Runowo () ist ein Dorf in der Gmina Lidzbark Warmiński (Landgemeinde Heilsberg) im Powiat Lidzbarski (Kreis Heilsberg) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. mini|Die Simon-und-Judas-Kirche in Runowo
Geographische Lage mini|Raunau östlich von Elbing und nordwestlich von Heilsberg auf einer Landkarte von 1910 Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa elf Kilometer nordwestlich der Stadt Lidzbark Warmiński (Heilsberg) und 66 Kilometer südlich von Königsberg (russisch Kaliningrad).
Geschichte Ortsgeschichte Das Kirchdorf RaunauDietrich Lange: Raunau, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Reimerswalde (polnisch Ignalin) im ostpreußischen Kreis Heilsberg, Regierungsbezirk Königsberg, aufgenommen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Reimerswalde
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Raunau im Sommer 1945 gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens zum Bestandteil der Volksrepublik Polen. Danach begann die Zuwanderung polnischer Migranten. Soweit die einheimischen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit aus Raunau vertrieben.
Heute bildet das Dorf ein Schulzenamt innerhalb der Gmina Lidzbark Warmiński im Powiat Lidzbarski innerhalb der Woiwodschaft Ermland-Masuren (1975 bis 1998 Woiwodschaft Olsztyn). Im Jahre 2021 zählte es 363 Einwohner.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1816 199 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 120, Ziffer 672. 1852 662 Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 500. 1858 812 davon 798 Katholiken und zwölf JudenAdolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 112, Ziffer 104. 1871 870 Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 19, Ziffer 14. 1910 878 1933 910 1939 848
Religion Vor 1945 gehörten die mehrheitlich römisch-katholischen Einwohner von Raunau zur Pfarrei Raunau im damaligen Bistum Ermland, während der evangelische Bevölkerungsteil dem Kirchspiel der evangelischen Kirche Heilsberg im Kirchenkreis Ermland innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union zugeordnet war.
Die katholischen Kirchenglieder des Orts gehören jetzt zum Dekanat Lidzbark Warmiński im jetzigen Erzbistum Ermland der katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Kirchenglieder gehören heute zur Diözese Masuren der evangelisch-lutherischen Kirche in Polen.
Verkehr mini|150px|Bildstock an einer Straße in Runowo Runowo liegt an der verkehrsreichen polnischen Woiwodschaftsstraße 513 (hier im Abschnitt der ehemaligen deutschen Reichsstraße 142), die die Städte Pasłęk (Preußisch Holland), Orneta (Wormditt) und Lidzbark Warmiński (Heilsberg) miteinander verbindet und weiter bis nach Wozławki (Wuslack) führt. Von Süden her kommt eine Nebenstraße aus Łaniewo (Launau), die in Runowo endet.
Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Raunau/Runowo GenWiki: Raunau
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Lidzbark Warmiński