Gesellschaft: JR Hokkaidō
Die Sekihoku-Hauptlinie (jap. , Sekihoku-honsen) ist eine Eisenbahnstrecke auf der japanischen Insel Hokkaidō, die von der Bahngesellschaft Hokkaido Railway Company (JR Hokkaido) betrieben wird. Sie verläuft von Asahikawa über Kitami nach Abashiri. Der Name ist von den Kanji-Schriftzeichen der durchfahrenen historischen Provinzen Ishikari () und Kitami () abgeleitet. Die Strecke entstand in den Jahren 1912 bis 1932.
Beschreibung Die in Kapspur (1067 mm) verlegte Sekihoku-Hauptlinie ist 234,0 km lang und erschließt den Nordosten der Insel. Auf ihrer gesamten Länge ist sie eingleisig (abgesehen von Ausweichen) und nicht elektrifiziert. Im Personenverkehr werden 36 Bahnhöfe und Haltestellen bedient, Güterverkehr wird zwischen Asahikawa und Kitami durchgeführt.
Im Shin-Asahikawa zweigt die Sekihoku-Hauptlinie von der Sōya-Hauptlinie in Richtung Osten ab. Sie folgt zunächst dem Oberlauf des Flusses Ishikari bis Kamikawa. Der Hauptkamm des Kitami-Gebirges wird im 4329 m langen Ishikata-Tunnel unterquert, nahe dem Berg Chitokaniushi. Dem Fluss Yūbetsu folgend wird Engaru erreicht. Da dieser Bahnhof nur von einer Seite angefahren werden kann, müssen dort alle Züge wenden und in der Gegenrichtung weiterfahren. Nach dem Jōmon-Tunnel führt die Strecke weiter über Kitami nach Abashiri an der Küste des Ochotskischen Meeres. Dort geht sie in die Senmō-Hauptlinie über.
Züge
Im Fernverkehr von Sapporo über Asahikawa nach Abashiri bietet JR Hokkaido täglich vier Schnellzugpaare an. Diese Ochotsk-Schnellzüge (benannt nach dem Ochotskischen Meer) benötigen für die gesamte Strecke rund fünfeinhalb Stunden, zwischen Asahikawa und Abashiri knapp vier Stunden. Sie sind aus Dieseltriebwagen des Typs KiHa 183 zusammengesetzt. Einmal täglich verkehrt der Eilzug Kitami von Asahikawa nach Kitami und zurück.
Was den Nahverkehr betrifft, so ist die Sekihoku-Hauptlinie in drei Abschnitte unterteilt, abhängig von der Bevölkerungsdichte. Zwischen Asahikawa und Kamikawa verkehrt alle ein bis zwei Stunden ein Regionalzug. In der dünn besiedelten Bergregion zwischen Kamikawa und Engaru wird täglich nur ein Regionalzug je Richtung angeboten. Zwischen Engaru und Abashiri verkehren die Regionalzüge ungefähr alle zwei bis drei Stunden.
Geschichte Die Sekihoku-Hauptlinie besteht aus drei Teilstrecken, die vom Eisenbahnministerium gebaut worden waren, um den Nordosten der Insel Hokkaidō aus unterschiedlichen Richtungen zu erschließen. Der Abschnitt zwischen Abashiri und Kitami entstand als Teil der von Süden her kommenden Abashiri-Hauptlinie (, Abashiri-honsen), die später als Chihoku-Linie (, Chihoku-sen) und Furusato-Ginga-Linie bezeichnet wurde. Der Abschnitt zwischen Kitami und Engaru war ursprünglich die Yūbetsu-Linie (湧別線, Yūbetsu-sen), die in die Nayoro-Hauptlinie (, Nayoro-honsen) nach Nordwesten überging. Nach dem Bau einer Abkürzung zwischen Asahikawa und Engaru fasste man die drei Teilstrecken zur heutigen Sekihoku-Hauptlinie zusammen.
Von Ikeda her erreichte die Abashiri-Hauptlinie am 25. September 1911 den Bahnhof Nokkeushi (später Kitami genannt). Den ersten Streckenabschnitt der zukünftigen Sekihoku-Hauptlinie eröffnete das Eisenbahnamt (der Vorläufer des Eisenbahnministeriums) am 5. Oktober 1912 zwischen Nokkeushi und Abashiri. Die Yūbetsu-Linie von Nokkeushi nach Rubeshibe wurde am 18. November desselben Jahres eröffnet.Tanaka: , S. 104–105. Für den weiteren Verlauf der Strecke nördlich von Rubeshibe entschied sich das Eisenbahnamt zunächst für die Schmalspur von 762 mm. Das erste Teilstück dieser Yūbetsu-Kleinbahnlinie (, Yūbetsu-keibensen) zwischen Rubeshibe und Yasukuni ging am 5. Oktober 1914 in Betrieb, gefolgt vom Teilstück Yasukuni–Engaru am 1. November 1915. Durch die Umspurung auf Kapspur (1067 mm), die am 7. November 1916 abgeschlossen war, ging die Kleinbahn vollständig in der übrigen Yūbetsu-Linie auf.
Ab 1921 war Engaru auch über die Nayoro-Hauptlinie erreichbar. Dennoch mussten Reisende lange Umwege in Kauf nehmen, um nach Abashiri zu gelangen, sei es via Kushiro oder Nayoro. Zu Beginn der 1920er Jahre nahm das Eisenbahnministerium den Bau einer direkten Verbindung zwischen Asahikawa und Engaru in Angriff, wozu jedoch das Kitami-Gebirge überwunden werden musste. Von Westen her wurde die Sekihokusai-Linie (, Sekihokusai-sen) vorangetrieben. Deren erster Abschnitt von Shin-Asahikawa nach Aibetsu ging am 4. November 1922 in Betrieb, am 15. November 1923 folgte der Abschnitt bis Kamikawa. Schließlich reichte die Sekihokusai-Linie am 20. November 1929 bis zur Station Nakakoshi westlich des Kitami-Passes (wird seit 2001 nur noch als Ausweiche genutzt).Tanaka: , S. 100–101.
Von Osten her baute das Eisenbahnministerium an der Sekihokutō-Linie (, Sekihokutō-sen). Die Eröffnung des Teilstücks zwischen Engaru und Maruseppu fand am 10. Oktober 1927 statt. Der östlich des Kitami-Passes gelegene Ort Shirataki wurde am 12. August 1929 angebunden. Ausstehend war noch der 25 km lange Gebirgsbahn-Abschnitt mit dem Ishikata-Tunnel als Herzstück. Mit dessen Inbetriebnahme am 1. Oktober 1932 war die Strecke durchgehend befahrbar. Am selben Tag erhielten die Sekihokusai-Linie, die Sekihokutō-Linie und die Yūbetsu-Linie die neue gemeinsame Bezeichnung Sekihoku-Linie (, Sekihoku-sen).
mini|links|Güterzug bei Ikutahara (1971) Die ab 1949 zuständige Japanische Staatsbahn begann am 20. August 1955 im Regionalverkehr Schienenbusse einzusetzen. Seit dem 1. April 1961 wird die Strecke als Sekihoku-Hauptlinie bezeichnet. Der letzte von Dampflokomotiven gezogene Schnellzug Japans verkehrte am 24. Dezember 1971, am 31. Mai 1975 endete der Dampfbetrieb vollständig. Im Rahmen der Staatsbahnprivatisierung am 1. April 1987 ging die Strecke in den Besitz der neuen Gesellschaft JR Hokkaido über, während JR Freight den Güterverkehr übernahm. Die neue Besitzerin rationalisierte den Betrieb, beispielsweise durch die Einführung des Einmannbetriebs und die Schließung verschiedener Bahnhöfe.
Am 1. März 2007 stieß ein Regionalzug an einem Bahnübergang zwischen Hiushinai und Bihoro mit einem LKW zusammen und entgleiste; der Unfall forderte 51 Verletzte. Im November 2016 gab JR Hokkaido ein umfangreiches Rationalisierungsprogramm bekannt, von dem unter anderem die gesamte Sekihoku-Hauptlinie betroffen ist. Die Bahngesellschaft konnte die Anliegergemeinden dazu bewegen, einen Teil der Betriebs- und Unterhaltskosten zu tragen.
Liste der Bahnhöfe Name km Anschlusslinien Lage Ort Sōya-Hauptlinie A28 Asahikawa () −3,7 Hakodate-Hauptlinie Furano-Linie Asahikawa A29 Asahikawa-Yojō () −1,9 Sekihoku-Hauptlinie A30 Shin-Asahikawa () 0,0 Sōya-Hauptlinie Asahikawa A31 Minami-Nagayama () 2,5 A32 Higashi-Asahikawa () 5,2 A34 Sakuraoka () 10,2 A35 Tōma () 13,9 Tōma A37 Ikaushi () 19,5 A38 Aibetsu () 25,9 Aibetsu A39 Naka-Aibetsu () 32,0 A41 Antaroma () 38,0 A43 Kamikawa () 44,9 Sōunkyō-Waldbahn (1947–1952) Kamikawa A45 Shirataki () 82,2 Nayoro-Hauptlinie (1915–1989) Engaru A48 Maruseppu () 101,9 Muri-Waldbahn (1928–1963) Uemaruseppu-Waldbahn (1942–1949) A49 Setose () 109,7 A50 Engaru () 120,8 A51 Yasukuni () 128,8 A53 Ikutahara () 137,7 Wabutahara-Waldbahn (1928–1954) A55 Nishi-Rubeshibe () 156,2 Kitami A56 Rubeshibe () 158,2 Onneyu-Waldbahn (1921–1960) A57 Ainonai () 169,1 A58 Higashi-Ainonai () 173,7 A59 Nishi-Kitami () 176,3 A60 Kitami () 181,0 Furusato-Ginga-Linie (1911–2006) A61 Hakuyō () 183,7 A62 Itoshino () 185,9 A63 Tanno () 187,3 A64 Hiushinai () 194,6 A65 Bihoro () 206,1 Bihoro A66 Nishi-Memambetsu () 213,1 Ōzora A67 Memambetsu () 218,1 A68 Yobito () 225,9 Abashiri A69 Abashiri () 234,0 Senmō-Hauptlinie Yūmō-Linie (1935–1987)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Japan Kategorie:Verkehrsbauwerk in der Präfektur Hokkaidō Kategorie:Hokkaido Railway Company