mini|Kirche von Südosten (2020) Die evangelische Dorfkirche Knippelsdorf ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Knippelsdorf, einem Ortsteil der amtsfreien Kleinstadt Schönewalde im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.
Baubeschreibung und -geschichte mini|Eingangsportal auf der Südseite Knippelsdorf wurde erstmals im Jahr 1346 als Knoppelsdorf urkundlich erwähnt und gehörte zu einem Rittergut, dessen Besitzer auch das Kirchenpatronat besaß. Bei der Knippelsdorfer Dorfkirche handelt es sich um einen rechteckigen Feld- und Raseneisensteinbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Saalbau besitzt in der Ostwand eine Dreifenstergruppe. An der Südseite ist außerdem ein gotisches, spitzbogiges Stufenportal mit Raseneisensteineinfassung zu finden. Der sich im Westen des Kirchenschiffs anschließende quadratische Westturm stammt aus dem Jahre 1846. Dieser besteht aus im Sockelgeschoss aus Backstein, während die oberen Geschosse aus Fachwerk entstanden. Das verschieferte Oberteil schließt mit einem oktogonalen Knickhelm ab.
Das Bauwerk befindet sich inmitten eines ehemaligen Friedhofs, der auf dem ovalen Dorfanger des Dorfes zu finden ist. Umfangreiche Umbauarbeiten erfuhr das Bauwerk im 18. Jahrhundert und im Jahre 1846. Letztere prägen die Kirche bis in die Gegenwart. Nach einem Bevölkerungsanstieg ließ die Kirchengemeinde eine große und hufeisenförmige Empore einbauen.Hans Tödtmann: Kirche des Monats Juni: Die Dorfkirche Knippelsdorf (Landkreis Elbe-Elster), veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Infobrief Juni 2024, S. 1 und 2.
Ausstattung Das Innere der Kirche ist von einer flachen Holzdecke und einer vorschwingenden Hufeisenempore mit kassettierter Brüstung geprägt. Der sich hier befindliche oktogonale, barocke Kanzelaltar entstand im Zuge von umfangreichen Umbauarbeiten im Jahre 1846, wobei Teile eines Altarretabels verwendet wurden, die aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen. Damit sollte sichergestellt werden, dass der Pfarrer auch von den Emporen aus gesehen werden kann. In der Predella des Altars mit zweigeschossigem Aufbau ist ein Abendmahlsgemälde zu finden. Weiters befinden sich in den Flügeln zwei Schnitzfiguren aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die die Heilige Barbara und die Heilige Katharina darstellen.
Erwähnenswerte sakrale Ausstattungsstücke der Kirche sind eine zinnerne Abendmahlskanne mit der Inschrift Der Kirche zu Knippelsdorf gehörig 1859 sowie eine Taufschale aus Messing mit den Initialen AMUR MT 1697.
Orgel Die Orgel stammt aus dem Jahr 1873 und wurde vom Merseburger Orgelbaumeister Friedrich Gerhardt (1828–1922) geschaffen. Sie besitzt eine mechanische Schleiflade, ein Manual und sieben Register.
I Manual C–f3 Principal 8′ Gamba 8′ Hohlflöte 8′ Octave 4′ Octave 2′ Mixtur II Pedal C–d1 Subbass 16′
Grabmäler und Gedenken mini|Grabstein an der Südwand An der Südwand der Kirche ist ein mit Putten versehener Inschriften-Grabstein aus dem Jahre 1716 zu finden. Weiters befindet sich an der Nordempore der Kirche eine Erinnerungstafel aus Eisenguss für den 1871 gefallenen Rittergutsbesitzer A. Mutrack.
Geläute Die Kirche besitzt zwei unter Denkmalschutz stehende Glocken. Eine bronzene Glocke stammt aus dem Jahre 1590. Diese stammt vom Glockengießer Meister Heine aus Westfalen. Es ist unklar, wann diese in Westfalen entstandene Glocke in den erst 1850 preußisch gewordenen Ort gekommen ist. Sie durfte im Jahr 2024 aus Sicherheitsgründen nicht mehr geläutet werden, da die Henkelkrone zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt von der Glocke getrennt wurde und im Jahr 2024 ein Holzklotz direkt auf die Glocke geschraubt wurde. Geplant war, eine Krone nachzugießen und diese mittels Schutzgasschweißen mit der historischen Glocke zu verbinden. Im Jahr 2025 erfolgte der Guss der neuen Krone in der historischen Legierung mit 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn. Da keine Zeichnung von der Kronze existierte, musste ein Sachverständiger eine Analogie zu einer erhaltenen zeitgenössischen Glocke heranziehen. Die Wahl fiel auf die 1575 von Eckehard Kücker in Erfurt gegossene Glocke für das Magdeburger Domgeläut. Ende August 2025 konnte die so wieder vervollständigte Glocke in der Kirche aufgehängt werden.Hans Tödtmann: Neue Krone rettet Knippelsdorfer Glocke: Die aufwändige Restaurierung eines Kulturdenkmals, veröffentlicht in Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Alte Kirchen – Mitgliederzeitung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., Ausgabe November 2025, S. 14. Eine eiserne Glocke wurde 1925 in der Apoldaer Glockengießerei Schilling und Lattermann geschaffen und läutet am Abend und zum Gottesdienst. Die Kirchengemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, das vollständige Geläut wieder zum Erklingen zu bringen.
Pfarrbereich Knippelsdorf Knippelsdorf befindet sich im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Zum Pfarrbereich Knippelsdorf gehören auch die Orte Mehlsdorf, Werchau, Wiepersdorf, Wildenau, Schöna, Kolpien, Lebusa und Körba.Webauftritt des Pfarrbereichs Knippelsdorf auf der Website des Kirchenkreises, abgerufen am 31. Januar 2023.
Weiterführende Literatur
Sybille Gramlich, Irmelin Küttner: Landkreis Elbe-Elster Teil 1: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde. ISBN 978-3-88462-152-3, S. 321–324.
Weblinks
Einzelnachweise , abgerufen am 25. September 2016. Sybille Gramlich, Irmelin Küttner: Landkreis Elbe-Elster Teil 1: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde. ISBN 978-3-88462-152-3, S. 321–324.
Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Bad Liebenwerda Kategorie:Kirchengebäude in Schönewalde Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Baudenkmal in Schönewalde Kategorie:Disposition einer Orgel Knippelsdorf Knippelsdorf