mini|Verlobungsurne mini|Blick von Süden mini|Blick von Nordosten Die Verlobungsurne (ehemals Denkmal am Habichtstein oder Kelch auf der Habichtsteinklippe)Karl-Heinz Börner, 200 Jahre Alexisbad (Mägdesprunger Hefte Nr. 4), Harzgerode 2010, ISBN 3-937-648-19-4, Seite 26. ist eine denkmalgeschützte ErinnerungsstätteHeike Tenzer: Gartenkunst und Landschaftsplanung – Alexisbad im 19. Jahrhundert, Vortrag im Landesmuseum für Vorgeschichte zu Halle (Saale) am 9. September 2026 als gemeinsame Veranstaltung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalts mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. in Alexisbad, einem Ortsteil von Harzgerode, im Harz von Sachsen-Anhalt.

Lage Das Denkmal befindet sich auf dem Felssporn des Habichtsteines am rechten, dem östlichen Hang des Selketales hoch über dem südlichen Ortseingang von Alexisbad. Die Klippe mit ihrem Kunstwerk liegt auf 330 Metern über NHN. An der Verlobungsurne führt der Selketalstieg entlang, der hier auf dem Klippenweg verläuft. Etwas weiter östlich befindet sich das Birkenhäuschen.

Geschichte Die Verlobungsurne erinnert an den Kuraufenthalt in Alexisbad und das glückliche Zusammensein von sechs adeligen, jungen Paaren aus dem Königreich Württemberg vom 10. bis zum 13. September 1845. Gestiftet wurde die Verlobungsurne von Fürst Hugo zu Hohenlohe-Oehringen, Herzog von Ujest. Der Name Verlobungsurne entstand im Volksmund und wird heute sowohl amtlich als auch im Fremdenverkehr verwendet.Klaus Dumeier: Begleitheft zur Harzer Wandernadel – Selketalstieg, Seite 11, Blankenburg (Harz) o. J. Eine tatsächliche Verlobung ist für das Treffen des Jahres 1845 jedoch nicht bezeugt und überliefert.

Als Entstehungsjahr wird bereits das Jahr 1845Falko Grubitzsch in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band 1: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, Seite 5. oder 1845/1846 angegeben.Verlobungsurne auf www.harzgerode.de Hergestellt wurde das Denkmal in einer Eisengießerei in Schlesien, die den Montanindustriellen derer von Hohenlohe gehörte. Nachdem die Urne stark verwittert war, wurde sie 1960 abgebaut und auf eine private Initiative hin restauriert. Unterstützt von der Gebrüder Bamberg KG, Harzgerode, und der Mägdesprunger Eisenhüttenwerk Carl Horn KG, Mägdesprung, wurde die Urne 1961 unter Verwendung von Originalteilen in Mägdesprung im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes erneuert.Sigrid Elstermann, Thomas Nürnberg, Einblicke in die Geschichte des Kurortes Alexisbad, 5. Auflage, Harzgerode 2008, Seite 36. Zuletzt wurde das Denkmal im Jahre 1992 instandgesetzt.Rosengard und Edgar Presia, Kleine Plauderei über Harzgerode und seine Umgebung in Harzgerode – Einzelbeiträge zur Ortsgeschichte, Herausgeber: Stadt Harzgerode, Seite 31.

thumb|Verlobungsurne auf dem Habichtstein

Gestaltung

Auf einem hohen Sockel aus Gusseisen befindet sich ein Aufsatz in Urnen- oder Vasenform im Stile des romantischen Klassizismus.Sigrid Elstermann, Thomas Nürnberg, Einblicke in die Geschichte des Kurortes Alexisbad, 5. Auflage, Harzgerode 2008, Seite 35. Die Ziervase (antikisierend/zeitgenössisch auch Urne genannt) wird äußerlich rundum von floralen Motiven aus Eisenkunstguss geschmückt. Der blütenkelchartige, hochgezogene Urnenaufsatz ist hohl, sein Inhalt leer. Der trompetenförmige Vasenfuß bildet als Plinthe die Verbindung zum gestuften Hauptsockel.

Am Sockel sind reliefierte Inschriften in Großbuchstaben angebracht. Auf der Ostseite ist der Zeitraum des Treffens vermerkt:

DEN X. XI. XII. XIII. SEPTEMBER 1845.

Die Südseite nennt die sechs Namen der beteiligten Damen in Buchstabenfolge:

CAECILIE. CAROLINE. CLEMENTINE. FRIEDERIKE. MALWINE. PAULINE.

Auf der Nordseite stehen die Name der beteiligten Herren in Buchstabenfolge (K galt seinerzeit als C):

ALWIN. BRUNO. KARL. HERRMANN. HUGO. OTTO.

Die dem Tal zugewandte Westseite ist unbeschriftet.

Denkmalschutz Im örtlichen Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist die Verlobungsurne unter der Erfassungsnummer 094 50100 als (Ausweisungsart) Baudenkmal verzeichnet. Stempelstelle In unmittelbarer Nähe der Verlobungsurne steht die Stempelstelle 177 der Harzer Wandernadel an der kleinen Schutzhütte namens Am Habichtstein.Jens Langlott: Stempel- und Wanderführer – Harzer Wandernadel (Detaillierte Beschreibung aller 222 Stempelstellen), Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft, 4. Auflage, Nordhausen 2024, Seite 189.

Literatur Sigrid Elstermann und Thomas Nürnberg: Einblicke in die Geschichte des Kurortes Alexisbad, dem ältesten Stahlbad Deutschlands und Gründungsort des VDI, 5. Auflage, Harzgerode 2008. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 7.2: Falko Grubitzsch, unter Mitwirkung von Winfried Korf und Theo Gosselke: Landkreis Quedlinburg. Halle 2007, ISBN 978-3-86568-072-3, Seite 161.

Weblinks

Die Verlobungsurne auf der Internetseite der Stadt Harzgerode

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturdenkmal in Harzgerode Kategorie:Denkmal in Sachsen-Anhalt Kategorie:Bauwerk in Harzgerode Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Eisenskulptur (Deutschland) Kategorie:Skulptur (1845) Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Sachsen-Anhalt