miniatur|350px|Kottgeisering und Grafrath Der Landkreis Fürstenfeldbruck liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Verwaltungssitz ist die Stadt Fürstenfeldbruck.

Geographie Gliederung Der Landkreis Fürstenfeldbruck lässt sich geologisch in vier Bereiche gliedern. Im Osten und Südosten findet sich flaches Land mit kargen Äckern auf der Münchner Schotterebene. Ganz im Süden, südlich von Moorenweis und Jesenwang findet sich eine von Mischwäldern und Wiesen geprägte Jungmoränenlandschaft, die während der Würmeiszeit zwischen 100.000 v. Chr. und 75.000 v. Chr. entstand. Nördlich davon ist der Großteil des Landkreises bis etwa zur Höhe von Unterschweinbach durch hügeliges Altmoränenland mit fruchtbaren Feldern geprägt. Diese Moränenlandschaft bildete sich während der Riß-Eiszeit zwischen ca. 270.000 v. Chr. und 150.000 v. Chr. An den Endmoränen bildeten sich sogenannte Toteislöcher aus. Dabei handelt es sich um Seen, die sich im Laufe der Zeit zu Mooren verlandet haben. Ein Beispiel für ein solches Toteisloch im Landkreis ist das Haspelmoor. Ganz im Norden schließlich, etwa ab einer Linie Tegernbach bei Mittelstetten, Unterschweinbach und Überacker, findet sich nur leicht gewelltes Hügelland mit lehmig-sandigem Boden. Hier herrschen Nadelwälder und tiefgründige Äcker vor.

Flüsse Der Landkreis wird vom Süden nach Nordosten von der Amper durchflossen. Etwa parallel dazu, aber weiter nördlich fließt die kleinere Maisach.

Ausdehnung Die längste Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 25 Kilometer, die längste Ost-West-Ausdehnung 34 Kilometer., besucht am 27. Mai 2015

Höchster und niedrigster Punkt Der Steingassenberg im Gebiet der Gemeinde Türkenfeld nordwestlich des Ortes ist mit der höchste Punkt des Landkreises. Der niedrigste Punkt des Landkreises liegt mit im Ampertal nordöstlich von Geiselbullach im Gebiet der Stadt Olching.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Landkreis Dachau, an die Landeshauptstadt München sowie an die Landkreise München, Starnberg, Landsberg am Lech und Aichach-Friedberg.

Geschichte Landgericht Das Gebiet des heutigen Landkreises Fürstenfeldbruck gehört schon lange zu Bayern. Der Landkreis als Verwaltungseinheit entstand aber erst Anfang des 19. Jahrhunderts, als die beiden Landgerichtsbezirke Dachau und Landsberg errichtet wurden. Aus Teilen dieser beiden Landgerichte wurde am 29. Oktober 1823 das eigenständige Landgericht Bruck gebildet. Es gehörte zum Isarkreis, der 1838 den Namen Oberbayern erhielt.

Bezirksamt Das Bezirksamt Bruck folgte am 1. Juli 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Bruck.

Am 6. August 1908 wurde das Bezirksamt Bruck offiziell in Bezirksamt Fürstenfeldbruck umbenannt.

mini|Landratsamt Fürstenfeldbruck

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Fürstenfeldbruck.

Am 1. August 1952 wurde der Gemeindeteil Gröbenzell aus der Stadt München in den Landkreis Fürstenfeldbruck umgegliedert und mit Teilen von drei weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Gröbenzell zusammengefasst.

Im Zuge der Gebietsreform gab der Landkreis Fürstenfeldbruck am 1. Juli 1972 mehrere Gemeinden an benachbarte Landkreise ab: Die Gemeinde Ebertshausen wechselte in den Landkreis Dachau. Die Gemeinden Geltendorf und Hausen bei Geltendorf wechselten in den Landkreis Landsberg am Lech. Die Gemeinden Baierberg, Eresried, Hausen bei Hofhegnenberg, Hofhegnenberg und Steindorf wechselten in den Landkreis Aichach-Friedberg, der zunächst noch bis zum 1. Mai 1973 Landkreis Augsburg-Ost hieß.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Einwohnerstatistik mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Fürstenfeldbruck (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Fürstenfeldbruck, Alter und Geschlecht.)

Der Landkreis Fürstenfeldbruck gewann von 1988 bis 2008 knapp 27.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 15 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 175.037 auf 219.320 um 44.283 Einwohner bzw. um 25,3 %.

Der Osten des Landkreises hat aufgrund der Nähe zu München einen städtischen Charakter, der Westen ist eher ländlich strukturiert.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987: Jahr Einwohner  1840 15.231 1871 19.072 1900 23.065 1925 30.263 1939 41.578 1950 66.151 1961 82.690 1970 118.623 1987 172.760 Jahr Einwohner 1991 182.957 1995 186.235 2000 193.092 2005 199.783 2010 204.538 2015 213.481 2020 218.740 2025 218.580

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 37,5 % der Einwohner katholisch, 12,1 % evangelisch, und 50,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 19. August 2024

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften2026 2020 2014 2008 2002 1996%Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern37,026 37,2 26 43,6 31 43,3 31 47,5 34 40,6 29 Grüne Grüne Bayern18,913 24,1 17 14,3 10 13,8 10 8,7 7 8,6 7 SPD SPD Bayern11,78 10,3 7 18,1 13 20,2 14 24,5 17 26,0 18 FW Freie Wähler Bayern9,47 11,8 8 11,9 8 – – – – – – AfD AfD Bayern9,26 3,8 3 – – – – – – – – UBV Unabhängige Bürgervereinigung5,94 4,1 3 5,7 4 4,3 3 2,9 2 – – Linke Die Linke Bayern3,32 1,7 1 – – – – – – – – FDP FDP Bayern2,42 3,4 2 3,0 2 5,3 4 3,0 2 3,0 2 ÖDP/PB Ökologisch–Demokratische Partei/Parteifreie Bürger2,22 3,6 3 3,4 2 2,1 1 1,9 1 – – FUW Freie und Unabhängige Wählergemeinschaft e. V.–– – – – – 11,1 7 9,1 6 13,4 9 REP Die Republikaner–– – – – – – – 2,5 1 3,1 2 BV Die Bürgervereinigungen–– – – – – – – – – 3,0 2 ÖDP/PU Ökologisch–Demokratische Partei/Parteifreie Umweltschützer–– – – – – – – – – 2,3 1 gesamt100,070 100,0 70 100,0 70 100,1 70 100,1 70 100,0 70 Wahlbeteiligung62,9 % 58,2 % 53,4 % 58,0 % 59,4 % 64,1 %

Bezirksamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939)

Amtszeit Name Partei 1913 - 1921 Josef Nibler 1921 - 1928 Johann Schmidinger 1928 - 1945 Karl Sepp 25. Mai 1945 – 5. Juni 1946 Hans Miller 6. Juni 1946 – 6. März 1947 Hans Wachter CSU 13. März 1947 – 2. Dezember 1947 Ernst Raadts BP 9. Dezember 1947 – 30. Mai 1948 Karl Huber CSU 1. Juni 1948 – 30. April 1964 Ernst Raadts BP 1. Mai 1964 – 31. Dezember 1971 Mathias Duschl SPD 1. Januar 1972 – 30. Juni 1972 Josef Reithmayr FW 1. Juli 1972 – 30. April 1990 Gottfried Grimm CSU 1. Mai 1990 – 30. April 1996 Rosemarie Grützner SPD Seit 1. Mai 1996 Thomas Karmasin CSU

Wappen

Kreispartnerschaften Es besteht eine offizielle Partnerschaft mit dem jetzigen Landkreis Greiz in Thüringen. Geschlossen wurde diese Partnerschaft 1991 mit dem damals noch eigenständigen Landkreis Zeulenroda. Im Zuge der Gebietsreform von 1994 wurden die Landkreise Greiz, Zeulenroda und Teile der Landkreise Gera (Landkreis Gera) und Schmölln (Landkreis Schmölln) zusammengelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Die Windkraftanlagen in Mammendorf und Malching (Foto) produzieren je bis zu 7 Mio. Kilowattstunden pro Jahr. Der Landkreis gliedert sich sowohl wirtschaftlich als auch von der Bevölkerungsdichte her deutlich in zwei Teile. Während im dichtbesiedelten Osten in großem Umfang mittelständische Industrie angesiedelt ist, prägen den dünner besiedelten Westen vor allem landwirtschaftliche Betriebe.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 49 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 72 von 401.

Verkehr Straßenverkehr

Hauptverkehrsstraßen im Landkreis sind die Autobahnen 8 (München–Stuttgart) und 99 mit der „Eschenrieder Spange“ im Nordosten und Osten sowie die A 96 München–Lindau im Südosten; dazu die Bundesstraßen 2 und 471.

Bahnverkehr Der Landkreis wird von zwei Hauptbahnlinien durchzogen:

Die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft nahm schon 1839/40 den Betrieb auf der Bahnstrecke München–Augsburg auf. Bis zum Bahnhof Mammendorf (früher Nannhofen) laufen besondere Gleise für die S-Bahnlinie 3 parallel, mit den S-Bahn-Stationen in Maisach, Olching und Gröbenzell im Kreisgebiet.

Auch die 1873 von der Bayerischen Staatsbahn eröffnete Bahnstrecke München–Buchloe wird bis Geltendorf von der S-Bahn (S 4) mitbenutzt, mit S-Bahn-Stationen in Türkenfeld, Grafrath, Schöngeising, Buchenau, Fürstenfeldbruck, Eichenau, Puchheim.

Die 1903 erbaute Bahnstrecke Pasing–Herrsching dient jetzt ausschließlich dem Verkehr der S-Bahnlinie 8; sie erschließt im Kreis lediglich die Große Kreisstadt Germering.

Busverkehr Der MVV betreibt im Landkreis vier Arten von Regionalbussen: Expressbuslinien (X80, X845, X900, X910, X920): Tangentialverbindungen der S-Bahn-Linien Regionalbuslinien (803- 889): Regionalbusverkehr Nachtbuslinien N80 und N81: nächtliche Verbindung zur Stadt München RufTaxilinien: Ergänzung des Regionalbusverkehrs zu Zeiten ohne regulären öffentlichen Verkehr

Gemeinden mini|220x220px|Landkreis Fürstenfeldbruck

(Einwohner am ) Städte Fürstenfeldbruck, Große Kreisstadt () Germering, Große Kreisstadt () Olching () Puchheim ()

Weitere Gemeinden Adelshofen () Alling () Althegnenberg () Egenhofen () Eichenau () Emmering () Grafrath () Gröbenzell () Hattenhofen () Jesenwang () Kottgeisering () Landsberied () Maisach () Mammendorf () Mittelstetten () Moorenweis () Oberschweinbach () Schöngeising () Türkenfeld ()Verwaltungsgemeinschaften Grafrath(Gemeinden Grafrath, Kottgeisering und Schöngeising) Mammendorf(Gemeinden Adelshofen, Althegnenberg, Hattenhofen, Jesenwang, Landsberied, Mammendorf, Mittelstetten und Oberschweinbach)

Gemeinden vor der Gebietsreform 1971/78 Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Fürstenfeldbruck 59 Gemeinden (siehe Liste unten).

Im Nordwesten grenzte der Landkreis an den Landkreis Friedberg, im Nordosten an den Landkreis Dachau, im Osten an den Landkreis und die Stadt München, im Süden an den Landkreis Starnberg und im Südwesten und Westen an den Landkreis Landsberg am Lech.

Die Gemeinden des Landkreises Fürstenfeldbruck vor der Gemeindereform 1971/78 (abgerufen am 20. Juli 2010) (Heute noch existierende Gemeinden sind fett geschrieben): mini|375px|Landkreis Fürstenfeldbruck, Gemeindegrenzenkarte von 1961 mini|300px|Lage in Bayern