Die Sektion Leipzig des Deutschen Alpenvereins (DAV) e. V. (kurz DAV Leipzig) ist mit Mitgliedern (Stand: ) einer der größten Vereine Leipzigs und die drittgrößte Sektion Ostdeutschlands und Sachsens nach dem Sächsischen Bergsteigerbund und der Sektion Dresden. Die Sektion Leipzig gehört nach der Mitgliederanzahl zu den hundert größten Sektionen des Deutschen Alpenvereins.

Gründung der Sektion Bereits kurz nach der Gründung des Deutschen Alpenvereins am 9. Mai 1869 in München wurde in Leipzig am 31. Mai 1869DAV-Leipzig.de: Vereinsgeschichte, abgerufen am 13. September 2022 durch Ernst Robert Osterloh und weitere zehn Bergfreunde die Sektion Leipzig gegründet. Dies war damals die vierte Gründung einer Sektion nach München, Wien, Lienz und die erste, die im Flachland gegründet wurde. Heute ist sie die zweitälteste Sektion des Deutschen Alpenvereins nach München, da Wien und Lienz heute dem Österreichischen Alpenverein angehören.

Aus einer Gruppe von 35 Mitgliedern des Österreichischen Touristenclubs und weiteren Leipzigern, die der Sektion Hall in Tirol des Alpenvereins als auswärtige Mitglieder angehörten, wurde 1907 als weitere Leipziger Sektion die Sektion Jung-Leipzig des mittlerweile den Namen Deutsch und Österreichischer Alpenverein führenden Verbandes gegründet.

Das Vereinslokal der Sektion war im angemieteten Leipziger Krystallpalast untergebracht. Es umfasste eine Bücherei und Sitzungszimmer im Stil einer Tiroler Bauernschenke ausgebautes, mit zahlreichen Gedenkstücken geschmücktes, „Alpenstübl“. Hier hatte die Sektion, bis zur Zerstörung des Gebäudes 1943 durch Bomben, ihre Heimat gefunden. Beiträge zur Geschichte des Deutschen Alpenvereins in Leipzig, von Ansgar Müller, Seite 14

1945 wurde der Deutsche Alpenverein samt aller Sektionen durch den Alliierten Kontrollrat verboten. Eine Neugründung wurde in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. späteren DDR nicht gestattet. 1953 gründeten in den Westen geflohene Mitglieder die Sektion neu, indem formal der Sitz nach Wuppertal verlegt wurde (ab 1970 München unter dem Namen Sektion Leipzig in München). Nach der Wende in der DDR wurde am 29. Dezember 1989 die Sektion Leipzig unter anderem von Ansgar Müller auch in Leipzig neu gegründet und trat am 25. Mai 1990 dem Deutschen Alpenverein bei.

Die Sektion Leipzig in München benannte sich 1995 in Sektion Sulzenau (nach der von ihr betriebenen Sulzenauhütte). 2008 schloss sie sich als Ortsgruppe der Sektion Leipzig an.

Sektionsvorsitzende Eine chronologische Übersicht über alle Präsidenten der Sektion seit Gründung.150 Jahre Bergsteigen in Leipzig. Von Hartmut Halang, Matthias Ladusch, Ansgar Müller, Andreas Wappler. Seite 389 bis 391.

Sektion Leipzig 1869 bis 1953 Vorsitzende der sitzverlagerten Sektion Leipzig (1953 bis 2007)Sektion Leipzig Sitz in Wuppertal 1953 bis 1970Sektion Leipzig in München 1970 bis 1996Sektion Sulzenau vorm. Leipzig in München 1996 bis 2007 Amtszeit Präsident 1869–1870 Carl H. Schildbach 1870–1871 Moritz Voigt 1871–1872 Julius Albert Prasse 1872–1873 Emmerich F. Anschütz 1874–1883 Wilhelm Pückert 1884 A. Kummer 1885 Karl Schulz 1886–1888 Leo F. Ludwig Wolf 1889–1897 Oscar Heinze 1898–1904 Leo F. Ludwig Wolf 1905–1908 Paul Tscharmann 1909–1922 Georg Domizlaff 1923–1933 Heinrich Siber 1934 Otto Reichel 1934–1945 Karl Jaksche 1945–1953 Amtszeit Präsident 1953–1968 Otto Reichel 1968–1995 Hans Koehler 1995–2007 Klaus Henke Vorsitzende der Sektion Leipzig des DAV (ab 1989) Amtszeit Präsident 1989–1999 Karl Jendryschik 1999–2006 Hans Ehrlich 2006–2019 Henry Balzer 2019–2020 Steffen Kempt seit 2021 Toni Werner Anmerkung

Mitglieder Jahr Mitglieder 1869 26 1900 1.060 1925 1.985 1939 1.099 1990 200 Jahr Mitglieder 2010 2.072 2018 4.082 2021 5.337 2023 6.709 2025 8.116

Hütten der Sektion miniatur|Blick auf die Sulzenauhütte (2007) Elbsandsteingebirge Dessauer Hütte, , gemeinschaftlicher Betrieb und Nutzung durch die Sektionen Bergfreunde Anhalt Dessau und Sektion Leipzig des DAV. Karl-Stein-Hütte,

Stubaier Alpen Sulzenauhütte, (erbaut: 1926–1927)

Ehemalige Hütten mini|Die Mandron Hütte war 1879 die erste von der Sektion errichtete Schutzhütte. Links daneben das 1896 erbaute Mandron Haus. Die nach dem Ersten Weltkrieg auf italienischem Staatsgebiet liegenden Hütten der Sektion im vormaligen Kronland Tirol wurden 1921 mittels Dekretes des italienischen Kriegsministers Ivanoe Bonomi an den Club Alpino Italiano (CAI) übergeben.Florian Trojer: Südtirol. In: Deutscher Alpenverein, Oesterreichischer Alpenverein, Alpenverein Südtirol (Hrsg.): Berg Heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918–1945. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2011, ISBN 978-3-412-20830-1, S. 346–350. Adamellogruppe Mandron Hütte oder alte Leipziger Hütte, erbaut: 1879 (heute: glaziologisches Zentrum „Julius Payer“ Società degli Alpinisti Tridentini (SAT) des CAI) Mandron Haus oder neue Leipziger Hütte, erbaut: 1896 (im Ersten Weltkrieg zerstört)Deutscher Alpenverein, Österreichischer Alpenverein, Alpenverein Südtirol (Hrsg.): Hoch hinaus: Wege und Hütten in den Alpen. Band 2. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2016, ISBN 978-3-412-50203-4, S. 205–206. Rosengartengruppe Grasleitenhütte, erbaut: 1887 (heute: Autonome Provinz Bozen – Südtirol) Ciampediehaus, auch Ciampedie-Hütte, erbaut: 1914 (seit 1921 SAT) Vajolethütte, erbaut: 1898 (seit 1921 SAT) Venedigergruppe Lenkjöchlhütte, , erbaut: 1885–1887 (heute: Autonome Provinz Bozen – Südtirol) Zillertaler Alpen Schwarzensteinhütte, , erbaut: 1894 (heute: Autonome Provinz Bozen – Südtirol)Historisches-Alpenarchiv.org: Eigentümer/Erbauer (Hütten/Wege)

Klettergebiete und Kletteranlagen mini|Grasleitenhütte im Grasleitental gegen Valbonkogel ca. 1890 mini|Vajolethütte mit Winkler- und Delagoturm der Vajolettürme, 1900. KlettergebieteDAV-Leipzig.de: Klettergebiete und Kletteranlagen Leipziger Kletterschule Hohburger Berge

Kletteranlagen Kletterfelsen K4 Kletteranlage Feuerwehrturm Kletterturm Mockau Kletterhalle No Limit Boulderhalle Bloc No Limit Kletterschule felsenfest / Artistenkombinat Leipzig e. V. KOSMOS Boulderhalle

Bekannte Mitglieder Hans Meyer Verlagsbuchhändler (Meyers Konversations-Lexikon), Erstbesteiger des Kilimandscharo. Moritz Voigt Wilhelm Pückert Rudolf Lavant Georg Domizlaff Heinrich Siber Ansgar Müller Albert Bolte

Literatur Zur Geschichte der Leipziger Alpenvereinssektionen bis 1945. Ein Beitrag zum 150jährigen Jubiläum der Sektion Leipzig des Deutschen Alpenvereins. Von Ansgar Müller. Leipzig 2019, 79 Seiten. ISBN 978-3-00-062678-4 150 Jahre Bergsteigen in Leipzig. Von Hartmut Halang, Matthias Ladusch, Ansgar Müller, Andreas Wappler. Leipzig 2020, 420 Seiten.

Weblinks

Sektion Leipzig Sektionsschriften der Sektion Leipzig (Digitalisate der Bibliothek des DAV)

Einzelnachweise

Leipzig DAV Kategorie:Vereinsgründung 1869 Kategorie:Wandern (Sachsen)