Der Roßlau-Typ ist eine aus fünf Einheiten bestehende Serie von Küstenmotorschiffen der Roßlauer Schiffswerft.
Geschichte Die Schiffe wurden 1991 bis 1993 für die Reederei Bockstiegel in Emden gebaut. Der Bau der fünf Küstenmotorschiffe für die Reederei Bockstiegel sowie sechs weiterer Küstenmotorschiffe für die Reederei H.H. Wübbe Nachf. in Hamburg rettete die nach der deutschen Wiedervereinigung in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Werft.Silvia Bürkmann: Roßlaus Seemänner: Einmal Werft ist immer Werft, Mitteldeutsche Zeitung, 21. Mai 2016. Abgerufen am 22. Mai 2017.
Die Reederei Bockstiegel gab die Bereederung der Schiffe Anfang 2002 an die Reederei Erwin Strahlmann ab.Strahlmann-Flotte wächst auf 42 Einheiten, Schiff & Hafen, 8. März 2002. Abgerufen am 22. Mai 2017. 2004 wurden die Schiffe von Bockstiegel an Strahlmann verkauft.
Beschreibung Die Schiffe werden von einem Deutz-MWM-Dieselmotor des Typs SBV 6 M 628 mit 600 kW Leistung angetrieben, die über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Festpropeller wirken. Für die Stromerzeugung stehen zwei MWM-Dieselgeneratoren des Typs D234 V8 mit jeweils 104 kW Leistung zur Verfügung. Für den Hafen- und Notbetrieb wurde ein Deutz-Dieselgenerator des Typs F5L 413 FR mit 68 kW Leistung verbaut. Die Schiffe sind mit einem elektrisch angetriebenen Bugstrahlruder mit 140 kW Leistung ausgestattet.
Die Decksaufbauten befinden sich achtern. Das Brückendeck ist von den übrigen Aufbauten getrennt und höhenverstellbar. Zusätzlich können die beiden Schiffsmasten zur Unterquerung von Brücken geklappt werden. Vor den Aufbauten befindet sich ein 52 Meter langer und 9 Meter breiter Laderaum. Die Höhe des Raums beträgt 6,49 Meter. Der Laderaum der Schiffe ist boxenförmig und wird mit hydraulisch betriebenen Faltlukendeckeln verschlossen. Die Schiffe sind mit zwei Schotten ausgerüstet. Die Tankdecke kann mit 12 t/m², die Lukendeckel mit 1,5 t/m² belastet werden.
Die Schiffe sind für den Transport von Containern ausgestattet. Die Containerkapazität beträgt 80 TEU.
Schiffe Roßlau-Typ Bauname Bau-nummer IMO-Nummer KiellegungStapellaufAblieferung Umbenennungenund Verbleib Rysum 241 9015424 8. April 199115. Juni 1991Februar 1992 1991: Saar Emden, 1996: Rysum, 2020: Talis, 2023: Semsa Eilsum 242 9015436 22. April 19912. August 1991Februar 1992 1992: Saar Lisboa, 1996: Eilsum, 2019: Sed Trio, 2022: Lucky Sed Pilsum 243 9015448 19. Mai 199214. August 1992März 1993 1993: Saar Rotterdam; 1996: Pilsum, 1998: Heiko B, 2002: Pilsum, 2020: Vulin Uttum 244 9015450 10. Juli 199218. März 1993November 1993 1993: Saar Antwerp, 1997: Uttum, 2020: Kata, 2022: Lucky Luke Dornum 245 9015462 9. Oktober 199218. März 1993November 1993 1993: Saar Madrid, 1996: Dornum, 2019: Jack Trio, 2022: Lucky Jack
Die Schiffe waren ursprünglich nach Orten in Ostfriesland benannt. Sie fuhren unter der Flagge von Antigua und Barbuda mit Heimathafen St. John’s.
Weblinks
, R.E.S. Chartering (PDF, 956 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Küstenmotorschiffstyp Kategorie:Schifffahrt (Antigua und Barbuda) Kategorie:Sachsenberg-Werke