Krensdorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich. Der ungarische Name der Gemeinde ist Tormafalu, der e Ortsname ist Kreništof.
Geografie Die kleine Talsiedlung Krensdorf liegt zwischen den Höhen des Rosalien- und Leithagebirges im Flachgebiet beidseits des Hirmerbaches. Durch die waldreiche Landschaft führen Wander- und Radwanderwege. Die Gemeinde wird vom Edlesbach durchzogen.
Nachbargemeinden:
Geschichte mini|links|Krensdorf (Mitte links) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) mini|Gedenkstein 750 Jahre Krensdorf Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später, unter den Römern, lag das heutige Krensdorf in der Provinz Pannonia. Für die Frühe Neuzeit weist das Urbarium der Grafschaft Forchtenstein aus den Jahren 1588/89 den Ort im Vergleich zu Nachbargemeinden als relativ wohlhabend aus.Josef Köller: Die Grafschaft Forchtenstein unter besonderer Berücksichtigung der Urbare. Universität Wien, Dissertation, Wien 1960, S. 132–139.
Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tormafalu verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort Krensdorf gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Aufgrund des GemeindestrukturverbesserungsgesetzesLandesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (PDF-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018) wurde Krensdorf entgegen dem Beschluss des Gemeinderats mit 1. Jänner 1971 mit Sigleß zur Großgemeinde Sigleß zusammengelegt. Als Folge der Zusammenlegung wurde 1971/72 die Volksschule in Krensdorf aufgelassen und das Schulgebäude in einen Kindergarten umgestaltet. Nachdem sich auch in den Folgejahren kein gemeinsames Gemeindeleben entwickelte und ständige Differenzen über den Einsatz der finanziellen Mittel bestanden, wurde am 10. November 1996 eine Volksbefragung betreffend der Gemeindetrennung durchgeführt. Beide Orte sprachen sich klar für die Trennung aus – Krensdorf 238:48 und Sigleß 436:48 Stimmen – weshalb ein Antrag auf Erstellung einer Trennungsverordnung an die Landesregierung erfolgte. Die Landesregierung gab dem Antrag statt, weshalb mit 1. Jänner 1998 die Trennung erfolgte. Als Bürgermeister setzte sich in der Direktwahl Josef Giefing (ÖVP) gegen Gertrude Ofenböck (SPÖ) durch, obwohl die SPÖ die Mehrheit im Gemeinderat hatte. Als Gemeindeamt wurde vorerst ein Haus angemietet. Nach Differenzen um die Errichtung eines neuen Gemeindeamtes musste eine Volksbefragung darüber entscheiden. Giefing trat darauf zurück und in der Bürgermeisterdirektwahl vom 30. April 2000 wurde Ofenböck zur neuen Bürgermeisterin gewählt. 2002 kam es schließlich zum Bau des Gemeindeamts mit sechs Wohnungen und einer Arztordination. Letzter Akt der Trennung von Sigleß war die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft und des Standesamtverbandes.Atlas Burgenland: Geschichte von Krensdorf (abgerufen am 6. Dezember 2017)Gemeinde Krensdorf: (abgerufen am 6. Dezember 2017)
Bevölkerungsentwicklung
Wirtschaft und Infrastruktur Mehr als achtzig Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt und von 18 landwirtschaftlichen Betrieben bearbeitet. Davon werden elf als Haupterwerbsbetriebe geführt (Stand 2010).
In Krensdorf wohnen 288 erwerbstätige Personen, 48 arbeiten im Ort und 240 pendeln aus. Von anderen Gemeinden pendeln 28 Erwerbstätige nach Krensdorf (Stand 2011).
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Röm.-kath. Pfarrkirche mit angeschlossenem Friedhof mini|Der Hexenhügel ist eine Begräbnisstätte aus der Hallstattzeit
Kath. Pfarrkirche Krensdorf hl. Sigismund Sebastianssäule Bildstock, Fischkreuz Dorfmeisterkapelle Johannessäule Pest-/Dreifaltigkeitssäule Hexenhügel von Krensdorf auf www.krensdorf.at. Abgerufen am 1. Mai. auf kultur-burgenland.at. Abgerufen am 1. Mai 2017.
Regelmäßige Veranstaltungen Krensdorfer Kirtag: Der Krensdorfer Kirtag wird am vierten Sonntag nach Ostern begangen. Das „Pflugtragen“ der „Pflugburschen“ ist ein aus dem vorigen Jahrhundert herrührender Brauch. Bei diesem Umzug wird das Modell eines pflügenden Bauern bis zum Gasthaus getragen, wo der feierliche Kirtagstanz stattfindet. Hotterwanderung: die „Hotterwanderung“ findet jährlich statt Fußwallfahrt: weiter findet jährlich eine Fußwallfahrt zur Basilika von Mariazell statt.
Vereine Im Vereinsleben der Gemeinde gibt es eine Freiwillige Feuerwehr und einen Verschönerungsverein sowie die Singgemeinschaft „Multiple Voices“ und die Interessengemeinschaft „IG Kultur transparent“ und den ASKÖ NF Sigless-Krensdorf (Tennis).
Politik mini|Das 2002 errichtete Gemeindeamt Krensdorf Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 6, ÖVP 5. (11) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 7, ÖVP 6. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 7, SPÖ 6. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 7, SPÖ 6. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 8, SPÖ 5. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 8, SPÖ 5. (13)
Chronik der Dorfrichter und Bürgermeister
+ Dorfrichter von Jahr bis Jahr Dorfrichter„Ortschronik Krensdorf 1232–2002“ S. 167; Hrsg. Gemeinde Krensdorf, 2002 (eingesehen am 11. Dezember 2017) 1570 Thomas Schwarz 1583–1585, 1588 Valentin Bauer 1594 Georg Khöbl 1605, 1609 Jacob Bugel 1622 Georg Moller 1630–1631, 1635 Ulrich Hödl 1647 Paul Eggharth 1655 1664 Bernhard Straus 1703 1707 Martin Staindl 1707 1709 Simon Koch 1709 1713 Georg Strauß 1713 1716 Simon Koch 1716 1723 Andreas Pergauer 1723 1725 Matthias Paur 1732 1734 Matthias Lang 1734 1744 Matthias Paur 1744 1757 Matthias Lang 1757 1769 Matthias Staindl 1769 1776 Georg Morawitz 1776 1777 Andre Obradovic 1777 1788 Matthias Lang (ernannt) 1788 1792 Jakob Schreyer 1792 1793 Geog Schey 1793 1799 Jakob Schreyer 1810 Matthias Puntigam 1815 Stephan Nußbaumer+ Dorfrichter von Jahr bis Jahr Dorfrichter 1817 Matthias Fröch 1831 Andre Mansberger 1847 1852 Kaspar Tschögl 1853 1855 Joseph Morawitz 1856 Matthias Mansberger 1867 Joseph Bergauer 1889 Franz Puntigam 1900 Hermann Jagschitz 1903 1919 Stefan Tschögl 1919 Johann Jagschitz 1920 1921 Stefan Tschögl + Bürgermeister vor der Zusammenlegung von Jahr bis Jahr Bürgermeister 1921 1931 Richard Tschögl 1931 1936 Franz Alfons 1936 1938 Friedrich Eckhardt 1938 1939 Franz Puntigam 1939 1945 Friedrich Eckhardt 1945 1950 Franz Alfons 1950 1954 Franz Papst 1954 1958 Josef Windisch 1958 1952 Johann Puntigam 1962 1967 Viktor Schiffer 1967 1970 Franz Monsberger+ Krensdorf während Zusammenlegung mit Sigleß von Jahr bis Jahr Bürgermeister 1971 1986 Gottfried Kremsner (SPÖ) 1986 1992 Heinz Henecker (SPÖ) 1992 1997 Josef Kutrovatz (SPÖ) + nach der Trennung von Jahr bis Jahr Bürgermeister 1998 2000 Josef Giefing (ÖVP) 2000 2007 Gertrude Ofenböck (SPÖ) seit 2007 Karl Izmenyi (ÖVP)
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Stockinger (1880–1962), Metallarbeiter und Politiker
Literatur Krensdorf: eine Gemeindegeschichte. Gemeinde Sigleß, Sigleß 1982 Josef Köller: Die Grafschaft Forchtenstein unter besonderer Berücksichtigung der Urbare. Universität Wien, Dissertation, Wien 1960, S. 132–139.
Weblinks
Homepage der Gemeinde Krensdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Mattersburg