mini|hochkant=1.2|Luftaufnahme Bitburgs, Sitz der Kreisverwaltung Der Eifelkreis Bitburg-Prüm (bis zum 31. Dezember 2006 Landkreis Bitburg-Prüm) ist ein Landkreis im äußersten Westen des Landes Rheinland-Pfalz und grenzt an Belgien und Luxemburg. Gemessen an seiner Fläche ist der Landkreis der größte und zugleich am dünnsten besiedelte von Rheinland-Pfalz sowie der gemeindereichste Deutschlands. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Bitburg.

Geographie Lage Der Eifelkreis Bitburg-Prüm umfasst den südlichen Teil des Mittelgebirges Eifel mit der Schneifel und deren höchstem Berg, dem Schwarzen Mann (). Im Westen befindet sich der Islek, im Osten die Kalk- und Waldeifel und im Süden das Bitburger Gutland (Bekef) mit dem Ferschweiler-Plateau. Kleinere Flüsse, wie Kyll, Nims und Prüm durchziehen das Kreisgebiet. Our und Sauer (ein Nebenfluss der Mosel) bilden die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg.

Nachbarkreise Der Eifelkreis Bitburg-Prüm grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Euskirchen (in Nordrhein-Westfalen, Grenzlänge nur ca. 1,5 km) sowie an die Landkreise Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg. Im Westen grenzt er an die luxemburgischen Kantone Echternach, Diekirch, Vianden und Clerf und im Nordwesten an die belgische Provinz Lüttich.

Geschichte Das heutige Kreisgebiet von Bitburg-Prüm war Ende des 18. Jahrhunderts in viele Territorien zersplittert. 1798, unter französischer Verwaltung, wurde als Teil des Saardépartements das Arrondissement Prüm gegründet. 1815 kam es unter preußische Verwaltung und 1816 entstanden die beiden Kreise Bitburg und Prüm im Regierungsbezirk Trier. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Gegend zeitweise wieder französisch besetzt. Im Kreisgebiet befinden sich noch heute vor allem in der Schneifel bedeutende Reste des ehemaligen Westwalles. Seit 1946 ist das Gebiet Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Der Landkreis Bitburg-Prüm wurde im Rahmen der Kreisreform in Rheinland-Pfalz am 7. November 1970 aus den folgenden Bestandteilen gebildet: Der gesamte Landkreis Bitburg Der gesamte Landkreis Prüm bis auf die Ortsgemeinden Birresborn, Densborn, Duppach, Hallschlag, Kerschenbach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln, die zum Landkreis Daun kamen Die Ortsgemeinden Spangdahlem, Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld und Steinborn aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich Die Ortsgemeinden Eisenach, Gilzem und Orenhofen aus dem Landkreis Trier-Saarburg

Der Landkreis Bitburg-Prüm wurde am 1. Januar 2007 in Eifelkreis Bitburg-Prüm umbenannt, wovon unter anderem touristische Vorteile erhofft wurden., Pressemitteilungen der Landesregierung, 4. Juli 2006

Der heutige Eifelkreis gehörte seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT), in der regionale öffentliche Institutionen, Verwaltungen, Hochschulen, Unternehmen, Banken und engagierte Einzelpersonen mit dem Ziel, die Zukunft der Region als wirtschaftlich attraktiven, kulturell bedeutsamen und ökologisch intakten Raum mit hohem Lebens- und Freizeitwert zu sichern, partnerschaftlich zusammenarbeiteten.

Einwohnerstatistik hochkant=1.2|mini|Bevölkerungspyramide für den Eifelkreis Bitburg-Prüm (Datenquelle: Zensus 2011)Datenbank Zensus 2011, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Alter und Geschlecht

Jahr Einwohner Quelle 1970 93.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 89.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 91.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992 2000 96.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002 2010 95.959 Gemeindestatistik Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm AGS-Schlüssel: 23200000 Stichtag: 31.12.2010 2015 97.313 Gemeindestatistik Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm AGS-Schlüssel: 23200000 Stichtag: 31.12.2015 2020 100.087 Gemeindestatistik Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm AGS-Schlüssel: 23200000 Stichtag: 31.12.2020

Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 84,1 % römisch-katholisch, 6,7 % evangelisch und 9,2 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm AGS-Schlüssel: 23200000 Stichtag: 30.06.2005 Ende Mai 2023 hatten 67,9 % der Einwohner die katholische Konfession und 5,8 % die evangelische. 26,3 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm AGS-Schlüssel: 23200000, abgerufen am 2. Juni 2023 Die Zahl der Protestanten und vor allem die der Katholiken ist demnach im beobachteten Zeitraum kontinuierlich gesunken, dennoch bilden Katholiken im Landkreis eine absolute Mehrheit.

Politik Kreistag Der Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm besteht aus 42 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Die Kreistagswahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Wahlergebnis:Wahlband Kommunalwahlen 2019 - Kreise und Bezirkstag (wahlen.rlp.de) Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,9 14 36,9 15 45,0 19 40,7 17 52,6 22 54,0 22 FW Freie Wähler 29,4 12 14,3 6 12,9 5 22,9 10 14,1 6 9,2 4 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,6 7 21,8 9 25,4 11 19,2 8 21,6 9 28,7 12 AfD Alternative für Deutschland 9,9 4 4,0 2 – – – – – – – – GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,3 3 13,8 6 9,3 4 6,1 3 5,2 2 3,9 2 FDP Freie Demokratische Partei 3,9 2 6,6 3 4,5 2 8,1 3 6,5 3 4,2 2 LINKE Die Linke – – 2,6 1 2,8 1 3,0 1 – – – – gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42 100,0 42 100,0 42 100,0 42 Wahlbeteiligung in % 63,5 64,2 60,7 63,6 66,8 71,7

Landräte Landräte des Landkreises Bitburg-Prüm 1970–1979: Karl Vogt 1979–1988: Fritz Gasper 1989–2006: Roger Graef

Landräte des Eifelkreises Bitburg-Prüm 2007–2009: Roger Graef 2009–2021: Joachim Streit 2021–2026: Andreas Kruppert Durch die Wahl von Joachim Streit in den Landtag von Rheinland-Pfalz endete im Mai 2021 seine Amtszeit als Landrat. Bei der Neuwahl am 26. September 2021 wurde Andreas Kruppert mit einem Stimmenanteil von 64,5 % zum zukünftigen Landrat gewählt. Die Amtseinführung fand am 12. November 2021 statt, sein Amtsantritt erfolgte am 1. Dezember 2021. Ende Mai 2026 schied Kruppert aus dem Amt, da er Anfang Juni 2026 sein Amt als Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes antrat. Der Erste Kreisbeigeordnete Michael Ludwig übernahm daher vorübergehend die Dienstgeschäfte des Landrats. Bei der Direktwahl am 30. August 2026 konnte sich Nico Steinbach als unabhängiger Kandidat, unterstützt von SPD und Grünen, mit 50,9 % der Stimmen gegen zwei Mitbewerber durchsetzen. Seine Amtseinführung steht noch aus.

Kreispartnerschaften Seit 1990 unterhält der Eifelkreis mit dem südthüringischen Landkreis Sonneberg eine Kreispartnerschaft. Im Rahmen dieser half er seinem Partnerkreis nach der Wiedervereinigung beim Aufbau der Kreisverwaltung.

Eine weitere Kreispartnerschaft wurde am 2. Oktober 2001 mit dem polnischen Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski (deutsch: Landkreis Kedzierzyn-Kozle) offiziell unterzeichnet, nachdem sie in den zwei Jahren zuvor aufgebaut worden war. Die Kreispartnerschaft wird durch eine weitere kommunale Partnerschaft der Verbandsgemeinde Bitburg-Land mit Strzeleczki (deutsch: Klein-Strehlitz) unterstützt.

Wappen und Flagge

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet sich in der Liste der Wappen im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Wirtschaft und Verkehr Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Eifelkreis Bitburg-Prüm Platz 237 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft. mini|Bahnhof Bitburg-Erdorf an der Eifelstrecke

Straße Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 60 Wittlich-Lüttich (Belgien). Ferner durchziehen mehrere Bundes-, Land- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 50, B 51, B 257, B 265 und B 410.

Schiene Die Eifelstrecke von Köln nach Trier führt durch den Kreis. Diese Bahnlinie hatte mehrere Nebenzweige, die aber mittlerweile weitgehend stillgelegt und teilweise bereits demontiert wurden. Minden war Haltepunkt an der Bahnlinie Erdorf–Irrel–Igel (Nims-Sauertalbahn), welche 1988 stillgelegt und rückgebaut wurde. Der Teilabschnitt Erdorf-Bitburg wurde bis Ende 2005 noch zur Rohstoffbelieferung der Bitburger Brauerei genutzt. Dies wurde jedoch aus Kostengründen auf die Straße verlagert.

Luft Im Kreisgebiet befinden sich mehrere Sportflugplätze sowie der Flugplatz Bitburg, der für die zivile fliegerische Nutzung im Sichtflug bis 14 Tonnen freigegeben ist. Die Startbahn ist 3056 Meter lang und wäre für Großflugzeuge geeignet.

Städte und Gemeinden Der Eifelkreis Bitburg-Prüm umfasst 233 Gemeinden und ist damit der gemeindereichste Landkreis in Deutschland. Bitburg ist mit Einwohnern die größte Gemeinde, während die meisten anderen Gemeinden weniger als 1000 Einwohner haben.

(Angabe in Klammern: Einwohnerzahlen am )

Verbandsfreie Gemeinden/Städte: Bitburg, Stadt * () Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

1. Verbandsgemeinde Arzfeld () Arzfeld * () Dackscheid () Dahnen () Daleiden () Dasburg () Eilscheid () Eschfeld () Euscheid () Großkampenberg () Hargarten () Harspelt () Herzfeld () Irrhausen () Jucken () Kesfeld () Kickeshausen () Kinzenburg () Krautscheid () Lambertsberg () Lascheid () Lauperath () Leidenborn () Lichtenborn () Lierfeld () Lünebach () Lützkampen () Manderscheid () Mauel () Merlscheid () Niederpierscheid () Oberpierscheid () Olmscheid () Pintesfeld () Plütscheid () Preischeid () Reiff () Reipeldingen () Roscheid () Sengerich () Sevenig (Our) () Strickscheid () Üttfeld () Waxweiler ()2. Verbandsgemeinde Bitburger Land () [Sitz: Bitburg] Badem () Balesfeld () Baustert () Bettingen () Bickendorf () Biersdorf am See () Birtlingen () Brecht () Brimingen () Burbach () Dahlem () Dockendorf () Dudeldorf () Echtershausen () Ehlenz () Enzen () Etteldorf () Eßlingen () Feilsdorf () Fließem () Gindorf () Gondorf () Gransdorf () Halsdorf () Hamm () Heilenbach () Hütterscheid () Hüttingen an der Kyll () Idenheim () Idesheim () Ingendorf () Kyllburg, Stadt () Kyllburgweiler () Ließem () Malberg () Malbergweich () Meckel () Messerich () Metterich () Mülbach () Nattenheim () Neidenbach () Neuheilenbach () Niederstedem () Niederweiler () Oberkail () Oberstedem () Oberweiler () Oberweis () Olsdorf () Orsfeld () Pickließem () Rittersdorf () Röhl () Sankt Thomas () Scharfbillig () Schleid () Seffern () Sefferweich () Seinsfeld () Steinborn () Stockem () Sülm () Trimport () Usch () Wettlingen () Wiersdorf () Wilsecker () Wißmannsdorf () Wolsfeld () Zendscheid ()3. Verbandsgemeinde Prüm () Auw bei Prüm () Bleialf () Brandscheid () Buchet () Büdesheim () Dingdorf () Feuerscheid () Fleringen () Giesdorf () Gondenbrett () Großlangenfeld () Habscheid () Heckhuscheid () Heisdorf () Hersdorf () Kleinlangenfeld () Lasel () Masthorn () Matzerath () Mützenich () Neuendorf () Niederlauch () Nimshuscheid () Nimsreuland () Oberlascheid () Oberlauch () Olzheim () Orlenbach () Pittenbach () Pronsfeld () Prüm, Stadt * () Rommersheim () Roth bei Prüm () Schönecken () Schwirzheim () Seiwerath () Sellerich () Wallersheim () Watzerath () Wawern () Weinsheim () Winringen () Winterscheid () Winterspelt ()4. Verbandsgemeinde Speicher () Auw an der Kyll () Beilingen () Herforst () Hosten () Orenhofen () Philippsheim () Preist () Spangdahlem () Speicher, Stadt * ()5. Verbandsgemeinde Südeifel () Affler () Alsdorf () Altscheid ()