mini|Schönstädt bei Rödental mini|Lange Berge bei Bad Rodach mini|Im Wald südlich von Frohnlach

Der Landkreis Coburg liegt im Nordwesten Oberfrankens in Bayern. Die kreisfreie Stadt Coburg, in der sich auch die Kreisverwaltung befindet, ist ganz vom Landkreis Coburg umgeben. Der Landkreis ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.

Geografie Lage Den Nordwesten des Kreisgebietes bildet eine flachwellige (300–) Hochfläche, die überwiegend als Ackerland genutzt wird. Der nördliche Teil des Landkreises wird zum Vorland des Thüringer Waldes gezählt und besitzt bereits einen deutlichen Mittelgebirgscharakter; er ist bis auf Rodungsflächen von ausgedehnten Laubwäldern geprägt. Zwischen diesen beiden Landschaften liegt der Muschelkalkzug der Langen Berge, deren karger Boden von Nadelwäldern bedeckt ist. In den Langen Bergen liegt das Naturschutzgebiet Lauterberg. Der Buchberg bei Rottenbach ist mit die höchste Erhebung im Landkreis. Im Süden erstreckt sich das zum Fränkischen Keuper-Lias-Land gehörende Itz-Hügelland (250–).

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Landkreise Hildburghausen und Sonneberg (beide in Thüringen) sowie an die Landkreise Kronach, Lichtenfels, Bamberg und Haßberge (alle in Bayern).

Geschichte Bis 1919 Erstmals urkundlich erwähnt wurden Coburg und Saalfeld 1012 als Mitgift für Pfalzgraf Ehrenfried (Ezzo) von Lothringen, von dessen Tochter Richeza die Grundherrschaft 1056 an Erzbischof Anno II. von Köln überging.

In den folgenden 300 Jahren traten Andechs-Meranien, Wildberg und Henneberg sowie die Klöster Fulda, Hersfeld, Banz, Langheim, Mönchröden, Veilsdorf und Sonnefeld als Besitz- und Herrschaftsträger auf, bis 1353 Markgraf Friedrich III. der Strenge in der zuvor durch die Grafen von Henneberg vereinten Pflege Coburg (Haus Wettin) das Erbe antrat. In der Folge gehörte die Region zum Kurfürstentum Sachsen, nach 1547 zu den Sächsischen Herzogtümern und von 1826 bis zum Ende der Monarchie (1918) zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.

1858 führte das Herzogtum Sachsen-Coburg eine Trennung von Verwaltung und Justiz ein. So wurde das Landratsamt Coburg aus den Bezirken der 1802 bzw. 1807 gebildeten Justizämter Coburg II (Landbezirk), Neustadt und Rodach sowie dem 1826 hinzugekommenen Amt Sonnefeld eingerichtet. Das Justizamt Coburg I umfasste die Stadt Coburg. 1877 wurde auch der Amtsbezirk Königsberg dem Landratsamt Coburg zugeteilt. Die bisherigen Justizämter wurden dann als Amtsgerichte bezeichnet, wobei die Justizämter Coburg I und Coburg II zum Amtsgericht Coburg vereinigt wurden. Die Städte Coburg, Neustadt, Rodach und Königsberg unterstanden nicht dem Landratsamt Coburg. Sie hatten eine eigene magistrale Verfassung.Gesetz über die Organisation der Verwaltungsbehörden im Herzogthum Coburg, vom 17. Juni 1858

Bezirksamt Nach einer Volksbefragung 1919 wurde der Freistaat Coburg (im Wesentlichen identisch mit der heutigen Stadt und dem Landkreis Coburg) am 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Der Freistaat Bayern passte die Verwaltungsstruktur im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Coburg seinem übrigen Staatsgebiet an. Aus dem Landratsamt Coburg wurde das Bezirksamt Coburg, das für die Amtsgerichtsbezirke Coburg, Neustadt bei Coburg, Rodach und Sonnefeld zuständig war. Die coburgischen Gemeinden Altershausen, Dörflis, Erlsdorf, Hellingen, Köslau, Kottenbrunn und Nassach, die mehrere Exklaven gebildet hatten, wurden dem Bezirksamt Hofheim in Unterfranken zugeteilt. Die Städte Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach wurden als kreisunmittelbare Städte in Oberfranken weitergeführt, während die Stadt Königsberg in das Bezirksamt Hofheim in Unterfranken eingegliedert wurde. 1921 wurden die Amtsgerichtsbezirke Coburg, Neustadt bei Coburg, Rodach, Sonnefeld und Königsberg zum Landgericht Coburg zusammengefasst, wobei 1925 bzw. 1929 die Amtsgerichte Königsberg und Sonnefeld aufgehoben wurden.

Am 1. Januar 1931 wurden die Gemeinden Altenhof mit den Orten Tambach und Hergramsdorf sowie Schorkendorf mit den Orten Eicha, Krebsmühle, Siebenwind und Ziegelhütte aus dem Bezirksamt Staffelstein übernommen.

Am 1. Juli 1934 wurde die Stadt Coburg um die Gemeinden Cortendorf, Ketschendorf, Neuses bei Coburg und Wüstenahorn des Bezirksamtes vergrößert.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Coburg.

Am 1. April 1940 wurden die kreisfreien Städte Neustadt bei Coburg und Rodach in den Landkreis Coburg eingegliedert.

Der Landkreis hatte den Zweiten Weltkrieg relativ unzerstört überstanden und wurde im April 1945 durch die 11. US-Panzerdivision besetzt und Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1949 durch die Zonengrenze bzw. ab 1949 innerdeutsche Grenze abgeschnitten blieb. Der Landkreis lag somit im Zonenrandgebiet.

Am 7. Juni 1946 wurde Neustadt wieder aus dem Landkreis Coburg herausgelöst. Coburg blieb stets als kreisfreie Stadt erhalten.

Am 1. Januar 1972 trat der Landkreis die Gemeinden Lützelbuch, Rögen und Seidmannsdorf an die kreisfreie Stadt Coburg ab. Am selben Tag verlor er die Gemeinde Ketschenbach an die kreisfreie Stadt Neustadt bei Coburg.

Durch die Gebietsreform zur Neugliederung der bayerischen Landkreise wurden am 1. Juli 1972 dem Landkreis Coburg die Stadt Neustadt bei Coburg, Teile des früheren Landkreises Staffelstein mit Seßlach und der Gemeinde Witzmannsberg (als neuer Teil der Gemeinde Ahorn) sowie die Gemeinde Heilgersdorf des Landkreises Ebern zugeordnet. Gleichzeitig wechselten die Gemeinden Hofsteinach, Horb an der Steinach, und Leutendorf b. Coburg in den Landkreis Kronach.

Kreissitz blieb die kreisfreie Stadt Coburg, die durch Eingemeindung der Gemeinden Beiersdorf bei Coburg, Creidlitz und Scheuerfeld des Landkreises vergrößert wurde. Die Stadt Neustadt bei Coburg erhielt als Ersatz für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Am 1. Januar 1975 trat der Landkreis Coburg die Gemeinde Freiberg an den Landkreis Lichtenfels ab. Dort wurde sie nach Eggenbach eingemeindet.

Am 1. Juli 1976 trat der Landkreis die Gemeinde Neu- und Neershof und am 1. Januar 1977 die Gemeinde Bertelsdorf an die kreisfreie Stadt Coburg ab.

Am 1. Januar 1978 wurde der Landkreis Coburg um die Orte Neuensorg (nach Weidhausen bei Coburg eingemeindet) und Forsthub (nach Grub am Forst eingemeindet) des Landkreises Lichtenfels vergrößert.

Am 1. Mai 1978 wurde der Gemeindeteil Mödlitz der Gemeinde Weidhausen bei Coburg in die Gemeinde Schneckenlohe des Landkreises Kronach umgegliedert. Der Landkreis Coburg erreichte damit seine heutige Ausdehnung.

In den 1960er Jahren gab es im Kreisgebiet 129 und vor dem Stichtag der Gemeindegebietsreform am 10. Mai 1978 noch 51 Gemeinden. Heute sind davon noch 17 Städte und Gemeinden verblieben.

Am 31. März 1989 wurde ein neues Landratsamt in der Lauterer Straße in Coburg eingeweiht.Harald Sandner: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt Coburg und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999 – von der „guten alten Zeit“ bis zur Schwelle des 21. Jahrhunderts. Gegen das Vergessen. Verlagsanstalt Neue Presse, Coburg 2000, ISBN 3-00-006732-9. Zuvor hatte es seinen Sitz seit 1904 in der Allee 7, dem ehemaligen Landkrankenhaus.

Einwohnerentwicklung rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Coburg (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Coburg, Alter und Geschlecht)

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Landkreis von 82.144 auf 86.906 um 4.762 Einwohner bzw. um 5,8 %. Am 31. Dezember 1999 hatte der Landkreis mit 92.304 die höchste Einwohnerzahl.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 33.487 45.169 53.336 79.307 80.676 85.161 82.033 86.958 91.098 92.243 91.325 88.193 86.599

Politik Kreistag Der Kreistag besteht aus 60 Kreisräten und dem Landrat und setzt sich aufgrund der Kommunalwahl vom 8. März 2026 wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU/LandvolkChristlich-Soziale Union in Bayern/Landvolk 32,0 19 30,4 18 33,6 20 37,8 24 39,5 25 36,8 23 SPD SPD Bayern 16,1 10 20,3 12 31,2 19 32,7 20 37,9 23 39,0 24 FW Freie Wähler Bayern 15,5 9 19,3 12 17,3 10 17,3 10 – – – – AfD AfD Bayern 14,7 9 5,5 3 – – – – – – – – Grüne Grüne Bayern 7,8 5 10,7 7 8,3 5 7,2 4 5,9 3 7,5 4 ULB Unabhängige Landkreis Bürger e.V. 6,3 4 6,7 4 4,7 3 – – – – – – JU Junge Union 2,7 2 – – – – – – – – – – ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 2,5 1 3,0 2 3,2 2 2,4 1 – – – – Linke Die Linke Bayern2,3 1 – – – – – – – – – – FDP FDP Bayern – – 2,2 1 1,8 1 2,5 1 – – – – Linke/SBC-Land Die Linke Bayern/Wählergruppe Sozial und bürgernah für Coburg Land – – 1,9 1 – – – – – – – – FW–ÜKW Freie Wähler Bayern–Überparteiliche Kreiswahlgemeinschaft – – – – – – – – 13,9 8 12,3 7 FDP/UB Freie Demokratische Partei/Unabhängige Bürger – – – – – – – – 2,7 1 4,4 2 gesamt 99,9 60 100,0 60 100,1 60 99,9 60 99,9 60 100,0 60 Wahlbeteiligung 66,8 % 60,9 % 61,1 % 62,6 % 66,6 % 71,1 %

Landrat Landrat ist seit dem 12. Februar 2019 Sebastian Straubel (CSU). Dieser setzte sich in der Stichwahl am 10. Februar 2019 mit 62,45 % gegen den SPD-Kandidaten Martin Stingl (37,55 %) durch. Sein Vorgänger im Amt des Landrats war von 2008 bis 2018 Michael C. Busch (SPD), der sich in der Stichwahl am 16. März 2008 mit 52,52 % der Stimmen gegen Staatssekretär Jürgen W. Heike (CSU) durchsetzte und 2014 mit 62,95 % im Amt bestätigt wurde. Aufgrund des Einzugs Buschs in den Bayerischen Landtag wurden vorgezogene Neuwahlen erforderlich.

Landräte im Landkreis Coburg Adolf von Wangenheim (01.07.1858 – 30.11.1865) Wilhelm Ewald (01.12.1865 – 30.06.1872) Reinhold Erhardt (01.07.1872 – 07.11.1885) Ernst Gruner (kommissarisch als Assessor) (08.11.1885 – 30.03.1886) Ernst Schmidt (01.04.1886 – 31.03.1894) Albert Schmidt (01.04.1894 – 31.05.1912) Hermann Quarck (01.08.1912 – 31.05.1914) Ernst von Strenge (01.06.1914 – 31.05.1921) Ernst Fritsch (01.06.1921 – 04.03.1933) Franz Dehler (Bezirksamtmann) (05.05.1933 – 27.07.1938) Gerhard Derks (01.08.1938 – 20.05.1943) Hermann Finck (26.05.1943 – April 1945) Carl Escher (kommissarisch als Regierungsoberinspektor) (20.04.1945 – 08.05.1945) Eduard Schmidt (kommissarisch) (09.05.1945 – 11.05.1945) Karl Kokott (kommissarisch als Hauptmann der Schutzpolizei) (12.05.1945 – 23.06.1945) Karl Bauer (kommissarisch als Regierungsrat) (24.06.1945 – 14.06.1946) Rudolf Kaemmerer (14.06.1946 – 30.04.1964) Klaus Groebe (01.05.1964 – 30.06.1972) Helmut Knauer (01.07.1972 – 30.04.1990) Karl Zeitler (01.05.1990 – 30.04.2008) Michael C. Busch (01.05.2008 – 05.11.2018) Rainer Mattern (05.11.2018 – 11.02.2019) als gewählter Stellvertreter des Landrates Sebastian Straubel (seit 12. Februar 2019)

Wappen mini|hochkant=0.7|Logo des Landkreises Coburg

mini|Flagge des Landkreises Coburg Die nebenstehende Flagge zeigt die Farben des Großherzogtums Sachsen mit mittig aufgelegtem Wappen. Neben dem Wappen verwendet der Landkreis auch ein Logo.

Landkreispartnerschaften Manisa, Türkei; seit 2016

Wirtschaft Die Industrialisierung hat im Landkreis Coburg sehr früh begonnen. Coburg ist bayernweit eine der ältesten Industrieregionen. Heute gehört der Coburger Raum zu den am stärksten industrialisierten Regionen Deutschlands (ca. 280 Industriearbeitsplätze auf 1000 Einwohner), vorwiegend geprägt durch Klein- und Mittelbetriebe.

Strukturprägend sind vor allem die alten Industrien Polstermöbel- und holzverarbeitende Industrie (1/3 der bundesdeutschen Polstermöbelproduktion) Spielwarenindustrie und Christbaumschmuckherstellung Korbwaren- und Kinderwagenherstellung