Die Republik Korea (auch als Südkorea bekannt) ist seit 1948 bei Olympischen Sommerspielen vertreten. 1980 beteiligte sich die Republik Korea am Boykott der Olympischen Sommerspiele. Bei allen bislang ausgetragenen Olympischen Jugendspielen nahmen südkoreanische Jugendliche teil.
Das Nationale Olympische Komitee ist das Korean Olympic Committee. Es wurde 1946 gegründet und 1947 offiziell vom IOC anerkannt.
Südkorea richtete zwei Olympische Spiele aus. Die Sommerspiele 1988 fanden in der Hauptstadt Seoul statt, die Winterspiele 2018 in Pyeongchang.
Allgemeines Südkorea, seit 1948 bei Olympischen Spielen dabei, ist eines der wenigen Länder, die ihr olympisches Debüt bei Winterspielen feierten. Am 31. Januar 1948 waren die Eisschnellläufer Choi Yong-jin und Lee Hyo-chang die ersten südkoreanischen Olympioniken. Die ersten Südkoreaner bei Sommerspielen waren am 30. Juli 1948 die Leichtathleten Lee Yun-seok und Pak Bong-sik, die zugleich die erste Südkoreanerin bei Olympischen Spielen war. Die ersten Frauen bei Winterspielen waren am 20. Februar 1960 die Eisschnellläuferinnen Kim Gyeong-hoe und Han Hye-ja.
Zwei Koreaner waren schon bei den Sommerspielen 1936 in Berlin dabei. Die Marathonläufer Sohn Kee-chung und Nam Sung-yong starteten jedoch für Japan, da Korea zu dieser Zeit Teil des Japanischen Kaiserreiches war. Beide wurden von japanischer Seite aus gezwungen, bei Wettkämpfen die japanische Lesung ihrer Namen zu benutzen. So startete Sohn Kee-chung in Berlin unter dem Namen Son Kitei und Nam Sung-yong unter dem Namen Nan Shōryū. Sohn wurde Olympiasieger, Nam gewann die Bronzemedaille. Beide waren damit die ersten Koreaner, die eine Olympiamedaille gewinnen konnten. Als bei der Siegerehrung die japanische Flagge gehisst wurde, wandten beide demonstrativ den Blick ab.Bilder der Siegerehrung
Der erste Medaillengewinner Südkoreas war am 10. August 1948 der Gewichtheber Kim Seong-jip, der die Bronzemedaille gewann. Den ersten Olympiasieg für Südkorea schaffte am 31. Juli 1976 der Freistilringer Yang Jeong-mo, der den Wettkampf im Federgewicht gewann. Die ersten Frauen Südkoreas mit einer Olympiamedaille waren die Mannschaftsmitglieder der Volleyball-Nationalmannschaft, die 1976 die Bronzemedaille gewann. Die Bogenschützin Seo Hyang-soon wurde am 11. August 1984 die erste südkoreanische Olympiasiegerin.
Die erste Medaille bei Winterspielen gewann am 18. Februar 1992 der Eisschnellläufer Kim Yun-man mit Silber über 1000 Meter. Vier Tage später wurde der Shorttracker Kim Gi-hun der erste Winterolympiasieger Südkoreas. Die ersten Südkoreanerinnen, die bei Olympischen Winterspielen eine Medaille gewannen und zugleich Olympiasiegerinnen wurden, waren die Mitglieder der Shorttrack-Frauenstaffel.
Der erfolgreichste Olympionike ist der Sportschütze Jin Jong-oh, der vier Mal Olympiasieger wurde (2008, 2012 und 2016) und zwei Silbermedaillen (2004 und 2008) gewann. Die erfolgreichste Frau ist die Bogenschützin Kim Soo-nyung. Auch sie wurde vier Mal Olympiasiegerin (1988, 1992 und 2000) und gewann eine Silbermedaille (1992) und eine Bronzemedaille (2000). Die Shorttrackerin Chun Lee-kyung ist die erfolgreichste Wintersportlerin. Auch sie ist vierfache Olympiasiegerin (1994 und 1998) und gewann 1998 zusätzlich eine Bronzemedaille. Der erfolgreichste Mann bei Winterspielen ist Ahn Hyun-soo, der 2006 drei Gold- und eine Bronzemedaille gewann.
Die erste Olympiamannschaft bei Sommerspielen umfasste 50 Athleten. Erstmals über 100 Teilnehmer fuhren 1964 zu den Spielen nach Tokio (154 Sportler). Die meisten Südkoreaner nahmen bei den heimischen Spielen von Seoul 1988 statt, als 401 Athleten an den Start gingen. Die meisten Athleten bei anderen Sommerspielen waren 1996 in Atlanta dabei. 300 Südkoreaner traten an. Die erste Wintermannschaft bestand aus drei Athleten. Erstmals kam man 1980 mit zehn Teilnehmern in den zweistelligen Bereich. Die meisten Südkoreaner traten bei den heimischen Winterspielen 2018 an (122). Die größte Wintermannschaft bei anderen Winterspielen umfasste 2014 71 Teilnehmer.
Die erfolgreichsten Spiele von der Anzahl der Medaillen her waren die heimischen Sommerspiele 1988, als die Athleten insgesamt 33 Medaillen gewinnen konnten. Die meisten Olympiasiege (13) erzielte Südkorea 2008 und 2012. Die erfolgreichsten Winterspiele, auch hier von der Anzahl der Medaillen her, waren die heimischen Winterspiele 2018. Die südkoreanischen Teilnehmer gewann 17 Medaillen. Die meisten Olympiasiege wurden mit jeweils sechs Goldmedaillen 2006 und 2010 erzielt.
Südkorea ist in drei Sportarten führend bei Olympischen Spielen. Die erfolgreichste Sommersportart ist das Bogenschießen mit 23 Gold-, neun Silber- und sieben Bronzemedaillen. Ebenfalls führend ist Südkorea im Taekwondo mit 12 Siegen, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen. Nur im Judo wurden mit 43 mehr Medaillen gewonnen. Mit 48 Medaillen ist Südkorea im Short Track noch erfolgreicher. Hier gewannen die Athleten 24 Gold-, 13 Silber- und elf Bronzemedaillen.
Südkorea nahm an allen bislang ausgetragenen Olympischen Jugendspielen teil. Dabei ist Südkorea die führende Nation bei Jugend-Winterspielen. Bei beiden Austragungen gewannen südkoreanische Winterolympioniken 16 Goldmedaillen bei insgesamt 27 Medaillen. Auch bei Jugend-Sommerspielen ist Südkorea erfolgreich. 13 Olympiasiege bei insgesamt 34 Medaillen bedeutet Platz 7 im Medaillenspiegel der Jugend-Sommerspiele. Im Medaillenspiegel der gesamten Jugendspiele belegt Südkorea Platz 3.
Der Tischtennisspieler Ryu Seung-min, Olympiasieger 2004, wurde 2016 zum IOC-Mitglied gewählt. Er ist Mitglied der Athletenkommission des IOC, der Marketingkommission und der Athletenbegleitungskommission. Der Unternehmer Lee Kun-hee wurde 1996 zum Mitglied gewählt. Er war Mitglied in den Kommissionen für Kultur und Finanzen. 2017 endete seine Mitgliedschaft, seitdem ist er Ehrenmitglied.
Süd- und Nordkorea gemeinsam bei Olympischen Spielen mini|Die koreanische Vereinigungsflagge Das kommunistische Nachbarland Nordkorea nimmt seit 1964 an Winterspielen und seit 1972 an Sommerspielen teil. Zu einem direkten Aufeinandertreffen von Sportlern der beiden Länder kam es dabei erstmal beim olympischen Boxturnier 1972 in München. In der zweiten Runde des Halbfliegengewichts traf der Südkoreaner Lee Seog-un auf den Nordkoreaner Kim U-gil. Kim gewann den Kampf nach Punkten und gewann später die Silbermedaille.
Nordkorea boykottierte die Sommerspiele 1988, die in Seoul stattfanden. Ende 1985 forderte Nordkorea, an der Ausrichtung der Spiele beteiligt zu werden. Elf der 23 olympischen Sportarten sollten in Nordkorea ausgetragen werden. Zudem sollte eine eigene Eröffnungs- und Schlussfeier abgehalten werden. Die Mannschaften Nord- und Südkoreas sollten gemeinsam antreten. Die Verhandlungen mit dem IOC scheiterten jedoch. Die Austragung blieb alleine auf Südkorea und Seoul beschränkt. Daraufhin entschloss sich die nordkoreanische Regierung, die Spiele von Seoul zu boykottieren.
Bei den Sommerspielen 2000 in Sydney liefen nord- und südkoreanische Athleten bei der Eröffnungsfeier erstmals gemeinsam ein. Dazu wurde eine speziell erstellte Flagge, die koreanische Vereinigungsflagge, verwendet. Eine vereinte Mannschaft gab es jedoch nicht. 2004 in Athen wurde der gemeinsame Einmarsch wiederholt. Bei den Winterspielen 2006 in Turin liefen beide Mannschaften ein drittes Mal gemeinsam ein.
Erst bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang gab es wieder einen gemeinsamen Einmarsch mit der Vereinigungsflagge. Außer im Eishockey traten die Sportler wie schon bei vorherigen Olympischen Spielen für ihre Länder an. Im Eishockey der Frauen wurde ein gemeinsames Team aus Süd- und Nordkorea gebildet. Das Team umfasste 35 Spielerinnen, 23 aus Südkorea und 12 aus Nordkorea. Das Team konnte keines der fünf Turnierspiele gewinnen und belegte den letzten Platz.
Bewerbungen und Ausrichtungen der Olympischen Spiele Bewerbungen Sommerspiele Für die Ausrichtung von Sommerspielen gab nur Seoul eine Bewerbung ab. Die Hauptstadt bewarb sich um die Ausrichtung der 24. Olympischen Spiele 1988. Auf der 84. IOC-Session in Baden-Baden setzte sich Seoul gegen das japanische Nagoya mit 52:27 Stimmen durch.
Winterspiele Pyeongchang bewarb sich drei Mal um die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen. Auf der 115. IOC-Session in Prag unterlag man der kanadischen Stadt Vancouver mit 53:56 im zweiten Wahlgang. Bei der Bewerbung um die Ausrichtung der 22. Olympischen Winterspiele 2014 unterlag man erneut im zweiten Wahlgang. Diesmal gewann die russische Stadt Sotschi mit 47:51. Bei der Bewerbung um die Ausrichtung der 23. Olympischen Winterspiele 2018 setzte sich Pyeongchang auf der 123. IOC-Session in Durban schon im ersten Wahlgang gegenüber München und Annecy durch.
Ausrichtung mini|Kim Won-tak, Chong Son-man und Son Mi-jong beim Entzünden des olympischen Feuers von 1988 Die ersten Olympischen Spiele auf südkoreanischem Boden waren die Sommerspiele von 1988 in Seoul, die vom 17. September bis zum 2. Oktober 1988 stattfanden. 8391 Athleten, davon 2194 Frauen, aus 159 Ländern nahmen teil. Nordkorea boykottierte die Spiele des Nachbarlandes, da das IOC den Forderungen des Landes nicht nachkam, verschiedene Wettkämpfe auf nordkoreanischem Territorium durchzuführen. Kuba, Albanien, Äthiopien und die Seychellen blieben aus Solidarität zu Nordkorea ebenfalls den Spielen fern. Das olympische Feuer wurde von Sohn Kee-chung ins Stadion gebracht, dort von Im Chun-he einmal um die Runde getragen und dann an Kim Won-tak (Langstreckenläufer), Chong Son-man (Lehrer) und Son Mi-jong (Tanz-Studentin) übergeben, die zusammen den Himmel, die Erde und die Menschheit symbolisieren solltenPhilip Barker: Anna Korakaki and the history of women carrying the Olympic Flame, online, 14. Februar 2020 (Zugriff am 26. Juli 2021) und die Feuerschale des Stadions entzündeten. Den olympischen Eid für die Aktiven sprachen der Basketballspieler Hur Jae und die Handballspielerin Son Mi-na, den Eid für die Kampfrichter der Judo-Kampfrichter Lee Hak-rae.
Vom 9. bis zum 25. Februar 2018 fanden die Winterspiele in Pyeongchang statt. Es nahmen 2922 Athleten, davon 1242 Frauen, aus 92 Ländern teil. Die Eiskunstläuferin Kim Yuna entzündete das olympische Feuer. Den olympischen Eid für die Aktiven sprach der Eisschnellläufer Mo Tae-bum, den für die Kampfrichter Kim Woo-sik und den für die Trainer Park Ki-ho.
Übersicht der Teilnahmen Sommerspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1896–1936 nicht teilgenommen 1948 46 45 1 Sohn Kee-chung 1952 19 18 1 Bill Parnell 2 2 37 1956 35 35 0 1 1 2 29 1960 35 33 2 1964 154 128 26 2 1 3 27 1968 54 41 13 1 1 2 36 1972 42 32 10 Kim Ji-hak 1 1 33 1976 50 38 12 1 1 4 6 19 1980 nicht teilgenommen 1984 175 116 59 Ha Hyung-joo 6 6 7 19 10 1988 401 269 132 Cho Yong-chul 12 10 11 33 4 1992 226 154 72 12 5 12 29 7 1996 302 190 112 Choi Cheon-sik 7 15 5 27 10 2000 281 175 106 Chung Eun-soon(Südkorea)Pak Jung-chul (Nordkorea) 8 10 10 28 12 2004 264 145 119 Ku Min-jung(Südkorea)Kim Song-ho (Nordkorea) 9 12 9 30 9 2008 265 159 106 Jang Sung-ho 13 11 8 32 7 2012 250 135 115 Yoon Kyung-shin 13 9 8 30 5 2016 207 103 104 Gu Bon-gil 9 3 9 21 8
Winterspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1896–1936 nicht teilgenommen 1948 3 3 0 1952 nicht teilgenommen 1956 4 4 0 1960 7 5 2 1964 7 5 2 1968 8 5 3 1972 5 1 4 1976 3 1 2 1980 10 6 4 1984 15 11 4 1988 22 18 4 Hong Kun-pyo 1992 23 19 4 Lee Yeong-ha 2 1 1 4 10 1994 21 11 10 Lee Joon-ho 4 1 1 6 6 1998 37 26 11 Hur Seung-wook 3 1 2 6 9 2002 46 31 15 Hur Seung-wook 2 2 4 14 2006 40 26 14 Lee Bo-ra(Südkorea)Han Jong-in (Nordkorea) 6 3 2 11 7 2010 45 27 18 Gang Gwang-bae 6 6 2 14 5 2014 71 41 13 Lee Kyu-hyeok 3 3 2 8 13 2018 123 78 45 Won Yun-jong(Südkorea)Hwang Chung-gum(Nordkorea) 5 8 4 17 3 2022 64 34 30 Kim A-langKwak Yoon-gy 2 5 2 9 14
Jugend-Sommerspiele