Bernstein (, ) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Die Ortschaft ist vor allem durch ihre Burg und den dort zu findenden grünen Edelserpentin bekannt.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt im Südburgenland auf 619 Meter Seehöhe. Das Wahrzeichen von Bernstein ist die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Burg Bernstein; sie ist die höchstgelegene Burg des Burgenlandes.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden und gliedert sich in fünf gleichnamige Ortschaften: Deutsch Ungarisch RomaniFlächeStand : Einw.Bernstein Borostyánkő Boroschtschaja Dreihütten Háromsátor - Redlschlag Újvörösvágás - Rettenbach Mencsér - Stuben Edeháza Schtumo
Eingemeindungen Im Jahre 1971 wurden die Gemeinden Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben mit Bernstein zusammengelegt.
Nachbargemeinden zwei der sieben Nachbargemeinden liegen im niederösterreichischen Bezirk Wiener Neustadt (WB), eine weitere im Bezirk Oberpullendorf (OP).
Klima
Geschichte
mini|hochkant|Bernstein (rechts unten) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Das Gebiet von und um Bernstein war Jahrhunderte vor Christi Geburt von keltischen Stämmen bewohnt. Im Bereich von Bernstein befinden sich etwa 40 norisch-pannonische Hügelgräber des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. (Ried Bienenhiate, Braunriegel, Hohentann-Langleiten, Hirschwiese, Kreuzriegel, Lange Risten, Pechgraben, Siebenhölzer).
Erstmals wurde der Ort 1388 als Dorf unter der Burg Porostyan gelegen urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde Bergbau betrieben. Zuerst wurde nur Eisen gefördert, ab dem 16. Jahrhundert ebenso Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und sogar Gold. Das Wappen von Bernstein stammt aus dieser Zeit; es zeigt einen Hauerbrunnen (Förderschacht) mit zwei Bergknappen. Anfang des 19. Jahrhunderts fand der Bergbau vorerst ein Ende.
Bernstein ist der Fundort des hell- bis dunkelgrünen Edelserpentins, einer besonders reinen Varietät, der hier zu Schmuck und anderen Kunstgegenständen verarbeitet wird. Der Holzdrechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz entdeckten 1860, dass sich der in den Adern des gemeinen Serpentinits eingeschlossene Edelserpentin – nach der Mohsschen Härteskala weist dieser eine Härte von etwa 2,5 bis 3,5 auf – leicht bearbeiten lässt. Daraus entwickelte sich in der folgenden Zeit ein neues Handwerk, dessen Tradition bis zur Gegenwart erhalten blieb. Für die Gewinnung von einem Kubikmeter Edelserpentin müssen etwa 2000 Kubikmeter gemeinen Serpentinits, der im Straßenbau und in der Kunststeinindustrie Verwendung findet, abgebaut werden.
Wie das gesamte Burgenland gehörte der Ort bis 1921 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen und im Herbst 1921 in das neu gegründete Bundesland Burgenland eingegliedert.
Marktgemeinde ist Bernstein seit 1973 (Weiterverleihung, Marktrecht seit 1602).
Ein Steinbruch in Bernstein wurde am 2. Jänner 2026 wegen Gehalts an Asbest im Gestein amtlich gesperrt.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche
Burg Bernstein: im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt evangelische Pfarrkirche katholische Pfarrkirche Felsenmuseum Edelserpentinschleifereien Madonnenschlössl (Trutzschlössl): Das Madonnenschlössl ist ein um die Jahrhundertwende erbautes Gebäude, welches inmitten eines Parks liegt. Von hier aus hat man eine gute Aussicht. Das Erdgeschoß ist aus Serpentin gemauert. Die beiden Obergeschoße sind durch eine Holzbalkenkonstruktion getrennt, welche aufwendige Schnitzereien zeigt. Auf dem Dach befinden sich zwei Wasserspeier. Pranger norisch-pannonische Hügelgräber mit SchaugrabWebsite der Marktgemeinde Bernstein; abgerufen am 1. Mai 2017. Planetenwanderweg
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 23 Mitglieder. + Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997 Partei 2022 2017Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2017; abgerufen am 5. Jänner 2018 2012Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2012; abgerufen am 5. Jänner 2018 2007Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2007; abgerufen am 5. Jänner 2018 2002Land Burgenland: Wahlergebnis Bernstein 2002; abgerufen am 5. Jänner 2018 1997 St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M.St. % M. SPÖ 890 57,05 14 902 58,46 14 956 59,49 14 896 53,56 12 977 58,71 14 968 62,82 15 ÖVP 549 35,19 8 392 25,41 6 529 32,92 8 704 42,08 10 633 38,04 9 492 31,93 7 FPÖ 77 4,94 1 249 16,14 3 122 7,59 1 73 4,36 1 54 3,25 – 81 5,26 1KLART442,820 Wahlberechtigte2103 2066 2146 21692184 2068 Wahlbeteiligung79,36 % 83,79 % 82,71 % 82,85 %84,89 % 86,07 %
Bürgermeister Bürgermeisterin ist Renate Habetler (SPÖ). Sie trat Ende 2011 die Nachfolge von Robert Marth (SPÖ) an, der seit 2002 das Amt innehatte. Nachdem sich Marth bei der Bürgermeisterdirektwahl 2007 it 50,64 % gegen Franz Kummer (ÖVP) durchsetzte, wurde vom Gemeinderat Habetler zur Nachfolgerin gewählt. Bei der Wahl 2012 gewann sie im ersten Wahlgang mit 66,20 %. Markus Zettl (ÖVP) kam auf 28,37 % und Karl Kager (FPÖ) auf 5,43 %.
Bei der Bürgermeisterwahl am 1. Oktober 2017 setzte sich Habetler erneut mit 62,10 % durch. Für die ÖVP trat neuerlich Markus Zettl (21,59 %), für die FPÖ Herbert Adelmann an, der 16,31 % erreichte. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Gerhard Böhm (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.
Bei den Gemeinderatswahlen 2022 setzte sich Renate Habetler mit 60,86 % der Stimmen gegen den Kandidaten der ÖVP, Gerald Derkits (34,63 %) und dem Kandidaten der Liste Klartext, DI Herbert Adelmann (4,51 %) durch. Gerald Derkits (ÖVP) wurde 1. Vizebürgermeister.
Wappen 150px|rechts Die Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In Blau über schwarzem Fels ein silberner Hauerbrunnen, begleitet von zwei silbernen Knappen. Es stellt den seinerzeitigen Bergbau dar.“
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Therese Blaschke (* 1858; † nach 1929), Bürgerschullehrerin und Autorin Jenö von Egan-Krieger (* 1886 auf Burg Bernstein; † 1965 in Köln), Offizier und Politiker László Ede Almásy (* 1895 auf Burg Bernstein; † 1951 in Salzburg), Saharaforscher und Pilot (Der englische Patient) Helmut Bieler (* 1952), Politiker Manfred Sauer (* 1960), lutherischer Theologe
Personen mit Bezug zur Gemeinde Theodor I. Batthyány (1729–1812), ungarischer Magnat, Grundherr der Herrschaft Bernstein Eric W. Gritsch (1931–2012), amerikanischer lutherischer Theologe und Autor, aufgewachsen in Bernstein
Galerie
Literatur Günther Probszt: Historischer Bergbau bei Bernstein im Burgenland. in: Der Anschnitt Heft 2/1971, S. 19–25 (Digitalisat)
Weblinks
www.bernstein.gv.at Offizielle Website der Gemeinde www.daibau.at Artikel über die Burg Bernstein und das Edelserpentin
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1388 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Oberwart Kategorie:Ort an der Bernsteinstraße