Der Landkreis Ansbach im Regierungsbezirk Mittelfranken ist nach der Fläche der größte Landkreis Bayerns (siehe Liste der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern). Die kreisfreie Stadt Ansbach ist ganz vom Landkreis Ansbach umgeben und gleichzeitig dessen Kreisstadt. Der Landkreis ist Mitglied der Planungsregion Westmittelfranken und der Metropolregion Nürnberg.
Geographie Lage Die Europäische Wasserscheide trennt von Nordwesten bis Südosten des Landkreises die Wasserläufe zu den großen Flüssen Rhein und Donau. Der tiefste Punkt im Landkreis liegt bei Tauberzell (), der höchste Punkt ist der Hesselberg mit .Landkreis Ansbach im BayernAtlas
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Fürth, Roth, Weißenburg-Gunzenhausen und Donau-Ries (alle in Bayern) sowie an die Landkreise Ostalbkreis, Schwäbisch Hall und Main-Tauber-Kreis (alle in Baden-Württemberg).
Geschichte mini|Die Bildung des heutigen Landkreises Ansbach. mini|Das heutige Landkreisgebiet mit den damaligen Bezirksämtern und Landgerichten auf der atlasartigen Administrativ-Karte vom Königreiche Bayern (1860) von Gustav Wenng Landgerichte mini|hochkant|Ein Dreiländereck mitten im Landkreis Ansbach: Der 2013 rekonstruierte Grenzstein von 1804 bei Speierhof zwischen dem preußischen Fürstentum Ansbach, gekennzeichnet durch „PG = Preußisches Gebiet“ und das Hohenzollern-Wappen der in der Mediatisierung sich befindlichen Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber, gekennzeichnet durch das Stadtwappen (rechts) und einem „R“ auf der Rückseite, sowie dem Fürstentum Hohenlohe-Schillingsfürst, gekennzeichnet durch „HG = Hohenlohisches Gebiet“ (auf der Rückseite) Das Gebiet des heutigen Landkreises Ansbach gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Ansbach, den Reichsstädten Rothenburg und Dinkelsbühl, dem Hochstift Eichstätt sowie kleineren Herrschaftsgebieten. 1806 kam das Gebiet zu Bayern und es entstanden die Landgerichtsbezirke Ansbach, Dinkelsbühl, Feuchtwangen, Heilsbronn, Herrieden, Leutershausen, Rothenburg und Wassertrüdingen sowie das Herrschaftsgericht Schillingsfürst, aus dem 1840 das Landgericht Schillingsfürst hervorging. Alle Gerichtsbezirke gehörten ab 1808 zunächst zum Rezatkreis (Hauptstadt Ansbach) bzw. ab 1838 zu Mittelfranken. Die Städte Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber waren 1809 kreisunmittelbare Städte geworden und unterstanden somit direkt der Kreisverwaltung.
Bezirksämter Im Jahr 1862 wurde durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Ansbach und Leutershausen in administrativer Hinsicht das Bezirksamt Ansbach gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Dinkelsbühl und Wassertrüdingen zum Bezirksamt Dinkelsbühl, die Landgerichte Feuchtwangen und Herrieden zum Bezirksamt Feuchtwangen sowie die Landgerichte Rothenburg und Schillingsfürst zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber zusammengefasst. Die Städte Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber gehörten keinem Bezirksamt an.
Das Bezirksamt Heilsbronn, das im Jahr 1862 in Fortführung des Landgerichts älterer Ordnung Heilsbronn gebildet wurde, wurde am 1. Januar 1880 auf die Bezirksämter Ansbach, Gunzenhausen und Schwabach aufgeteilt. Das Bezirksamt Ansbach trat einige Gemeinden an die Bezirksämter Rothenburg ob der Tauber und Uffenheim ab. Zudem erhielt das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Gemeinde Preuntsfelden des Bezirksamtes Uffenheim.
Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Ansbach, Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Rothenburg ob der Tauber.
Die Stadt Dinkelsbühl wurde am 1. April 1940 wieder dem Landkreis Dinkelsbühl zugeteilt, ebenso die Stadt Rothenburg ob der Tauber dem gleichnamigen Landkreis, doch wurde dies im Falle Rothenburgs am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht, während Dinkelsbühl die Kreisfreiheit nicht wiedererlangte.
Am 1. Oktober 1970 wurde die Stadt Ansbach um die Gemeinde Eyb des Landkreises vergrößert.
Am 1. Juli 1971 wurde der Landkreis Feuchtwangen um Gemeinden des Landkreises Dinkelsbühl vergrößert.
Landkreis Ansbach Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 ein neuer und größerer Landkreis Ansbach gebildet aus dem alten Landkreis Ansbach bis auf die Gemeinden Bernhardswinden, Brodswinden, Elpersdorf bei Ansbach, Hennenbach, Neuses bei Ansbach und Schalkhausen, die in die Stadt Ansbach eingemeindet wurden. dem Landkreis Dinkelsbühl dem Landkreis Feuchtwangen bis auf die Gemeinde Claffheim, die in die Stadt Ansbach eingemeindet wurde dem Landkreis Rothenburg ob der Tauber bis auf die Gemeinden Ermetzhof und Steinach an der Ens, die zum Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim kamen der kreisfreien Stadt Rothenburg ob der Tauber den Gemeinden Biederbach, Gerbersdorf, Heglau, Hirschlach, Ismannsdorf, Merkendorf, Mitteleschenbach, Reutern, Selgenstadt und Wolframs-Eschenbach des Landkreises Gunzenhausen den Gemeinden Dietenhofen und Neudorf des Landkreises Neustadt an der Aisch sowie den Gemeinden Hergersbach, Untereschenbach und Winkelhaid des Landkreises Schwabach.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Am 1. Mai 1978 kam Bosacker im Zuge der Gebietsreform vom Landkreis Nördlingen hinzu.
Der Landkreis Ansbach ist seitdem der flächengrößte Landkreis in Bayern. Rothenburg ob der Tauber erhielt aufgrund des Verlusts der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Ansbach blieb als kreisfreie Stadt erhalten und wurde Sitz des neuen Landkreises Ansbach. Am 1. Januar 1998 wurde auch Dinkelsbühl wegen seiner historischen Bedeutung bzw. aufgrund der Tatsache, dass es bis 1940 kreisfrei war, zur Großen Kreisstadt erhoben.
Einwohnerentwicklung mini|links|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Ansbach (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Ansbach, Alter und Geschlecht.)
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Ansbach um fast 23.000 Einwohner bzw. um rund 14 %. Seit 2005 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 184.600 Einwohnern rückläufig. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 158.695 auf 183.949 um 25.254 Einwohner bzw. um 15,9 %.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:
+ Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 111.153 116.024 117.077 168.909 149.022 155.809 157.632 168.373 178.265 183.207 183.755 179.925 181.314 185.316
Politik Kreistag Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:
Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 32,3 23 40,0 28 41,0 29 45,2 32 49,4 36 49,9 36 FW Freie Wähler Bayern 22,1 15 20,5 14 18,3 13 16,0 11 14,1 10 10,9 8 AfD AfD Bayern 14,1 10 – – – – – – – – – – Grüne Grüne Bayern 12,1 8 16,5 11 12,4 9 9,9 7 6,9 4 8,1 5 SPD SPD Bayern 10,4 7 11,6 8 17,6 12 18,4 13 20,5 14 20,3 14 ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 3,6 3 5,3 4 6,0 4 5,4 4 4,9 3 6,4 4 Linke Die Linke Bayern 3,1 2 2,6 2 – – – – – – – – FDP FDP Bayern 2,3 2 3,6 3 4,7 3 5,0 3 4,3 3 – – FDP/FW FDP Bayern/Freie Wähler – – – – – – – – – – 4,5 3 gesamt 100,0 70 100,1 70 100,0 70 99,9 70 100,1 70 100,1 70 Wahlbeteiligung 67,7 % 63,2 % 62,4 % 67,3 % 70,5 % 74,9 %
Bezirksamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939) 1919–1924 Arnold Brinz 1924–1938 Arthur Gestering (BMP/DNVP) 1938–1939 Hermann Vogel (DNVP) 1939–1945 Rudolf Conrath (NSDAP) 1972–1990: Georg Ehnes (CSU) 1990–2002: Hermann Schreiber (CSU) 2002–2012: Rudolf Schwemmbauer (CSU) 2012–2026: Jürgen Ludwig (CSU) ab 2026: Marco Meier (Freie Wähler)
Landratsamt Das Dienstgebäude 1 des Landratsamts befindet sich in der Crailsheimstraße 1 und das Dienstgebäude 2 in der Crailsheimstraße 64 in der kreisfreien Stadt Ansbach. Zudem gibt es sieben Außenstellen im Kreisgebiet.
Bürgerschaftliches Engagement Das Lokale Bündnis für Familie lief bis 2008 als eines von bundesweit mehreren Modellprojekten. Es diente der Förderung der Familien und des bürgerschaftlichen Engagements in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Bürgern, Bildungseinrichtungen und Vereinen.
Wappen und Flagge
Aktuelles Wappen
Historisches Wappen
Flagge Am gleichen Tag wie das heutige Wappen genehmigte die Regierung von Mittelfranken auch die Flagge des Landkreises. Diese ist gleichmäßig längsgestreift von Weiß und Rot und mit dem Landkreiswappen belegt.
Landkreispartnerschaften Erzgebirgskreis, Deutschland Mudanya, Türkei; seit 1997
Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Ansbach Platz 255 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.
Die Wirtschaftsstruktur im Landkreis Ansbach wird durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Als besonders wichtige Branchen lassen sich die kunststoffverarbeitende Industrie und Unternehmen der Informationstechnik nennen.
Der Playmobil-Hersteller geobra Brandstätter beschäftigt in Dietenhofen rund 600 Mitarbeiter. Die Kunststoffspritzerei ist eine der größten in Europa. Die Firma Pan-plast in Aurach fertigt Kunststoff-Formteile für die Branchen Elektrotechnik, Automobilbau und Medizintechnik. Mittelständische IT-Unternehmen ergänzen die sonst eher an der „old economy“ ausgerichtete Wirtschaftsstruktur im Landkreis Ansbach.
Banken Im Landkreis gibt es noch eine selbständige Bank. Raiffeisenbank Bechhofen eG
Des Weiteren haben diese Banken Zweigstellen im Landkreis: Sparkasse Ansbach VR Bank im südlichen Franken eG VR-Bank Mittelfranken Mitte eG
Kultur und Bildung mini|Der Marktplatz in Feuchtwangen wird auch als Festsaal Frankens bezeichnet.
Kultur Im Landkreis gibt es viele verschiedene kulturelle Veranstaltungen: Von den vielen Kirchweihen im Jahresablauf bis hin zu den großen Konzertveranstaltungen wie das Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber. Mit der Kinderzeche in Dinkelsbühl gibt es im Landkreis überregional bekannte Historienfestspiele.
Bildung Es sind zahlreiche Bildungseinrichtungen im Landkreis und in der Stadt Ansbach vorhanden. Sie bieten eine Vielzahl an Entwicklungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene.
Allgemeinbildende Schulen 57 Grundschulen (davon 47 im Landkreis Ansbach) 7 Förderzentren (davon 6 im Landkreis Ansbach) 19 Mittelschulen (davon 16 im Landkreis Ansbach) 8 Realschulen (davon 7 im Landkreis Ansbach) 2 Wirtschaftsschulen (davon 1 im Landkreis Ansbach) 8 Gymnasien (davon 5 im Landkreis Ansbach)
Berufliche Schulen 5 Berufsschulen (davon 2 mit 5 Standorten im Landkreis Ansbach) 2 Berufsoberschulen (davon 1 im Landkreis Ansbach) 3 Fachoberschulen (davon 2 im Landkreis Ansbach) 20 Berufsfachschulen (davon 11 im Landkreis Ansbach) 9 Fachschulen (davon 7 im Landkreis Ansbach) 3 Fachakademien (davon 2 im Landkreis Ansbach) 3 Hochschulen (davon 2 im Landkreis Ansbach)
Baudenkmäler mini|Die Kirchenruine der Zirkelkappl bei Dentlein am Forst. mini|Topplerschlösschen
Jüdische Friedhöfe Im Landkreis Ansbach gibt es drei jüdische Friedhöfe: In Bechhofen, in Rothenburg ob der Tauber und in Schopfloch. Dabei ist der Friedhof in Bechhofen mit 2223 Grabsteinen der größte.
Steinkreuze Siehe hierzu: Liste der Steinkreuze im Landkreis Ansbach.
Denkmäler Siehe hierzu:
Liste von Pfarrhäusern im Landkreis Ansbach
Gartenschau In Wassertrüdingen fand 2019 die Landesgartenschau statt.
Gesundheit