mini|Charles Paulus, um 1920 Charles Paulus (* 17. Mai 1866 in Hagenau; † 2. Mai 1931 in Berlin) war ein deutscher Kameramann. Er gilt als ein Pionier der deutschen Kinematographie.
Leben und Wirken Der Sohn des Gaswerkarbeiters Joseph Paulus und seiner Frau Magdalene, geb. Schmitt, wurde 1866 im elsässischen Hagenau geboren. Später war er in Stettin, Domstraße 21, wohnhaft. 1889 heiratete in Berlin Auguste Marie Martha Göbel.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin III, Nr. 357/1889 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). Seit er 1905 die technische Leitung des Rex-Ateliers des Filmpioniers Alfred Duskes in der Sellerstraße 35 in Berlin-Wedding übernommen hatte,Rex-Atelier bei CineGraph.Duskes-Atelier bei CineGraph. gehörte er, neben Guido Seeber, Karl Hasselmann und Georg Furkel, zu den zentralen Kameraleuten des deutschen Films vor dem Ersten Weltkrieg. Rasch machte Paulus sich mit der Kameraführung zu frühen Filmlustspielen aus der Hand von Heinrich Bolten-Baeckers wie Der Hauptmann von Köpenick, Klebolin klebt alles und Don Juan heiratet einen Namen. Mit der Komet Film Compagnie Paulus & Unger OHG (1911–1914) gründete Charles Paulus gemeinsam mit der Geschäftsfrau Martha Unger seine eigene, kleine Berliner Produktionsfirma, für die er gelegentlich (1911/12) auch selbst Filme inszenierte.Handelsregister Berlin HRA Nr. 37322.
Im Ersten Weltkrieg blieb Charles Paulus als Kameramann weitgehend untätig und produzierte nur 1915 mehrere Filme. Bei Kriegsende 1918 nahm Paulus seine Arbeit als Kameramann wieder auf und fotografierte zunächst vor allem die Nebenwerke des Kinonovizen E. A. Dupont, darunter diverse Detektivfilme mit Max Landa. Bis 1922 blieb Paulus zwar noch gut im Geschäft, fotografierte und produzierte aber in den letzten Jahren nur noch völlig unbedeutende Unterhaltungsproduktionen, als Kameramann zumeist Dramen und sensationsorientierte Abenteuergeschichten, als Produzent mehrere Kurzfilmlustspiele und Kurzdokumentationen. 1922 endete seine Karriere sowohl als Kameramann als auch als Produzent. Er starb 1931 an einem Herzschlag in seinem Haus in Berlin-Wannsee.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Wannsee, Nr. 19/1931 (online bei Ancestry, kostenpflichtig).
Filmografie (bis 1913 nur Kurzfilme) als Kameramann (Auswahl) 1906: Der Hauptmann von Köpenick 1907: Ein Blatt aus dem Buche des Lebens 1907: “Mein letzter Hauch” aus “Troubadour” 1908: Der Bettelstudent – Auftritt des Oberst Ollendorf 1909: Don Juan heiratet 1909: Klebolin klebt alles 1909: Mutterliebe 1910: Ein Unglück in der Kinderstube 1910: Die Welt geht weiter 1911: Armes Glück 1911: Die Bombenangst 1911: Durch höhere Gewalt 1911: Der Herr Graf 1911: Franctireurs 1911: Das verkehrte Berlin 1911: Zwei Freunde 1912: Arme Prinzessin 1912: Bummelstudenten 1912: Krone und Fessel 1912: Lilith, das Mädchen vom See 1912: Die Pflicht 1912: Wie der Vater so der Sohn 1912: Zwei Paar Füße 1912: Wiedergefunden 1913: Alter schützt vor Torheit nicht 1913: Das Meer schweigt 1913: Spielerblut oder Das Erbe der Väter 1914: Ich hatt’ einen Kameraden 1916: Der Letzte eines alten Geschlechtes 1916: Der Pfad der Sünde 1916: Die Richterin von Solvingsholm 1917: Prinz Waldemar und Waldemar Prinz 1918: Das Geheimnis der Amerika-Docks 1918: Wenn das Leben ruft 1919: Die Spione 1919: Die Apachen 1919: Die Maske 1919: Der Würger der Welt 1919: Alkohol 1920: Das Grand-Hotel Babylon 1920: Der Pokal der Fürstin 1920: Der Dämon von Kolno 1920: Der Todfeind 1921: Dämon Blut, 2. Teil: Vergiftetes Blut 1921: Die Furcht vor dem Weibe 1921: In einem kühlen Grunde 1921: Aus der Jugendzeit 1922: Heinrich Heines erste Liebe 1922: Mabel und ihre Freier 1922: Am Brunnen vor dem Tore 1922: Du Mädel vom Rhein
als Kurzfilmproduzent (Auswahl) 1911: Armes Glück 1911: Durch höhere Gewalt 1911: Der Herr Graf 1911: Franctireurs 1911: Die Bombenangst 1911: Das verkehrte Berlin 1911: Armes Glück 1911: Zwei Freunde (auch Regie) 1912: Krone und Fessel 1912: Arme Prinzessin 1912: Bummelstudenten 1912: Lilith, das Mädchen vom See 1912: Die Pflicht (auch Regie) 1912: Wie der Vater so der Sohn 1912: Zwei Paar Füße 1912: Wiedergefunden 1912: Pantoffelhelden 1912. Schwertertanz 1912: Der Brillantring 1912: Der Klavierlehrer 1913: Alter schützt vor Torheit nicht 1913: Das Meer schweigt 1913: Spielerblut oder Das Erbe der Väter 1913: Eifersucht ist eine Leidenschaft 1913: Wenn man bummeln geht 1913: Im Zwielicht 1913: Kinoscherz 1913: Wo ist mein Mann ? 1914: Ich hatt’ einen Kameraden 1915: Turf 1915: Die Schwester vom Roten Kreuz 1915: Die fahrenden Musikanten 1918: Michel und sein Esel 1920: Die Wunder des Meeresgrundes 1921: Ihre Freundin 1921: Wenn man bummeln geht, oder: Alter schützt vor Torheit nicht
Literatur Victor Neuenberg (Hrsg.): Film-Magazin. Reinhold Kühn, Berlin 1920, , S. 274 f.
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Einzelnachweise
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