Der Landkreis Dachau liegt nordwestlich von München im Regierungsbezirk Oberbayern. Kreisstadt ist Dachau. Kreisstadt und Landkreis gehören zur Metropolregion München.
Geographie Lage und Landschaft mini|300px|Dachauer Hügellandschaft nordöstlich Dachau mit Windrad mini|300px|Blick von der Gündinger Höhe bei Bergkirchen auf Udlding und München mini|300px|Hügellandschaft bei Haag (Altomünster)
Der Landkreis Dachau liegt mit seinen Anbindungen per Straße oder Bahn verkehrstechnisch gut erschlossen und nahe an der Landeshauptstadt München.
Nördlich der Kreisstadt Dachau ist die Landschaft flachwellig hügelig und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Das zentral gelegene Markt Indersdorf ist nach Dachau das wichtigste Zentrum des Landkreises.
Im Kreisgebiet befinden sich im Süden noch Reste einiger Moore, wie das Dachauer Moos oder das Naturschutzgebiet „Schwarzhölzl“. Anfang des 19. Jahrhunderts begann nach der Entwässerung der letzten Moore ein systematisch betriebener Torfabbau. Ursprünglich dehnte sich diese Moor-Landschaft von Fürstenfeldbruck bis Freising aus. Noch heute ist das Moorgebiet bekannt für länger anhaltende Bodennebel.
Umgangssprachlich spricht man auch vom Dachauer Land.
Flüsse Die wichtigsten Flussläufe sind die Amper, die Glonn und die Ilm.
Die Amper bildet auf weite Strecken die natürliche Grenze zwischen dem Moorgebiet im Süden und dem nördlich daran anschließenden Hügelland, das die Landschaft im restlichen Kreisgebiet prägt. Dieser Fluss erreicht, vom Ammersee kommend, südwestlich von Dachau das Kreisgebiet und durchfließt dann in nordöstlicher Richtung den äußersten Südosten des Kreises. Östlich von Dachau, kurz vor Hebertshausen, mündet die Würm in die Amper. Sie entwässert den Starnberger See. Die Müller der Würmmühle in Dachau sind seit dem 10. Jahrhundert für den Übergang über die Würm-Amper-Aue, im Mündungsgebiet der Würm in die Amper, verantwortlich. Westlich von Dachau, in Mitterndorf, fließt der Amper die Maisach zu.
Die Mitte des Kreises durchfließt in west-östlicher Richtung die Glonn. Dieser kleine Fluss mündet im Landkreis Freising in die Amper, die weiter nordöstlich in Moosburg in die Isar mündet. Die Glonn entwässert rund 2/3 des Kreisgebietes.
Der Norden des Landkreises wird im Groben durch die Ilm geprägt, die einerseits in Tandern, anderseits am Altowald bei Altomünster entspringt und hinter Pipinsried zusammenfließt. Sie speist nach 75 Kilometern den Donau-Zufluss Abens.
Alle Flüsse entwässern in die Donau.
Topografie Der Landkreis Dachau ist durch eine flachwellige Hügellandschaft des Donau-Isar-Hügellandes gekennzeichnet, die im Süden ab Dachau in die Münchener Schotterebene ausläuft. Die Flussläufe bilden Senken mit Mooren, die überwiegend in west-östlicher Richtung den Landkreis durchziehen. Sie sind Überreste von nacheiszeitlichen Seen. Die eingeschnittenen Verläufe von Amper, Glonn und Ilm werden von Hügellandschaften abgegrenzt.
Topografisch gesehen liegen die höheren Erhebungen zwischen 535 und im Norden und Nordwesten des Landkreises, die höchste mit im Biberecker Holz unweit Kreuzholzhausen bzw. Deutenhausen. Bei Schmarnzell liegt mit der zweithöchste Punkt. Die höchstgelegene Ortschaft ist Hohenzell () bei Altomünster. Die tiefsten Landschaftspunkte liegen entlang der Abflüsse der Amper und der Glonn im Südosten bzw. Osten in den Landkreis Freising bei ca. .
Flächennutzung Landwirtschaft Der Landkreis Dachau wird intensiv landwirtschaftlich, überwiegend als Ackerland, genutzt. Dreiviertel der Fläche, knapp 74 %, werden landwirtschaftlich genutzt. Längs von Amper und Glonn sowie auf den zum Teil kultivierten Moorböden des Dachauer Mooses finden sich auch Wiesen und Weiden.
Wald Durch Rodung wurden der Wald auf Kuppen, Steilhänge und Schotterböden zurückgedrängt. Lediglich 15,7 % des Kreisgebietes sind bewaldet. Den größten Waldanteil haben die Gemeinden Odelzhausen (25,7 %), Erdweg (23,2 %), Hilgertshausen-Tandern (21,8 %) und Sulzemoos (20,8 %). Waldärmste Gemeinden sind Karlsfeld mit 3,3 % Waldanteil und die Stadt Dachau mit 6,1 %.
Andere Flächen Rund 1 % sind Wasserflächen und ca. 8 % sind bebaute Wohn- und Verkehrsflächen. Die restlichen Flächen (Wirtschafts- und sonstige Infrastruktureinrichtungen) machen etwa 1,3 % aus.
Natur Naturräume mini|300px|Kleiner See im Hebertshauser Moos nordöstlich von Dachau mini|Hohle Linde in Obermarbach
Im Landkreis gibt es zwei Naturschutzgebiete, vier Landschaftsschutzgebiete, drei FFH-Gebiete und mindestens ein ausgewiesenes Geotop (Stand April 2016).
Im Landkreis Dachau sind seit 2001 folgende Gebiete als Fauna-, Flora-, Habitat (FFH-) und Vogelschutzgebiete ausgewiesen;
Naturschutzgebiet „Weichser Moos“ (Fläche 55 ha) Ampertal (Fläche incl. Landkreise Fürstenfeldbruck und Freising 1818 ha) Gräben und Niedermoorreste im Dachauer Moos (Fläche incl. Stadt München und Landkreis München 304 ha).
Als Landschaftsschutzgebiete sind ausgewiesen:
Glonntal mit 1.833 ha Fläche Palsweiser Moos mit ca. 312 ha Fläche Amperauen mit Hebertshauser Moos und Inhauser Moos mit 1.820 ha Fläche Landschaftsteile bei Thalhausen mit 11 ha Fläche.
Als Naturdenkmäler sind ca. 150 Bäume, Baumgruppen und Alleen unter Schutz gestellt. Schutzzweck ist die Erhaltung dieser Einzelschöpfungen der Natur im öffentlichen Interesse aufgrund ihrer hervorragenden Schönheit oder ihrer ökologischen bzw. heimatkundlichen Bedeutung. Die ältesten Bäume im Landkreis die mit dieser Verordnung geschützt werden, sind die Schlosseiche an der westlichen Ortseinfahrt Eisolzried (ca. 600 Jahre) und die zwei Linden (ca. 600 und 350 Jahre) am Eingang des aus Obermarbach hinaus führenden Hohlweges nördlich der Kirche.
Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Dachau Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Dachau Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Dachau Liste der Geotope im Landkreis Dachau Liste der Naturdenkmäler im Landkreis Dachau.
Freizeit Die Flussläufe an Amper, Glonn oder Ilm laden zu Radtouren ein. Der 7-Klöster-Weg verbindet auf drei Routen von insgesamt knapp 100 km sieben Klosteranlagen im Landkreis Dachau und dem Wittelsbacher Land westlich davon, für Radtouristen.
Im Glonntal liegt der historische Altbaierische Oxenweg, der, als einer von mehreren Ochsentriebwegen von Augsburg ins Dachauer Land und weiter bis Ungarn führte. Einige Orte liegen am sog. Dachauer Jakobsweg, den Dachau-Agil mit dem europäischen Jakobswegzeichen ausgeschildert hat.
Zahlreiche größere oder kleinere Badeseen, Schwimmbäder und ein Naturbad laden zum Schwimmen ein.
Nachbarlandkreise Grenzen Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend, an die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm, Freising und München, an die kreisfreie Stadt München sowie an die Landkreise Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg. Grenzorte (loci maxima) Weitenried ist der westlichste Ort des Landkreises, Karlsfeld der südlichste, Maisteig (Gemeinde Haimhausen) der östlichste und Eichenried (Gemeinde Hilgertshausen-Tandern) der nördlichste Ort.
Klima Das Klima in Dachau ist mild, sowie allgemein warm und gemäßigt. „Cfb“ lautet die Köppen-Geiger-Klassifikation. Die Temperatur liegt in Dachau im Jahresdurchschnitt bei 8,1 °C. Jährlich fallen etwa 886 mm Niederschlag.
Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge in Dachau. Selbst der trockenste Monat Februar weist mit durchschnittlich 48 mm noch hohe Niederschlagsmengen auf. Im Vergleich zum niederschlagsreichsten Monat Juni, mit durchschnittlich 118 mm Niederschlagsmenge, liegt die Differenz bei 70 mm.
Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken im Jahresverlauf um 19,1 °C zwischen dem wärmsten Monat Juli und dem kältesten Januar. Im Juli werden durchschnittliche Temperaturen von 17,5 °C erreicht. Im Januar liegt die durchschnittliche Temperatur bei -1,6 °C.
Geschichte Das Kreisgebiet Dachaus gehört zu den altbayerischen Gebieten. Dachau war spätestens seit dem 13. Jahrhundert Sitz eines landesherrlichen Herrschaftsbezirks, der zwar auch mit adlichen und geistlichen Niedergerichtsbezirken durchsetzt war, jedoch einen relativ abgerundeten Bezirk rechts und links der Amper unter Einschluss von Fürstenfeldbruck, bis an die Stadtgrenze von München und östlich begrenzt vom Landgericht Kranzberg einnahm.
Landgericht ab 1803 Bei der ersten Neuordnung der bayerischen Verwaltung im Zuge der Säkularisation vieler Klöster und des Hochstifts Freising blieb das Landgericht Dachau fast unverändert, ihm wurde lediglich die Aufsicht über die Hofmark Indersdorf (bisher Landgericht Kranzberg) zusätzlich zugewiesen, dagegen wechselte das Gebiet Neuhausen zum damals neugebildeten Landgericht München. Ab 1808 gehörte das Landgericht Dachau zum Isarkreis bzw. ab 1838 zum Kreis Oberbayern. 1823 wurden einige Gemeinden dem neu errichteten Landgericht Fürstenfeldbruck zugeteilt.
Bezirksamt ab 1862 Das Bezirksamt Dachau folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht Dachau.
Landkreis ab 1939 Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt Dachau der Landkreis Dachau. Zum Träger einer kommunalen Selbstverwaltung wurde der Landkreis Dachau nach dem Zweiten Weltkrieg.
Landkreis nach der Gebietsreform 1972 Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis am 1. Juli 1972 vergrößert. Neu zum Landkreis kamen die Gemeinden Altomünster, Hilgertshausen, Hohenzell, Kiemertshofen, Kleinberghofen, Oberzeitlbach, Randelsried, Stumpfenbach, Tandern, Thalhausen und Wollomoos aus dem aufgelösten Landkreis Aichach die Gemeinden Höfa, Pfaffenhofen an der Glonn, Sittenbach, Unterumbach und Weitenried aus dem aufgelösten Landkreis Friedberg sowie die Gemeinde Ebertshausen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.
Der Landkreis Dachau gab seinerseits die Gemeinde Fahrenzhausen im Osten an den Landkreis Freising ab. Damit erreichte der Landkreis seine heutige Ausdehnung.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Faktisch wurden im Osten Gebiete abgegeben und im Westen und Südwesten Gebiete einbezogen.
Am 1. Januar 1984 wurde noch die Ortschaft Weißling nach Petershausen eingemeindet und kam dadurch vom Landkreis Freising zum Landkreis Dachau.
Bevölkerungsstatistik Gesamtentwicklung Der Landkreis Dachau gewann von 1988 bis 2018 über 47.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um 44,2 %.
Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.
Jahr Einwohner 1840 23.714 1871 26.494 1900 32.869 1925 38.810 1939 47.261 1950 69.865 Jahr Einwohner 1961 75.708 1970 88.699 1987 104.280 1991 114.714 1995 122.144 2000 129.547 Jahr Einwohner 2005 134.382 2010 138.547 2015 149.370 2020 155.117 2025 154.176 Entwicklung nach Gemeinden Die Gemeinden entwickelten sich zwischen 2008 und 2018 wie folgtpv-muenchen.de: Ort Wappen Einwohner (2018) Veränderung (2008–2018) Veränderung (2008–2018) (%) Stadt Dachau 30px 47.400 5.722 13,7 Karlsfeld 30px 21.596 3.412 18,8 Markt Indersdorf 30px 10.441 1.119 12,0 Odelzhausen 30px 5.128 900 21,3 Haimhausen 30px 5.636 882 18,6 Bergkirchen 30px 7.770 617 8,6 Altomünster 30px 7.925 590 8,0 Petershausen 30px 6.551 521 8,6 Hebertshausen 30px 5.701 507 9,8 Erdweg 30px 5.001 486 8,8 Sulzemoos 30px 3.099 447 16,9 Schwabhausen 30px 6.494 412 6,8 Weichs 30px 3.509 397 12,8 Pfaffenhofen a.d. Glonn 30px 2.159 365 20,3 Vierkirchen 30px 4.571 279 6,5 Hilgertshausen-Tandern 30px 3.423 278 8,8 Röhrmoos 30px 6.490 149 2,3
Ausländische Staatsangehörige Zu den Einwohnern zählten im Jahre 2021 27.422 ausländische Staatsangehörige (Ausländerquote 15,9 %),pv-muenchen.de darunter 2.583 aus Griechenland, 2.486 aus Rumänien und 2.440 aus Kroatien. Im Jahre 2021 gab es 264 Einbürgerungen.
Fluktuation Die Fluktuation (Zuzüge und Fortzüge in % der Bevölkerung) betrug im Durchschnitt der Jahre 2008–2018 14,7 % und 2018 14,5 %.pv-muenchen.de
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