mini|Matthias Aschenbrenner, Berkeley 2001 Matthias Aschenbrenner (* 1972 in Kötzting) ist ein deutsch-US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit Mathematischer Logik und Algebra befasst.
Studium und Karriere Aschenbrenner studierte ab 1993 an der Universität Passau Informatik und Mathematik (Vordiplom 1996), ab 1996 an der Brandeis University und ab 1997 an der University of Illinois at Urbana-Champaign mit dem Master-Abschluss 1999 und der Promotion bei Lou van den Dries 2001. Für die Dissertation Ideal membership in polynomial rings over the integers erhielt er den Gerald E. Sacks Prize der Association for Symbolic Logic. Als Post-Doktorand war er Morrey-Gastprofessor an der University of California, Berkeley, und 2003 am MSRI. 2003 wurde er Assistant Professor und 2006 Associate Professor an der University of Illinois at Chicago und 2007 Associate Professor und 2011 Professor an der University of California, Los Angeles. Seit 2020 ist er Professor an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien. Seit 2021 ist er Mitglied des Vorstandes der Deutschen Vereinigung für Mathematische Logik und für Grundlagenforschung der exakten Wissenschaften.
Werk
Aschenbrenner befasst sich mit Differentialalgebra (Trans-Reihen), algorithmischer Algebra und Modelltheorie und mit 3-Mannigfaltigkeiten-Gruppen. Er war eingeladener Sprecher auf dem Internationalen Mathematikerkongress 2018 in Rio de Janeiro (mit Lou van den Dries, Joris van der Hoeven: On numbers, germs, and transseries).Arxiv 2012 wurde er Fellow der American Mathematical Society. 2018 erhielt er den Karp-Preis. 2026 wurde Aschenbrenner als Mitglied der Sektion Mathematik in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen sowie zum Mitglied der Academia Europaea ernannt.
Privates
Aschenbrenner hat die deutsche und US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er ist mit der Volkswirtschafts-Professorin Kirsten Wandschneider verheiratet und hat drei Töchter.Elisabeth Niejahr, Warum ausgerechnet wir ?, Die Zeit, 23. Oktober 2014 Zwei Rufe nach Deutschland (Münster und Freiburg) schlug er aus, weil keine Stelle für seine Frau geboten wurde. Schließlich scheiterte eine Rückkehr nach Deutschland für das Ehepaar an der (rechtlich nicht existenten) Frauenquote – seine Ehefrau hätte eine Professorenstelle in Berlin bekommen, er aufgrund besagter Frauenquote an der Professorenstelle, auf die er sich gleichzeitig an der Humboldt-Universität bewarb, ohne über die Hintergründe informiert zu sein, auch bei besserer Qualifikation nicht; die Universität brach das Bewerbungsverfahren ganz ab, um seine Berufung vermeiden zu können.Hermann Horstkotte, Christoph Titz, Bewerber-Bluff der HU Berlin: Mathematiker gesucht, aber nur weibliche, Spiegel Online, 12. Juni 2014
Schriften (Auswahl) Ideal membership in polynomial rings over the integers, J. Amer. Math. Soc., Band 17, 2004, S. 407–441. Arxiv mit Christoph Hillar: Finite generation of symmetric ideals, Trans. AMS, Band 359, 2007, S. 5171–5192. Arxiv 2004 mit H. Schoutens: Lefschetz extensions, tight closure, and big Cohen-Macaulay algebras, Israel J. Math., Band 161, 2007, S. 221–310. mit Raymond Hemmecke: Finiteness theorems in stochastic integer programming, Found. Comput. Math., Band 7, 2007, S. 183–227. Arxiv 2005 mit Christoph Hillar: An Algorithm for Finding Symmetric Gröbner Bases in Infinite Dimensional Rings, Arxiv 2008 mit Stefan Friedl: Residual properties of graph manifold groups, Topology Appl., Band 158, 2011, S. 1179–1191. mit L. van den Dries, J. van der Hoeven: Towards a model theory for transseries, Notre Dame J. Form. Log., Band 54, 2013, S. 279–310. Arxiv mit S. Friedl: 3-manifold groups are virtually residually p, Memoirs of the AMS 225, 2013, Arxiv 2010 mit S. Friedl, Henry Wilton: Decision problems for 3-manifolds and their fundamental groups, Arxiv 2014 mit van den Dries, van der Hoeven: The surreal numbers as a universal H-field, J. EMS, Arxiv 2015 mit S. Friedl, Henry Wilton: 3-Manifold Groups, EMS Series of Lectures in Mathematics, vol. 20, European Mathematical Society (EMS), Zürich, 2015. Arxiv mit Lou van den Dries, Joris van der Hoeven: Asymptotic Differential Algebra and Model Theory of Transseries, Annals of Mathematical Studies 195, Princeton UP 2017, Arxiv
Weblinks
Mitgliedseintrag von Matthias Aschenbrenner bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Homepage UCLA Homepage Universität Wien
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Los Angeles) Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Fellow der American Mathematical Society Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Mann