mini|300px|Karte des Landkreises Fürth Der Landkreis Fürth ist ein Landkreis westlich der Städte Fürth und Nürnberg im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Der Landkreis ist Mitglied der Planungsregion Nürnberg und der Metropolregion Nürnberg.
Geografie Lage Zum Landkreis Fürth gehören die Städte Zirndorf, Stein, Oberasbach und Langenzenn, aber nicht die namensgebende Stadt Fürth selbst, die kreisfrei ist. Richtung Westen geht der Landkreis in das landwirtschaftlich geprägte westliche Mittelfranken über. Der Landkreis Fürth ist flächenmäßig der kleinste Landkreis Bayerns. Geprägt ist die Landschaft durch das südwestdeutsche Stufenland: Die Hochfläche des Sandsteinkeupers wird von der Bibert, der Zenn und kleineren Flüssen in breiten Tälern durchschnitten. Aufgrund der reichlich anstehenden Lehrbergschichten (Tone) gibt es im nördlichen Landkreis, besonders in Langenzenn, eine reiche Ziegelindustrie.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Erlangen-Höchstadt, an die kreisfreien Städte Erlangen, Fürth und Nürnberg sowie an die Landkreise Roth, Ansbach und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.
Geschichte Bis 1862 Das Gebiet des heutigen Landkreises Fürth gehörte vor 1800 zu unterschiedlichen Herrschaften, darunter die Burggrafschaft Nürnberg und das Fürstentum Ansbach. 1806 kam das Gebiet an Bayern. 1808 wurde das Landgericht Cadolzburg errichtet, das zunächst zum Pegnitzkreis, ab 1810 zum Rezatkreis gehörte. Bereits 1809 wurde Fürth eine kreisunmittelbare Stadt.
Bezirksamt Im Frühjahr 1862 wurde das neue Landgericht älterer Ordnung Fürth aus insgesamt 18 Gemeinden der Landgerichte Cadolzburg, Erlangen und Nürnberg gebildet. Dieses wurde noch im selben Jahr zusammen mit dem Landgericht Cadolzburg Teil des neu errichteten Bezirksamts Fürth. Die Stadt Fürth wurde zwar Verwaltungssitz des neuen Bezirks, blieb jedoch selbst weiterhin kreisfrei.
Am 1. Januar 1900 gab das Bezirksamt Fürth die Gemeinde Poppenreuth an die Stadt Fürth ab. Am 1. Januar 1901 kam auch Dambach zu Fürth. Unterfarrnbach folgte am 1. Januar 1918.
Am 1. November 1923 wurde Schnepfenreuth nach Nürnberg eingemeindet. Am 3. Dezember 1923 kam Burgfarrnbach zu Fürth, am 1. Mai 1924 Buch zu Nürnberg.
Ronhof wurde am 1. Juli 1927 an die Stadt Fürth abgegeben, Höfles am 1. April 1928 und Kraftshof am 1. Januar 1930 an die Stadt Nürnberg.
Am 1. Oktober 1931 kam die Gemeinde Puschendorf des Bezirksamtes Höchstadt an der Aisch zum Bezirksamt Fürth.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Fürth.
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Kirchfembach des Landkreises Neustadt an der Aisch in den Landkreis Fürth um- und in die Stadt Langenzenn eingegliedert.
Der Landkreis war von der Gebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, stark betroffen. Die Gemeinden Boxdorf, Großgründlach und Neunhof kamen zur kreisfreien Stadt Nürnberg, während die Gemeinden Sack, Stadeln und Vach zur kreisfreien Stadt Fürth kamen. Da der Landkreis damit zum flächenmäßig kleinsten Landkreis in Bayern wurde, war eine Aufteilung des restlichen Gebiets auf die Nachbarlandkreise Ansbach und Neustadt an der Aisch sowie auf die Stadt Nürnberg in der Diskussion, die Planung wurde jedoch verworfen. Als Ausgleich für den Verlust der landwirtschaftlich geprägten und wirtschaftsstarken Gemeinden im Norden erhielt der Landkreis Fürth die Stadt Stein vom damaligen Landkreis Nürnberg sowie die Gemeinden Katterbach und Wilhermsdorf vom Landkreis Neustadt an der Aisch.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Im Frühjahr 2003 wurde der Kreissitz des Landkreises Fürth nach Zirndorf verlegt, nachdem dort ein neues Landratsamt gebaut worden war. Seither befindet sich die Kreisverwaltung innerhalb des Kreisgebiets.
Einwohnerstatistik mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Fürth (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Fürth, Alter und Geschlecht.)
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Fürth um ca. 18.600 Einwohner bzw. um rund 19 %. In den letzten Jahren hat sich das Wachstum abgeschwächt.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 19.025 24.701 36.705 54.850 62.105 75.261 93.861 100.562 110.176 112.896 114.024 114.810 114.291 118.695
Konfessionsstatistik Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung nimmt ab. Gemäß dem Zensus 2022 waren 20,2 % der Einwohner katholisch, 39,8 % evangelisch, und 39,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 25. August 2024
Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:
Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014* 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 36,4 22 39,1 23 40,6 25 42,4 26 45,6 28 43,9 27 SPD SPD Bayern 15,9 9 16,5 10 28,9 17 31,2 19 34,4 21 34,6 21 Grüne Grüne Bayern 14,3 9 18,4 11 12,2 7 8,8 5 6,5 4 9,0 5 AfD AfD Bayern 14,0 8 6,3 4 – – – – – – – – FW Freie Wähler Bayern 10,4 6 12,0 7 14,7 9 11,4 7 7,7 4 – – Linke Die Linke Bayern 4,5 3 2,6 2 – – – – – – – – FDP FDP Bayern 2,7 2 3,0 2 3,6 2 6,2 3 5,8 3 5,7 3 ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 1,7 1 2,1 1 – – – – – – – – PWG Parteilose Wählergemeinschaft – – – – – – – – – – 6,8 4 gesamt 100,0 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 100,0 60 Wahlbeteiligung 67,9 % 61,5 % 29,0 % 63,5 % 67,2 % 69,6 %
* Die Wahl zum Kreistag vom 16. März 2014 wurde am 24. Juli 2014 von der Regierung von Mittelfranken nachträglich für ungültig erklärt, weil zwei Bürgermeister im jeweiligen Amtsblatt angeregt hatten, Bewerber aus dem eigenen Ort zu bevorzugen, was als unzulässig gewertet wurde. vom 24. Juli 2014 Die Wiederholung der Wahl fand am 16. November 2014 statt,, Pressemitteilung vom 10. September 2014 dabei sank die Wahlbeteiligung von 53 % auf 29 %.
Bezirksamtmänner/-oberamtmänner bis 1938, Landräte ab 1939 1904–1919: Kurt von Eyb 1918–1945: Robert Bracker, ab 1940 NSDAP 1945–1958: Friedrich Hörndlein, zunächst kommissarischer Landrat 1958–1972: Heinrich Löffler, SPD 1972–1990: Dietrich Sommerschuh, SPD 1990–2008: Gabriele Pauli, ab 21. November 2007 parteilos, davor CSU 2008–2023: Matthias Dießl, CSU seit 2024: Bernd Obst, CSU
Wappen
Logo Das alte Logo, ein Kreis mit einem Farbverlauf von weiß nach grün, tangiert von drei blauen Streifen, wurde 2009 nach etwa 15 Jahren Gültigkeit durch eine modernisierte Version ersetzt. Das neue Logo nimmt die im Landkreiswappen dominierenden heraldischen Farben silber, schwarz und rot auf. Aus dem Kreis wurde ein dreidimensionaler Ring aus silber mit schwarzer Schattierung, der von drei roten Streifen berührt wird. Im Gegensatz zum alten Logo sind diese nicht mehr gleich lang und sollen einerseits die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen symbolisieren, andererseits gleichzeitig ein F darstellen. Neu hinzugefügt wurde der Claim , in dem sich die Initialen L und F des Landkreises wiederfinden.
Landkreispartnerschaften 1972 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Haida, die Stadt und den Kreis Böhmisch Leipa und die Stadt und den Kreis Dauba übernommen.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Verwaltungsgebäude der Firma Cadolto Fertiggebäude (2008) Der Landkreis ist eher landwirtschaftlich geprägt. Bekannte Unternehmen mit Sitz im Landkreis sind der Playmobil-Hersteller geobra Brandstätter und die Metz-Werke in Zirndorf, Faber-Castell in Stein sowie die Firma Cadolto aus Cadolzburg. In Langenzenn finden sich noch heute Ziegeleien. Im Zirndorfer Stadtteil Leichendorf eröffnete 2000 der erste Playmobil FunPark.
Straßenverkehr Im Gebiet des Landkreises befindet sich keine Autobahn. Der Landkreis wird im Norden von der B 8 (Nürnberg – Würzburg) durchzogen, wobei die B 8 zwischen der Stadtgrenze Fürth bis hinter Langenzenn autobahnähnlich ausgebaut ist. Die so genannte Südwesttangente wurde ursprünglich als A 752 geplant. Im Süden des Landkreises verläuft von Stein bis Buchschwabach die B 14 (Pilsen – Nürnberg – Stuttgart).
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FÜ zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.
Öffentlicher Nahverkehr 1844 verkehrte erstmals mit der Errichtung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn im Landkreis Fürth eine Eisenbahn. Von ihr zweigte 1865 in Fürth die Strecke nach Würzburg ab. Durch den Süden des Kreises führt seit 1875 die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Später wurde das Umland noch durch drei Lokalbahnen erschlossen:
Die Bayerischen Staatseisenbahnen führten 1872 die Zenngrundbahn von Siegelsdorf bis Langenzenn, 1895 nach Wilhermsdorf und schließlich 1902 weiter bis Markt Erlbach. Es folgte die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München im Jahre 1890/92 mit der Rangaubahn (im Volksmund Moggerla) von Fürth über Zirndorf nach Cadolzburg.
Schließlich kam 1914 noch eine weitere Lokalbahn der Bayerischen Staatseisenbahnen hinzu, die Bibertbahn (im Volksmund Bibert-Bärbel), die sich in Nürnberg-Stein von der Ansbacher Hauptbahn trennte und über Fürth Süd und Zirndorf-Altenberg in Richtung Unternbibert-Rügland verlief. Der Personenverkehr dieser Bahn wurde 1971 ab Großhabersdorf und 1986 vollständig stillgelegt. Damit ist das Eisenbahnnetz um fast ein Viertel von 87 km auf 69 km reduziert worden.
Das Biberttal wird seitdem durch eine Buslinie der Omnibusverkehr Franken (OVF) bedient. Die Zukunft des Gleises zwischen Leichendorf und Stein ist ungewiss. Verschiedene Planungen in den 1990ern sahen eine Verbindung des Gleisstumpfes mit der Rangaubahn vor. Die Pläne scheiterten an der Wirtschaftlichkeit, den U-Bahn-Bauplänen in Nürnberg und politischen Widerständen im Landkreis. Statt oder bis zur Weiterführung der Nürnberger U-Bahn-Linie U3 in den Landkreis soll auf der Strecke wieder der Betrieb aufgenommen werden. Dafür setzt sich die Interessengemeinschaft Bibertbahn ein. Inzwischen sind die Gleise abgebaut und die Strecke entwidmet.
Der Rest des Landkreises wird durch Buslinien sowie nachts und am Wochenende durch ein Anrufsammeltaxi erschlossen. Zusätzlich verkehren zwischen dem Fürther Rathaus bzw. dem Nürnberger Hauptbahnhof und einzelnen Landkreisgemeinden in den Nächten auf Samstagen, Sonntagen, Feiertagen sowie Brückentagen im Stundentakt die Night-Liner genannten Nachtbusse. Seit Start des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) benötigt man für Fahrten mit dem Öffentlichen Nahverkehr nur noch einen Fahrausweis.
Verschiedentlich gibt bzw. gab es Pläne, die U-Bahn Nürnberg (z. B. Linie U2 nach Stein bei Nürnberg oder Linie U3 nach Oberasbach) bzw. die geplante Stadt-Umland-Bahn Erlangen in den Landkreis zu verlängern, jedoch sind Stand 2018 keine konkreten Pläne bekannt. Eine Verlängerung der U3 um rund zwei Kilometer Strecke und zwei weitere Stationen, für die etwa 205 Millionen Euro investiert werden, ist seit 2024 im Rohbau fertig und befindet sich im weiteren Ausbau. Ihr neuer Endpunkt „Gebersdorf“ soll Ende 2027 – dort wo früher der Haltepunkt „Fürth Süd“ der Bibertbahn lag, aber noch auf Nürnberger Stadtgebiet – nahe der Landkreisgrenze eröffnen. Durch Park&Ride sowie Zubringerbusse soll die Funktion dieses Endhalts auch auf angrenzende Gebiete des Landkreises ausstrahlen (ähnlich wie heute schon der U-Bahnhof Röthenbach der U2).
Gemarkungen
Im Landkreis gibt es 33 Gemarkungen; fünf davon sind gemeindeübergreifend.
Gemeinden
Der Landkreis Fürth setzt sich aus 14 Gemeinden zusammen, von denen vier Städte sind (Einwohner am ).
Städte Langenzenn () Oberasbach () Stein () Zirndorf ()
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