mini|Carlo Varini (1999) Carlo Varini (* 16. August 1946 in Ascona, Schweiz; † 18. Mai 2014 in Cathervielle, Pyrenäen, Frankreich) war ein aus der Schweiz stammender Kameramann beim überwiegend französischen Film.
Leben und Wirken Varini stieß bereits 1964 zum Film, als er als Kalibrator bei den Laboratorien der Schwarz Film in Ostermundigen bei Bern begann. Anschließend belegte er einen Arbeitskurs in der Zürcher Kunstgewerbeschule. Nachdem Varini 1971 kurzzeitig als Fotograf und Reporter für das Ciné-Journal Suisse tätig gewesen war, stand er 1972 als Kameraassistent von Renato Berta erstmals hinter einer Kinofilmkamera. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre arbeitete er vor allem für Inszenierungen Daniel Schmids, Mitte dieses Jahrzehnts war Varini, ein frühes Mitglied des Filmkollektivs Zürich, auch an dem intellektuellen Erfolgsfilm Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird von Alain Tanner beteiligt. 1978 fotografierte er an der Seite Bertas mit Messidor einen weiteren, von der Kritik hoch gelobten Tanner-Film.
Mit Beginn der 1980er Jahre zeichnete Carlo Varini vor allem als Chefkameramann verantwortlich und fotografierte in seinen verbleibenden 34 Lebensjahren über 80 Filme, darunter auch gefeierte französische Produktionen wie Luc Bessons Inszenierungen Subway und Der letzte Kampf. Für seine Arbeit an Bessons Taucherfilm Im Rausch der Tiefe erhielt Varini, nach Subway bereits zum zweiten Mal, eine Nominierung für den César. Varinis spätere Arbeiten, darunter zahlreiche Komödienklamotten, aber auch Melodramen, fanden außerhalb der frankophonen Welt, mit Ausnahme des melancholischen Meisterwerkes Die Kinder des Monsieur Mathieu (2004), nur noch wenig Beachtung. 2010 wurde Carlo Varini, der seit seiner Übersiedelung nach Paris (1978) auch die französische Staatsbürgerschaft besaß, auf den Solothurner Filmtagen mit dem Ehrenpreis bedacht.
Filmografie nur als Chefkameramann 1980: Détournement mineur (Kurzfilm) 1981: Matlosa 1982: Zärtlichkeit und Zorn (Dokumentarfilm) 1982: Der letzte Kampf (Le Dernier Combat) 1983: Le spectacle (Kurzfilm) 1984: Ne quittez pas (Kurzfilm) 1984: Alea (Kurzfilm) 1985: Subway 1985: Eine Frau zum Verlieben (Une femme ou deux) 1986: Genesis 1986: Nuit d’ivresse 1987: Im Rausch der Tiefe (Le Grand bleu) 1988: Bankomatt 1989: Dunkle Leidenschaft (Les bois noirs) 1990: Mima 1991: Fortune Express 1991: Gesichter der Schweiz (Dokumentarfilm) 1992: Boulevard des hirondelles 1993: La nuit sacrée 1994: Bel canto 1994: Jules (Fernsehfilm) 1995: Zwei Väter für ein Baby (Les deux papas et la maman) 1996: Mo’ 1996: L’élève 1997: Noël en Quercy 1997: La terza luna 1998: Schule der Verführung (Petits désordres amoureux) 1998: Bébé volé 1999: Recto/Verso 2000: Le seins des affaires 2001: Un aller simple 2001: Geerbt ist geerbt (L’héritier) 2002: Haute Pierre 2003: Robinson Crusoe 2004: Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les Choristes) 2005: Incontrôlable 2006: Odette Toulemonde 2007: Freie Zone (Zone libre) 2007: Badland 2008: Villa Jasmin 2009: Das Tier in meinem Herzen (Cœur animal) 2009–10: Nicolas Le Floch (Fernsehmehrteiler) 2010: HH, Hitler à Hollywood 2012: Glauser (Dokumentarfilm) 2013: Cyanure 2013: Win Win 2014: Die innere Zone 2014: Repas de famille 2014: Mirage d’amour avec Fanfare (UA: 2016)
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