mini|Die Al-hadj Djumaa im Münsteraner Hafen (2017) Mit Sicherheit gut ankommen war ein sozial-kulturelles Schiffsprojekt zu Flucht und Migration der Stiftung Outlaw mit Skulpturen des dänischen Künstlers Jens Galschiøt. Ziel des Projektes war es, Menschen dazu zu motivieren, sich mit dem Thema Flucht und Migration auseinanderzusetzen. Dazu diente zum einen der sinnlich-künstlerische Eindruck, der durch das Schiff und die Figuren entstand, zum anderen begleitende Veranstaltungen und Aktionen, in die stets die regionalen Initiativen und Organisationen der angesteuerten Städte einbezogen waren.. Abgerufen am 10. September 2017

Vorgeschichte mini|Die MS Anton in Nyhavn (2011) Das Schiff MS Anton wurde bereits seit 2010 für verschiedene Kunsthappenings genutzt, mit denen Jens Galschiøt und die dänische Organisation Art In Defense of Humanism (AIDOH) auf die Situation von Flüchtlingen in Europa und in der Welt aufmerksam machen wollten.Website AIDOH (Dänisch, Englisch). Abgerufen am 10. September 2017 Die über 70 Bronze-Skulpturen Galschiøts waren erstmals im Hafen der kleinen dänischen Stadt Randers zu sehen.Skulpturen von Galschiøts. Abgerufen am 10. September 2017 Das Boot mit den Figuren fuhr verschiedene dänische Häfen an, sowohl in Jytland als auch auf Fünen und Seeland. Im Dezember 2011 lag das Flüchtlingsboot (dänisch: Flygtningeskibet) in Nyhavn in Kopenhagen.Mediehuset København. Abgerufen am 10. September 2017

Das deutsche Projekt unter dem Titel „Mit Sicherheit gut ankommen“ im Jahr 2017 wurde von der Stiftung Outlaw in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen wie Pro Asyl, terre des hommes, der Glücksspirale, dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, verschiedenen paritätischen Wohlfahrtsverbänden, kirchlichen Einrichtungen und der Bundespolizei realisiert.Website msgan (Mit Sicherheit gut ankommen) Abgerufen am 10. September 2017 Den theoretischen Hintergrund bildete die im Februar 2016 von 50 Fachleuten aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern verfasste „Norderneyer Erklärung“, die Positionen zum Thema Flucht und Migration formulierte.. Abgerufen am 10. September 2017

Zunächst war das Schiff mit den Skulpturen zu Beginn der documenta 14 in Kassel zu sehen.Trailer zur Documenta mit Jens Galschiøt auf YouTube. Abgerufen am 25. September 2017 Aufgrund einer Auseinandersetzung bezüglich der Genehmigung musste dieser Teil der Aktion vorzeitig abgebrochen werden.HNA vom 14. Juni 2017. Abgerufen am 25. September 2017

Skulpturen Die Skulpturen von Jens Galschiøt zeigen Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Ethnien. Sie bestehen aus Büsten in Bronze, welche zu stehenden Figuren montiert sind, die von afrikanisch anmutenden Gewändern umhüllt werden.Herstellung der Skulpturen. Abgerufen am 25. September 2017 Durch die schwarz patinierte Bronze und die Gewänder entsteht aus größerer Ferne der erste Eindruck eines afrikanischen Flüchtlingsschiffes. Bei näherer Betrachtung kommt die Zuordnung der dargestellten Personen zu verschiedenen Ethnien und Kontinenten in den Blick und verweist darauf, dass das Thema der Flucht nicht territorial begrenzt ist.

Schiffe und ihre Reise mini|Die Route durch Deutschland Die 65 Tage dauernde Schiffsroute durch Deutschland, die den Kern des Projektes bildete, betrug insgesamt 3600 km, wobei fast 60 Schleusen zu passieren waren. Das Projekt begann am 28. Juli 2017 in Bremen und endete am 1. Oktober 2017 in Berlin. Dabei wurden die Wasserstraßen Dortmund-Ems-Kanal, Datteln-Hamm-Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Mittellandkanal, Leine, Aller, Saale, Elbe, Elbe-Havel-Kanal, Ruppiner Wasserstraße und die Spree genutzt.. Abgerufen am 2. September 2017 Aufgrund der niedrigen Wasserstände der Aller, der Saale und der Elbe waren einige Landtransporte notwendig.. Abgerufen am 6. Januar 2017Dresdner Neue Nachrichten vom 19. September 2017. Abgerufen am 25. September 2017

Im ersten Teil der Reise fuhr die schon in Dänemark eingesetzte MS Anton, ein hochseetaugliches Schiff der dänischen Vereinigung Levende Hav. Das zweite Schiff war die Al-hadj Djumaa, ein ehemaliges Flüchtlingsschiff, welches im Sommer 2013 von Nordafrika nach Lampedusa aufbrach. Es hatte damals 282 Menschen an Bord, 217 aus Eritrea und 65 aus Äthiopien. Es ist nur für die Binnenschifffahrt geeignet und wurde von der italienischen Küstenwache vor der Küste Lampedusas beschlagnahmt. Es gehört einem in Amsterdam angesiedelten gemeinnützigen Verein, der „Reederei Lampedusa“.

Die MS Anton startete Mitte Juli in Assens in Dänemark über die Nordsee zu ihrer ersten Station in BremenWeserreport vom 26. Juli 2017. Abgerufen am 2. September 2017 und fuhr von dort aus nach Norderney, Borkum und Emden, Weener und Papenburg.. Abgerufen am 2. September 2017 Dort wurden die Figuren auf die Al-hadj Djumaa überführt, die von Papenburg weiterfuhr nach Lingen,Neue Osnabrücker Zeitung vom 14. August 2017. Abgerufen am 2. September 2017 Münster,Westfälische Nachrichten vom 5. Juli 2017. Abgerufen am 2. September 2017 Gelsenkirchen,Veranstaltungskalender der Stadt Gelsenkirchen. Abgerufen am 2. September 2017 Duisburg,WAZ vom 29. August 2017. Abgerufen am 2. September 2017 Oberhausen,WAZ vom 29. August 2017. Abgerufen am 2. September 2017 Hamm,WDR Regional. Abgerufen am 1. September 2017Hammer Forum. Abgerufen am 4. September 2017 Osnabrück,Neue Osnabrücker Zeitung vom 31. August 2017. Abgerufen am 2. September 2017 Celle,. Abgerufen am 2. September 2017 Hannover,Neue Presse vom 11. September 2017. Abgerufen am 24. September 2017 Wolfsburg,. Abgerufen am 25. September 2017 Magdeburg,. Abgerufen am 24. September 2017 HalleMitteldeutsche Zeitung vom 15. September 2017. Abgerufen am 24. September 2017 Dresden,Thomas Baumann-Hartwig: Absage für Neumarkt: Flüchtlingsboot soll im Hafen anlegen. Dresdener Neue Nachrichten vom 22. August 2017. Abgerufen am 6. September 2017 Potsdam,Fokus Regional vom 21. September 2017. Abgerufen am 25. September 2017 Neuruppin. Abgerufen am 25. September 2017 und Berlin.Letzte Station in Berlin. Abgerufen am 3. Oktober 2017

Soweit es toleriert wurde, fuhr das Schiff unter der inoffiziellen Refugee-Flagge in Orange und Schwarz,Website der Refugee Nation. Abgerufen am 25. September 2017 die seit der Olympiade 2016 durch das Refugee Olympic Team symbolisch als Flagge der Refugee-Nation verwendet wird.Refugee Flag bei Youtube. Abgerufen am 25. September 2017Film zu Einzelheiten des Flüchtlingsschiffs in Dresden bei Youtube. Abgerufen am 25. September 2017

Aktionen an einzelnen Stationen, Einbindungen Stets gehörte es zur Aktion, dass Besucher das Schiff betreten durften und somit einen sinnlichen Eindruck von der Enge an Bord bekommen konnten. In einer Jurte an Land wurde eine Wanderausstellung zum Thema Migration sowie Informationen zur Situation von Flüchtlingen während der Flucht und in Flüchtlingslagern geboten.

An den meisten Orten wurde das Projekt durch Veranstaltungen regionaler Organisationen begleitet. So war es in Bremen eingebunden in ein Programm des Familiennetzwerks Bremen, an dem sich Bremer Organisationen der Flüchtlingshilfe und internationale Hilfsorganisatoren beteiligten. Es wurden Filme, Vorträge, Podiumsdiskussionen und ein umfangreiches Kulturprogramm angeboten.. Abgerufen am 25. September 2017

In Münster fand das Schiffsprojekt innerhalb des Zeitraums der Skulpturenausstellung 2017 Skulptur.Projekte statt. Das Boot lag vom 22. bis 25. August im Münsteraner Hafen in Sichtweite der Skulptur On Water der türkischen Künstlerin Ayşe Erkmen.Maria Buchwitz, Barbara Geilich und Katy Teubener: Mit Sicherheit gut ankommen - Über ein außergewöhnliches Projekt zum Thema Flucht vom 28. August 2017. Abgerufen am 25. September 2017

In Osnabrück fand die Ankunft des Schiffes parallel zum Dampflokfest 2017 statt und verband das traditionelle Fest der Eisenbahnfreunde mit dem Flüchtlingsprojekt, unterstützt von zahlreichen informativen Veranstaltungen.Dietmar Kröger: Mit Sicherheit gut ankommen. Flüchtlingsprojekt legt in Osnabrück an. Neue Osnabrücker Zeitung vom 31. August 2017. Abgerufen am 25. September 2017

In Hannover veranstaltete das Kulturzentrum Faust ein umfassendes Kulturprogramm, welches geflüchtete Kinder und Erwachsene aus Hannover einband und zugleich über das Boot und dessen Hintergründe informierte.. Abgerufen am 25. September 2017 Dort und an zahlreichen weiteren Stationen der Reise wurde die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ (2013) von Antonio Umberto Riccó aufgeführt, welche das Bootsunglück vor Lampedusa 2013 thematisiert.Lampedusa Hannover. Abgerufen am 6. Januar 2018

Insgesamt beteiligten sich mehr als 120 staatliche, kommunale und private Organisationen, Einrichtungen, Vereine, Verbände und Initiativen an dem Projekt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Kunstprojekt Kategorie:Flüchtlingshilfe