Antau (, ) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Im Ort gibt es eine größere Anzahl von Angehörigen der burgenlandkroatischen Minderheit.

Geografie Antau liegt im Wulkatal und direkt an der Wulka, dem einzigen Fluss der in den Neusiedlersee mündet. Antau ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Gemeindegliederung Antau besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Antau (Mitte unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) mini|hochkant=0.7|Anna-Kapelle mini|Lourdeskapelle mit hl. Antonius (links) und hl. Johannes Nepomuk (rechts) Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Antau dann in der Provinz Pannonia.

Wie die Herkunft des Ortsnamens zeigt, war der seit 1245 nachgewiesene Ort zunächst von Ungarn besiedelt.

Die erste Karte des Ortes, die sogenannte Walter-Karte, wurde im Barockzeitalter in den Jahren 1750/1754 hergestellt. Auf dieser waren bereits mehrere Häuser, drei Mühlen, diverse Bildstöcke, die Kirche und die Anna-Kapelle verzeichnet.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Selegszántó verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Hirm, Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Hirm-Antau war Hirm. 1991 wurden die beiden Ortsteile wieder getrennt und erneut zwei eigenständige Gemeinden.Atlas Burgenland: Hirm. Abgerufen am 16. Mai 2017.

Herkunft des Ortsnamens Bezeugt ist der Ortsname seit 1245 als Zantho. Eine Urkunde aus dem Jahr 1390 erwähnt die Poss(essio) Zanthou et pratum Nadasreth dictum iuxta fluvium Bulka al(io) nom(ine) Selegh dictum („Besitzung Szántó [Antau] und die Nádásrét genannte Wiese am Fluss Bulka [Wulka], der mit anderem Namen auch Seleg heißt“).Dezső Csánky: Magyarország történeti topográfiája a Hunyadiak korában, Budapest 1890.

Diese Bezeichnung ist mit dem heutigen ung. Wort szántó „Acker“ zu verbinden. Die Siedlung hat ihren Namen also von der Lage an einem Acker. Die Gegend wurde folglich ursprünglich von Ungarn bewohnt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, übernahm man den ungarischen Anlaut /s/ als [ts] ins Deutsche. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mhd. Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Antau übrig blieb. Auch der Name der burgenländischen Gemeinde Andau im Seewinkel geht auf denselben Ursprung zurück.

Die ungarische Form des Ortsnamens ist heute, nach der Lage an der Wulka und zur Unterscheidung von Andau im Seewinkel, Selegszántó („Antau an der Wulka“).

Bevölkerungsentwicklung

lebten Menschen in Antau. Nach der Volkszählung 2001 hatte Antau 753 Einwohner, von denen sich 64,9 % zur deutschsprachigen Volksgruppe und 26,2 % zur Volksgruppe der Burgenland-Kroaten bekannten (weitere 3,5 % der Bevölkerung gaben Kroatisch als vorwiegende Umgangssprache an).

Religion Der Anteil der Bevölkerung, die sich 2001 zur römisch-katholischen Kirche bekannte, betrug 85,1 %. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft war der Islam mit 3,2 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Pfarrkirche Antau

Katholische Pfarrkirche Antau hl. Andreas Pest-/Dreifaltigkeitssäule Rittermühle/Kirchenmühle (Wohnhaus, Speicherbau, und Mühlengebäude) Sebastiansäule Figurenbildstock hl. Antonius von Padua Anna-Kapelle mit Figurenbildstock, Ecce homo und weiterem Figurenbildstock Lourdeskapelle mit Hll. Antonius und Johannes Nepomuk Bildstock, Weißes Kreuz, Wiesengasse

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Haus der Freiwilligen Feuerwehr

Politik mini|Gemeindeamt Antau Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 8, SPÖ 4, LISTE 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 8, SPÖ 5. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 9, SPÖ 4. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 8, SPÖ 4, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 8, SPÖ 3, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 6, SPÖ 6, FLA 2.

Bürgermeister

+ Gemeinde Antau vor der Zusammenlegung von bis BürgermeisterGemeinde Antau: (abgerufen am 16. Mai 2017) 1945 1950 Johann Kriszanich 1950 1954 Johann Welkovich 1954 1962 Stefan Mangold 1962 1970 Viktor Pohl 1970 1971 Franz Unger+ Gemeinde Hirm-Antau von bis Bürgermeister 1971 1974 Karl Mangold 1974 1989 Georg Puhm (SPÖ) 1990 1991 Alfred Schreiner (SPÖ)+ Gemeinde Antau nach der Trennung von bis Bürgermeister 1991 2007 Stefan Jagschich 2007 2022 Adalbert Endl (ÖVP) seit 2022 Frank Wiemer (ÖVP)

Persönlichkeiten Pál Gombás (1909–1971), Physiker Thomas Borenitsch (* 1980), Fußballspieler Phillipp Schmiedl (* 1997), Fußballspieler

Literatur Franz Migschits: Dorfentwicklung als Zielvorstellung einer naturnahen Kulturlandschaft im Burgenland am Beispiel der Gemeinde Antau. Diplomarbeit, Technische Universität Wien 1993.

Sonstiges Auszeichnungen für die Gemeinde 1991 Jugendfreundlichste Gemeinde 1992 Jugendfreundlichste Gemeinde 2001 Schönste Gemeinde des Burgenlandes 2002 Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Antau 2002 mit einer Bronzemedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.https://www.blumenbuero.or.at/ 2003 Drittschönste Gemeinde in Europa

Weblinks

Homepage der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Kroatischsprachige Gemeinde im Burgenland Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Mattersburg Kategorie:Ersterwähnung 1245