Hirm (; ) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Geografie Hirm ist der einzige Ort in der Gemeinde Hirm.

Nachbargemeinden:

Geschichte mini|200px|links|Hirm (Mitte) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Archäologische Funde aus der Kupferzeit (Badener Kultur) und aus der Bronzezeit weisen darauf hin, dass das Gemeindegebiet von Hirm schon in urgeschichtlicher Zeit besiedelt war.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Hirm dann in der Provinz Pannonia. Aus dieser Zeit zeugt östlich auf den Kirchäckern ein großer römischer Gutshof.

Im 16. und 17. Jahrhundert standen die Hirmer Edlen in den Diensten der Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein. Während der Kriegsjahre 1605 und 1620 hatten die Hirmer unter ungarischen Rebellen, Türken und Tataren zu leiden.

1627 gliederte der neue Besitzer der Grafschaft Forchtenstein, Graf Nikolaus Esterhazy, Hirm seinen Besitzungen an. Die Errichtung einer großen Zuckerfabrik durch den technischen Leiter der Wr. Neustädter Zuckerraffinerie Reyer & Schlick Peter Daniel Rothermann im Jahr 1850 führte zum entscheidenden Einschnitt in der Gemeindegeschichte und war mit einem rasanten Anwachsen der Siedlung verbunden.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Félszerfalva verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Mit dem Anschluss wurde auch die Hirmer Zuckerfabrik durch die Hauptvereinigung der Deutschen Zuckerwirtschaft in Berlin kontrolliert. Diese veranlasste 1941 die Schließung der Zuckerfabrik.Steiger-Moser Susanna: Süßes Imperium. In: Die österreichische Zuckerindustrie und ihre Geschichte(n) 1750–2013. S. 187. 1944 wurde die ehemalige Zuckerfabrik, in der zu diesem Zeitpunkt Material für die Wiener Neustädter Flugzeugwerke lagerte, von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Während der Ort nach und nach seine Kriegsspuren verlor, blieb die Fabrik nach dem Kriege herrenlos und war dem Verfall preisgegeben. Ab den 1960er-Jahren siedelten sich auf dem Areal der ehemaligen Zuckerfabrik neue Produktionsstätten an: jene der Österreichischen Kuvertindustrie (ÖKI), damals noch Myrtle Mill, die Heinrich Sachs KG (SAX), die Koh-i-Noor Hardtmuth AG, heute Cretacolor, die Firma Erwin Mach Gummitechnik GesmbH (EM).

1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Antau, Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Hirm-Antau war Hirm. 1991 wurden die beiden Ortsteile wieder getrennt und erneut zwei eigenständige Gemeinden.Atlas Burgenland: Hirm. Abgerufen am 16. Mai 2017.

Siehe auch: Geschichte des Burgenlandes

Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahl der Gemeinde nimmt trotz einer negativen Geburtenbilanz zu, da die Zuwanderung stärker ist.

2026 wurde das Bevölkerungsmaximum mit 1127 Einwohnern erreicht. (Stand 2026)

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Hirm mini|Volksschule Hirm

Katholische Pfarrkirche Hirm hl. Rochus

Politik mini|Gemeindeamt Hirm Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 12, FPÖ 1. (13) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 12 Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 11, ÖVP 4. (15) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 11, ÖVP 4. (15) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: SPÖ 11, ÖVP 4. (15) Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: SPÖ 12, ÖVP 3. (15)

Chronik der Bürgermeister

+ Gemeinde Hirm vor der Zusammenlegung von bis Bürgermeister 1945 Josef Löffler, Stefan Schappelwein Franz Zaglitsch Alfred Wagentristl (SPÖ) Josef Koch (KPÖ) 1950 Stefan Schappelwein (SPÖ) 1958 Johann Resch (SPÖ) 1967 1971 Karl Mangold+ Gemeinde Hirm-Antau von bis Bürgermeister 1971 1974 Karl Mangold 1975 1989 Georg Puhm (SPÖ) 1990 1991 Alfred Schreiner (SPÖ)+ Gemeinde Hirm nach der Trennung von bis Bürgermeister 1997 2006 Josef Aufner (SPÖ) 20072022 Inge Posch-Gruska (SPÖ)seit 2022 Christian Wöhl (SPÖ)

Persönlichkeiten Peter Daniel Rothermann (1804–1890), Industrieller in der Zuckerindustrie Karl Rigal (1888–1957), Direktor der Zuckerfabrik, Politiker und Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag

Weblinks

Homepage der Gemeinde Hirm

Einzelnachweise

Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Mattersburg