mini | rechts | Banana Yoshimoto (2022)Banana Yoshimoto (, * 24. Juli 1964 in Tokio als Mahoko Yoshimoto, ) ist eine japanische Schriftstellerin.
Leben und Wirken Sie ist die Tochter von Takaaki Yoshimoto (auch bekannt als Ryūmei), einem einflussreichen Denker der japanischen Neuen Linken, Dichter und Literaturkritiker,Biografischer Abriss Takaaki und von Kazuko Yoshimoto, einer Haikudichterin. Inspiriert durch ihre ältere Schwester Yoiko Haruno, eine erfolgreiche Mangaka, suchte Yoshimoto etwas, das ihr selbst Spaß machte, und fing mit etwa fünf Jahren an zu schreiben. Während sie die Oberschule besuchte, zog sie mit ihrem Freund zusammen und studierte schließlich an der Nihon Daigaku japanische Literatur. Nach ihrer Ausbildungszeit befragt, antwortet sie in einem Interview: FAQ in the interviews: "How did you spend your school days?". Abgerufen am 6. März 2012.
Für ihre Abschlussarbeit, die Erzählung Moonlight Shadow, bekam sie 1986 den Dekanspreis der Universität (). Nach ihrem Studium jobbte sie zunächst als Kellnerin im Restaurant eines Golfclubs in Tokio, wo sie während ihrer Arbeitspausen die Erzählung Kitchen verfasste.GEE, Alison Dakota (1997): A Taste for the Unusual. In: Asiaweek 9, S. 50–51. Hongkong: Asiaweek. Für ihr erstes Werk Kitchen erhielt sie 1987 den 6. Kaien-Literaturpreis für Debütanten (, Kaien Shinjin Bungakushō) und ein Jahr später den 16. Izumi-Kyōka-Literaturpreis der Stadt Kanazawa. Für Utagata und Sanctuary wurde ihr 1988 der 89. Künstlerpreis des Bildungsministers für Debütanten verliehen. Mit Tsugumi gewann sie 1989 den 2. Yamamoto Shūgorō Preis (), mit Amrita den 5. Murasaki-Shikibu-Literaturpreis. Furin to nanbei erhielt im Oktober 2000 den 10. Bunkamura Prix des Deux Magots.
Im Jahr 2000 heiratete sie Hiroyoshi Tahada, einen Komplementärmediziner, (japanisch) mit dem sie einen Sohn hat. Die Hochzeit kommentiert Yoshimoto auf ihrer Homepage in drei knappen Sätzen: FAQ. Banana Yoshimoto Official Site
Banana ist Yoshimotos Künstlername. Über die Gründe der Wahl dieses extravaganten Namens ist viel spekuliert worden. Manche Kritiker wollen darin eine Abgrenzung Yoshimotos zu der gewichtigen Rolle ihres Vaters sehen. Yoshimoto selbst hat derartige Spekulationen immer bestritten und gibt an, sie habe sich wegen der Schönheit der roten Blüten des Bijinsho (Red Banana Flower) für ihren Künstlernamen entschieden. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, sie jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹.
Merkmale und wiederkehrende Motive in den Werken Bananas sind: Tod (insbesondere der Verlust dem Erzähler nahestehender Personen) Japanische Ich-Erzählung (Shishōsetsu )Interview mit Yoshimoto Banana, Yoshimoto gibt an, dass ihre Werke im Gegensatz zur Ich-Erzählung eher zum Genre Gūwa (Fabel, Parabel) gehören. Eine offene Darstellung nichtkonventioneller Sexualität Übernatürliche Phänomene (z. B. das Erleben desselben Traumes durch zwei Personen) Nähe zum Genre des Shōjo Manga
Werke 1986 Moonlight Shadow (, Mūnraito shadou) 1988 Kitchen () dt. Kitchen. Übersetzt von Wolfgang E. Schlecht. Zürich, Diogenes 1992, ISBN 3-257-22700-0 1988 Utakata / Sanctuary (, ~ sankuchuari) 1988 Kanashii yokan () 1989 Tsugumi () dt. Tsugumi. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 1996, ISBN 3-257-06109-9 1989 Shirakawa Yofune () dt. Dornröschenschlaf. Drei Erzählungen von der Nacht. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes, 2001, ISBN 3-257-23264-0 1990 N.P. dt. N.P. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 2001, ISBN 3-257-22790-6 1993 Tokage () dt. Eidechse. Erzählungen. Übersetzt von Anita Brockmann und Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 2005, ISBN 3-257-06478-0 1994 Amurita () dt. Amrita. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 2000, ISBN 3-257-23329-9 1994 Hachikō no saigō no koibito () 1994 Marika no nagai yoru / Bari yume nikki () 1996 SLY sekai no tabi 2 () dt. Sly.Sly bei Diogenes Übersetzt von Anita Brockmann. Zürich, Diogenes 2004, ISBN 3-257-06316-4 1999 Honeymoon (, hanemūn) 1999 Hādoboirudo hādorakku () dt. Hard-boiled Hard Luck. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 2005, ISBN 978-3-257-23482-4 2000 Furin to nanbei () darin: 2000 Karada wa zenbu shitte iru () dt. Mein Körper weiß alles: 13 Geschichten. Übersetzt von Annelie Ortmanns und Thomas Eggenberg. Zürich, Diogenes 2010, ISBN 3-257-06751-8 2000 Hinagiku no jinsei () 2002 Niji () 2002 Ōkoku sono 1: Andromeda Hights (, Andoromeda haitsu) 2002 Aruzenchin Babaa () 2003 Hagoromo () dt. Federkleid. Übersetzt von Thomas Eggenberg. Zürich, Diogenes 2008, ISBN 3-257-06579-5 2003 Dead end no omoide (, deddo endo ~) 2004 Ōkoku sono 2: itami, ushinawareta mono no kage, soshite mahō () 2004 Umi no futa () 2004 Hatsukoi () 2004 Nankuru nai (), 2004 2005 Ōkoku sono 3: himitsu no hanazono () 2005 Mizuumi () dt. Der See. Übersetzt von Thomas Eggenberg. Zürich, Diogenes 2014, ISBN 978-3-257-06897-9 2006 Iruka () 2008 Kanojo ni tsuite () dt. Ihre Nacht. Übersetzt von Thomas Eggenberg. Zürich, Diogenes 2012, ISBN 978-3-257-06816-0 2010 Moshi moshi Shimokitazawa (もしもし下北沢) dt. Moshi Moshi. Übersetzt von Matthias Pfeiffer. Zürich, Diogenes 2015, ISBN 978-3-257-06931-0. 2010 Die Eichelschwestern (どんぐり姉妹) 2010 Ōkoku sono 4 (アナザー・ワールド 王国 その4) 2010 Zisch, zisch (ジュージュー) 2011 Sweet Hereafter (スウィート・ヒアアフター) dt. Lebensgeister. Übersetzt von Thomas Eggenberg. Zürich, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257-30042-0. 2013 Eine Nacht mit Saki und ihren Freunden (さきちゃんたちの夜) 2013 Der Hostessenbar-Fehltritt (スナックちどり) 2013 Sollen wir lieben? (僕たち、恋愛しようか?) 2013 Mach einen Mittagsschlaf auf einem Blumenbeet (花のベッドでひるねして) 2014 Vögel (鳥たち) 2015 Zirkusnacht (サーカスナイト) 2015 Funafuna Funabashi (ふなふな船橋) 2023 Mimi to Kodachi dt. Ein seltsamer Ort. Übersetzt von Annelie Ortmanns. Zürich, Diogenes 2023, ISBN 978-3-257-07238-9
Hörbuch Hard-boiled, Hard Luck. Erzählung über die Unvermeidlichkeit des Verlassens und die Kunst des Loslassens; Hörbuchfassung. Sprecherin: Regula Siegfried. Regie: Pierre Kocher ISBN 3-257-06396-2. Eine geheimnisvolle Erfahrung. Hörbuchfassung, Sprecherin: Franziska Pigulla, Audiobuch Verlag 2005, ISBN 3-89964-151-5. Starke Stimmen. Jessica Schwarz liest Kitchen. Regie: Sabine Buß. Köln, Random House Audio 2006, ISBN 3-86604-190-X. Dornröschenschlaf. Sprecherin: Anna Thalbach. Süddeutsche Zeitung GmbH, München 2006. Bibliothek der Erzähler Band 4, ISBN 3-86615-361-9.
Verfilmungen 1989 Kitchen, Regie: Morita Yoshimitsu 1990 Tsugumi, Regie: Ichikawa Jun 1997 Kitchen, unter dem Titel Aggie et Louie, Gemeinschaftsproduktion Japan – Hongkong, Regie: Yim Ho 2007 Aruzenchin Babaa, Regie: Nagao Naoki 2015 Asleep (白河夜船) Regie Shingo Wakagi 2015 There is No Lid on the Sea ("Umi no futa,") Regie: Keisuke Toyoshima 2020 N.P, Regie: Lisa Spilliaert
Literatur Ina Hein (2014): "Narratives of Trauma and Healing in the Aftermath of Japan’s Three-fold Catastrophe: Yoshimoto Banana’s Sweet Hereafter" In: Lisette Gebhardt / Yuki Masami (Hrsg.): Literature and Art After "Fukushima", Berlin: EB-Verlag Dr. Brandt, S. 53–76, ISBN 978-3-86893-118-1 Lisa Mundt (2012): "Auf der Suche nach dem perfekten Glück". Autorenportrait Yoshimoto Banana. In: Lisette Gebhardt (Hrsg.): Yomitai! Neue Literatur aus Japan. Berlin: EB-Verlag Dr. Brandt, S. 326–329. Lisette Gebhardt (2010): (PDF) Forschungsbeitrag Literaturschwerpunkt der Japanologie Frankfurt. Michiko Mae (2007): "Banana Yoshimoto: Postmodernes Kulturphänomen oder eine 'neue Literatur'?" In: Japanische Schriftstellerinnen 1890-2006 (Eduard Klopfenstein, Hrsg.), in: Zeitschrift der Schweizerischen Asiengesellschaft, Asiatische Studien LXI-2-2007, S. 607–641, Verlag Peter Lang AG, Bern, . Lisette Gebhardt (2001): Japans neue Spiritualität. Wiesbaden: Harrassowitz, ISBN 978-3-447-04398-4 (japanische Übersetzung: . Iwanami Shoten, Tokio 2013, ISBN 978-4-00-022788-9) Jürgen Berndt und Fukuzawa Hiroomi (Hrsg.): Yoshimoto Banana. In: Momentaufnahmen moderner japanischer Literatur. Silver & Goldstein, Berlin, 1990, ISBN 3-927463-10-8. S. 158 bis 161. S. Noma (Hrsg.): Yoshimoto Banana. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 1759.
Weblinks Offizielle Website von Banana Yoshimoto (englisch)
Gebhardt, Lisette: Nichts mehr da? Drei Jahre nach Fukushima. (Literaturkritik.de, 2014). Rezension von Gebhardt, Lisette: Von Gourmets und Geistern. "Ihre Nacht" von Banana Yoshimoto beleuchtet das geheime Leben der japanischen Post-Bubble-Gesellschaft. (Literaturkritik.de, 2012) Rezension von Gebhardt, Lisette: Literatur auf Rezept. Banana Yoshimoto schreibt uns gesund: Die japanische Autorin weist in ihrem Buch "Mein Körper weiß alles" mit dreizehn Geschichten den Weg zu Selbstheilung und Glück. (Literaturkritik.de, 2010) Biographie des Internationalen Literaturfestivals Berlin über Banana Yoshimoto
Einzelnachweise
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