Bulgarien (bzw. bis 1908 Fürstentum Bulgarien, 1908 bis 1946 Zarentum Bulgarien und von 1946 bis 1990 Volksrepublik Bulgarien) nimmt seit 1896 mit Unterbrechungen an Olympischen Sommerspielen teil. 1932 und 1948 wurde keine Olympiamannschaft aufgeboten, 1984 beteiligte sich Bulgarien am Boykott der Olympischen Sommerspiele von Los Angeles. Bei Winterspielen ist Bulgarien seit 1936 vertreten. Jugendliche Athleten zu allen bislang ausgetragenen Olympischen Jugendspielen im Sommer und Winter geschickt.

Das Nationale Olympische Komitee ist das Balgarski Olimpiyski Komitet. Es wurde 1923 gegründet und 1924 vom IOC anerkannt.

Allgemeines mini|Charles Champaud Bulgariens Olympiadebüt kam schon 1896 in Athen bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zu Stande. Der Schweizer Turner Charles Champaud lebte in Bulgarien und arbeitete dort als Sportlehrer. In Athen startete er für Bulgarien in drei Disziplinen des Turnens. Seine Lebensdaten sind unbekannt, aus den Berichten geht nicht hervor, für welches Land er letztendlich antrat. Dennoch führt ihn das IOC als Bulgaren mit dem Namen Charles Shampov.IOC-Eintrag Somit gehört Bulgarien offiziell zu den ersten Nationen, die an Olympischen Spielen der Neuzeit teilnahmen. Die ersten bulgarischen Frauen bei Olympischen Spielen waren am 22. Juli 1952 in Helsinki die Turnerinnen Swetanka Stantschewa, Iwanka Dolschewa, Saltirka Spasowa, Wasilka Stantschewa, Raina Grigorowa, Jordanka Jowkowa, Stojanka Angelowa und Penka Prisadaschka.

Die erste Teilnahme an Olympischen Winterspielen fand 1936 statt. Die ersten bulgarischen Wintersportler waren am 7. Februar 1936 in Garmisch-Partenkirchen die Skirennfahrer Borislaw Jordanow, Asen Zankow und Bojan Dimitrow. Die erste Frau Bulgariens bei Winterspielen war am 28. Januar 1956 die Skilangläuferin Maria Dimowa.

Die erste olympische Medaille war eine Bronzemedaille. Sie wurde 1952 von dem Boxer Boris Nikolow im Mittelgewicht gewonnen. 1956 wurde der Freistilringer Nikola Stantschew mit seinem Sieg im Mittelgewicht der erste bulgarische Olympiasieger. Die erste Frau des Landes mit einer Olympiamedaille war 1972 Diana Jorgowa, die Silber im Weitsprung gewann. Die erste Olympiasiegerin war 1976 die Leichtathletin Iwanka Christowa, die das Kugelstoßen gewann. mini|Ekaterina Dafowska Die erste Medaille bei Winterspielen gewann ein Skilangläufer. 1980 holte Iwan Lebanow Bronze über 30 Kilometer. Der erste Winterolympiasieg gelang einer Frau. Die Biathletin Ekaterina Dafowska gewann 1998 Gold über 15 Kilometer.

Bulgarien hat eine Sportlerin, die sowohl bei Sommer- als auch bei Winterspielen antrat. Die Shorttrackerin Ewgenija Radanowa nahm von 1994 bis 2010 an fünf Winterspielen teil und gewann zwei Silber- und eine Bronzemedaille. 2004 nahm sie an den Sommerspielen von Athen im Bahnradsport teil.

Bulgariens erfolgreichste Sportart ist das Ringen. Hier wurden 69 Medaillen gewonnen, 16 Gold-, 32 Silber- und 21 Bronzemedaillen. Hiermit liegt Bulgarien auf Platz 6. Auch im Gewichtheben mit insgesamt 37 Medaillen, davon 12 Olympiasiegen, ist Bulgarien eine der Topnationen, hier liegt man im Medaillenspiegel sogar auf Platz 4.

Bulgarien war 1896 mit einem Sportler vertreten. 1924 ging schon 24 Athleten an den Start. 1968 waren erstmals mehr als 100 Sportler im Einsatz. Zu den Sommerspielen von Moskau reisten 1980 271 Athleten, die bislang größte bulgarische Olympiamannschaft. Die größte Mannschaft bei Winterspielen mit 30 Athleten ging 1992 in Albertville an den Start.

Von der Anzahl der Medaillen her waren die Sommerspiele von Moskau 1980 die erfolgreichsten Spiele für Bulgarien. Insgesamt konnten 41 Medaillen gewonnen werden, im Medaillenspiegel lag man damit auf Platz 3. Die meisten Olympiasiege gelangen 1988 in Seoul. 10 Goldmedaillen (gegenüber acht in Moskau) wurden gewonnen. Die meisten Medaillen bei Winterspielen gab es 2002 in Salt Lake City. Eine Silber- und zwei Bronzemedaillen konnten gewonnen werden.

Bewerbungen für die Ausrichtung Olympischer Spiele Die bulgarische Hauptstadt Sofia bewarb sich drei Mal um die Ausrichtung Olympischer Winterspiele. Bei der ersten Bewerbung für die Ausrichtung der 16. Olympischen Winterspiele 1992 verlor man auf der 91. IOC-Session in Lausanne erst im fünften und letzten Wahlgang gegen die französische Gemeinde Albertville. Bei der Bewerbung für die Ausrichtung der 17. Olympischen Winterspiele 1994 scheiterte man auf der 94. IOC-Session in Seoul schon im ersten Wahlgang. Die Bewerbung für die Ausrichtung der 22. Olympischen Winterspiele 2014 wurde vom IOC nicht akzeptiert.

Übersicht der Teilnahmen Sommerspiele

JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt189611011900–1920nicht teilgenommen192424240114721928550231932nicht teilgenommen, zwei Teilnehmer in den Kunstwettbewerben19362626012103171948nicht teilgenommen195263549144114536161140195647inklusive der vier Athleten, die an den Reiterspielen in Stockholm teilgenommen hatten4431121424861315191960988991262157585516512133715196463567652911648123521011196811210210129185393165631112243918197213010624959718344208531212116105219197615810553121159412193620337512697227198027118388122115104124736112052111351222112816174131984nicht teilgenommen19881721046812115651222220356822121210121335719921388751717105112121122015135311213761618199611074363163101111781259128121375152220009152394239272213784661656213162004954946221592719318136382132191233200870432711221528123441121211354220126337261141211827944222122136320165029213312210116112332123652020421428332311577351131263020244621253513215176224112313726Gesamt578985231

Winterspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt1924–1932nicht teilgenommen1936770341948Der Skilangläufer Nikola Delew ging auch in der Nordischen Kombination an den Start4401221952101004619567613419607433419647341619686241519724402219762929021854198088024211171984161513244319882624255234521992Spas Slatew ging im Biathlon und Skilanglauf an den Start302281051336319941710752121241998198115425211115200223131052373211232020062111106511412111212010191276233322014181356144122018211291013313202215968113112026201288133142228Gesamt1258 Jugend-Sommerspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt20102111101121142114122133120142713142232211611221124627201824121221112142112411222634Gesamt66315 Jugend-Winterspiele JahrAthletenSportartenMedaillenRang∑20x20px20x20px20x20px40x40px|Medaillen – Gesamt201211744122112016126642122111282020171076212121220241596613122Gesamt0011

Übersicht der Sportarten Sommerspiele Badminton links|25px|klasse=skin-invert-image

Badminton wurde 1992 olympische Sportart. Beim Olympiadebüt der Sportart nahmen auch die ersten bulgarischen Badmintonspieler teil. Im Dameneinzel scheiterten in der ersten Runde Neli Nedjalkowa an der Schweizerin Silvia Albrecht und Diana Kolewa an der Deutschen Katrin Schmidt. Am erfolgreichsten war 2004 Petja Nedeltschewa, die das Viertelfinale erreichte. 2016 besiegte Linda Setschiri in der Vorrunde die Schweizerin Sabrina Jaquet, verlor aber ihr Achtelfinalspiel und schied aus. Die Schwestern Gabriela und Stefani Stoewa besiegten in ihrer Vorrunde das deutsche Doppel Johanna Goliszewski und Carla Nelte, konnten sich jedoch nicht für das Viertelfinale qualifizieren.

Basketball links|25px|klasse=skin-invert-image

Bulgarische Basketballer nahmen erstmals 1952 teil. In der Vorrunde wurde die Schweiz mit 69:58 besiegt. Das Team konnte sich für die Viertelfinalrunde qualifizieren, scheiterte dort jedoch mit nur einem Sieg in drei Spielen. Auch 1956 scheiterte Bulgarien in der Viertelfinalrunde. Zwei Siege in der Platzierungsrunde brachte die Mannschaft auf Platz 5. 1960 konnte die Mannschaft nur eines ihrer drei Vorrundenspiele gewinnen. Damit kam man in die Platzierungsgruppe für die Plätze 9 bis 16. Drei Niederlagen brachten das Team auf den 16. und letzten Platz.

Erst 1968 war Bulgarien wieder dabei. Platz 5 der Vorrunde bedeutete die Qualifikation für die Platzierungsrunde um die Plätze 9 bis 12. Das erste Spiel gegen Panama wurde gewonnen, die Niederlage gegen Puerto Rico brachte das Team auf Platz 10. 1976 war beim ersten Frauenturnier auch eine Frauenmannschaft aus Bulgarien dabei. Das Turnierfeld bestand aus sechs Mannschaften, jede Mannschaft spielte gegen jede. Bulgarien belegte Platz 3 punktgleich mit den USA, die jedoch das Spiel gegen Bulgarien gewonnen hatten. Das Frauenteam gewann somit die erste Olympiamedaille Bulgariens im Basketball.

1980 gewann die Frauenmannschaft Silber. Nach nur einer Niederlage in fünf Spielen erreichte das Team das Finale, das mit 73:104 gegen Gastgeber Sowjetunion verloren ging. 1988 schaffte die Mannschaft nur einen Sieg in drei Vorrundenspielen. Zwei Siege in der Platzierungsrunde brachten die Mannschaft auf Platz 5. Dies war das bislang letzte Mal, dass sich eine Basketballmannschaft aus Bulgarien für ein olympisches Turnier qualifizieren konnte.

Name Spiele Disziplin Anmerkung Frauen-Nationalmannschaft 1980 Moskau Frauenturnier

Name Spiele Disziplin Anmerkung Frauen-Nationalmannschaft 1976 Montreal Frauenturnier erster Medaillengewinn

Beach-Volleyball links|25px|klasse=skin-invert-image

Beach-Volleyball wurde 1996 in Atlanta erstmals ausgetragen. Ein bulgarisches Duo war erstmals 2000 am Start. Das Geschwisterpaar Zwetalina und Petya Jantschulowa traf in der Vorrunde 2004 auf das deutsche Paar Okka Rau und Stephanie Pohl. Die Bulgarinnen konnten das Spiel in drei Sätzen für sich entscheiden und sich für das Achtelfinale qualifizieren, in dem sie ausschieden.

Bogenschießen links|25px|klasse=skin-invert-image

1980 in Moskau nahmen erstmals bulgarische Bogenschützen teil. Der 27. Platz von Zwetanka Stojtschewa war die bislang beste Platzierung.

Boxen links|25px|klasse=skin-invert-image

Seit 1952 nehmen bulgarische Boxer an Olympischen Spielen teil. Gleich bei der ersten Teilnahme gewann Boris Nikolow eine Bronzemedaille im Mittelgewicht. Dies war nicht nur die erste Boxmedaille, sie war zugleich die erste Olympiamedaille überhaupt für Bulgarien. Sein Namensvetter Alexandar Nikolow konnte 1964 Bronze im Halbschwergewicht gewinnen. Zwei weitere Bronzemedaillen kamen 1968 durch Iwan Michajlow im Federgewicht und Georgi Stankow im Halbschwergewicht hinzu.

1972 gelang der erste Olympiasieg Bulgariens im Boxen. Georgi Kostadinow gewann das Turnier im Fliegengewicht. Im Halbweltergewicht gewann Angel Angelow Silber. 1976 gewann Wladimir Kolew Bronze im Halbweltergewicht. 1980 wurde Petar Lessow Olympiasieger Fliegengewicht. Im Halbfliegengewicht gewann Ismail Mustafow Bronze. Der gebürtige Roma musste seinen Namen in einen bulgarischen Namen ändern und ging 1988 als Iwajlo Marinow an den Start. In Seoul wurde er Olympiasieger. Im Bantamgewicht gewann Aleksandar Christow Silber.

Daniel Petrow gewann 1992 im Halbfliegengewicht Silber. Im Superschwergewicht holte Swilen Rusinow Bronze. 1996 wurde Petrow Olympiasieger. Silber gewannen Serafim Todorow im Federgewicht und Tontscho Tontschew im Leichtgewicht. 2004 gewann Boris Georgiew Bronze im Halbweltergewicht. Ebenfalls Bronze holte Terwel Pulew 2012 im Schwergewicht.

Name Spiele Disziplin Anmerkung Georgi Kostadinow 1972 München Fliegengewicht erster Olympiasieg Petar Lessow 1980 Moskau Fliegengewicht Iwajlo Marinow 1988 Seoul Halbfliegengewicht Daniel Petrow 1996 Atlanta Halbfliegengewicht Stojka Krastewa 2020 TokioFliegengewicht bis 51 kgerster Olympiasieg im Frauenboxen

Name Spiele Disziplin Anmerkung Angel Angelow 1972 München Halbweltergewicht Aleksandar Christow 1988 Seoul Bantamgewicht Daniel Petrow 1992 Barcelona Halbfliegengewicht Serafim Todorow 1996 Atlanta Federgewicht Tontscho Tontschew 1996 Atlanta Leichtgewicht