mini|Der „Gottesgarten am Obermain“ Der Landkreis Lichtenfels liegt im Westen des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Der Landkreis ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.

Geographie Lage Das Kreisgebiet wird vor allem geprägt durch den Main und das Maintal, das sich von Ost nach West durch den Kreis zieht. Hier liegen die wichtigsten Städte des Landkreises, wie Burgkunstadt, Bad Staffelstein und die Kreisstadt Lichtenfels. Von den Nebenflüssen des Mains im Kreisgebiet ist die Rodach, die zwischen Hochstadt am Main und Lichtenfels von Norden kommend mündet, der größte. Südlich des Mains erstrecken sich die Ausläufer der Fränkischen Alb mit ihren vorgelagerten Bergen, darunter der Staffelberg bei Bad Staffelstein. Nördlich des Mains befinden sich die Ausläufer des Itz-Baunach-Hügellandes.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Landkreise Coburg, Kronach, Kulmbach, Bayreuth und Bamberg.

Geschichte Landgerichte Das heutige Kreisgebiet gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Bamberg. 1802 kam das Gebiet zu Bayern. 1804 wurden die Landgerichte Lichtenfels und Weismain eingerichtet, die zum Mainkreis, ab 1817 Obermainkreis, ab 1838 Oberfranken, gehörten. 1862 wurden beide Landgerichte unter Ausgliederung von 26 Gemeinden im Raum Staffelstein zum Bezirksamt Lichtenfels vereinigt. Für die ausgegliederten Gemeinden wurde ein eigenes Landgericht bzw. Bezirksamt Staffelstein errichtet, in dem auch das 1812 eingerichtete Landgericht Seßlach sowie einige Gemeinden des Landgerichts Scheßlitz aufgingen.

Bezirksamt Das Bezirksamt Lichtenfels wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Lichtenfels und Weismain gebildet.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Lichtenfels am 1. Januar 1880 die Gemeinden Buckendorf des Bezirksamtes Ebermannstadt und Fesselsdorf des Bezirksamtes Kulmbach.

Am 1. Januar 1927 gab das Bezirksamt Lichtenfels die Gemeinden Hain und Wildenberg an das Bezirksamt Kronach ab.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Lichtenfels.

Bei der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus dem bisherigen Landkreis Lichtenfels (mit Ausnahme von Burkersdorf, das in die Gemeinde Küps, Landkreis Kronach, eingegliedert wurde), dem Großteil des Landkreises Staffelstein sowie der Gemeinde Unterlangenstadt des Landkreises Kronach der heutige Landkreis Lichtenfels gebildet. Die anderen Gemeinden des Landkreises Staffelstein wurden auf die Landkreise Bamberg und Coburg aufgeteilt.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Am 1. Januar 1975 trat der Landkreis Coburg die Gemeinde Freiberg an den Landkreis Lichtenfels ab. Dort wurde sie nach Eggenbach eingemeindet. Am 1. Januar 1978 wurde der Landkreis Coburg um die Gemeinde Neuensorg des Landkreises Lichtenfels, die nach Weidhausen bei Coburg eingemeindet wurde, vergrößert.

Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Lichtenfels um ca. 2800 Einwohner bzw. um rund 4 %. Allerdings ist die Tendenz schon seit 2001 nach einem Höchststand von ca. 71.000 Einwohnern wieder rückläufig.

Gemessen an der Einwohnerzahl ist der Landkreis Lichtenfels mit rund 67.000 Einwohnern nach dem Landkreis Kronach der kleinste Landkreis Bayerns.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 20222023 Einwohner 35.577 41.456 50.246 69.722 66.269 67.863 65.602 68.506 70.512 70.840 70.057 68.087 66.655 66.72267.555

mini|420px|links|Einwohnerentwicklung des Landkreises Lichtenfels von 1840 bis 2017 mini|460px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Lichtenfels (Datenquelle: Zensus 2011, Kreis Lichtenfels, Alter und Geschlecht) mini|links|hochkant=1.35|Bevölkerungsentwicklung des Landkreises Lichtenfels von 1840 bis 2011

Einwohnerentwicklung 2004–2009 Wie auch in den Jahren zuvor verlor der Landkreis Lichtenfels insgesamt zwischen 2004 und 2009 konstant an Einwohnern. Nach dem Statistischen Landesamt nahm die Bevölkerung in diesem Zeitraum um 2057 Personen ab. Dies entspricht einem Minus von 2,91 %. Während im Westen des Landkreises, vor allem in Ebensfeld, der Bevölkerungsschwund eher gering war, lässt sich Richtung Osten ein Gefälle hinsichtlich des Einwohnerschwundes feststellen. Am prozentual stärksten nahm die Bevölkerung in Marktzeuln mit einem Minus von 9,09 % (163 Einwohner) ab, absolut am stärksten in Lichtenfels mit 768 Einwohnern (−3,57 %). Als einzige Gemeinde im Landkreis konnte Redwitz mit +0,88 % ein Bevölkerungswachstum verzeichnen.Zeitungsartikel Nur in Redwitz geht es aufwärts im Obermain Tagblatt, Seite 3, vom 29./30. Mai 2010

Stadt/Gemeinde 30. Sept. 2004 30. Sept. 2009 Bevölkerungswachstum Altenkunstadt 5619 5417 −3,59 % Bad Staffelstein 10.684 10.523 −1,50 % Burgkunstadt 6969 6690 −4,00 % Ebensfeld 5733 5705 −0,48 % Hochstadt am Main 1701 1688 −0,76 % Lichtenfels 21.457 20.689 −3,57 % Marktgraitz 1375 1290 −6,18 % Marktzeuln 1793 1630 −9,09 % Michelau 6908 6599 −4,47 % Redwitz 3373 3403 +0,88 % Weismain 4849 4770 −1,62 % Gesamt: 70.461 68.404 −2,91 %

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 35,3 19 38,5 19 42,0 21 43,8 23 46,3 23 41,4 21 FW Freie Wähler Bayern 16,1 8 15,0 7 14,9 7 15,2 8 15,6 8 16,1 8 AfD AfD Bayern 15,8 8 6,0 3 – – – – – – – – SPD SPD Bayern 12,0 6 15,6 8 21,5 11 21,0 11 25,5 13 27,1 14 Grüne Grüne Bayern 8,7 4 11,6 6 7,7 4 6,5 3 4,6 2 7,3 3 JU Junge Union 5,8 3 – – – – – – – – – – SB Soziale Bürger 4,0 2 4,1 2 4,3 2 3,6 1 – – – – Linke Linke Bayern 2,4 1 – – – – – – – – – – JB Junge Bürger – – 9,4 5 – – – – – – JB/JWU Junge Bürger/Junge Wähler Union – – – – – – 9,2 4 8,0 4 8,0 4 gesamt 100,0 50 100,0 50 99,8 50 99,3 50 100,0 50 99,9 50 Wahlbeteiligung 70,4 % 62,5 % 61,5 % 65,1 % 67,0 % 71,6 %

Bezirksamtmänner/-oberamtmänner (bis 1938), Landräte ab 1939 1918–1925 Johannes Petri 1925–1928 Karl Sepp 1929–1931 Eugen Horber 1933–1936 Hermann Heller 1937–1945 Alfons Trunk

Der derzeitige Landrat Christian Meißner (CSU) ist seit dem 15. Dezember 2011 im Amt. Durch die Landratswahl am 24. September 2017 wurde er mit 66,11 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 73,25 % im Amt bestätigt.Ergebnis zur Landratswahl 2017 im Landkreis Lichtenfels, abgerufen am 30. Mai 2020

Seine Vorgänger waren: Max Jüngling (CSU) Landrat vom 14. Februar 1946 bis zu seinem Tod am 14. Februar 1963. Ihm folgte Helmut G. Walther (SPD), der vom 1. Mai 1963 bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1981 amtierte. Danach hatte vom 15. Dezember 1981 bis zum 14. Dezember 1993 Ludwig Schaller (CSU), von 1970 bis 1972 letzter Landrat von Staffelstein, das Amt des Landrats inne und schließlich vom 15. Dezember 1993 bis 14. Dezember 2011 Reinhard Leutner (CSU). mini|Landkreis Lichtenfels

Wappen

Wirtschaft und Verkehr Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Lichtenfels Platz 240 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Verkehr Schienennetz Die Eisenbahnstrecke Bamberg–Lichtenfels wurde 1846 als Teil der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn eröffnet und 1848 bis Hof weitergeführt. Lichtenfels ist ein regionaler Eisenbahnknotenpunkt und war bis 2017 zweistündlicher ICE-Halt der Linie Hamburg–Berlin–München.

Die von der Werra-Eisenbahn-Gesellschaft gebaute Werrabahn von Lichtenfels über Coburg und Meiningen nach Eisenach nahm 1859 ihren Betrieb auf.

Die Hochstadt-Stockheimer Eisenbahn stellte 1861 von dem benachbarten Bahnhof Hochstadt-Marktzeuln die Verbindung in Richtung Kronach her, die heute ebenso wie die anderen Strecken im Kreis ein Teil wichtiger Hauptstrecken ist.

Das Gesamtnetz ist in vollem Umfang von 51 Kilometern noch in Betrieb. Zum 1. Januar 2015 ist der Landkreis dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg beigetreten.

Straßen Durch den Landkreis verläuft nahezu in Nord-Süd-Richtung die Bundesautobahn 73; die Bundesautobahn 70 tangiert das Kreisgebiet bei Buckendorf. Den Landkreis erschließen weiter die Bundesstraßen 173 und 289 (kurzes Teilstück).

Sehenswürdigkeiten Der Landkreis Lichtenfels ist Teil der Bildstocklandschaft Franken. Seit dem Spätmittelalter entstanden in katholisch geprägten Gebieten religiöse Kleindenkmäler als Ausdruck der Volksfrömmigkeit. Sie haben sich heute vor allem entlang von Straßen und Wegen erhalten. Stadtschloss Lichtenfels, Lichtenfels Kloster Banz, Bad Staffelstein Basilika Vierzehnheiligen, Bad Staffelstein Deutsches Korbmuseum, Michelau in Oberfranken

Gemeinden

(Einwohner am ) Städte Bad Staffelstein () Burgkunstadt () Lichtenfels () Weismain ()

Märkte Ebensfeld () Marktgraitz () Marktzeuln ()

Weitere Gemeinden Altenkunstadt () Hochstadt a. Main () Michelau i. OFr. () Redwitz a. d. Rodach ()Verwaltungsgemeinschaften Hochstadt-Marktzeuln mit Sitz in Marktzeulnmit den Mitgliedsgemeinden Hochstadt a. Main und Marktzeuln (Markt) Redwitz a. d. Rodachmit den MitgliedsgemeindenMarktgraitz (Markt) und Redwitz a. d. Rodach

Gemeindefreie Gebiete (7,49 km²) Breitengüßbacher Forst (2,40 km²) Mainecker Forst (aufgelöst am 1. Januar 2000) Neuensorger Forst (5,09 km²)

Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78 Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Lichtenfels 58 Gemeinden (siehe Liste unten). Um das Jahr 1900 hatte der Landkreis noch drei Gemeinden mehr, Burgberg (am 1. Oktober 1929 nach Lichtenfels eingemeindet), Hain (heute Teil der Gemeinde Küps im Landkreis Kronach) und Wildenberg (heute Teil der Gemeinde Weißenbrunn im Landkreis Kronach).

Im Norden grenzte der Landkreis an den Landkreis Coburg, im Nordosten an den Landkreis Kronach, im Südosten an den Landkreis Kulmbach im Süden an den Landkreis Ebermannstadt, im Südwesten an den Landkreis Bamberg und im Nordwesten an den Landkreis Staffelstein.

Die Gemeinden des Landkreises Lichtenfels vor der Gemeindereform 1971/78. (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.) mini|375px|Landkreis Lichtenfels, Gemeindegrenzenkarte von 1961