Georg Waldemar Paul Hermann Schubert (* 14. Juni 1879 in Berlin; † 5. Februar 1938 in Köln) war ein deutscher Kameramann und Filmregisseur, ein Pionier aus der Frühzeit der deutschen Kinematographie.
Leben und Wirken Georg Schubert, ein Sohn des Bäckermeisters Adolph Schubert und seiner Gattin Clara, geb. Voigt,Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Berlin XI, Nr. 1773/1879 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). erlernte zunächst den Beruf des Mechanikers. 1904 heiratete er Gertrud Bleck,Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin XI, Nr. 610/1904 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). im selben Jahr, als er zum Film stieß. In der Folgezeit arbeitete er für eine Fülle von Produktionsfirmen, darunter (vor Kriegsausbruch 1914) die Dependancen der Franzosen Pathé Frères und Gaumont, aber auch für die kleineren deutschen Gesellschaften Continental-Kunstfilm, Dammann-Film, Lloyd-Film, Eiko, Aafa, Moest-Film, Hegewald-Film, Stöckel-Film, Indra-Film sowie Münchens Major Company Emelka.
Seit 1913 ist Schubert als Stummfilmkameramann nachweisbar, seit 1916 führte er über mehrere Jahre hinweg auch regelmäßig Filmregie. Zum Jahresbeginn 1921 beendete er seine Regietätigkeit weitgehend und konzentrierte sich für einige wenige Jahre erneut auf die Tätigkeit eines Kameramannes. Mitte der 1920er Jahre verschwand Schubert fast vollkommen aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit und kehrte erst im Tonfilm für zwei wenig bedeutende Projekte auf den Regiestuhl zurück. Er starb 1938 auf einer Dienstreise für die Ufa-Tonwoche in Köln an einem Herzschlag.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Stiftung Künstlerdank, R 9361-V/135491 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Sterberegister Standesamt Köln-Lindenthal, Nr. 284/1938. Sein letztes Werk, ein Kompilations- und Erinnerungsstreifen zum Thema „40 Jahre Film“ unter dem Titel Kinder, wie die Zeit vergeht, kam erst zwei Jahre nach seinem Tod in die Kinos und bestand überwiegend aus Archivaufnahmen. Lediglich die Rahmenhandlung mit Ludwig Schmitz, Hans Adalbert Schlettow und Lisl Riemer war von Schubert inszeniert worden.
Filmografie als Kameramann (Auswahl) 1913: Das Fischermädchen von Skagen 1913: Der Totenkopfhusar 1913: Helena, das lebende Torpedo 1915: Der schwarze Husar 1916: Verbrechen und Liebe 1919: Blondes Gift 1919: Ut mine Stromtid 1920: Anna Maria 1920: Der Cowboy-Milliardär 1920: Kaiserin Elisabeth von Österreich 1920: Lepain 1920: Das Frauenhaus von Brescia 1920: Der Schieberkönig 1921: Ein Spitzbubenstreich 1921: Hans im Glück 1921: Seine holde Schwiegermutter 1921: Verbrechen und Liebe 1922: Die Schiffbrüchigen 1922: Monna Vanna 1922: Nathan der Weise 1923: Opfer der Liebe 1924: Die wunderlichen Geschichten des Theodor Huber
als Regisseur (Auswahl) 1916: Mirko Pasqua (nur als Schauspieler) 1916: Bob Cray 1916: Der unsichtbare Mensch 1916: Der Regisseur 1917: Das Siegel 1917: Das Modell 1917: Die Dame mit dem Diadem 1918: Die Testamentsheirat 1918: Die Geschichte der Maria Petöffy 1919: Der Weiberfeind 1919: Los vom Weibe 1919: Ein Mädchen aus guter Familie 1919: Zwangsliebe im Freistaat 1919: Ein Augenblick im Paradies 1920: Die Erbhose (auch Drehbuch) 1920: So ein Lausbub (Paulchen Semmelmann) 1920: Das Glücksschwein 1921: Der Scheidungsanwalt 1937: Nachdenklicher Spaziergang (Kurzdokumentarfilm) 1940: Kinder, wie die Zeit vergeht (Kompilationsfilm mit Rahmenhandlung)
Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Wie ich zum Film kam. Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 160.
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Einzelnachweise
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