Marz () ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Geografie Die Gemeinde liegt im Tal des Marzer Bachs in einer etwa 20 km breiten Mulde der Wulkaebene. Sie ist umgeben von niedrigen, zum Teil bewaldeten Hügeln. Einzige Ortschaft der Gemeinde ist Marz, allerdings gibt es noch die Einzellagen Heroldsmühle, Holzstadel und Villa Waldfried.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|250px|links|Marz (Mitte links) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Die Funde von Tonscherben mit Linearbandverzierungen und Steinbeilen bezeugen, dass das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war.

Das Hügelgräberfeld auf der „Leberweide“, einer Anhöhe südlich des Ortes, stammt aus der Eisenzeit. Ein großes Tongefäß, das auf der Schulter zwei plastisch modellierte erhobene Hände trägt, befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Marz dann in der Provinz Pannonia.

Marz wurde 1202 erstmals urkundlich als Mouruhc erwähnt. Ab dem Jahr 1312 war Marz Teil der Grafschaft Mattersdorf, die später als Grafschaft Forchtenstein bezeichnet wurde.

Die Revolution von 1848 brachte die Aufhebung der Grundherrschaft und die Durchführung der Bodenreform. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Márcfalva verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Legende: Der heilige Willibald (erster Bischof von Eichstätt) soll im Jahre 741 die erste Kirche gebaut haben.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Römisch-katholische Pfarrkirche Mariae Krönung mini|Kriegerdenkmal beim Aufgang zur Pfarrkirche mini|Ältestes Haus von Marz (erbaut 1690) mini|Denkmalgeschützte alte Schmiede mini|Mattersburger Bahn, Aufnahmsgebäude der Haltestelle Marz Rohrbach, vormals Bahnhof

Kath. Pfarrkirche Marz Krönung Mariens Lichtsäule: auf dem Ambrosius Salzer-Platz Anlage Alte Schmiede: Schmiede- und Wohntrakt, Lagergebäude und Innenhof, Ambrosius Salzer-Platz 1 Pest-/Dreifaltigkeitssäule, Mariensäule: Ambrosius Salzer-Platz 3 Radkreuz: Ambrosius Salzer-Platz 4 Grabsteine: Friedhofgasse 1 Johannes-Nepomuk-Kapelle: Heiligenbrunnengasse Neumühle/ehem. Heroldmühle: Heroldmühle 1 Gemeindeamt: Schulstraße 11

Natur Naturpark Rosalia-Kogelberg: 7770 Hektar groß, im Jahr 2006 offiziell von der Landesregierung als Naturpark begründet, Marz ist eine der 13 Naturparkgemeinden

Politik mini|Das Gemeindeamt steht unter Denkmalschutz Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: ÖVP 10, SPÖ 9, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: ÖVP 12, SPÖ 8, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: ÖVP 12, SPÖ 9. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: ÖVP 19, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 12, SPÖ 8, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 11, SPÖ 10.

Chronik der Bürgermeister von bis BürgermeisterGemeinde Marz: (abgerufen am 6. Dezember 2017). 1850 1851 Johann Tasch 1851 1853 Anton Schlaninger 1854 Matthias Ochs 1855 Matthias Schmidl 1889 Johann Vogler 1900 Johann Buchinger 1910, 1912, 1916 Matthias Rumpler 1920 Matthias Scheiber von bis Bürgermeister 1920 J. oder Michael Schöll 1920 1921 Johann Buchinger 1921 1922 Matthias Sailer 1923 1925 Josef Steiner 1925 1927 Michael Giefing 1927 1938 Johann Leitgeb 1938 1943 Franz Redl 1943 1945 Rudolf Ponzer von bis Bürgermeister 1945 Franz Leitgeb 1945 1950 Johann Leitgeb 1950 1963 Johann Buchinger 1963 1967 Stefan Zachs 1967 1972 Johann Buchinger 1972 1997 Alois Grath (SPÖ) 1997 2007 Otto Scheiber (ÖVP) seit 2007 Gerald Hüller (ÖVP)

Wappen 75px Blasonierung: „In Rot ein silberner, dreigezinnter, mit drei Fensteröffnungen und einem Tor versehener Turm, der von einer silbernen Mauer begleitet wird.“ Das Wappen wurde am 7. September 1977 verliehen. Marz wurde im Jahr 1202 erstmals urkundlich erwähnt, und zählt damit zu den ältesten Siedlungen im Burgenland. Die auf einem Hügel stehende Pfarrkirche diente mit einer den Hügel umfassenden Wehrmauer während der Türkenkriege als Zufluchtsstätte der Dorfbevölkerung. Das Wappensymbol verweist auf diese Verteidigungseinrichtung und somit auf das schwere Schicksal der Gemeinde in der Vergangenheit; zugleich soll es als Zeichen für den großen Aufschwung in der Gegenwart dienen.

Persönlichkeiten QuelleGemeinde Marz: (abgerufen am 6. Dezember 2017). Ehrenbürger der Gemeinde Franz Mariska, Pfarrer (verliehen am 15. Februar 1937) Johann Schwarz, Pfarrer (verliehen am 3. April 1972 / verstorben am 8. März 1976) Georg Fuchs (1912–1998), Arzt (verliehen am 24. September 1977)

Träger des Ehrenringes Johann Buchinger, Altbürgermeister (verliehen am 8. Mai 1984 / verstorben am 14. Mai 1994) Stefan Zachs, Altbürgermeister (verliehen am 17. November 1989 / verstorben am 21. Mai 1994) Alois Grath, Altbürgermeister (verliehen am 26. November 1999 / verstorben am 29. Juni 2004) Otto Scheiber, Bürgermeister a. D. (verliehen am 15. Mai 2014)

Träger der Ehrennadel der Gemeinde Franz Schmidl (verliehen am 29. Mai 1987) Johann Herowitsch (verliehen am 19. Juli 1987) Franz Buchinger (verliehen am 20. Dezember 1991) Peter Seedoch (verliehen am 15. März 2007) Ewald Widder (verliehen am 15. März 2007) Hermine Steiner, Volksschuldirektorin i. R. (verliehen am 15. März 2007) Robert Steiner (verliehen am 30. November 2017)

Personen, die mit Marz in Verbindung sind Ambrosius Salzer (1475–1568), Domherr von St. Stefan und Rektor der Universität Wien Eduard Suess (1831–1914), österreichischer Geologe und Politiker des 19. Jahrhunderts, in Marz bestattet Wolfgang Weisgram (1957–2024), österreichischer Journalist und freier Autor (Der-Standard-Korrespondent und Fußball-Experte), lebte in Marz Johanna Sebauer (1988–), österreichische Schriftstellerin (Tochter von Wolfgang Weisgram), lebt in Marz

Literatur Roland Widder (Hrsg.): 800 Jahre Marz. 1202–2002. Gemeinde Marz, Marz 2002.

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Marz Gemeindegrenzen zu den Nachbargemeinden

Einzelnachweise

Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Mattersburg Kategorie:Ersterwähnung 1202