das auch Auswirkungen in die benachbarten Landkreise Neumarkt und Kelheim hat.
Verkehr mini|Buslinie 9232 Eichstätt–Kipfenberg–Beilngries
Straße