Der Landkreis Bernkastel-Wittlich ist eine Gebietskörperschaft in Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Wittlich. Der Landkreis ist flächenmäßig der zweitgrößte in Rheinland-Pfalz nach dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Geographie Lage Der Landkreis liegt zu beiden Seiten der Mosel, die von Südwesten nach Nordosten den Kreis durchfließt. Im Norden steigt die Landschaft zur Eifel hin an, im Süden zum Hunsrück. Im äußersten Süden des Kreises liegt der höchste Berg des Hunsrücks, der Erbeskopf (), zugleich höchster Berg von Rheinland-Pfalz.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Vulkaneifel, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-Kreis, Birkenfeld, Trier-Saarburg und Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Geschichte Das heutige Kreisgebiet von Bernkastel-Wittlich war vor Ende des 18. Jahrhunderts in viele Territorien zersplittert. In den von der Französischen Revolution ausgelösten Kriegen kam das Gebiet unter französische Herrschaft. 1815 kam es unter preußischer Verwaltung und 1816 entstanden die beiden Kreise Bernkastel und Wittlich, die 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz wurden.
Der Landkreis Wittlich und der größte Teil des Landkreises Bernkastel wurden bei der Kreisreform in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 1969 zum heutigen Landkreis vereinigt, wobei außerdem die Stadt Traben-Trarbach sowie die Ortsgemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg und Thalkleinich des aufgelösten Landkreises Zell (Mosel) einbezogen wurden. Das Gebiet um Rhaunen des Landkreises Bernkastel kam zum Landkreis Birkenfeld. Am 7. November 1970 wurde die Abgrenzung des Landkreises geändert. Die Ortsgemeinden Beuren, Irmenach und Lötzbeuren des Rhein-Hunsrück-Kreises sowie die Ortsgemeinden Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim des Landkreises Trier-Saarburg kamen neu zum Landkreis, während die Ortsgemeinden Spangdahlem, Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld und Steinborn in den Landkreis Bitburg-Prüm wechselten.
Am 1. Januar 2012 wechselte die Ortsgemeinde Trittenheim zurück in den Landkreis Trier-Saarburg.
Der Landkreis gehörte seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT), in der regionale öffentliche Institutionen, Verwaltungen, Hochschulen, Unternehmen, Banken und engagierte Einzelpersonen mit dem Ziel, die Zukunft der Region als wirtschaftlich attraktiven, kulturell bedeutsamen und ökologisch intakten Raum mit hohem Lebens- und Freizeitwert zu sichern, partnerschaftlich zusammenarbeiteten.
Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1970 110.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 106.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 107.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992 2000 113.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 2010 111.073 2016 112.006 2023 115.083 mini|hochkant=1.3|Bevölkerungspyramide für den Landkreis Bernkastel-Wittlich (Datenquelle: Zensus 2011)Datenbank Zensus 2011, Landkreis Bernkastel-Wittlich
Konfessionsstatistik Laut Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022: 57,2 % der Einwohner römisch-katholisch, 13,1 % evangelisch und 29,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2022 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Mai 2026 hatten 51,0 % der Einwohner die katholische Konfession und 11,7 % die evangelische. 37,3 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Landkreis Bernkastel-Wittlich AGS-Schlüssel: 23100000, abgerufen am 19. Juni 2026
Politik Kreistag
Der Kreistag des Landkreises Bernkastel-Wittlich besteht aus 42 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.
Ergebnis der Kreistagswahl vom 9. Juni 2024 (alle Angaben in Prozent, in Klammern die Veränderung zur Wahl 2019): SPD 15,6 (−2,9), CDU 38,6 (+1,6), GRÜNE 8,4 (−5,2), AfD 11,2 (+4,3), FDP 5,8 (−2,6), FWG/FW 14,4 (+3,9), ÖDP 1,9 (−0,1), WSW 4,1 (+4,1), Sonstige 0,0 (−3,1). Die Wahlbeteiligung betrug 63,9 %.
+Sitzverteilung Wahl SPD CDU Grüne AfD FDP FWG/FW ÖDP WSW Summe 2024 7 16 3 5 2 6 1 2 42 Sitze 2019Wahlband Kommunalwahlen 2019 – Kreise und Bezirkstag (wahlen.rlp.de) 8 15 6 3 4 4 1 – 42 Sitze 2014 10 19 3 – 3 5 1 – 42 Sitze 2009 9 19 3 – 5 4 – – 42 Sitze 2004 9 22 3 – 3 3 – – 42 Sitze 1999 12 22 2 – 2 4 – – 42 Sitze FWG/FW = FWG Kreisverband Bernkastel-Wittlich e. V., ab 2024: Freie Wähler Kreisvereinigung Bernkastel-Wittlich WSW = Wählerinitiative zur Unterstützung von Sahra Wagenknecht – WSW e. V. Die VBB (Vereinigung Bürger für Bürger e. V.) hatte 2004 zwei Sitze und 2009 einen Sitz Die Linke hatte 2009, 2014 und 2019 jeweils einen Sitz
Landräte
Wappen und Flagge Der Landkreis Bernkastel-Wittlich führt ein Wappen und eine Flagge.
Bildung Der Landkreis ist Träger aller weiterführenden Schulen und öffentlichen Förderschulen im Kreisgebiet. Seit der Übernahme der Erbeskopf-Realschule plus Thalfang zum 1. Januar 2026 befinden sich insgesamt 18 Schulen in seiner Trägerschaft.
Verkehr Die von der Preußischen Staatsbahn 1879 eröffnete Hauptbahn Koblenz–Trier folgt im Kreisgebiet nicht den Schleifen des Tales, sondern führt in einigem Abstand ziemlich geradlinig dahin. Nur die 1883 gebaute Stichbahn (Bullay–) Pünderich–Traben–Trarbach liegt am Moselufer.
Im selben Jahr erhielt die damalige Kreisstadt Bernkastel-Kues bei der Station Wengerohr – heute Wittlich Hbf – einen Anschluss von der Hauptstrecke her. 1885 folgte eine Zweigbahn nach der Stadt Wittlich, die 1909/1910 bis zur Nachbarkreisstadt Daun verlängert wurde. Auf der Hunsrückhöhe verkehrte seit 1902 eine Nebenbahn von Simmern bis Morbach und 1903 weiter bis Hermeskeil.
Die zahlreichen Städte und Dörfer an der Mosel wurden erst durch die Moselbahn AG in den Jahren 1903–05 an eine den Windungen des Tales folgende Kleinbahn angeschlossen, die von Trier bis Bullay reichte. Eine von der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft im Jahr 1900 vor allem für den Güterverkehr geschaffene Schmalspurbahn verband Binsfeld mit der Strecke Köln – Trier in der Station Philippsheim.
Das umfangreiche Schienennetz von 181 km Länge wurde bis 1988 um 140 km reduziert:
1961: Traben-Trarbach Ost–Reil Ost–Bullay Süd 12 km 1962: Niederemmel-Piesport–Traben-Trarbach Ost 38 km 1965: Philippsheim–Binsfeld 7 km (Spur: 750 mm) 1966: Neumagen-Dhron–Niederemmel-Piesport 4 km 1968: Trier–Trittenheim–Neumagen-Dhron 5 km 1976: Simmern–Morbach–Dhronecken–Hermeskeil 32 km 1981: Wittlich–Manderscheid-Pantenburg–Daun 23 km 1985: Wittlich Hbf–Bernkastel-Kues 15 km 1988: Wittlich Hbf–Wittlich 4 km
Es umfasst jetzt nur noch die Hauptstrecke (Moselstrecke) mit einer Nebenbahn (Bullay–Traben-Trarbach), insgesamt also 41 km.
Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 1 (Trier–Koblenz) und 60 (Lüttich–Kreuz Wittlich), deren Fortsetzung als B 50 neu über den Hunsrück in Richtung Rhein-Main-Gebiet führt. Ferner durchziehen die Bundesstraßen 50, 53 und 327 (Hunsrückhöhenstraße) den Landkreis.
Städte und Gemeinden (Einwohner am )
Verbandsfreie Gemeinden
Verbandsangehörige Gemeinden, gegliedert nach Verbandsgemeinden:
(Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)
Ehemalige Gemeinden Die folgenden Gemeinden verloren seit der Kreisgründung im Jahre 1969 ihre Eigenständigkeit:
Siehe auch Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz Liste der Kommunen im Landkreis Bernkastel-Wittlich Liste der Orte im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Kfz-Kennzeichen Am 7. Juni 1969 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Wittlich gültige Unterscheidungszeichen WIL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 26. November 2012 ist in Zusammenhang mit der Kennzeichenliberalisierung auch das Unterscheidungszeichen BKS (Bernkastel-Kues) erhältlich.
Weblinks Website des Landkreises Bernkastel-Wittlich
Einzelnachweise
BernkastelWittlich